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Dienstag, 28. November 2006, 22:25

Tod von Ex-Geheimdienstler Litwinenko durch Polonium210? "Tod eines Menschen immer tragisch&quo

Auf der einen Seite behandeln die Medien es wie einen spannenden medizinischen Krimi mit dem tragischen Höhepunkt des Todes eines Menschen, dessen Verfall getreulich in Bildern dokumentiert und dessen anklagende Verlesung seines Abschiedsbriefes effektvoll inszeniert wird, auf der anderen Seite bleiben die meisten Fragen möglicherweise für immer unbefriedigend offen. Das Publikum wird angefixt und dann? Glaubt denn jemand, dass die mafiösen und die staatlichen Geheimdienst-Geheimniskrämereien jemals befriedigend aufgeklärt werden? Das darf mit Fug und Recht bezweifelt werden, aber es wird den Verschwörungstheoretikern mit Sicherheit für die nächsten Jahre Buchtantiemen bescheren. Auch Hollywood wird wieder Anregungen bekommen. Es fängt ja schon medizinisch spannend an:

Es scheint selbst für die Intensiv- und Universitäts-Mediziner bis zum Schluß nichtmals sicher gewesen zu sein, an welcher Vergiftung und Auszehrung der ehemalige hohe Geheimdienstoffizier Alexander Litwinenko überhaupt gelitten hat. Es gab nur täglich neue Spekulationen gefolgt von neuen Dementis. Sie konnten eben keine richtige Diagnose stellen und sie konnten keine erfolgreiche Behandlung durchführen. Ob die Pathologen und Gerichtsmediziner, wenn sie sich denn trauen, einen möglicherweise mit radioaktiven Alphastrahlern verseuchten Leichnam zu sezieren, die Diagnose zweifelsfrei stellen können, ist noch nicht bekannt. Ob es eine Aussicht auf einen schulmedizinischen oder alternativen (homöopathische Giftausleitung???) Behandlungserfolg gegeben hätte? Wer weiß das hinterher? Möglicherweise erging es Litwinenko wie vielen der so genannten "Liquidatoren", die bei Reaktorkatastrophen in Tschernobyl, auf U-Booten oder in Plutoniumfabriken radioaktive Isotope in sich aufnahmen, als Helden des Industriezeitalters, letztlich aber doch als Opferlämmer einer verächtlichen Staatsmacht, die ihre Bürger und ihre Wohltäter nicht schützt.

Putin, der von dem Vergifteten und einem Teil der russischen Opposition beschuldigt wurde, der Drahtzieher eines politischen Komplotts gegen den unbequem gewordenen ehemaligen hohen Geheimdienstoffizier Litwinenko gewesen zu sein, gibt sich ahnungslos und sagt im Prinzip etwas Richtiges: "Der Tod eines jeden Menschen ist ein tragisches Ereignis." Tragisch ist allerdings auch, dass das Leben eines Menschen den gesellschaftlich Mächtigen, ob sie nun auf der "kriminellen" oder der staatlich anerkannten Seite stehen, nichts gilt, wenn dieser Mensch ihren Interessen im Wege steht. Und Geheimdienste sind wie eine Mafia, ihre Spuren wissen sie zu verschleiern, den Parlamenten und der Strafverfolgung suchen sie sich zu entziehen, wenn sie ihre verborgenen Kriege führen, in denen sie zum Wohle irgendeiner Staatsmacht entführen, einsperren, foltern, morden und verschwinden lassen. Und dies geschieht, wie wir wissen, nicht nur in den so genannten Diktaturen und autoritären Regimen.

Ein hochrangiger Ex-Geheimdienstler wie Putin, wie Litwinenko oder wie z.B. auch diverse ehemalige israelische Politiker, wie können diese während der Ausübung ihrer Tätigkeit nicht an illegalen, verbrecherischen, menschenverachtenden Taten beteiligt gewesen sein, als Mitwisser, Befehlende, Ausführende? Sie werden auf die eine oder andere Weise in einem der dreckigsten Spiele von Macht und Gewalt mitgewirkt haben und auf irgendeine Weise dadurch als Folge ihres eigenen Handelns in Mitleidenschaft gezogen werden, im hiesigen Leben oder zu anderer Gelegenheit. Dennoch sind die Ereignisse tragisch. Sie sind es immer und sie bringen den Opfern dieser Despoten und ihrer Lakaien weder Genugtuung noch Rehabilitation.

Das Geflecht wird immer so undurchsichtig bleiben wie die Interessenlage in diesem Geschäft der geheimen und der propagandistischen Kriegsführung. Nahezu jeder hätte ein Interesse an Litwinenkos Beseitigung haben können: Russische Politiker, Oligarchen, Unternehmer, Mafiosi, ehemalige Mitarbeiter und Mitwisser, frühere "Freunde" und jetzige Feinde, Opfer, westliche Geheimdienstler und sogar der Betroffene selbst hätte ein Selbstmordattentäter sein können. Was auch immer herauskommt, es wird vermutlich eine Menge Dreck an jedem Verdächtigen kleben bleiben. Zur Beschädigung von Putin und seiner Clique, aber auch anderer Politiker, Unternehmer und Litwinenko selbst reicht es allemal. Und jemand, der hätte beweisen wollen, wie dreckig der Sumpf ist und wie undurchsichtig, hätte auch nichts anderes tun müssen, als das Opfer zu vergiften. Denn das Opfer war ein Täter und andere, die nun Opfer von Beschuldigungen werden, waren auch Täter und sind es vielleicht noch. Es ist tragisch, es ist traurig und es ist offenkundig unterhaltsam, denn auch das Geheime reizt zum Fabulieren.

LG, Michael
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)