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Montag, 26. Dezember 2005, 09:47

Um die geweihten Nächte - Weihnachtszeit - Julzeit

Gedanken zum "Fest der Liebe" und die Weihnachtszeit

Die Tage um die Wintersonnenwende, die Zeit kurz danach, in der das christliche Weihnachtsfest seinen Platz gefunden hat und früher schon das heidnische Julfest, wird immer gerne als eine besinnliche, stille Zeit angesehen. Es ist um die Zeit, da die Tage bei uns am kürzesten sind, es lange dunkel ist in der Natur, die auf ihrem biologischen Tiefstand angekommen ist. Alle Lebensrhythmen, die der Wärme und des Sonnenscheins bedürfen, sind weitgehend zur Ruhe gekommen. Viele Tiere halten Winterruhe oder gar Winterschlaf. Auf dem Acker gibt es nichts zu tun. Man verzehrt die Vorräte, sitzt am Herd, wärmt sich auch inwendig ein wenig und gegenseitig. Liebevolle und verwandtschaftliche Beziehungen sind wichtig. Aber auch die Gastfreundschaft wird besonders ernst genommen. Man ist empfänglicher für die Nöte anderer, hilft schon mal eher und nachhaltiger, auch echte, materielle Not zu lindern.

Manche Menschen sind in dieser Zeit regelrecht niedergeschlagen. Die Meisten aber neigen tatsächlich zu Ruhe, Einkehr, Besinnlichkeit. Es entspricht der Jahreszeit, den natürlichen Verhältnissen, dass auch unser Gemüt in einem langsameren Rhythmus und in einer tieferen Oktav schwingt. Damit wird uns auch das scheinbar Schwerere bewußter, das Dunkle in uns und um uns. Früher, zu vorchristlichen Zeiten, war es der Jahreszyklus der dunkleren Gottheiten, die das Vergehen und das Jenseitige repräsentierten, die ebenfalls wichtige, aber von den Menschen manchmal auch gefürchtete Kräfte symbolisierten. Die Vorfahren waren sich aber genauso, wie die Christen, die das Fest der Christgeburt in diese Zeit legten, bewußt, dass diese Zeit des Schlafes und der verborgenen Sammlung eine notwendige Vorbereitung auf machtvolles Wiedererwachen, Erblühen und Hervorwachsen ist. Und um sich an diese Tatsache zu gemahnen, schmückten sie ihre lange Nacht auch über das Notwendige hinaus mit Lichtern und hielten miteinander sogar ein Lichterfest ab.

Wir dürfen uns dieses Lichterfest wie die alte, stille christliche Weihnacht ("stille Nacht, heilige Nacht...") ruhiger, feierlicher als heute und dennoch von Herzen fröhlich, freundlich, hoffnungsweckend vorstellen! Ein Fest der Gemeinschaft, der Gemeinde wie der Familie, ein "Zwischenhoch" der Freude und Hoffnung inmitten der stillen, manchmal frostigen Natur. Diese Festzeit hatte wohl wenig zu tun mit den riesigen Leuchtreklameinstallationen in unseren Innenstädten während der gesamten Adventszeit und dem lauten Gedröhn der Werbeindustrie, die den Absatz anzukurbeln versucht. Es hat den Anschein, als wollte unsere heutige Gesellschaft, die Moderne, die jahreszeitlich veränderten Biorhythmen nicht mehr akzeptieren. Man hat aufgekratzt, leistungs- und konsumorientiert zu sein und darf keinen trüben Gedanken nachhängen, denn dann wird man schon als bedrückt oder gar depressiv wahrgenommen. Besinnlichkeit? Wie abgeschmackt! Weihnacht ist eine Party und Depressionen gibt es allenfalls in der Geschäftswelt, wenn der Umsatz des Vorjahres nicht erreicht wurde.

Die gigantische Licht- und Werbeorgie wirkt, als wollte der eigendlich ganz anders tickende Mensch, der auch ein wenig Ruhe und Besinnung gebrauchen könnte, mit Macht wie bei einer Flucht nach vorn aus der scheinbar ungemütlichen Dunkelheit der Seele und der ihn umgebenden Natur herausbrechen, mit einem künstlichen, kommerziellen Antidepressivum: Konsum, aufgesetzte Fröhlichkeit, Blendungen aller Art. Aber all das ist nicht nötig: Auch ohne unser Zutun - besser sogar, als mit ihm - wird das Licht nach einem weiteren Mond wieder fühlbar länger am Himmel leuchten, werden unsere Gedanken wieder heller, werden wir Pläne schmieden und gestärkt aus der Ruhe und der Besinnung auf das Wesentliche in einen neuen, weiteren Wachstumszyklus treten, bis auch dieser sich wieder verlangsamt, ausruht und auf Neues sinnt - in aller Ruhe mit all der dafür nötigen Zeit, um Altes abzuschließen und sich frei und bereit zu machen für das Neue. Doch ist diese Zwischenzeit keine unnötige, überflüssige Zeit. Auch sie ist voll Leben, innerlicher zwar, aber genauso wichtig, denn es ist die Zeit, die sich vorallem im Herzen regt, wenn die Glieder ruhen. Auch Gefühle wie Traurigkeit möchten manchmal in unser Herz kommen und in Liebe aufgenommen sein, denn sie haben die Macht, unser Herz zu öffnen und es größer werden zu lassen für all das Unfassbare, das in und außerhalb von uns ist: Am Ende zählt nur die Liebe.

LG, Michael
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Sonntag, 5. März 2006, 11:56

Die Tage werden länger, der Frühling naht

Gedanken zum Wiedererscheinen des Lichtes

Seit der Wintersonnenwende werden die Tage wieder länger, die Nächte kürzer. Um Weihnachten herum war das noch nicht zu spüren. Der Tief- und Umschlagpunkt ist nun überschritten. Ein Mond später bereits ist es unübersehbar. Der Morgen dämmert früher, der Abend später. Zwei Monde später wacht man bereits durch das Licht früher auf.

Aber noch sind die Glieder eher träge. Draußen ist es noch kühl und die Niederschläge des nahenden Frühjahrs fallen als Schnee. Da kommt man erst beim Schneeschaufeln richtig in Gang. Wenn man dabei oder während eines Spazierganges mit wachem Blick seine Umgebung beobachtet, fällt einem das Blühen der Schneeglöckchen und der Haselnußsträucher auf, die ihre Kätzchen ausgebildet haben.

So ist es unübersehbar, die Vorboten des Frühlings haben uns trotz Schnee erreicht und es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die Krokusse blühen. Schon jetzt gelingt es der immer wieder durchscheinenden Sonne, den Schnee anzutauen oder gar zum Schmelzen zu bringen. Die Feuchtigkeit und die allmählich ansteigenden Tagestemperaturen bereiten trotz der Fröste der Nacht den Boden für das Erwachen der Vegetation vor.

Und wie sieht es in unserem Inneren aus, mit unserem Erwachen? Natürlich sind wir in einer industrialisierten Zivilisation nicht mehr gewöhnt, unsere Tagesbeschäftigung den Jahreszeiten und der Witterung anzupassen. Wir sitzen in geheizten und beleuchteten Büros vor Bildschirmen oder mit anderen Menschen, Kollegen, Klienten, zusammen und machen jahrein, jahraus das Gleiche.

Und dennoch könnte es möglich sein, dass das Außen auch nach innen wirkt. So haben wir gerade die Zeit der Karnevalsveranstaltungen und Feiern hinter uns gebracht, uns öfter mit Menschen getroffen, sind in andere Rollen geschlüpft und haben uns noch mal Kraft und Motivation für die Vorbereitung auf die Entfaltung des ganzen Lebens innen und außen geholt, die mit dem blühenden Frühjahr um die Osterzeit zu sehen ist.

Eine Zeit der Vorbereitung ist immer mit Aktivitäten verbunden, die im Vergleich zur Manifestation des Geplanten gleichsam im Verborgenen durchgeführt werden. Das wird übrigens in den jeweiligen Kulturen auch durch religiöse Riten aufgenommen und somit nachvollzogen. Im christlichen Kulturkreis Mitteleuropas sind daher vor Weihnachten und vor Ostern Rüst- und Fastentage eingeführt worden.

Diese Fastenzeiten haben natürlich auch ihre Ursachen in den Zyklen der Natur. Wenn weniger wächst und das dem Mensch früher zur Verfügung stehende Wild schwerer zu erjagen ist, ist der Mensch darauf angewiesen, seine Vorräte zu verzehren und mit seinen Energien sparsam umzugehen. Das Körperprogramm ist darauf eingerichtet und kommt in einem gesunden Individuum bestens damit klar, über Tage oder auch mal Wochen nichts oder kaum zu essen.

Wir Zivilisationsmenschen haben aber eine solche Anpassung an die äußere Natur nicht mehr nötig, zumindest so lange wir von (oft menschengemachten oder -verschlimmerten) Katastrophen verschont bleiben. Wir können unsere dauerhaltbaren Industrienahrungsmittel fast beliebig lange aufheben und künstlich Nähr- und Vitalstoffe zusetzen oder aber vitaminreiche exotische Kost in unsere reichen Länder einfliegen.

Dennoch könnte es Sinn machen, unseren biologischen Körper weiter den Biorhythmen der Natur um uns herum gemäß zu pflegen und zu ernähren, die ganze Fülle der Natur ohne giftige oder wertlose Zusätze in unserer Nahrung zu genießen und dabei auch jahreszeitliche Veränderung unseres Speiseplanes hinzunehmen. Unsere "Biomaschinen" haben sich in Millionen Jahren an die natürlichen Verhältnisse angepaßt und unser Körper hat sich in den letzten hunderttausend Jahren nicht wesentlich verändert. Darum wird er auch durch die industrialisierte, tote Nahrung krank.

Und so könnten wir die Vorbereitungszeit der Natur bis zu ihrem vollen Erblühen nutzen, in uns zu gehen und nachzudenken: Was ist wichtig, was ist notwendig, was ist gesund? Gibt es Überflüssiges, Belastendes? Gibt es Mangel an Aufmerksamkeit, an wichtigen Dingen? Was sollten wir in uns zum Blühen bringen? Welche Fähigkeiten verkümmern in uns? Eine Besinnung auf Wesentliches, Essentielles, um dann mit einem Kraftschub nach vorne zu gehen, kann jetzt angezeigt sein.

Auf diese Weise nutzen manche Menschen das Fasten für einen geistigen, aber auch seelischen und körperlichen Neubeginn. Manche beginnen, ihre Ernährung umzustellen. Die Außenarbeiten im Garten fangen wieder an. Viele verlagern ihr Sport- und Bewegungsprogramm langsam wieder nach außen oder trainieren schon mal auf ihrem Trimrad oder Trampolin vor. Und die Spaziergänge werden wieder länger. Für viele bedeuten diese Entscheidungen aber auch eine disziplinierte, willentliche Anstrengung. Vorbereitung ist auch Bemühen.

LG, Michael
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Dienstag, 14. März 2006, 21:51

Vollmond, Frühlingsmond

Das trocken-kalte und windige Wetter des stabilen skandinavischen Hochdruckgebietes mit seinem frischen Nordost hat das Land zwar noch im Griff und beschert uns heute eine weitere knackige Frostnacht, aber der Frühjahrsmond zeigt sich heute schon in voller Pracht und man spürt bereits an den klaren Tagen die Kraft der Sonne, die nun auch auf der Nordhalbkugel erheblich länger scheint. Das Thema ist das Licht, denn sowohl unser größtes "Nachtgestirn", der Mond, als auch das Tagesgestirn, die Sonne, kommen gerade "groß heraus". Und so sieht es dann auch innerlich aus, z.B. auch bei Menschen, die sich durch welche Art von Fasten auch immer auf das Frühjahr und Ostern vorbereiten, die den Frühjahrsputz, das Entschlacken ihres Körpers und ihrer Behausungen vorantreiben. Die Stimmung steigt, die Vitalität nimmt zu, der nächste Wachstumschub kann kommen.

LG, Michael
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Sonntag, 19. März 2006, 20:52

Krokuszeit

Der Frost hat sich diesen Sonntag an der Küste verabschiedet und die Krokusse und Osterglocken lassen ihre grünen Hälmchen aus der Erde sprießen. Bald wird der Garten die ersten bunten Blumen neben den schon in der zweiten Woche blühenden Schneeglöckchen zeigen! In den Blumenzwiebeln ist die Vorbereitung offenbar schon am weitesten Gediehen und auch wir pellen uns allmählich aus unserer Winterzwiebel und werden wärmer und lebendiger. Die Lust auf Ausflüge nimmt zu und Reisepläne werden geschmiedet. Der Garten und auch das Feld benötigen die ersten Handgriffe. Die alten Zweige und Äste werden schon für die Osterfeuer geschichtet und wenn der Frost nachläßt, kann Kompost untergegraben und der Boden gelockert werden. Bald wird auch der Rasen wieder grüner werden und wachsen.

LG, Michael
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Dienstag, 21. März 2006, 23:57

Frühlingsbeginn

Nun ist es so weit. Die Tag-und-Nacht-Gleiche am 20./21.3.2006 ist der Frühlingsbeginn. Merkt Ihr schon, wie es wärmer wird? Der Nachtfrost wird auch bald verschwinden und dann gibt es für die Natur kein Halten mehr.

LG, Michael
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Mittwoch, 22. März 2006, 10:22

Wetter in Österreich

Hier der aktuelle Wetterbericht von Österreich - mit 6-Tagesprognose.

Reinhard

(Leicht ironisch gemeint)

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Mittwoch, 22. März 2006, 12:58

:D

bei uns hat es heute in der früh´ auch wieder leicht geschneit ...

:pfiff aber keck recken die schneeglöckchen, geküsst von der nebelumwobenen morgensonne, tapfer ihre häupter dem himmel entgegen.

:D
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Mittwoch, 22. März 2006, 22:41

Wir haben seit fünf Tagen schönes Wetter und jeden Tag etwas wärmer. Heute konnte man sich an geschützen Orten schon im Pullover draussen aufhalten! :)

Zwar liegt immer noch etwas Schnee, aber er taut und taut und taut!

Ich hab die ersten Krokusse im Garten und mein Schnittlauch ist schon 2 - 3 cm hoch. :)

Bea
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Dienstag, 4. April 2006, 00:09

Wasser und Wärme für das Wachstum

Es wird wärmer, in den Mittelgebirgen und den Alpen schmilzt der Schnee, es rauschen die Bäche zu Tal, die Flüßchen schwellen an und die Flüsse überschwemmen die Auen, wenn sie noch dürfen, oder die Städte, wenn sie daran gehindert werden. Es regnet und regnet. Die wachsende Vegetation verlangt nach Licht, Wasser und warmer, weicher Erde. Auch unser Gemüt und unser Körper benötigen diese Elemente, während wir uns erneuern und in ein tatkräftiges Frühjahr voranschreiten.

LG, Michael
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Sonntag, 16. April 2006, 02:01

Ostern - ein Frühlingsfest

Die Tag- und Nachtgleiche liegt hinter uns. Meteorologisch schon auf den 1.März festgelegt, hat kalendarisch der Frühling am Primaräquinoktium begonnen. Die Erde hat sich erwärmt, ist feuchter geworden. Die Bodenlebewesen regen sich, die Natur und ihre Elementarwesen kommen in Stimmung. Es kann losgehen mit der Aussaat und je nach Meereshöhe der Gebiete und frostfreien Nächten kommt das Vieh auf die Weide, das zum Teil schon Nachwuchs geboren hat. Es ist Zeit für ein Frühlingsfest zur Feier des Lichtes, der Vegetation, des Wachstums und der Fruchtbarkeit. Dies war auch in vorchristlicher Zeit in keltischer und germanischer Tradition so und "Neuheiden" erinnern an diese Kulte mit ihrem Fest zu Ehren einer Göttin der Morgenröte und des Frühjahres, "Eostrae" (nur vom Mönch Beda Venerabilis bezeugt) oder "Ostera", die aber möglicherweise in antiken Zeiten gar keinen eigenen Kult hatte. Auch die etymologische Herleitung des Wortes "Eastern" von Eostera bzw."Ostern" von Ostara (nach Jacob Grimm) ist durchaus umstritten.

In christlicher Zeit wurde diesen Fruchtbarkeits- und Frühlingsfesten das christliche Osterfest zum Gedenken an die Auferstehung Jesu hinzugesellt. Außer im Deutschen ("Ostern") und Englischen ("Easter") beziehen sich die Namen in anderen Sprachen auf das jüdische Passah- oder Pessach-Fest, an dem auch Jesus vor seinem Tod teilgenommen habe, als er mit seinen Jüngern das Abendmahl gehalten habe. Im slawischen Sprachraum der orthodoxen Christenheit wird sich direkt auf die Osternacht oder die Auferstehung bezogen. Besonders für die katholische und von diesen die orthodoxe Kirche ist das Osterfest das höchste christliche Fest des Kirchenjahres. Das Datum dieses Festes wird übrigens nach dem Mondkalender festgelegt und variiert, da es der Sonntag nach dem ersten Frühlingsmond ist. Die parallele Führung des Sonnen- und des Mondjahreskalenders machte wegen bestimmter astronomischer Ungenauigkeiten eine Fülle von Korrekturen nötig. Es gibt inzwischen eine komplizierte Gauß'sche Formel zur Osterzeitberechnung und ein paar kirchliche Sonderregeln. Ursprünglich bezog man sich auch in der christlichen Kirche auch für die Zeitbestimmung direkt auf das jüdische Pessachfest, das im Neuen Testament erwähnt ist und von Jesus und seinen Jüngern in jüdischer Tradition am 14. Tage des jüdischen Frühlingsmonats Nisan begangen worden sein soll.

Aber wichtiger als die bloße Feststellung des exakten Zeitpunktes ist natürlich der jeweilige Inhalt des Festes mit seinen vielfältigen Bezügen, die wiederum auch darauf hinweisen, dass die Innenwelt, die Umwelt und die Geisteswelt in möglichst harmonischen Beziehungen zueinander stehen wollen. Ob immer alles gleich stark in den Blick fällt, kann bezweifelt werden. Innere Glaubensvorstellungen und jetzt auch eine zunehmend von äußeren Vegetationszyklen unabhängige Lebensweise haben die äußere Natur und die inneren natürlich-biologischen Zyklen zurücktreten lassen. Für religiöse Menschen christlicher Prägung geht es nun um den "österlichen Glauben" und den "österlichen Menschen", um einen inneren und rituellen Nachvollzug der Leidens- und Auferstehungsgeschichte Jesu und einer innerlichen Einstellung auf die Verwandlung hin. Denn bei den Christen ist Ostern als Auferstehungsfest untrennbar mit dem "Leidensfanal" am Karfreitag verknüpft, dem Martertod Jesu am Kreuz, dem man zwei Tage vorher gedenkt.

Viele verschiedene Symbole und Osterbräuche weisen auf vielfältige Bezüge hin, denen die Menschen über Jahrhunderte Ausdruck verliehen, sei es bestimmte Ostergebäcke, die Symbolik von Hasen und Eiern sowie die Osterfeuer. Viele Menschen der säkularen Gesellschaften wissen nichts mehr über die Zusammenhänge und tieferen Bedeutungen. Im Allgemeinen handelt es sich um alte, vorchristliche, volkstümlich gewordene Fruchtbarkeits- und Wiedergeburtssymbole und weisen auf den Erneuerungszyklus der Natur hin, die sich nach scheinarem Stillstand und "Tod" im Winter auf neues Wachstum vorbereitet und den Bauern das Signal zur Bestellung der Äcker und Aussaat gibt. Die großen Frühjahrsfeuer vertreiben ein weiteres mal die Geister der Dunkelheit oder verkünden stellvertretend einfach die nahende Zeit des Lichtes, das von der Sonne kommend nun die Tage länger erhellt und die Erde, Tiere und Menschen erwärmt und damit am Leben erhält. Wenn es den einen oder anderen interessiert, in diesen Dingen herumzustöbern, so kann er auch in anderen Internetseiten fündig werden, z.B. bei "Wikipedia" oder bei der christlichen Fraktion mit ihrem "ökomenischen Heiligenlexikon".

LG, und ein schönes Osterfest, Michael
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Sonntag, 16. April 2006, 13:17

Bilderbuch-Ostern und endlich Frühling im Norden

Gestern war es so schön trocken, dass es möglich war, bei vergleichsweise milden Temperaturen alle Holzabfälle des Gartens, die nicht andersweitig verwendbar waren, in einem schönen, langen Osterfeuer zu verbrennen. Kaum Wind und gegen drei Uhr nachts einsetzender Nieselregen hielt jede Gefahr einer Brandausbreitung fern und der Haufen glühte von innen zuende bis heute Morgen. Nachdem der Nieselregen, der die Landschaft mild besprengte, bis Mittag anhielt, war die Kraft der Sonne schon durch die Verdunstungsschwaden auf den Dächern zu erahnen und nun bricht der Sonnenschein durch und gibt mit dem Dunst ein glitzernd freundliches Licht. So allmählich kriechen vermutlich auch die letzten Langschläfer und Feuerwächter aus ihren Schlafsäcken oder Betten und vom "Brunch" könnte man nun einen kleinen Ausflug in die frühlingshafte Natur machen. Überall jubilieren schon die Vögel und auch die Eichhörnchen sind sehr geschäftig.

Herzliche Ostergrüße - die auch die traditionellen Friedensgrüße sind - an alle,

Michael
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Freitag, 22. Dezember 2006, 09:37

RE: Um die geweihten Nächte - Weihnachtszeit - Julzeit: Der Jahreskreis schließt sich

Zitat

Original von Michael
Gedanken zum "Fest der Liebe" und die Weihnachtszeit

Die Tage um die Wintersonnenwende, die Zeit kurz danach, in der das christliche Weihnachtsfest seinen Platz gefunden hat und früher schon das heidnische Julfest, wird immer gerne als eine besinnliche, stille Zeit angesehen. Es ist um die Zeit, da die Tage bei uns am kürzesten sind, es lange dunkel ist in der Natur, die auf ihrem biologischen Tiefstand angekommen ist. Alle Lebensrhythmen, die der Wärme und des Sonnenscheins bedürfen, sind weitgehend zur Ruhe gekommen.


Das Kalenderjahr ist beinahe herum, der Kreis hat sich geschlossen und nach der Wintersonnenwende hat jetzt auch offiziell der Winter angefangen, wobei die Tage ab heute jetzt ganz allmählich wieder länger werden. Zumindest das ist noch normal. Aber ansonsten scheint es in diesem Herbst und Winter etwas anders zu sein, als in vielen Jahren davor. Ob es nur ein Ausnahmewinter ist, oder die Bestätigung eines von einigen Klimaforschern immer öfter vorausgesagten Trends aufgrund der globalen Luftverschmutzung und Erderwärmung? Man wird es sehen. Auf jeden Fall sind in diesem Spätherbst zum Winter hin keineswegs alle Lebensprozesse stark verlangsamt worden oder gar zum Stillstand gekommen. Einige Blumenzwiebeln, im Herbst für das Frühjahr gesetzt, lassen ihr Grün jetzt schon sprießen! Bloß eine Laune der Natur oder die Quittung für unsere Eingriffe in die Umwelt?

Das treibt auch in den Winterskiorten durchaus perverse Blüten. Um den Skizirkus als Touristenmagnet aufrecht zu erhalten und Wintersportwettkämpfe trotz viel zu warmen Wetters dennoch stattfinden zu lassen, da damit auch umfangreiche Werbeverträge für die Vereine, Gemeinden und Medien verbunden sind, werden Hunderttausende für künstliches Weiß investiert: Eisanlagen, die in Norddeutschland normalerweise für die Fischindustrie produzieren und die wegen leergefischter Ozeane und (viel zu wenig) gesenkter Fangquoten vielleicht nach neuen Absatzmöglichkeiten suchen, produzieren Schneeeis für die Skihänge und lassen die kalte Fracht über 1000 km mit LKW-Transporten in die Alpen bringen, wo mit hunderten von energiefressenden Schneekanonen ein Liftbetrieb künstlich aufrecht erhalten wird. Wo das nicht ausreicht, weicht der Skizirkus mit Helikopterunterstützung auf die letzten abschmelzenden Gletscher oberhalb von 2000 m Höhe aus.

Ich könnte mir vorstellen, ob es nun eine Laune der Natur ist oder sichtbare Auswirkung der Umweltverschmutzung, dass man das Gebirge auch im Herbstgewand ohne Schneemassen genießen kann. Als ich die Möglichkeit hatte, das ganze Jahr ohne große Anstrengung in die Alpen zu kommen, um Wandertouren zu unternehmen, genoss ich die Berge bei jedem Wetter und in jeder Jahreszeit! In der Natur ist dort droben auch ohne verschneite Hänge Stille und Besinnlichkeit, besonders, wenn man abseits der Lifte wandert und tatsächlich noch dieser durchaus auch in den Alpen stark bedrohten Natur begegnen will und es nicht ausschließlich darum geht, im "Fun-Rausch" herumzuwirbeln und dann in typisch deutscher Erbsenzähler-Manier trotz zunehmender Müdigkeit und Pistenstress die Liftkarte bis zum letzten Euro auszunutzen, um sich dann erst beim "Après Ski" mit Glühpunsch bis zur Volltrunkenheit zu "entspannen".

Auch wenn die Natur als Reaktion auf unsere Versäumnisse und Umweltfrevel nun "spinnt", ist es aller Wahrscheinlichkeit besser, sie machen zu lassen und keine weitere den Treibhauseffekt durch CO²-Ausstoss noch vermehrende Energie aufzuwenden, um einen "künstlichen Winter" in den Wintersportorten herbei zu führen. Und das wärmere Wetter wird die Leute schließlich auch davon abhalten, zu viel zu heizen; der fehlende Schnee läßt die Alpen für die Skifahrer etwas weniger attraktiv sein und vielleicht tut es dann auch Wandern im Harz oder am Nordseestrand. Und die Ruhe hat man da jeden Abend und Morgen: Wenn man sie sucht. Aber vielleicht suchen die Menschen gar keine Ruhe oder halten sie nicht aus, wenn sie am vermeintlichen Ziel ihrer Sehnsucht anfgekommen sind?

LG, Michael
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Freitag, 22. Dezember 2006, 13:54

lieber michael,

wir üben uns offensichtlich im perfektionieren von "dekadenz".

in dubai wurde im letzten jahr (so glaube ich) ein skiparadies gebaut.

schade, dass man mit geld die natur nicht bestechen kann ... aber das kann man leider den menschen NICHT einbläuen. den schaden tragen die nächsten generationen.

LG*susa
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Donnerstag, 28. Dezember 2006, 16:08

"Zwischen den Jahren"

Mit dem Wetter und den Jahreszeiten an sich hat der Begriff "zwischen den Jahren" eigentlich nichts zu tun und einen echten Zeitraum zwischen den Jahren gibt es ja nicht, nur sozusagen einen Umschlagspunkt vom 31.12., 24.00 h auf 1.1., 0.00 h. Das war aber nicht immer so. So wie zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Kalender mit mehr oder weniger genauer Erfassung des Sonnenjahres existierten, die aus religiös-traditionalistischen Gründen zeitweise in verschiedenen Gegenden parallel existierten, so gab es auch unterschiedliche Zeitpunkte für das Ende des alten und den Beginn des neuen Jahres, z.B. im Mittelalter mit extremer Varianz im Januar, aber auch Weihnachten, Ostern, Mariä Verkündigung etc.

Insofern existierten in einer historischen Zeit bis zumeist in das 17./18. Jahrhundert tatsächlich eine nicht unerhebliche Zeit lang unterschiedliche Zeitrechnungen und damit unterschiedliche Termine für das Neujahrsfest, nämlich in einem Zeitraum vom 25.12. (1. Weihnachtstag) bis zum 6.1. (Dreikönigstag): dies war der Zeitraum "Zwischen den Jahren", in der nach einer anderen Tradition, die damit aber verwandt ist, auch die "Rauhnächte" liegen. Der Papst Silvester I., der am 31.12.335 gestorben sein soll, wurde Namenspatron des letzten Tages im Jahr, als es in der katholischen Kirche zur verbindlichen Festlegung des Neujahrestages nach dem Gregorianischen Kalender (Kalenderreform, nach Papst Gregor XIII. benannt, der 1582 den Julianischen Kalender nach Julius Caesar ablöste) kam. In der orthodoxen Kirche wird dem Papst Silvester hingegen am 2.1. gedacht. Vorher galt der 24.12. inzwischen in der westlichen Christenheit allgemein als letzter Jahrestag.

Die päpstlich verordnete "gregorianische" Kalenderreform von 1582 wurde natürlich von den Protestanten zunächst nicht übernommen, die daher dem Julianischen Kalender treu blieben, der im 13. Jahrhundert schon einen "Überhang" von 7 Tagen aufwies. So kam es, dass insbesondere in den Gebieten mit gemischt-konfessioneller Bevölkerung ein Zeitraum "zwischen den Jahren" gleichzeitig in einem geographischen Raum existierte. Im "Heiligen Römischen Reich" und einigen protestantischen Staaten war das bis 1700 der Fall. Übrigens gab es auch vor der "gregorianischen" Reform wissenschaftliche Reformvorschläge von bekannten Astronomen und an der gregorianischen arbeitete ebenfalls ein Mathematiker.

Doch erst im Laufe 18. Jahrhundert übernahmen nach Ablage gewisser Animositäten auch die anderen protestantischen Staaten den "neuen Stil" des gregorianischen Kalenders. Als letzter Staat führte übrigens die Türkei beim Übergang vom Osmanischen Sultanat zur Attatürk-Republik die gregorianische Kalenderreform 1926 ein, die den islamischen Kalender ablöste! In der Ostkirche, die in unabhängigen Landeskirchen organisiert ist, ergab sich ebenfalls ein unterschiedliches Bild. Die russisch orthodoxe Kirche blieb mit den meisten slawischen Landeskirchen und einigen Kirchen im nahen Osten und in Ätiopien dem Julianischen Kalender treu und damit auch das russische Zarenreich, während die bulgarische Kirche und die griechisch orthodoxe Kirche den Kalender reformierten ("Neukalendarier"). Damit fällt unser Weihnachten (25.12.) bei den Altkalendariern auf den 7.1. nach gregorianischer Zeitrechnung.

Der Julianische Kalender, auch damals schon eine revolutionäre Reform, den Julius Caeser von einem ägyptischen Astronom ausarbeiten ließ, löste den von den Griechen übernommenen, nur schlecht an das Sonnenjahr anzupassenden Mondkalender ab. Aber auch er hatte seine Tücken und die dazu noch von den später für die maßgebliche Festlegung des Kirchenjahres verantwortlichen Päpsten falsch angewendete Schaltjahresregel (nämlich alle drei Jahre statt alle vier Jahre) führte über die Jahrhunderte zu Verwerfungen, die eine erneute Reform notwendig erscheinen ließ. Die Umstellungszeiträume waren sowohl bei der Einführung des Julianischen Kalenders (es gab einmalig 3 zusätzliche Monate auf 445 Tage im Jahr 46 v. Chr.) wie des gregorianischen Kalenders (10 Tage fielen einfach weg), "chaotisch". Ziel der Anstrenungen war eigentlich, die jeweiligen Sonnenstände, Winter- und Sommersonnenwende und Tag- und Nachtgleiche an einem auch über Jahrhunderte immer gleichen Tag vorfinden zu können, sozusagen als "Eichstriche des Sonnenjahres".

Obwohl der Julianische Kalender den Januar (Janua = Pforte, hier zur Wintersonnenwende, die näher am heutigen Weihnachten lag) als Monat des Jahresanfanges vorsah, war zur römischen Imperatorenzeit der Jahrebeginn in den einzelnen Gebieten des römischen Imperiums höchst unterschiedlich festgelegt worden: In Ägypten am 29. August, in Konstantinopel und im Oströmischen Reich sowie später in Russland und in der Ostkirche: am 1. September, im christlichen Mittelmeerraum am 25. Dezember. Erst ab dem 13. Jahrhunderte bürgerte sich dort allmählich der 1. Januar als Tag des Jahresbeginns ein. Auch die Monatsbezeichnungen wechselten zur römischen Kaiserzeit häufiger, um damit einzelne Imperatoren zu ehren. Die meisten Bezeichnungen hielten sich nicht. Im althochdeutschen Sprachraum richteten sich die alten Monatsnamen, die Karl der Große eingeführt haben soll, u. a. nach landwirtschaftlichen Tätigkeiten entsprechend den natürlichen Jahreszyklen. Diese Bezeichnungen hielten sich zum Teil bis in die Neuzeit.

LG, Michael
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Samstag, 6. Januar 2007, 23:20

"Heilige drei Könige"

Mit dem heutigen Tag, der den "Heiligen drei Königen" am 6. Januar (und damit in katholischen Gegenden oft den traditionellen Sternsingern) gewidmet ist, endet die Zeit "zwischen den Jahren" und die "Weihnachtszeit" des Kirchenjahres. Die letzten Weihnachtsbäume werden von ihrem Schmuck befreit und aus dem Haus getragen. Unser ist morgen dran. Nun haben auch die geduldigsten Kinder ihre Bescherung erhalten und - leider für manche - ab übermorgen, Montag, enden die Weihnachtsferien und beginnt der Schulalltag wieder.
Zum letzten Mal::weih in diesem Jahr und Tschüss, Michael
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Sonntag, 8. April 2007, 08:40

RE: Ostern - ein Frühlingsfest

Liebe Osterhäsinnen und -hasen,

wie wollt Ihr Ostern begehen? Einen Blick in den Wetterbericht und einen Ausflug planen oder doch lieber einen Blick ins Fernsehprogramm? Ein Blick ins Buch oder auf die angegebenen Internetseiten, falls der Pastor seine Konfirmanden oder der Pfarrer die Firmlinge nach dem Ostergeheimnis fragt?

Zitat

Original von Michael
Aber wichtiger als das ist natürlich der jeweilige Inhalt des Festes mit seinen vielfältigen Bezügen, die wiederum auch darauf hinweisen, dass die Innenwelt, die Umwelt und die Geisteswelt in möglichst harmonischen Beziehungen zueinander stehen wollen. Ob immer alles gleich stark in den Blick fällt, kann bezweifelt werden. Innere Glaubensvorstellungen und jetzt auch eine zunehmend von äußeren Vegetationszyklen unabhängige Lebensweise haben die äußere Natur und die inneren natürlich-biologischen Zyklen zurücktreten lassen. Für religiöse Menschen christlicher Prägung geht es nun um den "österlichen Glauben" und den "österlichen Menschen", um einen inneren und rituellen Nachvollzug der Leidens- und Auferstehungsgeschichte Jesu und einer innerlichen Einstellung auf die Verwandlung hin.

Viele verschiedene Symbole und Osterbräuche weisen auf vielfältige Bezüge hin, denen die Menschen über Jahrhunderte Ausdruck verliehen, sei es bestimmte Ostergebäcke, die Symbolik von Hasen und Eiern sowie die Osterfeuer. Viele Menschen der säkularen Gesellschaften wissen nichts mehr über die Zusammenhänge und tieferen Bedeutungen. Doch wenn es den einen oder anderen interessiert, in diesen Dingen herumzustöbern, so kann er auch in anderen Internetseiten fündig werden, z.B. bei "Wikipedia" oder bei der christlichen Fraktion mit ihrem "ökomenischen Heiligenlexikon".

LG, und ein schönes Osterfest, Michael


Wie auch immer Ihr die freien Tage, die dank der beiden Osterfeiertage zur Verfügung stehen, nutzt: Vielleicht kommt trotz Klimawandel und Zeitgeistwandel noch so ein Gefühl in dem einen oder der anderen auf, dass lebendige Wesen - und die Erde mit ihrer Natur ist so nein Wesen - ein großes Potential haben, aufzublühen, sich zu verwandeln, neues Leben hervorzubringen und auch andere reiche Frucht...

LG und schöne Ostertage,

Michael
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Freitag, 22. Juni 2007, 19:51

Die Mittsommernacht und die Feste zum Sommeranfang

Um die kürzeste Nacht des Jahres auf der Nordhalbkugel unseres Planeten am 21.6., der Mittsommernacht, finden seit alter Zeit die Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende statt, je nach dem am 20., 21. oder 22.6. eines Jahres. Die Sonne hat dann in unseren Breiten den höchsten Mittagsstand. Bis zum 21.6. wurden die Tage immer länger. Im hohen Norden am so genannten Polarkreis geht die Sonne in der Mittsommernacht nicht unter: Die weiße Nacht. Kalendarisch beginnt ab diesem Datum der Sommer der Nordhalbkugel. Von heute an werden die Tage zwar bis zur Wintersonnenwende wieder kürzer und die Nächte länger, zusammen mit der aber schon seit dem Frühjahr erfolgenden Aufwärmung unserer Breiten können wir jetzt in den nächsten drei Monaten die warme und lichte Sommerzeit genießen. Auf der Südhalbkugel sind die zeitlichen Vorgänge natürlich umgekehrt.

Die Menschen haben wohl schon seit der späten Steinzeit umfangreiches astronomisches Wissen gesammelt und weitergegeben, sodass die ersten Hochkulturen schon sehr genaue Kalender und eine Abfolge von Riten und Festen gekannt haben. Einige dieser Fest und Riten sind in mehr oder weniger veränderter Form bis in unsere Tage erhalten geblieben, auch wenn es den jeweiligen Religionen entsprechend neue Formen und Ausdeutungen gegeben hat, wie z.B. um den christlich inspirierten Johannistag am 24.6. herum. Die Festlichkeiten haben früher noch mehr als heute das Jahr unterteilt und dem Menschen Orientierungspunkte gegeben, um ihr inneres und äußeres, ihr persönliches und soziales Leben den Rhythmen der Natur anzupassen. So ist es ihnen allmählich immer besser gelungen, planvoll handelnd vom Sammeln und Jagen zu Viehzucht, Ackerbau und zur Gründung großer Gemeinwesen voranzuschreiten.

Wen es interessiert, der findet viel Anregendes zu diesen Tagen unter anderem bei folgenden Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sommeranfang und http://de.wikipedia.org/wiki/Mittsommerfest sowie http://de.wikipedia.org/wiki/Johannistag

LG, Michael
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18

Sonntag, 24. Juni 2007, 20:17

Johannistag und Johannisfeuer

Heute ist Johannistag, an dem insbesondere in skandinavischen Raum, vorallem in Finnland ("Juhannuskokko"), aber auch auf den Britischen Inseln die Johannisfeuer im Rahmen eines alten, christianisierten Festes zum Sommerbeginn angezündet werden, um das Mittsommerfest zu begehen. Meistens sind die Feiern und Feuer in der Nacht vom 23.6. auf den 24.6. eines Jahres. Die Feuer sind oft so groß wie die Osterfeuer. Die Dorf- bzw. Feiergemeinschaften essen, trinken und tanzen um das Feuer herum. Dann springen die Mutigen über das Feuer.

Hier in Norddeutschland hat das Fest eigentlich auch noch eine lange Tradition, doch habe ich dieses Jahr außer bei kleinen Vereinen und im privaten Bereich noch keine Johannisfeuer gesehen und in unserer lokalen Zeitung sind nur drei "Sommerfeste" erwähnt, eines vom finnischen Verein, eines vom Alpenverein, an denen auch Feuer entzündet werden. Ich erinnere mich noch an Ferienaufenthalte in einem Chalet in den Vogesen im Elsass. Ein Plakat im Treppenhaus dieses Chalets hatte schon immer meine kindliche Phantasie entzündet: über ein wild flackerndes Feuer sprang mit einem Satz ein rotgelockter Bursche. Es war die Ankündigung für ein Johannisfeuer.

Über die Traditionen findet man etwas unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Johannistag , http://de.wikipedia.org/wiki/Mittsommerfest, http://www.religioeses-brauchtum.de/sommer/johannistag.html und http://www.uibk.ac.at/volkskunde/infoser…ahresfeuer.html und ganz allgemein noch unter http://www.brauchtumsseiten.de/

LG, Michael
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Mittwoch, 19. Dezember 2007, 09:48

Um die geweihten Nächte - Weihnachtszeit - Julzeit - Fest des Lichtes

Zitat

Original von Michael
Gedanken zum "Fest der Liebe" und die Weihnachtszeit

Die Tage um die Wintersonnenwende, die Zeit kurz danach, in der das christliche Weihnachtsfest seinen Platz gefunden hat und früher schon das heidnische Julfest, wird immer gerne als eine besinnliche, stille Zeit angesehen. Es ist um die Zeit, da die Tage bei uns am kürzesten sind, es lange dunkel ist in der Natur, die auf ihrem biologischen Tiefstand angekommen ist. Alle Lebensrhythmen, die der Wärme und des Sonnenscheins bedürfen, sind weitgehend zur Ruhe gekommen. ...

So fing vor zwei Jahren mein Beitrag zur Weihnachtszeit an und nun ist es wieder so weit. Wieder schließt sich ein Jahreskreis so sicher, wie die Erde noch um sich selbst und um die Sonne und der Mond um die Erde kreisen...

Wenn es auf unserer nördlichen Erdhalbkugel dunkel und kalt ist, haben wir einen Hunger nach Energie, nach Wärme und Licht. Auf der Südhalbkugel wachsen die energieliefernden Pflanzen schneller als bei uns und im Winter kommt unsere Vegetation fast zu Stillstand. Aber unsere Zivilisation ist auch lange nach der Eiszeit auf hohe Energiezufuhr angewiesen, um hier angenehm leben zu können. Nur begnügen wir uns nicht mehr mit Mammut- oder Robbenfett, Lebertran, Holz, Butterschmalz und zufällig gefundenes Bitumen. Unsere Zivilisation beutet überall auf der Erde fossile Enbergieträger wie Kohle, Öl und Gas aus, damit wir uns hier warm und hell machen und unsere Industrie auf dem Spitzenplatz behaupten können.

Nun merken wir, dass das, was uns erhellt, den Himmel verdunkelt und das, was uns wärmt, richtig einheizt. Mit den Verbrennungsprodukten aus den fossilen Brennstoffen, vorallem mit dem Abgas Kohlendioxid und mit den Methanemissionen unserer riesigen Schlachttierproduktion beslasten wir die Athmosphäre unseres Planeten und schaffen die Voraussetzungen für den Treibhauseffekt unter unserer Klima-Dunstglocke: Die Erdathmosphäre und die Weltmeere wärmen sich immer mehr auf. Die Klimakatastrophe kündigt sich an mit Unwettern, Überschwemmungen, steigendem Meeresspiegel durch Abschmelzen der Polkappen, des Grönlandeises und der Gebirgsgletscher. Veränderungen der Meeresströme, Versteppung der Tropenregionen, Hunger durch Wüstenbildung und Wasserknappheit könnten die Folge sein.

Zu einem wirklich eingreifenden globalen Umdenken scheint der schwerfällige, in nationale Egoismen zerfallende Koloss Menschheit noch nicht fähig zu sein. Es sieht fast wieder so aus, als wolle, als könne ernur wieder an der Katastrophe lernen. Und da rüstet man sich mit dem Bewährten: Vorräte horten, so weit möglich, Territorien abstecken und sichern, Aufrüsten für den Verteilungskampf und wo es geht noch einmal tüchtig abräumen. Das gilt auch für die letzten Natur- und Klimaoasen dieser Erde und für die an sich schon spärlichen, halbwegs noch mit der Natur im Einklang stehenden existenzsichernden Agrarkulturen in den so genannten Entwicklungsländern.

Im Wissen darum, dass wir Öl, Kohle und Gas nicht mehr in belieber Menge zur Verfügung haben und uns zu steigenden Weltmarktpreisen mit den aufstrebenden, prosperierenden Bevölkerungsriesen China, Indien, Indonesien usw. teilen müssen, setzen wir auf brandgefährliche Atomenergie, die wir sogar iun Krisenregionen liefern und auf so genannte regenerierbare Energieträger, nachwachsende Rohstoffe, die wir gerne unabhängig von ihrer Herkundt und Erzeugung nur deshalb, weil sie aktuell in Plantagen angepflanzt werden können, euphemistisch als Bioenergie oder Biokraftstoffe zunehmend auf unseren Energiemarkt importieren. Denn wie gesagt: Bei uns wächst im Gegensatz zu den Tropen kaum etwas so schnell.

Aber Vieles ist nicht ökologisch angepasst, auch wenn es "biologisch" ist. Auch bei den teilweise riesigen, Fläche verbrauchenden Solarstromfabriken, Windparks, Wasserkraftwerken mit riesigen Staudämmen müssen wir auf Umweltverträglichkeit achten und Alternativen, wie z.B. Geothermie, stärker einbeziehen. Sehr problematisch wird es derzeit jedoch bei der steigenden Nachfrage in den Industrieländern bei den so genannten Biotreibstoffen und -Gasen. Die Ethanol-, Biodiesel und Biogasproduktion weist gravierende Ökoprobleme auf und kann meistens nicht mit einer CO²-Neutralität aufweisen, im Gegenteil.

In unseren Breiten benötigen die Energiepflanzen Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben (Stärke) und Raps, Leinen und Hanf (Öl) sehr viel fossile Energie durch Düngemittel- und Pestizidproduktion sowie mechanische Bearbeitung der Böden mit enormen Flächenverbrauch. Die Bio-Gasanlagen werden zum Teil nicht mit vergährbaren Resten, sondern Energiepflanzen wie Mais gefahren. Nur in Skandinavien berichtet man von Erfolgshoffnungen bei der Verwertung von Holzschnipseln für die Ethanol- oder Gasproduktion. Also verfällt man wieder auf die agrarisch interessanteren Tropenregionen.

Hier wachsen neben Mais, Soja, Zuckerrohr und Ölpalmen. Für riesige Monokultur-Plantagen werden Urwälder gerodet, in Indonesien zwölf und mehr Meter starke Hochmoore unter Abgasung von unendlichen Mengen Methan trocken gelegt und Ackerbauern vertrieben, um z.B. Palmöl für Kraftwerke in den Industrieländern zu produzieren, wo es eine immer größere Nachfrage findet. Die mit diesen Plantagen beflanzte Fläche ist ökologisch für immer ruiniert. Neben dem Verkauf der Tropenhölzer und Verwertung des Restes für Papiermühlen wird ein nicht unerheblicher Teil insbesondere auf den Moorflächen auch abgebrannt.

Es kam schon in der Vergangenheit zu einer Konkurrenz zwischen den Rinder- und Schweineherden für die Fleischindustrie in unseren Breiten und den Nahrungsbedürfnissen in den agrarischen Entwicklungsländern, weil es lukrativer wahr, Futtermittel für den reichen Norden zu exportieren, als Lebensmittel für die eigene Bevölkerung. Die Ausweitung der Agrarproduktion für nachwachsende Brennstoffe verschärft die Situation und führt dirket zu einer Zunahme von Hunger in den tropischen Produktionsländern. Aus diesem Grund kann die ungezügelte Flächennutzung zur Herstellung von Energiepflanzen für Verbrennungsmotoren nicht sinnvoll sein. Am Energiesparen geht kein Weg vorbei. Biobrennstoffe müssen genauso teuer wie Öl werden, um ein Ausweichen zu verhindern.

Warum schreibe ich über dieses unerspriessliche Thema quasi am Vorabend vor Weihnachten? Nun, seit einiger Zeit beobachte ich die Aktivitäten und Protestaktionen einer Umweltgruppe mit Namen "Rettet den Regenwald e.V.", über die ich auch in diesem Forum schon berichtete. Nun gibt es eine Weihnachtsaktion und die hat es in sich. Weil eine große Kerzenfirma den fossilen Rohstoff für ihre Paraffin-Produktion zu steigenden Kosten einkaufen muss, verfällt sie auf die Idee, sich derzeit günstigeres Palmöl auf dem Rohstoffmarkt zu besorgen und damit eine "Bio-Produktlinie" zu entwickeln, die vermutlich zu Weihnachten und - da "bio" - zu erhöhten Preisen als Kerzenschmuck in unsere Wohnzimmer wandern soll, um da unsere Bedürfnisse nach Licht und Wärme zu befriedigen.

Da unsere Bedürfnisse, um als Menschen im Einklang mit diesem Planeten zu überleben, langfristigerer Natur sein dürften, lohnt es sich bei dieser Angelegenheit einmal kurz inne zu halten und nach zu denken, um heraus zu finden, was wir zu Weihnachten unserer Mutter Natur und den Geschwistern auf der Erde schenken können, die trotz eines verschwenderisch wachsenden Gartens in den Tropen mehrheitlich in Armut leben, vergleicxt man es mit dem Lebensstandard der nördlichen Verwandten. Aus diesem Grunde möchte ich Euch als einen kleinen Schritt mit einer Weihnachts-Aktion der Umweltinitiatve "Rettet den Regenwald e. V." bekannt machen und folgende eMail zitieren:

Zitat

Zitat eMail von "Rettet den Regenwald e. V." vom 18.12.2007
Liebe Regenwaldfreunde,
einer der größten Kerzenhersteller Deutschlands, die Eika Wachswerke Fulda, will wegen stark gestiegener Rohölpreise das bisher genutzte Paraffin künftig verstärkt durch pflanzliche Rohstoffe wie Palmöl ersetzen. Dafür wollen die Eika-Werke eine so genannte neue "Bio-Produktlinie" aufbauen. Tatsächlich hat Palmöl für industrielle Zwecke nichts mit "bio" zu tun, sondern ist verantwortlich für Regenwaldvernichtung, Vertreibung von Kleinbauern und Einsatz von Agrargiften.
Bitte unterschreiben Sie den Portest gegen die Waldvernichtung durch Weihnachtskerzen:

http://www.regenwald.org

Mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank

Reinhard Behrend
Rettet den Regenwald e. V.
Friedhofsweg 28
22337 Hamburg
040 4103804
info@regenwald.org
http://www.regenwald.org

Wenn Ihr die angegebene Homepage anklickt, kommt Ihr auf die Seiten mit unterschiedlichen Protestaktionen, an denen Ihr Euch béteiligen könnt, z.B. mit vorgeschlagenen Briefaktionen, ganz einfach über das Internet. So und nun wünsche ich Euch allen eine besinnliche Adventszeit und bald ein frohes, schönes Weihnachtsfest, gerne auch beim Licht einer Kerze: Aber achtet auch auf die Herstellungsbedingungen der Energieträger, die es Euch hier im Norden warm, gemütlich und hell machen...
LG, Michael:xmas
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Freitag, 29. Februar 2008, 09:59

Alle vier Jahre: der 29. Februar

Zitat

Original von Michael

Die päpstlich verordnete "gregorianische" Kalenderreform von 1582 wurde natürlich von den Protestanten zunächst nicht übernommen, die daher dem Julianischen Kalender treu blieben, der im 13. Jahrhundert schon einen "Überhang" von 7 Tagen aufwies. So kam es, dass insbesondere in den Gebieten mit gemischt-konfessioneller Bevölkerung ein Zeitraum "zwischen den Jahren" gleichzeitig in einem geographischen Raum existierte. Im "Heiligen Römischen Reich" und einigen protestantischen Staaten war das bis 1700 der Fall. Übrigens gab es auch vor der "gregorianischen" Reform wissenschaftliche Reformvorschläge von bekannten Astronomen und an der gregorianischen arbeitete ebenfalls ein Mathematiker.

Doch erst im Laufe 18. Jahrhundert übernahmen nach Ablage gewisser Animositäten auch die anderen protestantischen Staaten den "neuen Stil" des gregorianischen Kalenders. Als letzter Staat führte übrigens die Türkei beim Übergang vom Osmanischen Sultanat zur Attatürk-Republik die gregorianische Kalenderreform 1926 ein, die den islamischen Kalender ablöste! In der Ostkirche, die in unabhängigen Landeskirchen organisiert ist, ergab sich ebenfalls ein unterschiedliches Bild. Die russisch orthodoxe Kirche blieb mit den meisten slawischen Landeskirchen und einigen Kirchen im nahen Osten und in Ätiopien dem Julianischen Kalender treu und damit auch das russische Zarenreich, während die bulgarische Kirche und die griechisch orthodoxe Kirche den Kalender reformierten ("Neukalendarier"). Damit fällt unser Weihnachten (25.12.) bei den Altkalendariern auf den 7.1. nach gregorianischer Zeitrechnung.

Der Julianische Kalender, auch damals schon eine revolutionäre Reform, den Julius Caeser von einem ägyptischen Astronom ausarbeiten ließ, löste den von den Griechen übernommenen, nur schlecht an das Sonnenjahr anzupassenden Mondkalender ab. Aber auch er hatte seine Tücken und die dazu noch von den später für die maßgebliche Festlegung des Kirchenjahres verantwortlichen Päpsten falsch angewendete Schaltjahresregel (nämlich alle drei Jahre statt alle vier Jahre) führte über die Jahrhunderte zu Verwerfungen, die eine erneute Reform notwendig erscheinen ließ. Die Umstellungszeiträume waren sowohl bei der Einführung des Julianischen Kalenders (es gab einmalig 3 zusätzliche Monate auf 445 Tage im Jahr 46 v. Chr.) wie des gregorianischen Kalenders (10 Tage fielen einfach weg), "chaotisch". Ziel der Anstrenungen war eigentlich, die jeweiligen Sonnenstände, Winter- und Sommersonnenwende und Tag- und Nachtgleiche an einem auch über Jahrhunderte immer gleichen Tag vorfinden zu können, sozusagen als "Eichstriche des Sonnenjahres". ...


Kalenderberechnungen gehörten zu den vornehmsten Aufgaben der Hofschreiber, Priester, Sternendeuter (eine Unterscheidung zwischen Astrologie und Astronomie war damals noch nicht möglich) der Antike seit den Mesopotamiern und Ägyptern. Berechnungen haben sich bis heute in Tontafelarchiven und auf Gebäuden in Keilschrift und Hieroglyphen überliefert.

Der Kalender diente diente zwar bestimmten, auch mythologischen Voraussagen und kultischen Zwecken, doch waren diese letztlich an die Erfordernisse der zunehmend bestimmenden Landwirtschaft gebunden. Die Vegetationszeiten waren für die Ackerbaukulturen immer wichtiger geworden und für die aufkommenden Staaten und ihre Herrschaften gab es außerdem das Bedürfnis, die Höhe und den Zeitpunkt der Abgaben (Steuern, Frondienste, Gemeinschaftsaufgaben) festzulegen.

Von den antiken Kalendern bis zu unserem Sonnenkalender mit seinem "Schaltjahr" ist es ein weiter Weg gewesen. Heute haben wir einen dieser relativ seltenen Tage: alle vier Jahre gibt es seit Einführung des "Julianischen Kalenders" einen 29. Februar, heute auf einem Freitag. Für Arbeitgeber, die einen Monatstarif zahlen, ist dieser zusätzliche "Schalttag" ein guter Tag ;) !

Aber auch der "Julianische Kalender" war nicht genau genug und wurde daher durch den "Gregorianischen Kalender" reformiert, der nun fast überall gültig ist. Der Reformbedarf wurde u. a. von Papst Gregor XIII. im 16. Jahrhundert aufgrund des Bedürfnisses gesehen, den Termin des Osterfestes im Kirchenjahr korrekt zu betimmen.

Der Gregorianische Kalender legte eine neue Jahreslänge fest. Das Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Frühjahrs-Äquinoktiums sollte zukünftig vermieden werden. Der neue Gregorianische Kalender berechnete die Dauer des mittleren Sonnenjahrs nun mit exakt 365,2425 Tagen statt wie im Julianischen Kalender mit 365,25 Tage.

Diese Verkürzung wurde dadurch realisiert, dass – abweichend von der der bisherigen Schaltregel des Julianischen Kalenders – die Säkular-Jahre (das sind Jahre, deren Zahl durch 100 teilbar ist), keinen Schalttag mehr erhalten, es sei denn, die Jahreszahl ist durch 400 teilbar. Und so gab es dann in den Jahren 1700, 1800 und 1900 keinen 29. Februar. In Zukunft werden die Jahre 2100, 2200 und 2300 ebenfalls keine Schaltjahre sein.

Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre seit der Einführung des Gregorianischen Kalenders vergingen, hat sich der jetzt gültige Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Frühjahrs-Äquinoktiums im Durchschnitt bereits wieder um einen Tag verschoben und pendelt seither zwischen dem 19. und 21. März.

Genauigkeits-Fanatiker lassen sich vermutlich nur schwach durch die Idee beruhigen, dass die Natur "Rhythmen" fast wie in der Musik bevorzugt, die Schwankungen erlauben, im Gegensatz zum harten Takt (z.B. in der Musik), der keine zeitlichen Schwankungen erlaubt. Der Rhythmus ist anpassungsfähig und daher "biologischer" als der starre Takt (z.B. in der Technik).

Ebenfalls seit der Antike vermutet man Verknüpfungen zwischen dem Lauf der Gestirne, der ja zu kalendarischen Zwecken verfolgt wurde, und den biologischen Rhythmen, nicht nur auf dem Felde, sondern auch mikrokosmisch in jedem noch so kleinen Organismus.

In modernen Mondkalendern werden solche Bezüge zum Teil noch dargestellt. Auch die Archetypische Medizin und die Anthroposophische Medizin beschäftigen sich mit solchen Fragen. Und schließlich sollen auch Geist und Psyche rhythmische Zyklen kennen. Nicht alles davon, wie die "Biorhythmus-Lehre" ist im Gegensatz zur "Chronobiologie" wissenschaftlich anerkannt.

LG, Michael
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