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1

Dienstag, 11. Oktober 2005, 23:17

Traumatherapien

Dieser Begriff fehlt im Forum.

Ein Trauma und seine Bewältigung ist für die Frage von gesundem und krankem Selbstempfinden von größter Bedeutung. Dabei kann es um einzelne schockartige Geschehnisse gehen, aber auch um Langzeittraumen während mehrerer Jahre, in denen ein Mensch Bedingungen ausgesetzt war, die ihn überleben ließen, die aber die Wahrnehmung, das Selbstempfinden, das Reagieren im sozialen Miteinander nachhaltig beeinflussen.

Es könnte um Erfahrungen mit Traumatherapien gehen, aber auch um Informationen, Hilfestellungen und Tipps zu Literatur und Traumakliniken.
LG Irene

2

Dienstag, 11. Oktober 2005, 23:31

RE: Traumatherapien

Zitat

Original von Irene
Traumatherapie - Dieser Begriff fehlt im Forum.


Habe ich mir auch schon gedacht. Wo hättest Du ihn gerne ? Hier unter "Psychotherapie und Psychiatrie" ?

Reinhard

PS.: Hab's schon mal hier eingefügt

3

Mittwoch, 12. Oktober 2005, 00:13

Ja, das würde sehr gut passen.

LG Irene

4

Mittwoch, 12. Oktober 2005, 10:34

neg. erfahrung mit traumatherapeutin in einem vorgespräch

das ist natürlich ein thema, was mich besonders interessiert - super !!!

erst vor wenigen wochen sagte mir eine ärztin, dass ich dringend eine traumatherapie machen müsste - bei ihr, krankenkasse ersetzt nichts - 50 min/100 euro.

... und das alle meine beschwerden von meinem unfall vor 20 jahren herrühren.

da kam viel blablabla - keine untersuchung - festlegung: unfall-schlimm-exotisch-gestört :evil:

so etwas nervt mich unglaublich. also nicht, dass ich die traumatherapie lächerlich machen will - beileibe nicht. das thema interessiert mich brennend. mir geht es NUR um diese eine ärztin, die keine psycho-ausbildung hat - allgemeinmed. ist und mir erzählt hat, wie schlecht es mir doch geht, wie elend ich doch dran wäre ;) . na bravo. hätte ich kein gutes selbstwertgefühl, wäre ich vermutlich nach dem gespräch aus dem fenster gesprungen.

liebe irene lange rede - kurzer sinn: gibt es nicht auch fälle, bei denen menschen unfälle haben mit einschneidenden folgen fürs leben - ohne dass danach JEDE erkrankung auf diesen unfall zurück geführt wird.

liebe grüße von susa .....
"Eine Erfolgsformel kann ich den Menschen nicht geben, aber ich kann ihnen sagen, was zum Misserfolg führt: der Versuch jedem gerecht zu werden."

Herbert Bayard Swope

5

Mittwoch, 12. Oktober 2005, 12:39

liebe irene : gibt es nicht auch fälle, bei denen menschen unfälle haben mit einschneidenden folgen fürs leben - ohne dass danach JEDE erkrankung auf diesen unfall zurück geführt wird.
Susa
Liebe Susa,
ja und nein. Das ist ein neurobiologisches Problem der Verarbeitung. Jede Unfall-Schock-Schrecksituation muss im Gehirn über die Wahrnehmungskanäle verarbeitet werden. Ein Teil wird verdrängt, ein Teil wird verarbeitet, was aber entscheidend ist: Das Wahrnehmungssystem hat das ganze Drum und Dran einer solchen Geschichte mitgespeichert. Zweck: Paß auf, es könnte noch einmal passieren, also eine Warnung, eine Überlebensressource.
Du kannst jetzt selbst sehen, welche Deiner Reaktionen möglicherweise im Zusammenhang mit dem Unfall stehen und welche nicht.
Lieben Gruß
Irene

6

Mittwoch, 12. Oktober 2005, 14:17

hallo irene,

mein unfall (siehe re-mail an dich :) ) war recht exotisch und passierte im haus meiner eltern ... als ich noch dort lebte. ausführender war mein damaliger freund.

aber ich habe mich danach niemals innerhalb meiner 4 wände unsicher oder bedroht gefühlt.

und ich habe mich auch nicht von dem mann bedroht gefühlt - obwohl der unfall an sich schon in folge von "zielen" und "abdrücken" geschah und nicht beim "reinigen". hatte also schon eine gewisse dramatik :rolleyes: ...

die "traumatherapeutin" bei der ich war (eigentlich geplant war, dass sie als fachärztin für allgemeinmedizin meine neue hausärztin wird - wechsel wäre notwendig, andere lustige geschichten ;) aus meinem erfahrungssschatz: "erlebnisse mit schulmedizinern"). naja und dann fing sie mit ihrem sorry gequatsche sorry ;) an.

LG susa
"Eine Erfolgsformel kann ich den Menschen nicht geben, aber ich kann ihnen sagen, was zum Misserfolg führt: der Versuch jedem gerecht zu werden."

Herbert Bayard Swope

7

Mittwoch, 12. Oktober 2005, 19:37

Hi susa,

ich bin keine Traumaexpertin, aber ich habe mehrere workshops bei einem Heiler gemacht, bei dem ich auch miterleben konnte, wie Menschen auf alte Traumata auch infolge von Unfällen gestoßen sind. Das war sehr beeindruckend und sehr überzeugend.

Ich kann mich z.B. gut an eine Frau erinnern, die sich während der "Behandlung" plötzlich mit einem sich völlig verdrehenden zitternden Knie konfrontiert sah und sich dann an einen Fahrradunfall erinnern konnte, der ihrem Bewußtsein schon längst entschwunden war. Ihr Unbewußtes aber hatte das alles aufgezeichnet und dort - zum Schutz - eine Energieblockade entstehen lassen. Das Lösen solcher Blockaden kann dann mit heftigen emotionalen Reaktionen verbunden sein, auch wenn das Ereignis selber nur ein blöder Unfall war. Auch Unfälle, an die mich sich erinnern kann und die scheinbar gar nicht so schlimm waren, können derartiges bewirken. Du darfst nicht vergessen, - diese Vorgänge steuert das Unbewußte und das hat andere Funktionsmechanismen als der Verstand, der sich sagt "Ach, das war nicht so schlimm".

Tania :)

8

Mittwoch, 12. Oktober 2005, 22:18

Hallo Susa,
wenn Du Dich in Räumen nicht bedroht fühltest, umso besser.
Du mußt ja einen Grund haben, daß Du eine Traumatherapie in Erwägung gezogen hattest.

Liebe Heike, was Du beschreibst ist eine ganz normale Erinnerungsarbeit, wie sie heutzutage möglich ist.
Man hat aber als Therap. nie in der Hand, was erinnert wird, was also ins Bewußtsein kommt, das ist Sache der arbeitenden Person. Symptome sind aber sehr häufig das Geländer, an dem entlang lebensgeschichtliche Ereignisse festzumachen sind.
LG Irene

9

Mittwoch, 12. Oktober 2005, 22:20

Tschuldigung, Hallo Tania !!

10

Mittwoch, 12. Oktober 2005, 22:47

[

Zitat

was Du beschreibst ist eine ganz normale Erinnerungsarbeit, wie sie heutzutage möglich ist.
Man hat aber als Therap. nie in der Hand, was erinnert wird, was also ins Bewußtsein kommt, das ist Sache der arbeitenden Person.


Hallo Irene
Hier muß ich mal nachfragen, ist so eine Arbeit am Patienten nicht gefährlich, wenn man nicht so recht weiß, was hervorkommt?
Wenn ein Mensch sagt, Mensch das Ereignis war garnicht so schlimm.
Vielleicht ist es vom Körper her so eingerichtet, das man es garnicht so schlimm empfindet.
Tschüß Heike
Leben ist ganz einfach, was das Leben so schwer macht, ist der Mensch selber

11

Mittwoch, 12. Oktober 2005, 23:56

Wann Traumaarbeit ungefährlich ist

Liebe Heike,
eine Traumatherapie ist dann nicht gefährlich, wenn die Therapeuten mögliche Widerstände respektieren.
Wenn also Angst eine Rolle spielt, muß die Patientin/Klientin z.B. sich völlig sicher sein, daß sie im Hier und Jetzt ist. Andernfalls würde sie retraumatisiert werden können.
Grundsätzlich kann ja nur das herauskommen, was auch neurologisch gespeichert ist.
Wenn die Schritte klein genug sind, und das sind sie, wenn der Patient selbst bestimmen kann, kann das nicht passieren, das ist jedenfalls meine Erfahrung.
LG Irene

12

Donnerstag, 13. Oktober 2005, 14:07

Zitat

Original von Irene
Hallo Susa,
wenn Du Dich in Räumen nicht bedroht fühltest, umso besser.
Du mußt ja einen Grund haben, daß Du eine Traumatherapie in Erwägung gezogen hattest.

Liebe Heike, was Du beschreibst ist eine ganz normale Erinnerungsarbeit, wie sie heutzutage möglich ist.
Man hat aber als Therap. nie in der Hand, was erinnert wird, was also ins Bewußtsein kommt, das ist Sache der arbeitenden Person. Symptome sind aber sehr häufig das Geländer, an dem entlang lebensgeschichtliche Ereignisse festzumachen sind.
LG Irene



liebe irene,

ich hatte eine traumatherapie nicht in erwägung gezogen. eigentlich wollte ich nur eine neue hausärztin :D :D :D .... und diejenige welche ist eigentlich fachärztin für allgemeinmedizin. ich suchte nur jemanden, der in diagnostik fit ist und mich dann an einen entsprechenden spezialisten verweist.
stattdessen landete ich in einer fantasiereise und wusste danach, wie elend mein leben doch ist. zum glück kann ich über so was dann lachen. verantwortungslos ist das dennoch, wenn ich weniger mit mir im einklang wäre, hätte mich das sehr belasten können :evil: :evil: :evil: !!!

LG susa
"Eine Erfolgsformel kann ich den Menschen nicht geben, aber ich kann ihnen sagen, was zum Misserfolg führt: der Versuch jedem gerecht zu werden."

Herbert Bayard Swope

13

Donnerstag, 13. Oktober 2005, 14:09

Zitat

Original von Tania
Hi susa,

ich bin keine Traumaexpertin, aber ich habe mehrere workshops bei einem Heiler gemacht, bei dem ich auch miterleben konnte, wie Menschen auf alte Traumata auch infolge von Unfällen gestoßen sind. Das war sehr beeindruckend und sehr überzeugend.

Ich kann mich z.B. gut an eine Frau erinnern, die sich während der "Behandlung" plötzlich mit einem sich völlig verdrehenden zitternden Knie konfrontiert sah und sich dann an einen Fahrradunfall erinnern konnte, der ihrem Bewußtsein schon längst entschwunden war. Ihr Unbewußtes aber hatte das alles aufgezeichnet und dort - zum Schutz - eine Energieblockade entstehen lassen. Das Lösen solcher Blockaden kann dann mit heftigen emotionalen Reaktionen verbunden sein, auch wenn das Ereignis selber nur ein blöder Unfall war. Auch Unfälle, an die mich sich erinnern kann und die scheinbar gar nicht so schlimm waren, können derartiges bewirken. Du darfst nicht vergessen, - diese Vorgänge steuert das Unbewußte und das hat andere Funktionsmechanismen als der Verstand, der sich sagt "Ach, das war nicht so schlimm".

Tania :)



hallo tania,

ich verstehe, was du meinst - habe hierzu aber ein stück weit eine andere meinung - dazu schreibe ich demnächst .....

LG susa
"Eine Erfolgsformel kann ich den Menschen nicht geben, aber ich kann ihnen sagen, was zum Misserfolg führt: der Versuch jedem gerecht zu werden."

Herbert Bayard Swope

14

Freitag, 14. Oktober 2005, 10:21

Hallo Susa,
... stattdessen landete ich in einer fantasiereise und wusste danach, wie elend mein leben doch ist..., das schreibst Du.
Das ist aus meiner Sicht schon ein Übergriff gewesen.
Daß Du ein Päckchen mit Dir rumzuschleppen hast, weißt Du ja selbst. Die Traumreise als Diagnoseinstrument: Das kann, wie Du selbst gesehen hast, nach hinten losgehen.
M.E. kann niemand besser wissen, wie es jemand geht, als die betroffene Person selbst. Eine Diagnose kann, muß aber nicht hilfreich sein.
Daraus folgt: Ein Beratungsgespräch in die Richtung: Was gibt es auf dem Therapie-Markt, kann da etwas Passendes für mich dabei sein. Das kannst Du von Fachleuten erwarten, daß die da einen größeren Überblick haben als Du. Alles andere bleibt bei Dir, sowieso. Du trägst ja auch die Folgen, wenn eine "Behandlung" daneben ist. Auch daraus kann wieder nur die Konsequenz gezogen werden, Chefin oder Chef für sich selbst zu bleiben.
Liebe Grüße Irene

15

Freitag, 14. Oktober 2005, 16:01

Liebe susa,

Zitat

ich hatte eine traumatherapie nicht in erwägung gezogen. eigentlich wollte ich nur eine neue hausärztin :D :D :D .... und diejenige welche ist eigentlich fachärztin für allgemeinmedizin. ich suchte nur jemanden, der in diagnostik fit ist und mich dann an einen entsprechenden spezialisten verweist.
stattdessen landete ich in einer fantasiereise und wusste danach, wie elend mein leben doch ist. zum glück kann ich über so was dann lachen. verantwortungslos ist das dennoch, wenn ich weniger mit mir im einklang wäre, hätte mich das sehr belasten können :evil: :evil: :evil: !!!


Ich denke, du tust Dir keinen Gefallen damit, wenn Du diesen Blickwinkel einnimmst.
Vielleicht wäre ja auch die Vorstellung, dass nichts zufällig passiert, Du für alles die volle Verantwortung trägst (wenn ich keine Fanatasiereise machen möchte, dann kann mich niemand dazu zwingen), Du Dich unbewußt aus guten Gründen in diese Situation manövriert hast, mal überlegenswert.

Tania :)

16

Freitag, 14. Oktober 2005, 16:54

Zitat

Original von Irene
Hallo Susa,
... stattdessen landete ich in einer fantasiereise und wusste danach, wie elend mein leben doch ist..., das schreibst Du.
Das ist aus meiner Sicht schon ein Übergriff gewesen.
Daß Du ein Päckchen mit Dir rumzuschleppen hast, weißt Du ja selbst. Die Traumreise als Diagnoseinstrument: Das kann, wie Du selbst gesehen hast, nach hinten losgehen.
M.E. kann niemand besser wissen, wie es jemand geht, als die betroffene Person selbst. Eine Diagnose kann, muß aber nicht hilfreich sein.
Daraus folgt: Ein Beratungsgespräch in die Richtung: Was gibt es auf dem Therapie-Markt, kann da etwas Passendes für mich dabei sein. Das kannst Du von Fachleuten erwarten, daß die da einen größeren Überblick haben als Du. Alles andere bleibt bei Dir, sowieso. Du trägst ja auch die Folgen, wenn eine "Behandlung" daneben ist. Auch daraus kann wieder nur die Konsequenz gezogen werden, Chefin oder Chef für sich selbst zu bleiben.
Liebe Grüße Irene


liebe irene,
ich hätte "sarkasmus an" und "sarkasmus aus" dazuschreiben sollen.
mir wurde meine situation so verkauft, als ob ich mich mit dem vorhandenen gesundheitszustand völlig elend fühlen muss. der unfall wurde von ihr als wurzel allen übels definiert - dabei liegt dieser schon 20 jahre zurück. psychotherapiert wurde ich vor ca. 15 jahren wegen akuter panikattacken ... und dies sehr erfolgreich :) (ging nicht von heute auf morgen). aber für diese attacken war nicht der unfall kausal, sondern meine angewohnheit, mich selbst zu überfordern. hing am rande auch mit dem unfall zusammen, da ich mir keine pause gönnen wollte und mein berufliches fortkommen in den vordergrund stellte (studium ohne unterbrechungen wg. krankheit).
fakt ist, dass ich den unfall als solches sehr schnell recht gut verarbeitet habe. diesbezügliche träume hörten nach ca. 2 jahren auf etc.
mich auf diesen unfall zu reduzieren darf nicht sein. jeder mensch ist anders und es stellt sich erst heraus wie man mit einem "schicksalsschlag" fertig wird, wenn man ihn erlebt.
natürlich sind die spätfolgen der angelegenheit nicht witzig, aber ich kann damit gut leben. probleme machen mir eher mitmenschen, die damit nicht umgehen können - da bin ich ein ziemliches weichei :D ... aber auch dazu stehe ich und das "weichei-sein" hat auch vorteile - sensitivität!!!
alles birgt licht und schatten in sich. und auf was ich allergisch reagiere, ist die tatsache, wenn menschen ohne es genau wissen zu können, meine person beurteilen und mir probleme eingeredet werden sollen (tief im inneren, versteckt sind sie da und ich verdränge) wo tatsächlich keine sind.
es nervt, wenn ich verzweifelt versuche mit einer solchen "therapeutin" über meine bleivergiftung zu sprechen und sie als lösung eine fantasiereise anbietet, wenn ich eine blutuntersuchung wollte.
mit fantasiereisen habe ich mich schon vor über 20 jahren begonnen zu befassen. es kann nicht sein, dass man bescheinigungen über kursteilnahmen oder grundausbildungen in ..... vorlegen muss, damit man ernstgenommen wird.
sie sagte mir auch, ich dürfte auf keinen fall fussreflexpunkte an meinen füßen drücken, die mir wehtun ... auch als ich ihr mitteilte, dass ich hier eine "grundausbildung" bereits vor über 10 jahren machte, war ihr das egal.
das problem war vermutlich, dass diese frau keine ohren hatte. und dann ist jemand auch nicht für irgendeine art von therapeut geeinet.
soooo, das war lang aber notwendig.
ganz lieben gruß von susa ... die jetzt bohnensuppe essen geht :)
"Eine Erfolgsformel kann ich den Menschen nicht geben, aber ich kann ihnen sagen, was zum Misserfolg führt: der Versuch jedem gerecht zu werden."

Herbert Bayard Swope

Beiträge: 1 051

Wohnort: Schweiz

Beruf: Heilpraktikerin/Homöopathin

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17

Freitag, 14. Oktober 2005, 17:19

Hi Susa

Es klingt doch einfach danach, dass diese Therapeutin nicht bereit war vorurteilslos abzuklären was bei dir vorhanden ist, sondern offenbar aufgrund irgendwelcher Informationen über dich bereits entschieden hatte, was dein Problem ist. Komischerweise hatte ich bei der Beschreibung deiner Homöopathin und deren Arbeitskreis denselben Eindruck.

Was ich mich deshalb frage: Hast du das schon so oft erlebt, dass jemand dich aufgrund äusserer Informationen in eine Schublade steckst, dass du es nachgerade bei jedem neuen Therapeuten wieder erwartest und der deshalb automatisch auf diese Erwartung reagiert, also quasi in die Falle stolpert? Oder ist das das eigentlich Trauma, nicht als das erkannt und genommen zu werden was du bist und gar nicht der Unfall oder sonst was?

Bitte versteh das nicht so, dass ich meine du stellst da absichtlich und böswillig den Therapeuten Fallen! Ich meine damit nur, dass deine unbewusste Wahrnehmung so sehr darauf ausgerichtet sein könnte, dass du immer wieder an solche Leute gerätst im Sinne einer Anziehung.

LG
Bea
The purpose of life is joy; its basis is freedom; its result is growth.
ABRAHAM - HICKS

18

Freitag, 14. Oktober 2005, 17:36

Zitat

Original von Tania
Liebe susa,

Zitat

ich hatte eine traumatherapie nicht in erwägung gezogen. eigentlich wollte ich nur eine neue hausärztin :D :D :D .... und diejenige welche ist eigentlich fachärztin für allgemeinmedizin. ich suchte nur jemanden, der in diagnostik fit ist und mich dann an einen entsprechenden spezialisten verweist.
stattdessen landete ich in einer fantasiereise und wusste danach, wie elend mein leben doch ist. zum glück kann ich über so was dann lachen. verantwortungslos ist das dennoch, wenn ich weniger mit mir im einklang wäre, hätte mich das sehr belasten können :evil: :evil: :evil: !!!


Ich denke, du tust Dir keinen Gefallen damit, wenn Du diesen Blickwinkel einnimmst.
Vielleicht wäre ja auch die Vorstellung, dass nichts zufällig passiert, Du für alles die volle Verantwortung trägst (wenn ich keine Fanatasiereise machen möchte, dann kann mich niemand dazu zwingen), Du Dich unbewußt aus guten Gründen in diese Situation manövriert hast, mal überlegenswert.

Tania :)


hallo tania,
ich kann verstehen, was du meinst - aber vermutlich liegt es an meinem schreibstil :) nicht immer kann man das lächeln auf meinem gesicht im beitrag lesen ... :)

keinesfalls möchte ich hier den eindruck erwecken, dass ich von pscho-therapien (auch trauma-therapie) nichts halte. das gegenteil ist der fall. "mein" geplantes psychologiestudium musste ich erst einmal verschieben (aus gesundheiltichen gründen). durch meine therapien, die insgesamt über mehrere jahre gingen habe ich unersetzliche erfahrungen gemacht. ein kennenlernen von mir selbst (ganz wichtig) und das annehmen auch meiner schattenseiten wäre mir ohne die hilfe meines therapeuten nicht so gelungen.

diese fantasiereise hätte ich nicht machen müssen ... stimmt. sie kam im anschluss an ein 1,5 stündiges gespräch, während dem ich versuchte, sie von ihrer dogmatischen haltung weg zu bekommen. ich war entnervt, schloss meine augen - hörte mir ihr "gerede" an und war froh als ich gehen konnte.

GUT war dieser termin für mich allemal. weil ich danach wirklich sicher war, das ich ein glückliches, erfülltes leben führe und tatsächlich mit niemandem auf der welt tauschen möchte. ich bin froh, dass ich genau die bin, die ich bin :) :) :) .... und das ich mit meiner freundin (einer sehr spirituellen frau) wenige stunden später wunderbar abgelacht habe - über das gespräch ... davon tut mir heute noch mein zwerchfell weh. das exessive lachen tat meiner seele unendlich gut, da ich das zu diesem zeitpunkt wegen meiner schmerzen schon lange nicht mehr getan hatte (lachen schon, aber nicht derartig heftig und lang ;) )

es war gut für mich, da ich durch meine wut auf diese ärztin eine menge kraft aufbauen konnte, die mir durch wochenlangen dauerschmerz verloren ging. und es war gut dafür, dass ich merkte, dass ICH diejenige bin, die mir am besten helfen kann, da ich mich verstehe. 2 tage später setzte ich mich auf schmerzmittelentzug (meine eigene idee) und wenige tage später war mein dauerschmerz weg.
somit war hier die vorsprache gut - nicht in dem sinne, wie ich es angedacht hatte und bestimmt auch nicht die ärztin - aber das spielt keine rolle.
wie du vielleicht gemeint hast - man sucht sich seine wege - auch wenn man das in dem moment nicht weiss - alles ist für alles gut :) :) :)

und auch mein unfall war für vieles gut: ohne ihn hätte ich meinen mann nicht kennen gelernt und meine tochter gäbe es auch nicht.
von beginn an habe ich den unfall in die schublade "schicksal" geschoben und nicht oft gehadert.

und mit hilfe einer traumatherapie vor 15 jahren wäre mein weg vielleicht nicht so steinig geworden. deshalb möchte ich, um missverständnissen vorzubeugen, klar sagen, dass ich denke, dass eine traumatherapie sehr sehr sinnvoll ist - bei einem empathischen, fähigen therapeuten .... der in der lage ist zu erkennen, wo das problem hängt und nicht probleme herbeibeschwört, die es nicht gibt.

lieben gruß von susa .................. :)
"Eine Erfolgsformel kann ich den Menschen nicht geben, aber ich kann ihnen sagen, was zum Misserfolg führt: der Versuch jedem gerecht zu werden."

Herbert Bayard Swope

19

Freitag, 14. Oktober 2005, 17:53

Zitat

Original von Bea
Hi Susa

Es klingt doch einfach danach, dass diese Therapeutin nicht bereit war vorurteilslos abzuklären was bei dir vorhanden ist, sondern offenbar aufgrund irgendwelcher Informationen über dich bereits entschieden hatte, was dein Problem ist. Komischerweise hatte ich bei der Beschreibung deiner Homöopathin und deren Arbeitskreis denselben Eindruck.

Was ich mich deshalb frage: Hast du das schon so oft erlebt, dass jemand dich aufgrund äusserer Informationen in eine Schublade steckst, dass du es nachgerade bei jedem neuen Therapeuten wieder erwartest und der deshalb automatisch auf diese Erwartung reagiert, also quasi in die Falle stolpert? Oder ist das das eigentlich Trauma, nicht als das erkannt und genommen zu werden was du bist und gar nicht der Unfall oder sonst was?

Bitte versteh das nicht so, dass ich meine du stellst da absichtlich und böswillig den Therapeuten Fallen! Ich meine damit nur, dass deine unbewusste Wahrnehmung so sehr darauf ausgerichtet sein könnte, dass du immer wieder an solche Leute gerätst im Sinne einer Anziehung.

LG
Bea



hallo bea,

keine sorge - ich bekomme so schnell nichts in den falschen hals :)

vermutlich liegt es einfach an der art des "unfalles" dass die menschen geschockt sind. er war ja schon recht exotisch und man verbindet mit einem gewehrschuss in den kopf vermutlich immer etwas sehr düsteres, wie im krimi. für mich ist das nichts außergewöhnliches mehr - denn es besteht kein großer unterschied zu einem verkehrsunfall.

in meiner krankheitsgeschichte habe ich auch schon einige therapeuten kennen gelernt, die mich nicht in eine schublade steckten. es reichen ja wenige minuten um zu erkennen, dass ich da nicht reingehöre :) ... man muss in diesen minuten einfach die ohren auflassen :)

es stimmt, dass sich hier genau das verhalten meiner HP wiederholte. ich war und bin deshalb so verzickt, da ich mich hier in einer situation befand wo ich unter heftigen akuten schmerzen litt und hilfe suchte.

dass ich in eine falsche schublade gesteckt werde, passiert immer nur in verbindung mit dem unfall - vermutlich ist es die hilflosigkeit anderer mit so etwas "normal" umzugehen. und dann wird evtl. deren eigene persönlichkeit mit in das geschehen gepackt. die vorstellung, dass einem DAS passiert ist schlimmer, als wenn es einem passiert ist. ich hoffe du verstehst was ich meine.

und als therapeut sollte man die eigenen ängste außen vor lassen können. wichtig !!! sonst versucht man die eigene furcht vor etwas zu behandeln und nicht den patienten.

bei meiner arbeit auf dem jugend- und dann sozialamt habe ich viele kollegen erlebt, die ebenfalls nicht in der lage waren das eigene leben nicht in den job mit einzubringen. egal was man da erlebt - man sollte in der lage sein mit der bürotür auch den beruf abzulegen. darunter muss das einfühlungsvermögen nicht leiden. ich hoffe du weisst was ich meine - schwierige sache.

ich ziehe diese menschen zum glück nicht an und habe schon viele gute erfahrungen gemacht. aber immer wieder werde ich in dieser schublade landen - langsam bin ich es leid, weil es immer wieder menschen geben wird, die (mangels eigener erfahrung) nicht glauben können, dass man so ziemlich alles unbeschadet überleben kann. und das mir andere (weitaus weniger spektakuläre erlebnisse) viel mehr an die nieren gehen als dieses eine ereignis.

ganz lieben gruß von susa :)
"Eine Erfolgsformel kann ich den Menschen nicht geben, aber ich kann ihnen sagen, was zum Misserfolg führt: der Versuch jedem gerecht zu werden."

Herbert Bayard Swope

20

Freitag, 14. Oktober 2005, 18:33

das ist es !!!

liebe bea,

durch meine antwort auf dein post ist mir ein licht aufgegangen.

die HP und auch die ärztin sind nicht zwangsläufig unfähig !!!

ich denke nun, dass beide tatsächlich ihre unbewussten ängste auf mich übertragen haben.

evtl. haben sie noch nie etwas vergleichbares von einem patienten gehört, und die vorstellung das etwas bestimmtes passieren kann ist ja oftmals schlimmer als das erleben an sich (kennt man ja von allem möglichen aus eigener erfahrung - und sei es vom anstehenden zahnarztbesuch ;) ).

in dem moment haben beide evtl. ihr eigenes empfinden mit in die gespräche mit einfließen lassen und waren so nicht mehr in der lage objektiv zu urteilen.

ich denke, ich werde erneut das gespräch mit der ärztin suchen - ansonsten vermutet sie bestimmt, sie sei auf einen mir unangenehmen punkt gestoßen und mein unterbewußtsein würde sich weigern daran zu arbeiten (das kennt man ja aus der klassischen psychotherapie - wenns unbequem wird, will der patient kneifen ;) ). meinen trotzkopf sollte ich mal beiseite schieben und die angelegenheit mit ihr klären. und wenn es nur dafür gut ist, dass zumindest bei ihr niemand mehr die gleiche erfahrung machen muss wie ich.

danke euch allen hier - war für mich sehr konstruktiv. ich mag es nicht, wenn ich über jemanden negativ denke und ich mag es an mir nicht, wenn ich es nicht erneut versuche ein missverständnis aufzuklären.

LG susa ................... :)
"Eine Erfolgsformel kann ich den Menschen nicht geben, aber ich kann ihnen sagen, was zum Misserfolg führt: der Versuch jedem gerecht zu werden."

Herbert Bayard Swope