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Donnerstag, 19. Dezember 2013, 16:13

Ein kleines Licht anzünden

Selbst der Gleichmut fragte die Freundlichkeit,
ob es wahr sei, was die Niedergeschlagenheit ihr geflüstert habe,
dass sie wirklich zaubern könne.

Sie sei sich nicht sicher,
ob man das als Zauberei bezeichnen könne,
antwortete die Freundlichkeit.
Es wäre schön, wenn du es uns zeigen könntest,
meinte die Neugier.

Die Freundlichkeit machte sich auf den Weg
und begegnete einigen Menschen.
Als diese an ihr vorbei gingen
erschien auf ihren Gesichtern ein leichtes Lächeln.

Die Freundlichkeit kehrte zurück und alle fragten,
wie sie dieses Wunder vollbracht habe.

Ich schenkte ihnen einen Moment meiner Aufmerksamkeit,
dann erst ging ich weiter
und ließ ihnen meine Freundin, die Hoffnung zurück,
mehr nicht.

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142

Samstag, 21. Dezember 2013, 17:24

Wie jedes Jahr, so auch diesmal: Heute ist Wintersonnenwende und Winteranfang

Sonnenwenden sind seit antiker und vermutlich schon vorgeschichtler Zeit wichtige Markierungspunkte im Jahreslauf und oftmals Anlässe für kultische Feste. Heute um 13:04 Uhr MEZ war in diesem Jahr bei uns die Wintersonnenwende: Auf den kürzesten Tag ("Thomastag") folgt heute die längste Nacht ("Thomasnacht"). Ab Morgen werden die Tage wieder länger, von Tag zu Tag ein halbes Jahr lang bis zur Sommersonnenwende. Dazwischen liegt die Frühjahrstagundnachtgleiche. Zur vorchristlichen Zeit fand um den Termin der Wintersonnenwende das Julfest statt, welches vom Christentum dann als Termin für das Weihnachtsfest aufgegriffen wurde. Die genauen Abläufe und Daten der heidnischen Julfeste sind historisch nicht mehr exakt nachvollziehbar, doch ist vieles im folkloristischen Weihnachtsbrauchtum insbesondere in den nordeuropäischen Ländern (Skandinavien) in die christliche Zeit hinübergerettet worden und wird vom Neopaganismus der Neuheiden wieder aufgegriffen. Durch die Einführung des julianischen Kalenders wurde das Weihnachtsfest mit dem 25.12. kurz nach der astrologischen Wintersonnenwende begangen.

Heute erlebte ich einen wunderschönen Sonnenuntergang über dem Hafen der Stadt Wilhelmshaven und dem Wasserspiegel des Jadebusens zur Ebbzeit, als ich mit unserem Hund auf dem Deich unterwegs war. War vorher der Tag noch etwas trüb und grau, solange die Sonne hoch über über der dichten Wolkenschicht stand, sank sie hernach unter die tiefliegenden Wolken und löste sie in einem Geflecht aus roten, orangen, gelben und rosigen Streifen auf, die sich schimmernd im Wasser des Meeres spiegelten, das durch leichten Wind bewegt wurde. Kurz bevor die Sonne endgültig unterging, tauchte sie den Horizont in glutrotes Licht, das sich als ein breiter Streifen über die Meeresbucht legte und die norddeutsche Landschaft in ein zauberhaftes Licht tauchte. Diese Eindrücke gaben einen schönen Winteranfang ab und auch wenn in unseren Breiten an der Norseeküste der Schnee zu Weihnachten meist auf sich warten lässt und nichtmals Frost zu vermelden war, war dies allein durch seinen herrlichen Abschluss ein schöner letzter Herbsttag zu Beginn des neuen Winters. Nach einigen Traditionen kommen jetzt die "zwölf Rauhnächte". Die verbreitetsten Überlieferungen sehen die "Rauhnächte" aber zwischen dem 24.12. und dem 6.1. vor.

LG, Michael


Seit 2008 hat sich hier scheinbar nicht viel geändert. Bis zum Weihnachtstag und oft auch bis Neujahr ist es hier an der Küste eher mild. Der November soll in diesem Jahr sogar so mild gewesen sein, wie in über 130 Jahren nicht mehr. Bei dichten Wolken ist der kürzeste Tag des Jahres eher grau in grau gewesen und einen Sonnenuntergang gab es hier am Meer diesmal nicht zu beobachten. So werden wir vermutlich auch beim Sonnenaufgang nur ein milchiges Grau bemerken. Dennoch ist heute die Wintersonnenwende. Ab morgen werden die Tage wieder länger. Also Zeit, kurz inne zu halten und ein graues Gedicht für die grauen Zellen zu memorieren:

Winterwind wehend
bringt mein Vergessen zurück
und schafft Erinnerung.

Da die Erde die Sonne umkreist und der Mond die Erde und alles in Kreisläufen sich zu vollziehen scheint, könnten wir denken, es komme alles wieder und alle begänne von vorn. Doch das stimmt nur zum Teil, denn wir als Individuen altern und vergehen wie selbst das Universum und diese Sonnenwende ist anders, als die letzte und die nächste, wenn wir sie sehen, wird wieder anders sein. Wir werden vergessen und wieder erinnern und eines Tages werden wir nur noch erinnern und dann vielleicht nur noch vergessen. Wer weiß? Ewig ist allein der Wandel und auch das nur aus unserer subjektiven Erfahrung. In den kommenden Rauhnächten - in den frühen Morgenstunden war es schon recht windig - können wir dann Geist und Gedanken schön durchpusten lassen!

Michael
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143

Sonntag, 22. Dezember 2013, 12:00

Sonnenherz. Der Morgen nach der Wintersonnenwende

Die Sonne erhebt
sich strahlend
übers Wolkenbett.

Am Sonnenwendtag
freuen wir uns
über mehr Licht.

Doch mehr Wärme
erzeugen wir nur
aus uns heraus.

Denken verbraucht sie,
die Wärme in uns,
Fühlen erfährt sie.

Mitfühlen erzeugt
und Mittun schenkt uns
ein strahlendes Herz.

Ein Sonnenherz ist
kein Fusionsofen,
sondern Liebesschmelz.

Wenn wir glühen und
leuchten, leben wir,
weil wir uns fühlen.
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Sonntag, 22. Dezember 2013, 12:31

In den Kern: "Herzphysik"

Zum diesjährigen Sonnenwendtag galt der "Wikipedia-Artikel des Tages" gestern unserem Leben spendenden Gestirn, unserer Sonne. Der Artikel, der sehr viel mathematisches und physikalisches Wissen beinhaltet und voraus setzt, ist auf gewisse Weise faszinierend und atemberaubend. Er enthält die Evolution und das voraussichtliche Ende nicht nur unseres Sterns und unseres Sonnensystems, sondern des Kosmos überhaupt. Unser Universum ist in all seiner scheinbaren Unendlichkeit endlich und seine von uns inzwischen aufgefangenen Bilder, Töne und andere Schwingungen sind wunderbar und überaus beeindruckend. Wir können inzwischen ausrechnen, dass unser Sonnensystem und sein Zentralgestirn jetzt gerade noch seine beste Zeit erlebt, jedenfalls vom Standpunkt des Menschen aus. In nicht einmal mehr einer Milliarde Jahren (in 900.000.000 Jahren) wird es auf der Erde durchschnittlich so heiß (+30°C), dass ein Überleben höherer Lebewesen auf die Dauer sehr schwierig wird. Gemessen an der gesamten Lebensdauer der Sonne ist das ein eher kurzer Zeitraum. Gemessen an der Menschheitsentwicklung hätten wir unsere beste Zeit noch vor uns, wenn wir sie nutzen. Es ist enorm, was wir über uns, unsere Erde und das Weltall herausgefunden haben. Unser Wissen hat erstaunliche Sprünge gemacht. Wir verstehen uns zwar noch nicht völlig selber, aber sehr viel über Physik, Energie und Materie. Wenn wir weiterhin klug sind und gleichzeitig zusammen halten, statt uns gegenseitig das Leben schwer zu machen, werden Individuen unserer Spezies physisch im intergalaktischen Raum reisen und neue Erden erkunden. Warum nicht. Aber mir scheint das nicht das Wichtigste. Das Wissen und der mathematische Verstand genialer Physiker nötigt mir Respekt und Ehrfurcht ab. Zweifellos sind Einige dieser Wissenschaftler mit dem enormen Vorstellungsvermögen eines Einstein intelligenter als ich, jedenfalls für diese Dimensionen des Rechnens und Wissens. Doch das Wunder unseres Universums, unseres Sterns, unserer Erde, das Wunder dieses hochintelligenten Tieres namens Mensch lässt sich nicht nur so erforschen, kennen lernen und wissen, wie die physikalischen Zusammenhänge des Weltalls, aus dem wir stammen und mit dem zusammen wir uns entwickelt haben. Je nach dem, auf welche Fähigkeiten und Erfahrungen wir Wert legen, erscheinen uns diese Wunder faszinierend und als Anreiz zur weiteren Forschung, als beeindruckend und Ehrfurcht gebietend mit unserem geringeren Verstand oder als bewunderungswürdig auf einer ganz anderen Ebene, sodass uns das Herz aufgeht und wir eine einzigartige Wärme bei der liebevollen Betrachtung all dieses Lebens erfahren und diese Wärme miteinander teilen. Dazu ist eine besonders hohe Intelligenz nicht nötig, manchmal sogar eher hinderlich, denn von den Höhen der Wissens wie von der Tiefe der Unvernunft führt der Weg gleich weit in den innersten Kern seelischer Erfahrung durch alle Respekt einflößenden Höhen und Tiefen menschlichen Fühlens und Seins: In den Kern. Die Kernschmelze, die sich hier vollzieht, mag einst zur Geburt allen Seins geführt haben und sie leuchtet und wärmt immer noch in uns und in jedem neuen Menschen. Gehen wir freundlich, behutsam und liebevoll mit diesem wunderbaren Geschenk um, das sich nicht erdenken, nicht physisch oder vom Verstand begreifen, nur erleben, erfühlen, erfahren lässt, von jedem neu und anders, eigen und doch mit allem in einer lebendigen Verbindung. Dazu hat der Mensch schon seit Jahrtausenden Techniken oder Übungen entwickelt, die ihn mit allem, was ist, mit dem Äußeren, mit dem Inneren und mit den Mitwesen verbinden und die eine Haltung ausbilden, die keiner Technik mehr bedarf. Es ist die sich versenkende und die sich verschenkende, die tätige Liebe. Meditation auf mannigfaltige Art, Yoga in jeder Disziplin, Nächstenliebe in erfinderischer Vielfalt sind Namen dafür und Wege dahin, in dieses pfadlose Land, in dem wir unserer Wahrheit begegnen, uns selbst und dann auch allem und jedem anderen. Und dies erzeugt eine neue Poesie, betörend wie Sphärenklänge und eine neue Kraft, erhaben wie der Sonnenwind und wir reisen von Stern zu Stern ohne alle Mühe und ohne einen Gedanken darüber zu verschwenden, ob das überhaupt geht.
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Montag, 23. Dezember 2013, 20:38

Herzenswärme

Was ist Liebe?

Ist sie das Mitgefühl?

Ist sie der Respekt vor unseren Mitgeschöpfen?

Ist sie die Liebe zu einem Kind?

Ist sie die gemeinsam verbrachte Zeit,
mit all den gemeinsam erlebten
Erfahrungen einer langjährigen Beziehung?

Ist sie die Liebe zu uns selbst,
die die Wahrheit beinhaltet?

Oder gibt es sie wirklich,
die Verbindung zwischen zwei Herzen,
die die Verliebtheit überdauert
und es uns möglich macht
miteinander zu den Sternen zu reisen.

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Dienstag, 24. Dezember 2013, 23:25

Nasses Gras

Am Heiligabend
regennass läuten Glocken
meinem Weg durchs Gras.
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Freitag, 27. Dezember 2013, 09:52

Morgenhimmel

Sanf küsst mich das Rot des Morgenhimmels
und verführt mich
meine süßen Träume
in die goldroten Wolken einzubetten
und auf Reisen zu schicken.

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Montag, 30. Dezember 2013, 10:50

Before year's last day

Sunbeams before year's
last day is breaking tell me
about peace and joy.
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Dienstag, 31. Dezember 2013, 11:14

Rosenwende

Die Rose, vom letzten

Tag des Jahrs besonnt,
öffnet

sich morgen wieder.
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Dienstag, 31. Dezember 2013, 14:09

Vorsatz

Neu fühlen - ohne
alle alten Worte,
wie am ersten Tag!
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Mittwoch, 1. Januar 2014, 11:47

Im Tageslicht

Mit Blitzen und Krach
schossen wir das alte Jahr
in die Luft.
Und freundlich bescheint
die Sonne am Morgen
die feuchten Reste
unseres Feuerwerks.
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Samstag, 4. Januar 2014, 15:38

Frühlingsgefühle

Es ist Frühling im Januar
und mag der Winter
uns gewiss noch einen Besuch abstatten

so habe ich keine Furcht vor seiner Kälte
denn ich fühle die Sonne im Herzen.

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Samstag, 4. Januar 2014, 16:28

Klimawandel

Mit warmen Füßen
im Jänner: Klimawandel
lässt uns grüßen.
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Dienstag, 14. Januar 2014, 21:38

Auf den Weg machen

Still harrt der Vogel
im Schutz des Strauches aus.

Er schüttelt sich die Kälte
der Dunkelheit
aus seinem Gefieder

und als die Strahlen
der Morgensonne ihn streifen,

macht er sich auf den Weg.

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Sonntag, 2. Februar 2014, 14:43

Maria Lichtmess

Der 2. Februar galt hier in traditioneller Zeit, als Ereignisse des christlichen Kalenders bei Katholiken und Protestanten nicht nur das Kirchenjahr, sondern auch offizielle Termine des profanen Jahres bestimmten, als Ende der Weihnachtszeit und Beginn des Bauernjahres, an das sich zahlreiche Brauchtümer, Umzüge, Lichtgottesdienste usw. knüpften. Arbeitsverhältnisse endeten oder wurden an diesem Tage begründet, Abgaben waren zu leisten und der Frühling ließ sich erahnen. Das Abendessen konnte wieder beim letzten Abendlicht eingenommen werden, denn die Tage sind seit der Wintersonnenwende stetig länger geworden. Der christliche und bis heute vor allem katholische Brauch der Maria Lichtmess geht jedoch eigentlich auf uraltes mosaisches Gesetz zurück. Dieses bezieht sich auf das Buch Leviticus der Tora. Nach jüdischem Gesetz galt die Frau nach der Geburt eines Kindes als unrein. 40 Tage nach der Geburt eines Knaben und 80 Tage nach der Geburt eines Mädchens mussten zur Durchführung eines Reinigungsrituals dem Priester des Tempeldienstes ein Schaf und eine Taube oder bei armen Menschen zwei Tauben zur Opferung übergeben werden. Bei dieser Gelegenheit wurde außerdem in Erinnerung an das Pessach-Wunder in der ersten Pessach-Nacht in Ägypten vor der Flucht der erstgeborene Sohn im Tempel gezeigt. Da Gott bei der Flucht Israels aus Ägypten ein Anrecht auf jeden Erstgeborenen erhoben hatte, löste die jüdische Familie diesen durch ein Geldopfer an den Tempel aus. Die mosaische Tora berichtet, dass Gottes Todesengel die Erstgeborenen der Ägypter als zehnte und letzte der Plagen erschlug und nur die des Volkes Israel nicht, die ihre Türpfosten mit dem Blut des Opferlammes gekennzeichnet hatten. Die erstgeborenen Söhne oder eben das (männliche) Opferlamm waren daher Gottes. Die Beschneidung erinnerte hingegen an Abrahams Bund mit dem Gott Israels. Möglicherweise steht sie anthropologisch im Zusammenhang mit dem Opfer des Isaak, den Gott verschonte, in dem er selbst einen Widder spendete, den Abraham opferte. Gott verlangte von seinem Bündnispartner den Glauben an seine Verheißung (dass aus ihm ein Großes Volk entstehe) und die Bereitschaft zur Hingabe dessen, was Gottes ist, zumal Isaak zwar nicht Abrahams Erstgeborener war, aber seine Zeugung auf Gottes unmittelbares Eingreifen in Erhörung der Gebete von Abraham und Sarah zurückging. Die geopferte Vorhaut steht heute im orthodoxen Judentum für den Abrahamitischen Bund zwischen dem Gott Israels und seinem Volk. Jesus und seine Eltern waren Juden, also hielten sie die Gebote der Beschneidung am 8. Tag, der Reinigung der Mutter und der Präsentation des Erstgeborenen im Tempel und seine Auslösung am 40. Tag. Daraus wurden noch in Palästina an der Schwelle der Spätantike zum Frühmittelalter schließlich auch christliche Feste, da die neuen Juden-Christen Jesus für Gottes Sohn und für den Messias hielten, den himmlischen König. So zogen Mönche mit Kerzen ihrem Herrn symbolisch 40 Tage nach Weihnachten von ihrem Kloster in Jerusalem Richtung Bethlehem entgegen, um dem Jesuskind in Erinnerung an seine Präsentation im Tempel zu huldigen. Dieses Ereignis wurde zu Maria Lichtmess, weil sich während des Mittelalters die Bedeutung von der ersten Begrüssung des Herren bei seinem öffentlichen Erscheinen außerhalb der Familie im großen Tempel (im Gegensatz zur Beschneidung, die innerhalb der Familie und der Gemeinde gefeiert wird) zur Gottesmutter Maria verschoben hatte. In der katholischen Kirche wurde das erst im Zweiten Vatikanischen Konzil wieder "gerade gerückt". Nach traditionellen metereologischen Beobachtungen der hiesigen Bauern wird bei stürmischem und regnerischem Verlauf des 2. Februar mit einem bald einsetzendem Frühling gerechnet. Ist das Wetter aber klar oder sogar klar, sonnig und kalt, rechnete man meist noch mit härteren Wintertemperaturen, bis dann der Frühling folgte. Ich bin gespannt, ob es bei uns demnächst nach diesem herrlichen, sonnigen Tag wieder winterlich kalt und ungemütlich werden wird.
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Samstag, 15. Februar 2014, 23:09

Sturmnacht

Vollmond durchbohrt das
Wolkenwild. Wotans Wolf heult
mit dem Himmelssturm.
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Sonntag, 16. Februar 2014, 10:58

Sonntagmorgen

Das tiefe, klare Winterlicht
der Morgensonne streift hinein,
bringt weiße Stämme scharf in Sicht
beleuchtend hell den Birkenhain.

Gerahmt von dunklem Tannengrün,
dahinter schwarze Wolkenwand,
beginnt der Lichtbaum nun zu glüh'n:
der Sonne Strahl den Regen bannt.

Als tausend kleine Funken sprüh'n
und Sonn in jedem Tropfen wohnt
läuten die Sonntagsglocken kühn
für den, der in den Wolken thront.

Schneeglöckchen wiegen sich im Wind
Vögel hüpfen auf den Zweigen
und irgendwo besingt ein Kind
den schon nahen Frühlingsreigen.
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Samstag, 22. Februar 2014, 14:08

Eindrücke

Selbstbewusst recken die Krokusse
ihre Köpfchen der zaghaften Sonne entgegen.

Fröhlich nehmen die Spatzen
in der Pfütze ihr Bad.

Großzügig erblüht der Haselnuss
in all seiner Pracht.

Lautstark macht ein Specht
auf sich aufmerksam.

Zart zeigt der Flieder
seine ersten Knospen.

Übermütig singen die Meisen
ihr Liebeslied.

Üppig zerstreuen sich die Schneeglöckchen
und läuten den kommenden Frühling ein.

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Montag, 10. März 2014, 13:20

Ein Sonnenspaziergang

Die Sonnenstrahlen
erwärmen meine Haut

Gut gelaunte Menschen
begegnen mir

Die Natur erwacht um mich herum
aus ihrem Winterschlaf

Die Tiere strotzen
voller Lebensenergie,

und ich kicke die Steine
die sich mir in den Weg legen
übermütig zur Seite.

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Sonntag, 23. März 2014, 13:12

Hoffnung

Traurig betrachte ich
unser behutsam gepflanztes
Pflänzchen der Zuneigung,

dessen zart erblühten Blüten
zertreten am Boden liegen.

Wird es sich durch achtsame Pflege
erholen können
oder wird es,
trotz unserer Bemühungen,
verkümmern?