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Samstag, 12. Oktober 2013, 18:21

Wolkenhimmel

Wenn deine dunkle Seite
von Zeit zu Zeit überhand nimmt
deine Gedanken dabei immer sinnloser erscheinen
deine Gefühle sich traurig anfühlen,
dann fühlst du vielleicht wie der wolkenverhangene Himmel
der düster und bedrohlich
das nächste Unwetter anzukündigen scheint.

Und dann plötzlich
völlig unerwartet
erkämpfen sich einige Sonnenstrahlen
hoffnungsvoll
zwischen der Dunkelheit ihren Weg
und lassen dich
mit all deinen Seiten
zu einem atemberaubenden Bildnis erscheinen.

122

Samstag, 19. Oktober 2013, 00:44

Nacht

Es ist dunkel
der Wind jagt die Wolken am Himmel
und vertreibt die letzten sonnigen Gedanken.
Die dunkle Seite wird
durch die Anziehungskraft der Nacht geweckt.

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123

Samstag, 19. Oktober 2013, 15:34

RE: Nacht

Es ist dunkel
der Wind jagt die Wolken am Himmel
und vertreibt die letzten sonnigen Gedanken.
Die dunkle Seite wird
durch die Anziehungskraft der Nacht geweckt.


Vollmondrausch eines Wehrwolfs???
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)

124

Samstag, 19. Oktober 2013, 21:07

RE: RE: Nacht

Es ist dunkel
der Wind jagt die Wolken am Himmel
und vertreibt die letzten sonnigen Gedanken.
Die dunkle Seite wird
durch die Anziehungskraft der Nacht geweckt.


Vollmondrausch eines Wehrwolfs???
Vielleicht??

125

Sonntag, 20. Oktober 2013, 14:06

Wetter besserwerd

Banger Blick
himmelhoch:


Leuchtet schick
Wolkenloch.

126

Dienstag, 22. Oktober 2013, 21:13

Herbsttag

Wehmütig
lausche ich den davonziehenden Gänsen,
bewundernd
bestaune ich die verschwendungsfreudige
bunte Vielfalt der Natur.

Der Herbst hat sich sein schönstes Kleid angezogen
und singt dem Sommer sein Abschiedslied.

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127

Montag, 28. Oktober 2013, 23:17

Zeit vom Wind verweht

Ein Herbststurm wirbelt
Blätter um mich herum
Und Wolken jagt er
Übern Sternenhimmel.
Die Äste knacken
Unter meinen Schritten
Und der Wind braust wild
Wie mahnend an mein Ohr.
Ein Regenschauer
Gießt Fäden auf den Schirm:
Sie ziehen die Zeit
Langsam hinter sich her,
Brausend und rauschend
Über meinem Kopf,
Tröpfelt sie träge
Doch am Ende herab.
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)

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Mittwoch, 30. Oktober 2013, 21:47

Orkan

All das, was mit soviel Zuneigung gesät
und heranwuchs
was so manchem ein Lächeln entlocken konnte
ist durch den Sturm des Lebens verwüstet.

Dies zu erfassen
und zu begreifen,
erlaubt die Erkenntnis der Endlichkeit.

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Mittwoch, 30. Oktober 2013, 23:09

Vom Winde gesät

Der Wind verweht Blätter
im Herbst und der Sturm zerbricht
selbst den starken Baum.
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Donnerstag, 31. Oktober 2013, 23:45

Allerheiligentränennacht

Herbstblätter regnen
Tränen nass auf mein Gesicht:
Allerheiligennacht
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Freitag, 8. November 2013, 13:22

Herbstblatt

Neidvoll betrachte ich
das farbenfrohe Blatt,
wie es sich fröhlich dreht
von dem Wind getragen wird
und sich dort fallen lässt,
wo es bleiben will.

132

Sonntag, 17. November 2013, 17:57

Novemberstimmung

Grau ist der Himmel
und grau sind meine Gedanken.
Kahle Bäume spiegeln
meine Traurigkeit wider.
Letzte Farbkleckse der Natur
winken mir tröstlich zu,
doch selbst die Vögel scheinen heute verstummt zu sein.

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133

Sonntag, 17. November 2013, 18:03

tief in mein Herz

Blätter fallen sanft
tief in mein Herz: gelb, braun, rot,
löschen Sommerglut.
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134

Montag, 18. November 2013, 10:10

Im Herbst vom Frühling wissen, im Winter sich am Herzenssommer wärmen

Untröstliche Traurigkeit ist die eine Hälfte des Steins der Weisen im alchemistischen Schmelztiegel des Herzens. Ohne Hoffnung endet das Leben, das wir kennen und der Tod, den wir fürchten. Unbändige Freude ist die andere Hälfte. Zusammen bilden sie die Quintessenz der alten Magier. Um es in moderner Sprache zu sagen: Nach einer Folge von Kernspaltungen um uns herum führt die aufeinander rasende geballte Energie der aus den zerrissenen Atomkernen austretenden Elementarteilchen zur Kernfusion. Heißes Plasma wie in der Sonne fließt und erschafft reine Energie aus reinen Elementen. Im spirituellen Sinne wird in der Einheitserfahrung alles "Unreine", Zusammengesetzte verbrannt: Unwissendes Urteilen und das Anhaften an Gier und Ablehnung, wovon sogar jede Hoffnung durchsetzt ist. Aus dem Tiegel des Herzens steigt die unsterbliche, die todlose Seele. Ihre Spur ist weiches, nie härtendes, flüssiges Gold. Das sind die Strahlen des menschlichen Herzens, sie bilden Aureolen um den Erweckten, Erwachten, Erleuchteten und sie erreichen Jeden und Alles. Sie sind unendliches Licht, Energie, sie sind Gedächtnis, Vorwissen und Gegenwart.
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)

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Mittwoch, 20. November 2013, 21:20

Der erste Frost

Der Morgen ist mit funkelnden Glitzern geschmückt
Der Himmel zeigt sich in pastellblauen Farben
Die Sonne lächelt am Tage sanft
Der Abend entlockt auf dem Heimweg
durch helle Lichter in der Dunkelheit
Vorfreude.

136

Dienstag, 26. November 2013, 21:28

Blättertanz

Zwei Blätter,
unterschiedlicher Art
eines hell, eines dunkel gefärbt

sich im Fluge sanft begegnen
miteinander sprachlos
berührend schweben

tanzend einander beobachten
den Augenblick geniessend
wohlwissend,
dass es nur diesen einen Moment geben kann.

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Samstag, 7. Dezember 2013, 01:28

Nikolaus, Advent, Dimpfelmoser hat's verbrennt! Ein Gebet für die Erleuchtung der Hirten auf dem Felde

Ein heidnisches Gedicht fürs Christkind:


Des Zaubers frohe Kunde
für mich und diese Runde:
Auch ohne Jesu Windel
fühl ich mich wie ein Kindel
und schau mit Weihnachtsaugen,
die für ein Wunder taugen,
die ganze Welt verwandelt
zum zauberhaften Hanffeld.

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138

Freitag, 13. Dezember 2013, 23:46

RE: Wintersterne

Geminiden

Wind fegt von weißfingrigen Zweigen,
Schneestaub auf mich herab und
entschleiert den Winterhimmel.
Ein Sternschnuppenschauer
entzückt den liegenden Mond
und verzaubert die weiße Nacht.


Alle Jahre wieder und diese Nacht ist es wieder so weit. Ein Meteoriten-Schauer besucht die Erde in der Nacht von Freitag auf Samstag und schickt bis zu zwei Sternschnuppen pro Minute über den hoffentlich klaren Himmel. Eine konnte ich gerade sehen, eine interessanterweise an dem Donnerstag, als Sturm Xaver nahte, über dem Schornstein meines Hauses. Es handelt sich wieder um die Geminiden aus dem Sternbild der Zwillinge.
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Samstag, 14. Dezember 2013, 13:58

Licht-Blicke

Lichter,
sie funkeln auf den Wiesen
an den Zäunen
an den Bäumen
auf den Straßen

sie glitzern in Vorgärten
an Fenstern
über Türen
an Laternen
in Geschäften

sie strahlen nachts vom Himmel
und in deinen Augen
sie erfüllen mein Herz mit Wärme.

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140

Sonntag, 15. Dezember 2013, 13:56

Licht und Dunkel - Betrachtungen zum Lichtfest

Auf der Nordhalbkugel nähern wir uns der Wintersonnenwende, die in diesem Jahr 2013 astronomisch am 21.12. um 18:11 h MEZ stattfinden wird. Bis zu diesem Zeitpunkt nimmt die Dunkelheit zu und das Sonnenlicht des Tages ab, denn die Tage von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gemessen werden kürzer und die dunklen Abende und Nächte länger. Nach der Wintersonnenwende geht die Sonne wieder früher auf und später unter, bis zur Tag- und Nacht-Gleiche im Frühjahr ein kurzes Gleichgewicht eintritt, das sich bis zur Sommersonnenwende zugunsten des Tages und der Helligkeit verschiebt.

Die Sonnenwendfeste hatten schon im Altertum Bedeutung. In unseren nördlichen Breiten gibt es dazu keine Schriftaufzeichnungen, wie etwa bei den Ägyptern und Sumerern, die schon Schriftzeichen kannten. Unsere Zeugen eines beachtlichen Wissens um astronomische Vorgänge, die schon in der Jungsteinzeit beobachtet wurden, sind aus Stein und sehr alt, wie das irische Steingrab Newgrange, das vermutlich über 5150 Jahre alt ist oder das englische Stonehenge, ein Steinkreis, dessen erste Anfänge auch 5100 Jahre alt sind. In Newgrange dringen die Strahlen des Sonnenaufgangs zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende durch das Oberlicht über dem Grabeingang bis zur Hinterwand der Grabkammer vor und die Steinsetzungen von Stonehenge markieren ebenfalls Sonnenstände. Auch die Himmelsscheibe von Nebra wird immerhin auf ein Alter von bis zu 4100 Jahren geschätzt.

Der Sonnenstand und damit die Länge der Tage scheint bereits für die Menschen, die erste Ackerbaukulturen entwickelten, von großer Bedeutung gewesen zu sein und es sind frühe Hinweise von Lichtfesten gefunden und aus den alten Religionen in mythenhafter Überlieferung bis auf unsere heutigen Tage berichtet worden. Selbst unsere christlichen Feste, wie z.B. das Weihnachtsfest, reflektieren die alten kultischen Vorstellungen. In diesem Fall waren die Vorgänger Lichtfeste, die in unseren Breiten sowohl Kelten als auch Germanen oder Slawen kannten. Dass die Dunkelheit das Licht nicht verschluckt sondern dass das Licht siegreich zurückkehrt, wurde durch die Wintersonnenwende erkennbar und kultisch nachvollziehbar.

Das Datum der Wintersonnenwende bot sich somit als Jahreswende an. Die zyklischen Zeitvorstellungen der frühen Menschen benötigten Markierungen des Endes und des Beginnes. Zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende endete das alte Jahr und begann das Neue. Diese zyklischen Vorgänge, die dem Lauf der Erde um die Sonne bzw. im subjektiven Erleben der Menschen den beobachtbaren Sonnen- und Mondständen entnommen wurden, hatten nicht nur eine Bedeutung für die ganze Welt und für die jeweiligen lokalen Gemeinschaften, sondern auch für jedes Individuum. Die spirituellen Vorstellungen, die sich entwickelten, verknüpften kosmischen Erscheinungen mit den Irdischen sowie mit den Körperlichen und Seelischen in jedem einzelnen Menschen.

Da das Licht selbst sich eben mit Lichtgeschwindigkeit (ca. 300.000 m/s oder genauer: 1.079.252.848,8 km/h) fortbewegt, sind selbst für den Menschen sehr entfernte Bewegungen der Himmelskörper unseres Sonnensystems so zu betrachten, als geschähen sie gleichzeitig. Die Sonne ist immerhin zwischen 147,1 Millionen und 152,1 Millionen km von unserer Erde entfernt. Dennoch benötigt das Licht höchstens ca. 8,456 Minuten oder 507,35 Sekunden von der Sonne bis zu uns. Die biologischen Auswirkungen etwa durch Veränderungen von Magnetfeldern, durch Materieströme im Gefolge der Sonnenwinde, durch minimale Druckveränderungen und durch Wärmestrahlung benötigen etwas mehr Zeit, um bei uns in der irdischen Natur und in unserem Inneren anzukommen und wirksam zu werden, etwa bis zu zwei Tage.

So kommt es, dass die astronomischen Beobachtungen bei der Wintersonnenwende jeweils am 21. oder 22. Dezember eines jeden Jahres mit nur wenige Minuten Verzögerung auf der Erde registriert werden können, die biologischen und sich davon ableitenden psychischen und spirituellen Veränderungen im Menschen selbst sich aber oft erst zwei Tage später deutlich spüren lassen und zeigen. Das könnte ein Grund sein, dass das Lichtfest nicht nur am Tag der Sonnenwende gefeiert wird, sondern eben bis zum oder am 24. Dezember, im so genannten christlichen Abendland allerdings als "Heilige Nacht" zu Ehren des christlichen Erlösers Jesus (Christus), dessen Geburtsfest dann gefeiert wird. Die Kelten fasteten dann und bereiteten sich auf eine spirituelle Einkehr vor. Die Aufruhr der winterlichen Elemente während der sich an die Wintersonnenwende anschließenden "Rau(h)nächte" schienen den Bewegungen des Inneren, oft Unbewussten, zu entsprechen.

Symbolisch tritt Jesus Christus an Stelle der alten Sonnengottheiten; er ist der Heils- und Lichtbringer, der Erneuerer der Erde, Gott und Gottessohn, das "Licht der Welt". Die von der Theosophie inspirierten und noch das christliche Erbe in sich aufnehmenden Anthroposophen sehen es eher als eine "Christusenergie" und fühlen sich darüber hinaus noch sehr dem zyklischen Zeitdenken der ursprünglicheren, noch steinzeitlichen Menschheitsideen seit der Geburt des Bewusstseins verbunden. Die Christen, die das lineare Zeitdenken orientalischer, geschichtsbewusster Kulturen, insbesondere das der Juden, in sich aufgenommen haben, sehen in Jesus Christus eine geschichtliche menschliche Person und gleichzeitig eine göttliche Person, nämlich Gottes Sohn, der nach der Dreifaltigkeitslehre wesenseins mit Gottvater und dem Heiligen Geist ist. Nach dem Denken der ersten Juden-Christen ist Jesus Christus der Erlöser und der Messias.

Das Weihnachtsfest, das auf die alten Lichtfeste Bezug nimmt, ist immer noch ein Fest des Lichtes, das in tiefer Dunkelheit leuchtet. Doch Kerzen, Öllampen und Kienspäne genügen den modernen Menschen schon lange nicht mehr. Das Jahrtausende alte Wissen um Erdöl und seine Brennbarkeit ließ die Menschen diese bis 400 Millionen Jahre alte fossil gelagerte Sonnenenergie oder vorher schon am Beginn der europäischen Industrialisierung die bis zu 345 Millionen Jahre alte Kohle nutzen, um sie in gewaltigen Feuern abzufackeln und die Energie zur Wärmeerzeugung für die Fortbewegung und zum Leuchten zu benutzen, ebenso das Leuchtgas, das man später aus der Erde fördern konnte. Ob direkt als Öl, als Gas oder nach Umwandlung in Elektrizität, seit mindestens 150 Jahren verbreitet sich flächendeckend erst in unseren Städten und dann bis auf die Dörfer die Straßenbeleuchtung, die allerdings eine viel längere Geschichte hat und das elektrische Licht tritt seinen Siegeszug in die Häuser an.

So kam es leider dazu, dass das freundliche Licht in der Dunkelheit unserer Behausungen, unserer Dörfer und unserer Städte auch mit einer ziemlich großen Verschmutzung einher ging. Am Anfang bemerkten wir nur die Gerüche der Verbrennung und den Ruß. Inzwischen wissen wir um die Gefahren der Verbrennungsprodukte selbst, wenn sie nach Hunderten von Millionen Jahren, während der sie im Boden gebunden waren, wieder in die Luft und somit in die irdische Atmosphäre gelangen, neben einigen Kohlenwasserstoffen, z.B. auch Methan eben das Verbrennungsprodukt Kohlendioxid. Es bindet den Sauerstoff und bewirkt als "Treibhausgas" eine allmähliche Erderwärmung mit sehr problematischen, menschen- oder kulturgemachten schädlichen Klimaauswirkungen.

Es gibt aber auch eine direkte Verschmutzung durch Licht, die "Lichtverschmutzung"! Aus dem Weltall können Raumfahrer aus ihren Kapseln und vom Weltraumlabor beobachten und fotografieren, wie sich die Ballungsräume menschlicher Besiedlung in der Dämmerung und zum Teil die ganze Nacht über in gleißendes künstliches Licht tauchen. Man kann die Städte mit bloßem Auge als Lichtflecken erkennen. Und wenn man am Boden in einer menschlichen Siedlung mit Straßenbeleuchtung und vielen beleuchteten Fenstern steht, kann man aufgrund der strahlenden Helligkeit den Sternenhimmel selbst in klaren Nächten nicht mehr deutlich erkennen, geschweige denn Strukturen wie unsere Milchstraße und zwar auch dann nicht, wenn nicht der Dunst und die Abgase aus den Ballungsräumen die Sicht vermindern.

Das hat auch biologische und psychische Auswirkungen. Negative biologische Auswirkungen sind die lichtbedingten Veränderungen in der natürlichen Flora und in der von dieser direkt abhängigen Fauna. Der Tag-Nacht-Rhythmus verändert sich in den biologischen Systemen, da die meisten Organismen lichtempfindlich sind. Das ökologische Gleichgewicht, in Millionen Jahren gewachsen, verschiebt sich künstlich in wenigen Jahrzehnten. Auch das menschliche Gehirn ist lichtempfindlich. Wenn der Mensch lange im Dunkeln leben muss oder es lange sehr hell ist, hat das vermittelt durch die Zirbeldrüse des Gehirns verschiedene Auswirkungen nicht nur auf unser Nervensystem, sondern durch hormonelle Faktoren auf alle Bereiche unseres Körpers. Gemeinhin wird ein Mangel an Licht für das Entstehen von "Winterdepressionen" mit verantwortlich gemacht, zu viel Licht kann aber auch schaden und bestimmte Arbeitsbedingungen in Schichtsystemen, die uns eine Tag-Nacht-Umkehr aufzwingen, haben sowohl kurz- wie langfristig belastende, schädliche Auswirkungen. Eine Tag-Nacht-Umkehr ist wiederum ein Symptom schwerwiegender psychischer Erkrankungen.

So ist es sicher einerseits schön, in der Dunkelheit kleine Lichtpunkte zur Orientierung unseres visuellen Systems zu haben. Andererseits verkümmern unsere anderen Sinne zunehmend und unsere Lichtexzesse können das Gute und Heilsame in sein Gegenteil verkehren. Besonders in der Zeit der Weihnachtsbeleuchtung der Häuser und Straßen, die oft schon im November begonnen wird, kann man die negativen Effekte einer Übertreibung beobachten. Statt Akzente zu setzen, übertreiben die Menschen mit ihrer elektrischen Weihnachtsbeleuchtung und tauchen ihre Häuser und Einkaufsstraßen in gleißendes Licht. Zusammen mit Weihnachts-Musik und der Verknüpfung des Weihnachtsfestes mit der Idee des Geschenkfestes wird wirkungsvoll über hormonelle und nervliche Regulation eine psychische Hochstimmung erzeugt, die wie bei manischen Erkrankungen die Kauflaune bis zum Kaufrausch steigern kann. Selbst die Anhäufung von Menschenmassen in Kaufhäusern und auf Weihnachtsmärkten verträgt der Mensch vorübergehend. Doch wie wir wissen, folgt nach dem Rausch oft der Kater und Licht und Trubel vertragen wir dann meist nur eingeschränkt und Manche verspüren trotz der Beleuchtung Angst und Bedrückung im Gedränge der Menschentrauben.

Also lasst es langsam und mit Augenmaß angehen, setzt ein Lichtlein, aber überschwemmt euch nicht mit künstlicher Beleuchtung. Bringt eher die inneren Räume zum Leuchten, in dem ihr Wärme, Licht und Liebe in euch selbst und in eurem Leben verwirklicht. Ein illuminierter Vorgarten sagt vielleicht etwas über die unbewussten Sehnsüchte seiner Besitzer aus, aber nichts über das Energieniveau des inneren Milieus und die seelische Ausgeglichenheit im Alltag. Da gibt es viele Gelegenheiten, sich und anderen ein Licht anzuzünden, eines, das durch die Dunkelheit kontrastiert wird. Die Dunkelheit ist nicht der Feind des Lichtes und das Licht nicht der Feind der Dunkelheit. Sie benötigen einander, denn es gibt sie nur zusammen. Und aus diesem Grunde werbe ich auch eher für ein "kleines Licht" - wie in dem Gedicht vom 25.12.2011 - und nicht für die große Lichtorgie. Und so heißt es wieder - wobei die handelnden Personen von damals, Bundespräsident und Papst, nicht mehr dieselben sind, in diesen Fällen möglicherweise auch ein "Lichtblick" - in stiller Vorfreude:


Ein kleines Licht

Die Glocken läuten am Weihnachtstag
und auf dem Marktplatz steht ein großer Baum.
Der Papst verteilte heute seinen Segen an alle Welt
seine Schätze füllen das vatikanische Museum.
Er geißelt den Kaufrausch der Massen und die Gier
der Geschäftemacher zum Fest überall.
Auch der Papst bekommt wieder Geschenke:
dafür segnet er und spricht im Fernsehen vom Licht.

Jesu Geburtslegende spricht von einem armen Kind;
seine Familie ist mittellos, stammt aus der Fremde.
Niemand will sie haben, sie werden abgewiesen.
Die Notunterkunft, halb im Freien, ist der Geburtsort.
Auch im Heiligen Land des auserwählten Volkes
waren und sind die Reichen unter sich und doch
laden Christen Muslime ein und Muslime Christen
manchmal zu Weihnachten in Palästina. Ein kleines Licht.

In Deutschland spricht der Bundespräsident
in seiner Weihnachtsansprache im Fernsehen
nicht von seinen Privatgeschäften mit reichen Freunden,
sondern von Bürgersinn und Zivilcourage.
Eine deutsche Familie besucht eine Türkische
und lädt die muslimische Freundin zum Festtag ein,
sie sprechen freundlich und respektvoll miteinander,
lernen sich kennen und schätzen. Ein kleines Licht.

Politiker brechen wieder zu ihren Weihnachtsreisen auf,
auch in die Landhäuser und Villen betuchter Freunde.
Gemeinden nehmen Flüchtlingsfamilien auf,
gewähren Kirchenasyl vor der Abschiebung,
mahnen die Politiker eines reichen Landes
zu mehr Mitmenschlichkeit und weniger Härte,
laden Wohnungslose zum gemeinsamen Mal,
besuchen einsame Alte. Ein kleines Licht.

Menschen nehmen andere in den Urlaub mit,
öffnen ihr Haus und ihr Herz in dunkler Zeit.
Junge machen Platz für Alte im überfüllten Zug.
Eine alte Frau fragt einen ausgeglittenen Mann
wie es ihm geht und ob sie ihm helfen kann.
Ein Busfahrer steht auf und geht hinaus,
schiebt selbst den Rollstuhl in seinen Bus.
Ein Lächeln belohnt ihn - ein kleines Licht.

Drei große Jungen pöbeln ein schüchternes Mädchen an,
angstvoll sucht ihr kleiner Hund Schutz:
"Na, wehr dich doch, du Opfer", grölen sie,
als eine junge Frau vorbei kommt und ruft,
"Na, Jungs, lasst das mal, der Hund beißt Euch doch nicht"
und nimmt das kleine Mädchen ein wenig mit
von den betreten 'dreinblickenden Großen.
Die Augen der Kleinen leuchten voller Licht.

Eine Familie, die immer streitet oder schweigt,
kocht und isst zusammen, hört Weihnachtslieder,
noch einmal sind sie von weit zueinander gereist.
Sie lachen und necken sich, doch ohne Bosheit,
als wüssten sie, wie kurz das Leben und lang das Leid ist.
Eine Mutter glaubt an ihren Sohn, ob schuldig oder nicht
und ruft ihn voll Freude im fernen Gefängnis an:
Für sie zählt nur in seinem Herzen das kleine Licht.


Michael
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)