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Donnerstag, 4. Januar 2007, 14:03

"terre des hommes" Deutschland wird Vierzig

Den vierzigsten Geburtstag feiert am 8.1.2007 die in Stuttgart gegründete deutsche Sektion der weltweit tätigen humanitären Organisation "terre des hommes - Hilfe für Kinder in Not". Der noch lebende Schriftsetzer Lutz Beisel versammelte als Gründer insgesamt 40 Gleichgesinnte. Sie trafen sich damals in einer Stuttgarter Waldorfschule, weil sie die Bilder von napalverbrannten und durch Minen verstümmelten Menschen, vorallem Kinder, nicht mehr ertrugen, die ihnen die tägliche Medienberichterstattung aus dem Vietnamkrieg servierte. Sie wollten etwas tun. Regierungs-Deutschland, das den US-amerikanischen Verbündeten in ihrem schmutzigen Krieg logistische Hilfestellung leistete, in dem die Amerikaner mindestens alle ihre Deutschen Basen auch für ihre Kriegszwecke nutzen konnten, schien die Not der vietnamesischen Zivilbevölkerung wenig zu Kenntnis zu nehmen, bevor Studentenproteste sich auch über den Vietnamkrieg erzürnten.

Die Vereinsgründer der deutschen Sektion von "terre des hommes" wollten ein anderes Zeichen setzen, als sich bloß politisch von den Bestrebungen der kriegsführenden Parteien abzusetzen, die auf Seiten der Amerikaner Massenvernichtungswaffen gegen die Zivilbevölkerung einsetzten, wie Flächenbombardements mit Spreng- und Napalbrandbomben sowie chemische Gifte, die die Vegetation, die Landwirtschaft und die Gesundheit vieler Menschen vergiftete (z.B. durch das Entlaubungsmittel agent orange). Sie wollten den zivilen Opfern, besonders den Kindern, eine Chance auf Rettung aus dem unmittelbaren Kriegsgebiet verbunden mit guter medizinischer Behandlung ermöglichen und für die Kriegswaisen Adoptiveltern suchen. Sie fanden in der ersten Stunde dafür hilfswillige Adoptiveltern, Ärzte, Krankenhäuser und Spender.

So gelangten schließlich sehr viele Kinder aus unmittelbarer Gefahr in ein sicheres Land zur medizinischen Versorgung und viele erhielten auch ein neues Elternhaus, nachdem ihre Eltern im Krieg getötet oder verschollen und ihre Familien zerstört worden waren. Als "terre des hommes" Informationen erhielt, dass das gutgemeinte Adoptivelternprojekt nicht sicher vor Mißbrauch durch Kinderhändler war, wurde dieser Weg jedoch wieder verlassen. Stattdessen unterstützte man mehr und mehr mit Partnern z.B. von "Nichtregierungs-Organisagtionen (NGO's)" vor Ort gegründete humanitäre Initiativen im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe. In den 40 Jahren ihres Bestehens sammelte die Organisation hier etwa 290 Millionen Euro.

Heute werden damit alle möglichen Entwicklungsprojekte unterstützt, die arme Menschen in den Entwicklungsländern vor den vorallem für sie nachteiligen Globalisierungsfolgen schützen sollen und ihre Fähigkeiten stärken, sich selbst zu helfen, ohne in diesem immensen Ausmaß wie zuvor auf Kinderarbeit angewiesen zu sein oder durch Raubbau an der Natur die Artenvielfalt und die biologische Grundlage ihrer Heimatländer nachhaltig zu zerstören. So werden also nicht nur soziale Verbesserungen nach den Bedürfnissen der Einheimischen erstrebt, indem Familien unterstützt und Kinder aus sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen befreit werden, sondern man bemüht sich, beim sozialen Fortschritt anders als bei uns in den letzten dreihundert Jahren, bevor wir seit 30 Jahren langsam aufwachen, auch die ökoologischen Zusammenhänge zu berücksichtigen

Sicher, nimmt man die Hiobsbotschaften der Klimaforscher, Biologen und Agrarwissenschftler zur Kenntnis, scheinen solche Projekte immer wieder nur ein Tropfen auf dem heißen Stein zu sein und man fragt sich, ob solche Organisationen letztlich nur helfen, unser Gewissen hier im verhältnismäßig wohlhabenden Norden und Westen der so genannten ersten Welt zu beruhigen. Aber sollte man das den Aktiven vorwerfen, die immerhin noch an ein soziales, menschenfreundliches Antlitz unserer Weltgesellschaft mit Bereitschaft zur gegenseitigen solidarischen Unterstützung glauben? Herzlichen Glückwunsch und weiter gutes Gelingen für ein engagiertes humanitäres Hilfswerk wünscht

Michael
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)