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Montag, 24. Dezember 2012, 23:53

Weihnachtsklima 2012

Nach dem Weltuntergang am 21.12.2012 war die Welt am nächsten Morgen - zumindest an der Nordsee - ganz neu und weiß verpackt unter einer dünnen Schneedecke. Diese Freude wich dann am Folgetag einer Rutschpartie auf Blitzeis und Eisregen.

Und jetzt von Heiligabend zu Weihnachten hin weht ein böiger Süd-Süd-Westwind frühlingshafte Luft an die Nordsee und verschleiert den zunehmenden Mond hinter Dunst. Ein seltsames Wetter, eine neue Welt, wenn auch dank menschengemachter Klimakapriolen...

Frohe, warme Weihnachten wie auf den Inseln des ewigen Frühlings... Kommt Atlantis zurück, wenn das Klima kippt? Warum nicht. Nach der Sage war das Ende von Atlantis Folge menschlicher Torheit. Jedenfalls ist das Klima gerade sehr atlantisch.

Michael
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102

Mittwoch, 26. Dezember 2012, 10:50

Klimawandel festlich

Drei Weihnachtsglocken
läuten in Frühlingsluft zu
Regensonnenschein.
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Freitag, 28. Dezember 2012, 00:04

Vollmondschatten

Durch dünnes Geäst
streift Vollmondschattenwurf
meiner Schritte Weg.
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Montag, 31. Dezember 2012, 16:32

Jahreswende

Das Ende ist nicht das Ende,
nur ein weiterer Anfang,
eine Wende...
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Dienstag, 1. Januar 2013, 00:42

Geschafft! :gutwer
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Dienstag, 1. Januar 2013, 12:53

Achtsamkeit

In diesem Moment sein, ein Jetzt spüren, zum Beispiel mit Freunden zum Jahreswechsel - in Liebe vereint - Zeit verbringen...
Der Lauf der Dinge lehrt uns allenthalben Zuversicht.

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107

Donnerstag, 9. Mai 2013, 15:28

RE: (Christi) Himmelfahrt - Vatertag

Zitat

Original von Michael
Eine Himmelfahrt ist, wenn sie spirituell verstanden und ernst gemeint ist, das Erreichen der Gipfelerfahrung, also z.B. die Erleuchtung. Etwas sarkastisch bezeichnet ein "Himmelfahrtskommando" aus dem Militärischen kommend einen Auftrag ohne Wiederkehr oder zivil eine tödliche Schnapsidee. Das nicht weltliche Himmelfahrtsmotiv kennen viele Religionen. In den monotheistischen Religionen bezeichnet es ein Ereignis, bei dem eine konkrete Person ohne Tod oder Hinterlassung eines Leichnams körperlich in den Himmel auffährt oder entrückt wird. Die christlichen Kirchen feiern am heutigen Tag als die bedeutendste Himmelfahrt die Aufnahme Jesu in den Himmel. Der Festtag wurde nach Angaben im Evangelium am vierzigsten Tag des Osterfestkreises, also 39 Tage nach Ostersonntag, festgesetzt. Damit fällt Himmelfahrt immer auf einen Donnerstag und verschiebt sich im Laufe der Jahre auf unserem Sonnenkalender wie das Osterfest. Himmelfahrt ist daher zwischen dem 30.4. und dem 3.6. eines jeweiligen Jahres und 2009 eben am 21.5..
...
Überträgt man diese spezifisch christlichen Symbole, Erinerungsandachten und Rituale auf eine generelle spirituelle Entwicklung, so kann man sagen, dass eine spirituelle Neugeburt und Auferstehung ein innerliches Sterben des alten, konditionierten Menschen mit seinen spezifisschen Ängsten und Neurosen voraussetzt, eine Höllenfahrt, die mit dem Erwerb einer Art Lichtkrone, einer Erleuchtung endet. Die gnostischen Evangelien, die nicht in den offiziellen Kanon der Kirche gelangten, legen solche Interpretationen nahe. Auch der Körper eines erleuchteten Menschen verwandelt sich und untersteht nur noch in seinen grobstofflichsten Teilen den irdischen Gesetzmäßigkeiten. Doch diese Prozesse benötigen zunächst vorbereitende Zeit, bis schließlich die letzten Schritte getan werden können, die sich dann allerdings wie ein Schlag nach guter Vorbereitung und Bereitschaft, sich beschenken zu lassen, ereignen können.

Dabei ist es am Ende auch notwendig, dem eigenen Führer, dem Guru, dem Papst, dem Heiland, dem Messias, dem Buddha auf eine bestimmte Weise zu entsagen und ganz schutzlos selbst Verantwortung zu übernehmen. Auch die Heiligen Schriften" helfen dann nicht weiter und die Rituale verlieren ihre Kraft und Bedeutung jenseits dieser Schwelle. Das "Ich" und seine Anteile, die an dem spirituellen Führer und Lehrer kleben, die noch Dogmen und Glaubenssätze wie Landkarten benötigen, werden entlassen und müssen von uns absterben, wenn wir den letzten Schritt der "Vergöttlichung", "Erleuchtung" tun, der das Ende aller Konditionierungen, die unbeschränkte Freiheit des Geistes meint. Die "reine Seele", das "strahlende Herz" wissen den Weg zur Liebe und zum Höchsten von allein. In dieser Erfahrung im "pfadlosen Land" treffen wir dann wieder alle: Alles ist eins. Nirwana.

Michael


"Himmelfahrt" verweist auf eine sehr spezielle spirituellen "Entrückungserfahrung". Mit "Himmel" verbinden viele Menschen Jenseitigkeit. Wenn nicht, sprechen sie vom "Himmel auf Erden". Wer eine solche Erfahrung gemacht und überlebt hat, weiß, dass sich die bisherigen Bezugspunkte der üblichen Alltagserfahrungen verrückt haben. Eine Entrückung verschafft mir unmittelbar einen anderen Standpunkt, eher vergleichbar mit einem Schwebepunkt. Die Perspektive ist völlig verändert. Im Alltag erleben wir uns üblicherweise oft getrennt, nicht nur von einander. Wir sind sogar innerlich fraktioniert in unsere verschiedenen Gedanken und Empfindungen, die manchmal scheinbar verschiedene Persönlichkeiten vorgaukeln. Unsere Gefühlszustände sind voneinander getrennt und wir nehmen uns manchmal ziemlich hilf- und fassungslos in einem ständigen, schicksalshaften Auf und Ab wahr.

Bestimmte spirituelle Lehren und Glaubensvorstellungen, die uns gut gefallen, geben uns vorübergehend Halt wie unsere Lieblingsgefühle und Lieblingsgedanken, die aus der psychischen Schablone unseres Charakters stammen, den wir uns zum psychischen Überleben in unserer Familie und in unserer Gemeinschaft in den ersten Lebensjahren konstruiert haben. Die geistige oder gar körperliche Präsenz eines psychisch und spirituell beeindruckenden, weiter entwickelten Menschen, die wir zu unseren Vorbildern und Lehrern machen, geben uns zusätzlich das Gefühl von Sicherheit und Wohlbefinden in ihrer Nähe.

Doch die Stunde der Wahrheit schlägt, wenn wir ihnen entsagen müssen und auf eigenen Füßen stehen wollen. Dann beginnt die Wahrheit als das pfadlose Land Krishnamurtis. Dann befolgen wir die Aufforderung Buddhas, nichts zu glauben und alles selbst zu prüfen, es eben selbst zu erfahren. Dann folgen wir dem Pfad Jesu, der uns auffordert, alles Bekannte zurück zu lassen, auch jede Wahrheit, die wir zuvor zu besitzen glaubten, jede Bindung, die uns zurückhält. Ungebunden und frei schweben wir in unbedingter Präsenz nicht über allem, sondern vielmehr mit und in allem.

Auf einer abendlichen Frühlingswanderung im Schwarzwald war ich sehr in Gedanken und Gefühlen von meinen ärztlichen Sorgen um eine selbstmordgefährdete Patientin absorbiert. Ich trug diese Sorge immer in mir und transformierte sie irgendwie. Die Patientin schien in solchen Phasen nach den vorangegangenen Gesprächen weitgehend frei von der Absicht, sich aus dem Leben schaffen zu müssen. Aber sie war - eben auch - eine Grenzgängerin. Als ich das erkannte, konnte ich die Sorge als meine persönliche Haltung in einem Augenblick völlig loslassen.

Was dann geschah, war sehr bemerkenswert. Ich hatte gleichzeitig offenbar einen ziemlich großen Teil meiner eigenen neurotischen Verkrampfungen loslassen können und befand mich plötzlich überall, nicht nur fest auf der Erde stehend und mit einem weiten Blick in die sinnlich wahrnehmbare Wirklichkeit. Alles, was ich sah und fühlte, hörte und roch, war viel mehr, viel stärker, viel bunter und mannigfaltiger als vorher. Diese Verrückung meiner Alltagswahrnehmung führte nicht in die Verrücktheit, denn ich war ganz klar, sah ganz klar und doch völlig anders. Ich war in eine umfassendere Wirklichkeit "entrückt".

Mein vorherrschendes Gefühl kann ich nur unvollkommen umschreiben. Ich könnte es Liebe für alles und alle, mich eingeschlossen, nennen. Die Sonne schien direkt in mein Herz und aus diesem Bereich strömte Dankbarkeit und unbeschreibliches Glücksgefühl. Ich war mit allem verbunden und nichts trennte mich von mir oder von Irgendetwas oder Irgendjemandem. Ich war einfach angekommen und in die Einheit eingekehrt, die ich meist nur schmerzlich vermisste und ersehnte. Ich habe dafür nichts anderes getan, als mich dafür zu öffnen, für das, was ist. Ich wusste plötzlich: für diesen einen Augenblick unbeschreiblichen Glücks hat sich jeder Tag meines damals fast vierzigjährigen Lebens gelohnt, auch jeder Schmerz, jede Trauer, jede Träne.

Diese Himmelfahrt - denn der Himmel stand mir tatsächlich offen - blieb ein einzigartiges Ereignis. Alles, was ich danach erlebte, wenn es an diese Tiefe, Höhe, Breite und Intensität heran kam, war immer etwas anders und einzigartig. Aber es war der Verlust einer schmerzlichen Grenze für einen ewigen Grenzgänger und der Eintritt in das pfadlose Land, ins Innere des Universums und in eine himmlische Welt, im Hier und Jetzt, auf dieser Erde, in diesem Körper.

Ich wünsche allen diese Einserfahrungen mit ihrem Urgrund, der auch der Urgrund der anderen Wesen sind, die doch ein Wesen sein können, je nach Empfinden eins mit dem Vater oder dem Sohn oder Gott oder Mutter Erde, dem Himmel, allen Seelen und Geistern, eben eins mit Allem, auch mit sich selbst, mit dem eigenen innersten Wesen. Es ist, was es ist, sagt die Liebe.

Ich wünsche Euch einen schönen Feiertag,

Michael
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Sonntag, 12. Mai 2013, 17:19

Gewissensfrage "Muttertag"

Zitat

Aus: "In diesem Jahr: Pfingsten und Muttertag an einem Sonntag" Original von Michael

Dieses Jahr fällt das Pfingstfest auf den Muttertag am 11.5.2008, der traditionell am 2. Sonntag im Mai ist. Hier gibt es durchaus heidnische Vorläufer in Form von Festen für die Mütter der Göttinnen und Götter. In der Neuzeit haben sich zuerst einige Frauenrechtlerinnen aus dem Umkreis der methodistischen Kirche in den USA für einen Tag zu Ehren der Mütter stark gemacht. Die Nationalsozialisten haben diesen Tag im Deutschen Reich dann ideologisch umgedeutet und die deutschen Mütter in ihren Rassenwahn integriert. Und natürlich ist der Muttertag auch im Laufe der Zeit kräftig kommerzialisiert worden. Die anfänglichen Beweggründe der frühen Frauenbewegten, endlich einmal auch der Dienste der Mütter in einer patriarchalen Welt zu gedenken, in allen Ehren, fragt man sich heute natürlich auch, ob den modernen Muttertag gerade diejenigen benötigen, die sonst nie auf die Idee kommen, ihrer Mutter oder Partnerin etwas Aufmerksamkeit zu schenken, zu helfen oder ihrerseits aus eigenem Antrieb etwas für die Familie zu tun.

LG Michael


Was ich da vor fünf Jahren schrieb, bezog sich auf den damals gerade 101 Jahre alten Muttertag, der über eine amerikanische Frauenbewegte - die waren damals zumeist religiös, Jarves war Methodistin - von den USA nach Europa herüber schwappte. Dieselben Frauenbewegten setzten sich auch für die Alkoholabstinenz ein und setzten am Ende sogar die Alkoholprohibition in den USA durch. Sie waren überzeugt, dass die Trunksucht vieler Männer Familien zerstörte, dass diese Trunkenbolde nicht nur ihr Einkommen versoffen, sondern auch ihre Jobs verloren und ihre Frauen und Kinder verprügelten. Das war auch eine durchaus richtige Beobachtung. Nicht berücksichtigt wurde, was entwurzelte und freudlose Menschen, die als Industrie- und Landarbeiter, kleine Kaufleute und Handelsreisende für den Erfolg des amerikanischen Kapitalismus schufteten, dazu trieb, im Suff das Elend ihres Lebens zu vergessen, auch das Elend ihrer Ehen und ihrer Frauen, das nicht von den religiösen Verheißungen und der christlichen Moral abgemildert, sondern allenfalls verschärft wurde.

Es liegt nahe, den "Muttertag" als einen Tag des schlechten Gewissens zu bezeichnen. Und als solcher hat er über hundert Jahre überlebt. Das schlechte Gewissen gegenüber den Frauen und Müttern ist noch viel älter. Aber jetzt hat man ja einen Dankabstattungs- und Vergeltsgottmuttitag. Es hat sich zwar Vieles in den letzten hundert Jahren in unserer Industriegesellschaft geändert und Mutterwerden und -sein wird als eine höchst freiwillige, selbstbestimmte Entscheidung jeder Frau bezeichnet, doch selbst wenn dies kultur- und religionsbereinigt so wäre, sind die Voraussetzungen für Frauen in ihrer Gesamtheit in den so genannten entwickelten Gesellschaften, Mutterschaft ohne Einkommensverlust, Rentenminderung, Karriereknick und Einbußen im Bereich des gesellschaftlichen und öffentlichen Rangs auch noch mehrmal zu erleben, nach wie vor schlechter, als für die dazugehörigen Väter.

Väter, die den Hausmannsjob mit Kindererziehung und Haushaltsführung vorziehen, sind eine teils bewunderte, teils bemitleidete Minderheit. Der Gleichheitsanspruch erwartet von männlichen und weiblichen Individuen hingegen eine gerechte Aufteilung von Erwerbsarbeit, Kindererziehung und Haushaltsführung. Männer, die das ernst nehmen, lernen nun erstmals die so genannte "Doppelbelastung" kennen. Frauen, die ihre Karriere ernst nehmen, kennen das sowieso schon seit Jahrzehnten. Das ist "normal". Frauen können das auch, einige wenigstens. Und manche Kinder und Väter honorieren das auch. Eher muss sich heute schon eine Frau dafür rechtfertigen, wenn sie eine Zeit lang Spaß - igitt, das gibt es wirklich?! - an der traditionellen Rollenaufteilung hat und ein paar Jahre kleinen Kindern zuliebe sehr viel zuhause ist. Ganz frech werden die dann sogar aus der Sicht der Konservativen, wenn sie dafür mehr vom Staat fordern: Gerechte Rente, Elterneinkommen, steuerliche Vorteile usw. Denn der Staat profitiert von jedem und jeder, die Kinder erziehen, hundertmal mehr, als er ausgibt. Kein Ehegattensplitting, kein Kinderfreibetrag, kein Kindergeld wiegt das auf, was Eltern der Gesellschaft durch künftige Arbeiter und Verdiener heranziehen, die die Renten und Sozialausgaben durch ihre Steuern und Sozialbeiträge erwirtschaften - im Gegensatz zu den multinationalen Industrieunternehmen und Banken, die jedes Steuerschlupfloch nutzen, um nichts zu zahlen.

So gibt es in der modernen Gesellschaft einige Gedenktage des schlechten Gewissens. Der Vatertag könnte auch einer sein, bei aller Zwielichtigkeit. Hier toleriert die Gesellschaft, sogar viele Mütter und Frauen, das Männer, Väter und solche, die es mal oder nie werden wollen, kontrolliert unkontrolliert einen Tag lang vom frühen Morgen an saufen, grölen, noch mehr saufen und durch Amnesie und Rausch-Vollnarkose eine Auszeit von ihrem ach so schweren Pflichtenelend nehmen. Tatsache ist, dass kein Rausch so toll und so groß sein kann, um das Elend zu vergessen, das Menschen sich und Ihresgleichen und dem Planeten durch ihre Art des Wirtschaftens und Arbeitens antun. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass das, was manche für den Gipfel der Freiheit und der Lust halten, in Kotzen, Koma und Frust endet, auch für die, die dann von den Besoffkis einen auf die Mütze kriegen.

Ja und die anderen Tage des schlechten Gewissens heißen dann eben "internationaler Tag der Frau" (8.3.), "internationaler Tag des Kindes" oder als "Feiertag" der "Tag der Arbeit" (1. Mai) oder eben "Muttertag". Der ist immer am Sonntag, damit kein wertvoller Arbeitstag verloren geht und der Partner statt zur Arbeit zu düsen, wenn er eine hat, den Sonntagstisch decken oder Frühstück ans Bett bringen kann und die Kinder Blumen aus den Nachbargärten klauen können, statt zur Schule zu müssen. Und alle können nett und erwartungsvoll gucken, ob Mami oder Mutti auch recht erfreut und glücklich guckt. Doch Enttäuschungen kann es auf beiden Seiten geben. Es gibt sogar die sich als emanzipiert einschätzenden Mütter, die vorher verkünden, dass Muttertag für sie nichts Besonderes wäre und sie auch gar nichts bräuchten und die dann scheel aus der Wäsche gucken und ernstlich während des ganzen Tages beleidigt sind, wenn Männe es vergessen hat, die Kinder noch mal an das Muttertagsbildchen und den Blumenstrauß zu erinnern.

Und natürlich gibt es die Frauen und Mütter, die wie schon am "Valentinstag" ihrem Allerliebsten auf's Butterbrot schmieren, - manchmal mit einer gewissen Berechtigung - dass er sich ja nur aus Pflichtgefühl ein paarmal im Jahr genötigt sieht, eine kleinere oder größere Aufmerksamkeit abzuliefern nämlich am Valentinstag, Ostern, am Muttertag, am Geburtstag, am Hochzeitstag, Nikolaus, Weihnachten und natürlich zum Geburtstag eines jeden Kindes. Wobei es schon stimmt: ein solcher Geburtstag ist ja auch wirklich ein Muttertag. Ich kenne es durchaus aus dem beruflichen Kontext und auch aus persönlicher Erfahrung, wie Kinder in Stress kommen können, es ihren Eltern und insbesondere den Müttern ja recht zu machen und wie schwer Missbilligung oder Nichtbeachtung die Kinderseele kränkt und wie schwer es nagt, nie genug tun zu können und gut genug zu sein, seine Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens, die Sorgfalt der Erziehung und das gut Versorgtwerden abzustatten. Auch Männer spüren, dass sie ihren Frauen und den Müttern ihrer Kinder etwas für ihr emotionales Engagement bei der Kinderaufzucht schulden, das sie nicht ausgleichen können, jedenfalls, wenn sensible Seelen sich entsprechende Vorhaltungen zu Herzen nehmen.

Weil das alles so ist und ein paar Feiertage viel zu wenig sind, um die Frauen und Mütter zu feiern, sagen die heutigen Alpha-Frauen aus Kirche und Gesellschaft, die jedes Jahr in der Zeitung und anderen Medien zum Muttertag, dessen Bedeutung und den Wünschen der Frauen gefragt und interviewt werden, dass es ja nur darum ginge, an diesem einen Tag besonders daran zu erinnern, dass der Frau und Mutter jeden Tag Dank und Aufmerksamkeit gebühren würde und dass es einfach jeden Tag und das ganz Jahr durch viel zu wenig ist und wohl auch in der weiteren Zukunft immer noch zu wenig bleiben wird. Puh, da haben wir es. Sollten wir Eltern aber tatsächlich Dankbarkeit unserer Kinder als Motiv und Ziel unserer Elternschaft betrachten, müssten wir entweder vertrocknen oder wir missbrauchen unsere Nachkommen. Es ist einfach nichts zu machen, solange unser schlechtes Gewissen klingelt. Tatsache ist aber auch, dass man sich dank eines Gedenktages wunderbar mit einem schlechten Gewissen arrangieren kann und eher geneigt ist, an den alten Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten festzuhalten, als sie zu ändern.

Die oberflächlichen Änderungen sind nämlich gar keine, sondern allenfalls Tarnung. Man zelebriert den Muttertag modern und kommerziell und tut ganz emanzipiert, indem man behauptet, eigentlich braucht man den ja gar nicht mehr. Frauen und Mädchen hätten die gleichen Rechte. Ja, haben sie. Aber auch die gleichen Chancen? Und den "Vatertag" zelebrieren die familienbezogenen Väter wie ich natürlich als Familienausflug mit den Kindern, deren Spaß an erster Stelle steht und wenn Papi Auto fährt, was er sowieso gern macht, trinkt er natürlich auch nicht. Das erste und letzte Mal, als ich am Vatertag durch Trunkenheit und Sonnenstich kurz derangiert war, war mit Achtzehn, als Nichtvater mit weiteren Nichtvätern und Nichtmüttern und einem ebenfalls ledigen, kinderlosen, trinkfreudigen Lehrer. Seitdem weiß ich die Sonne, den Wasserbedarf beim Fussballspielen an der See und Fuselalkohol besser einzuschätzen. Und in der Tat hätte ich nicht nur ein schlechtes Gewissen, an Himmelfahrt saufend auf Ego-Tour zu gehen, mich schrecken auch die albernen Bilder scheinbar fröhlichen Elends dieser Herrengrüppchen mit Bollerwagen voller Alkohol, die sich auch noch ein paar Alibi-Damen zur späteren Pflege mitnehmen.

Doch zurück zu den Müttern. Steigen wir noch etwas tiefer ein. Natürlich sind Frauen und Männer nicht gleich. Männer können mütterliche Eigenschaften entwickeln oder pflegen, aber wenn sie das zu sehr tun, werden sie weder von den Frauen, noch von den Männern als Männer wahrgenommen. Und sie können natürlich keine Kinder austragen und gebären. Das nimmt ihnen Einiges an Last und Verantwortung und auch an Gefahr, aber es enthält ihnen auch eine Erfahrung vor, deren Inhalt sie nicht einmal erahnen können, es sei denn, sie könnten Frauen und Mütter sensibel und einfühlsam beobachten und in solchen Phasen begleiten und unterstützen. Allerdings ist der Empathie auch dadurch eine Grenze gesetzt, dass Männern die Erfahrung der Mutterschaft fehlt. Wohl haben sie, wie jeder Mensch, eine Mutter, doch das kann die Empathie ebenfalls beeinträchtigen, manchmal vielleicht auch fördern.

Das macht deutlich, dass bei aller kultureller Überformung einige biologische Tatsachen nicht außer Acht gelassen werden können. Die menschliche Psyche entwickelt sich koevolutionär mit der menschlichen Biologie. Die kulturellen Aspekte fließen erst sekundär mit ein, denn sie sind sehr viel jünger und weniger tief gehend. Ausgehend von biologischen Verhaltensbeobachtungen und denen der wissenschaftlichen Psychologie einschließlich der davon ausgehenden Theoriebildung durch ihre analythischen und tiefenpsychologischen Vorläufer oder Ahnen geht man davon aus, dass menschliches und speziell väterliches und mütterliches Verhalten sich im Einklang mit den biologischen Notwendigkeiten zu "archetypischen" Grundhaltungen ausgeformt hat. Nach diesen Erkenntnissen gehört es zum "mütterlichen Archetyp", dass sich beginnend von der Schwangerschaftssymbiose bis zum Ende der Stillzeit ein schützend umsorgendes Verhalten ausbildet. Die Mütter wissen in dieser Zeit, wenn sie nicht durch besondere Umstände - z.B. kulturelle Faktoten wie die Arbeitswelt - daran gehindert werden, "instinktiv", was das Kind benötigt und sind darauf erpicht, diese sehr umfassende Zuwendung "hinreichend gut" (im Gegensatz zu "perfekt" nach Winnicot) zu Verfügung zu stellen: Nahrung, Schutz, Pflege, emotionale Versorgung.

Der dazu passende mütterliche Satz der tiefenpsychologischen Archetypbeschreibung als Botschaft an ein ihr willkommenes und von ihr angenommenes Kind von einer Mutter, die durch die biologischen und realen gesellschaftlichen Voraussetzungen in die Lage versetzt wird, all diese Ressourcen für das Kind zu mobilisieren, lautet etwa so: "Du bist mein geliebtes Kind; du kannst sein, wie du willst und tun, was du willst, du bist immer mein Kind, ich werde dich immer lieben und versorgen, du kannst immer bei mir bleiben". Natürlich erfordert die gesunde Entwicklung eines Kindes in die Individualität und die eigene Verantwortlichkeit sowie in den sozialen Raum seiner Gruppe, der Familie, Sippe, Gemeinde und Gesellschaft, dass die Mutter irgendwann deutlich entsprechend den Fähigkeiten des Kindes immer mehr loslässt und das Kind entlässt und nicht auf eine lebenslange Erfüllung einer Art Dankbarkeitspflicht in der Form besteht, dass das Kind immer bei der Mutter bleibt und diese schließlich versorgt und schützt.

Bei dieser Aufgabe würde dann in der biologisch-psychologischen Logik der Vater oder ein sozialer Vater helfen, der dann die soziale Nabelschnur zwischen Mutter und Kind durchtrennt und bei der Verselbstständigung hilft, was oft nicht ohne Bruch und Konflikt, der bewältigt werden muss, vonstatten geht. Hier sieht die Freudsche Psychoanalyse den Kern des so genannten Ödipus-Komplexes, wenn nämlich das Kind, statt vom unmündigen Infans, einem von der Mutter gepäppelten, beschützten und beengten Wesen zum gattenähnlichen Beschützer und Versorger der Mutter zu werden oder aber klein gehalten zu werden, vom Vater ausgebildet und nach und nach immer mehr und immer weiter weg in die Welt geschickt wird. Der zu dieser archetypischen Vateraufgabe gehörende Satz klänge dann etwa so: "Du bist mein geliebtes Kind und daher zeige ich Dir alles, was ich kann und was Du brauchst, um ein gutes und selbstbestimmtes Leben als Erwachsener zu führen und eigene Entscheidungen zu treffen. Und wenn ich sehe, dass Du auf eigenen Füßen stehen kannst, sage ich Dir, wann es Zeit ist, zu gehen und außerhalb Deiner Familie Dein Glück zu machen. Ich schicke Dich weg und wenn Du wiederkommen willst, dann wie ein Gast oder wenn Du meinen Rat benötigst."

Schon vor dem Patriarchat und natürlich auch mit diesem in den letzten ca. 7.000 Jahren setzte eine kulturelle Beeinflussung der Ausprägung oder Handhabung dieser biologischen und psychologischen Grundvoraussetzungen ein. Und doch konnten sie die Biologie bislang nicht außer Kraft setzen, nämlich dass Frauen Kinder empfangen, austragen und gebären, dass sie stillen und nähren, schützen und lieben, natürlich auf ihre eigene, individuelle Art und dass Väter ihnen bestimmte Fertigkeiten beibringen wollen (Mütter auch!), insbesondere wenn sie die Sprache gelernt haben, dass sie den Kindern ihre Welt zeigen, sie mitnehmen und anleiten wollen, dass sie oft sogar explizite Forderungen stellen und dass sie Kinder auch viel wegschicken, damit sie sich erproben und etwas leisten, auf das sie stolz sein können.

Die kulturellen Formen, die wir gefunden haben, repräsentieren die biologische Natur um so stärker, je mehr wir noch von der Natur unmittelbar abhängig sind und unsere Gesellschaften repräsentieren auf ein Großes projiziert die biologisch-psychologischen Urerfahrungen mit einer gewissen religiös-sozialen Tünche: Wir dachten uns unsere Götter als archetypische Mütter und Väter und verliehen unseren gesellschaftlichen Repräsentanten ähnliche Attribute, die sie zu Gottkönige und Gottköniginnen machte und noch heute haben einige Nationen trotz ihrer demokratischen Verfassungen oberste Repräsentanten, sozusagen ehrenhalber, die als konstitutionelle Monarchen von den Herrschermodellen stammen, mit denen ihre Vorgänger noch "von Gottes Gnaden" über ihre Untertanen geboten. Und manche religiöse Führer wie der Papst verstehen sich im spirituellen Bereich noch heute so.

Inzwischen haben die Industriegesellschaften die Massenproduktion von Gütern, die Nutzbarmachung der natürlichen Ressourcen der Erde bis zur Ausbeutung und die Geldwirtschaft und den Handel mit dem kapitalistischen Wachstumskonzept auf Kosten der endlichen Rohstoffe und der Arbeitskraft von Lohnabhängigen so perfektioniert, dass in unseren Breiten zumindest theoretisch eine viel größere Freiheit als in den agrarischen und frühindustriellen Gesellschaften davor bestünde, die nach wie vor gegebenen und wichtigen biologischen und psychologischen Notwendigkeiten von Mutter-, Vaterschaft und Kindheit anders zu organisieren, insbesondere, wenn wir noch freiere und gleichzeitig verantwortungsbewusste, rücksichtsvolle, mit sozialem Gewissen ausgestattete Menschen heranziehen und eine ebensolche Gesellschaft anstreben wollen und in einem notwendigen weiteren Schritt nicht nur die reichen, auf ungerechter Verteilung und Ausbeutung traditionellerer Gesellschaften basierenden Industriegesellschaften in diese Möglichkeit versetzen wollen, sondern alle Menschen auf der ganzen Welt.

Wenn wir den Institutionen einer Gesellschaft jedenfalls teilweise die Aufgabe übertragen, Kinder sicher, in Wohlstand und mit guter Bildung aufzuziehen, entbinden wir Väter und Mütter von der materiellen und persönlichen Not, dies alles unter Verzicht und Einbußen selbst herstellen zu müssen. Die gesellschaftlichen Institutionen, der so genannte Staat, kann dafür sorgen, dass der Wohlstand dem Nachwuchs und denen zur Verfügung steht, die sich um diesen kümmern. Mütter und Väter können so die Gelegenheit und das Vermögen erhalten, für die emotionalen Bedürfnisse ihrer Kinder, für liebevolle Erziehung und beispielgebendes Lernen da zu sein, statt während der Aufzuchtphase ihrer Kinder in immer währender Konkurrenz im Arbeitskampf zu stehen und die Karriere voran zu treiben. Mütter können weiter oder wieder im Beruf arbeiten, wenn sie das wollen, Väter können ihre Berufstätigkeit zeitweise vermindern oder ruhen lassen, ohne dass ihre Rentenansprüche sich vermindern und sie den beruflichen Anschluss verlieren. Kinder verdanken dann nicht nur den Einzelleistungen oder dem Reichtum ihrer Eltern alles und stehen in unbegleichbarer Schuld, sondern danken dies einer klugen Gesellschaftsordnung, für die sie sich ihrerseits später weiter engagieren, die friedlichen und sozialen Möglichkeiten einer recht komfortablen und gesicherten Existenz.

Die Realität sieht sogar in unseren reichen Gesellschaften anders aus. Kinderreiche Familien stehen in der Regel sozial schlechter da. Kinder Haben und Erziehen bedeutet Einkommensverlust, Zeitverlust, ständiger Kampf mit Institutionen, Arbeitgebern und mehr oder weniger hilfsbereiten Familienmitgliedern, Kindergärten, Horten und Schulen. Soziale Anerkennung verspricht hierzulande am ehesten eine möglichst hohe Ausbildung am besten mit Abitur und Hochschulstudium, ein Spitzenjob und Attribute des Wohlstandes, die mit einem höheren Einkommen oder auf Pump beschafft werden müssen. Für allein erziehende Mütter und manchmal Väter gibt es Mitleid und Almosen, für Kinder des so genannten "Prekariats" aus Familien von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern gibt es das niedrig berechnete Unterhaltsminimum. Seine Bedürftigkeit muss man umständlich mit beschämenden Prozeduren nachweisen und steht ständig unter dem Generalverdacht des Missbrauches und des Erschleichens von Sozialhilfe, weil einige das so machen.

Aber noch schlimmer sieht es in den Staaten der Weltgegenden aus, die wir seit der Kolonialzeit ausgebeutet und noch heute in Abhängigkeit gehalten haben, die wir früher "Dritte" und "Vierte Welt" nannten und ihre Länder "Entwicklungsländer". Inzwischen müssen diese Staaten für Rohstoffe, Industrie- und Agrargüter Weltmarktpreise zahlen wie jeder Andere in der globalisierten Welt, sie müssen die gleichen Zinsen für ihre überschuldeten Volkswirtschaften zahlen und Geld für ihre Militärausgaben wegen der Stellvertreter- und Armutskriege. Sie haben es viel schwerer, die Folgen von Naturkatastrophen zu überwinden, die durch die menschenbedingte und von den Industrienationen begonnene Umweltzerstörung eher noch schlimmer werden, besonders was Überschwemmungen und Dürren betrifft.

Weil diese Kosten nicht gesenkt werden können, ist die einzige Ressource, die die ärmeren Länder noch anbieten können, um etwas vom wirtschaftlichen Wachstum abzubekommen, die billige Arbeitskraft der verelendeten Menschen, die an den Gewinnen nicht teilhaben, da diese zu den korrupten und ausbeuterischen Eliten und an die Banken und multinationalen Konzerne der Industrienationen gehen und mittelbar auch zu uns. Damit T-Shirts für 5 € bei Primark oder H&M in Deutschland verkauft werden können, müssen Näherinnen in Bangladesh mit giftigen Rohstoffen in unklimatisierten, einsturzgefährdeten Fabrikhallen, illegal aus schlechtem Material errichtet, ohne Arbeitsschutz, Brandschutz und Gesundheitsfürsorge für Ausbeuterlöhne hart arbeiten. Und wenn bei einem der häufigen Brände 300 junge Frauen, zum Teil noch Kinder, viele aber Mütter, verbrennen oder wie jetzt über 1000 unter den Trümmern einer eingestürzten Fabrik erschlagen werden, sind das ein paar Aufreger für unsere Zeitungsschlagzeilen, aber kein Anfang für eine andere, gerechte Politik.

Was bedeutet Muttertag für die erschlagenen Mütter aus Bangladesh, für die Waisenkinder, für die Schwerverletzten, die als Krüppel keine Arbeit und keinen Lohn bekommen, wenn sie es überleben? Geben wir 10 € für das T-Shirt und zweigen 5 € direkt an einen Fond für die Mütter ab, damit sie sich mit Mikrokrediten langsam aber sicher aus ihrer sozialen Misere befreien können? Unterstützen wir einen fairen Welthandel? Machen Auftraggeber für Textillieferungen an unsere Discounthändler echte Kontrollen, bleiben vor Ort, helfen tatsächlich, marode Fabriken zu sanieren und den Arbeitsschutz zu verbessern, bessere Löhne zu zahlen, Schulen für die Kinder zu bauen? Nein, warum sollten sie das tun? Sie verdienen ja an dem System und wir freuen uns über billigste Industrieprodukte, die nebenbei überall auf der Welt die eigenständige, heimische, traditionelle Kleiderherstellung kaputt gemacht haben.

Genauso verfahren wir mit der Landwirtschaft der agrarischen Länder. Multinationale Konzerne kaufen oder pachten Land, roden Urwälder. Sie bauen dort Palmöl, Eukalyptusholz, Zuckerrohr, Baumwolle, Tabak und Viehfutter für den europäischen, amerikanischen und chinesischen Verbraucher an. Traditionelle Bauern und Viehzüchter werden vertrieben, noch verbliebene Stammeskulturen ausgelöscht. Bauern bekommen keine reellen Preise mehr für ihre Güter, ebenso wenig Weber und Schneider, die mit dem Weltmarkt, z.B. der Billigtextilien, konkurrieren müssen. Ihr Land produziert Viehfutter für europäische Fleischesser, statt Nahrung für Afrikaner und Indonesier, oder Palmöl und Alkohol für Industrieanlagen und Motoren der Industriestaaten, während die kleineren Bauern und Händler kaum noch in der Lage sind, Benzin und Diesel für ihre Trecker, Fahrzeuge und Maschinen zu bezahlen, selbst wenn in ihrem Land Öl gefördert wird.

So kommt es zu Armut, zu Dürre, zu Landvertreibung, zu Kriegen und wir sehen die Mütter im Fernsehen mit ihren verhungernden Babys auf dem Arm in Flüchtlingslagern, die resignierten Alten, die auf der Erde sitzen, die Massengräber, die Kindersoldaten, die Soldateska und unsere hilflosen Eingreiftruppen gegen weltweiten Terrorismus. Aber täuschen wir uns nicht. Das Schicksal, das wir anderen immer noch bereiten in unserer vermeintlichen kulturellen Überlegenheit, bereiten wir in wenigen Generationen auch unseren eigenen Gesellschaften. Müttertage werden es nicht verhindern. Schlechtes Gewissen wird es nicht verhindern. Entwicklungshilfe wird es nicht verhindern. Katastrophenschutz und weltweite Militäreinsätze werden es nicht verhindern.

Michael
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Sonntag, 26. Mai 2013, 14:25

Frühlingssinne

Wind rauscht
durch Blätter
und Zweige.
Manchmal fällt
ein Sonnenstrahl
durch das Geäst.
Neben mir liegt
mein weißer
Schäferhund.
Dann setzen wir
unseren Weg fort
beim Zwitschern
der Vögel im
knirschenden Kies
und mit lauten
Gedanken.
Sie summen
eine neue Melodie:
Himmel und
Erde klingen
und mitten darin
ist ein Sirren
im Kopf,
ein Kribbeln
im Bauch und
im Becken.
Federnde
Schritte führen
über den
Geruch
feuchter Erde
zwischen zwei
Unendlichkeiten.
Und das Herz
beginnt zu
singen.
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)

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110

Donnerstag, 6. Juni 2013, 00:01

Die Gartenbank

Hinter der Hecke
auf meiner Bank
träumend versunken
weckt Windhauch mich,
als er mit Blättern
flüsternd mich bestreicht.
Lerchengesang weht
durch mein Haar und
im wilden Garten
schüttelt der Wind
die Apfelblüten
auf meinen Schoß.
Die Schwalbe berührt
in schnellem Flug
den Wasserspiegel;
die Ente schaut
nicht einmal auf.
Die Wolken lassen
das Blau hinunter
blicken und mich
hinauf schauen,
dem Himmel ins Aug'
hinein zu sehen,
in's rötlich Milde
des Abendsonnenscheins.
Den Weg sprenkelnd
über Kiesel schimmernd,
finden die Strahlen
durch Heckenzweige
ihren Weg zu mir.
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)

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Samstag, 22. Juni 2013, 14:27

Jahres - Zeiten - Wende

Wir haben Sommer. Und was war das für ein Beginn in diesem Jahr um den gestrigen 21. herum? Stürme, sintflutartige Regenfälle, Hagelschauer, Gewitter... Alles schien in Aufruhr zu sein. Doch nicht nur im Außen um die Sommersonnenwende herum. Auch im Inneren der Menschen schienen die Aufregungen immer mehr zuzunehmen. Immer mehr spielten ernsthaft verrückt und mussten sich helfen lassen. Die Dienste wurden sehr anstrengend. Auch im eigenen Inneren lieferten sich widerstrebende Gefühlszustände ein Schaulaufen. Und selbst die unbelebte Materie spielte mit und spiegelte die belebten energetischen Abläufe, z.B. die Dinge ihre Besitzer. Bei meinem Auto war das gestern so.

Ich habe das schon zu verschiedenen Gelegenheiten gemerkt. Mich spiegeln nicht nur die Menschen um mich herum sondern oft auch die Technik, mit der ich offenbar verbunden bin. Ganz stolz war ich, gestern alles pünktlich auf die Reihe bekommen zu haben vor dem großen Abi-Ball des mittleren Sohnes: Patienten versorgt, eben noch das Pferd umgestellt, die älteste Tochter schnell noch beim Bahnhof aufgelesen und nun ging's nur noch darum, rechtzeitig zum Umziehen zurück sein! Und genau da bleibt auf dem letzten Kilometer mein treuer, zuverlässiger (?) kleiner Lada Niva stehen. Der Motor ging einfach aus und ließ sich nicht mehr starten, ganz offensichtlich ein elektrischer Übertragungsfehler. Ich wusste ja: Sonnenwinde, 21.6., (Ge-)Zeitenwechsel... na ja

So ein Sch...., dachte ich zunächst, blieb aber merkwürdig ruhig, wo ich früher geflucht hätte. Ich habe mich nach schnell Hause abschleppen lassen, den Fehler oberflächlich untersucht, Kontakte abgezogen und mit Kriechöl versorgt, weil ich morgens durch riesige Wasserpfützen gefahren bin, die ein Geländewagen aber locker schaffen muss... Doch der Wagen sprang nur kurz an und ging gleich wieder aus. Es half also erstmal nichts in dieser dualen 3D und 4D-Welt aus lauter Raumzeitfallen. Also blieb nur, das Auto abzustellen, sich umzuziehen und so schnell wie möglich ab in die Feierhalle mit einer guten Portion Stresshormonen zu hetzen. Alles haben wir gerade so geschafft und hatten doch noch ein gutes Zeitpolster. Die Dimensionen wurden wieder weiter, der Stress weniger, die Entspannung kehrte zurück, die 5. Dimension kündigt sich an.

Ich hatte viel Zeit, zu schauen, zu hören, zu genießen: Glückliche junge Leute mit ihrem Abitur in der Tasche, stolze Eltern, zufriedene Lehrer, erfreute Veranstalterinnen, die sahen, wir gut ihr Fest angenommen wurde... Auch für diese Menschen begann an diesem Abend ein toller Sommer und eine neue Zeitdimension mit neuen Herausforderungen. Sie drehten sich im Tanz, genossen Essen und Trinken, Gespräche, Anekdoten, Ehrungen, ihre Familien. Ich habe Bälle früher nicht so genossen, jetzt aber schon, sogar das Tanzen, die schicken Klamotten, die prächtig heraus geputzten Menschen. Ja, die neue Dimension des Fühlens scheint schon ein wenig begonnen zu haben, jedenfalls für mich.

Und für mein Autoproblem dachte ich nur: Die Werkstatt und den ADAC konsultiere ich morgen, aber vermutlich hat der Wagen die merkwürdige Macke genauso vergessen, wie sie gekommen ist. Und so war es auch. Ich konnte ihn heute morgen mehrfach starten und wegfahren. Die Auskünfte, die ich zuvor von meiner Werkstatt erhalten hatte, hörten sich auch nur teilweise logisch, teilweise unlogisch an. Egal, es funktioniert gerade. Dennoch weiß ich natürlich nicht, wann mich dieses sensible Fahrzeug wieder durch Funktionsverweigerung spiegelt und ich lade sicherheitshalber die Batterie (in jeder Beziehung), da ich gestern zuviel gekurbelt habe...

Klar ist jedenfalls: Wir gehen sehr spannenden Zeiten entgegen, in denen viel Gegensätzliches und auch sehr viel Dunkles und Angsteinflößendes noch einmal auftauchen werden, in uns selbst, in unseren Beziehungen, in unseren Gesellschaften und die Klimakapriolen, zum Teil durch menschlich verursachte Umweltsünden mit verursacht, spiegeln das ebenfalls. Es sind manchmal sehr harte Gegensätze, die für enorme Spannungen sorgen werden, auch in der Politik: Verschärfungen, Radikalisierungen, Ideologien und Fundamentalismen treten noch einmal sehr krass und teilweise unheilvoll und gewalttätig auf die Bühne. Es geht um's Geld derjenigen, die noch etwas oder immer mehr haben und am Ende geht es um's Ganze, um die nackte Macht und das Überleben derjenigen, die sich für Eliten halten und zwar nicht nur in Syrien, in Russland, China, dem Iran oder den USA.

Wahnvorstellungen werden wieder kollektiv empfunden und ausgekämpft. Ideologien beanspruchen wieder alle Wahrheit für sich. Die Leute glauben an apokalyptische Visionen und realisieren sie dann selbst in einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung ihrer ausufernden Angstvorstellungen. Auch die zu Rettern und Engeln ernannten Führer verschiedener Völker und Staaten, "Große" wie Obama oder Putin oder "Kleine" wie Erdogan, Kim Jong-un, Chamenei oder Netanjahu oder die Mittelführer wie Hollande oder Merkel radikalisieren sich oder erleben ihre Götterdämmerung oder Entzauberung. Sie enttäuschen oder versuchen sich wegen eigener und kollektiver Paranoia noch mal als Dämonenaustreiber und große Kriegsherren. Sie verkleinern die Visionen ihrer Völker von der Freiheit und verkaufen ihnen wie Obama ein kleines Eigenheim und Schulbildung für den "American Dream". Das hatten schon die Blut-und-Boden-Philosophen des Dritten Reiches drauf: ein Häuschen im Osten oder einen Erbhof. Allerdings hatten diese Dunkelmänner weniger militärische Macht, weniger Geld, weniger elektronische Überwachungstechnik, nur die härtere Ideologie. Gestapo und Stasi sind Waisenknaben gegen die heutigen Schlapphüte.

Unsere Aufgabe, ist, mit diesen Dimensionen nicht mehr mit zu schwingen und sie nicht zu füttern, sondern zu durchschauen und die inzwischen liebevoll erfahrbaren aufsteigenden Dimensionen für uns und andere immer fühlbarer zu machen und eher wie eine Kläranlage zu arbeiten, statt mit der Eigenproduktion von fragwürdigen Energien zur Polarisierung auch noch beizutragen, die wir an sich sowieso nicht durch die herkömmlichen Vorstellungen und Rezepte aus dem Handwerkskasten der Dualität verhindern können. Ich weiß, dass ich mich in Rückfällen von Schmerz, Trauer und Verzweiflung über dunklen, schmerzhaften Erfahrungen von Menschen unter Menschen in dieser Dimension immer wieder zu einem sehr kämpferischen, manchmal ironischen und sarkastischen Stil hinreißen lasse. Es ist auch nicht ganz einfach, dem immer wieder zu widerstehen, denn das, was man uns heute wissen lässt, auch durch "Verräter" wie Wikeleaks", bereitet die Bevölkerung nur für noch größere Scheußlichkeiten vor, die existieren, aber noch nicht bekannt gemacht worden sind. In der Denkweise der Dualität ist alles schlimmer: z.B. gibt es keine wirksame Demokratie und Freiheit und wenn Du nicht aufwachst, nicht mal in Deinem Kopf.

Doch Sarkasmus ist nur eine vorübergehende ambivalente Reaktion in einer bipolaren Welt mit kurzfristigen Energiegewinn, der in der Ambivalenz sofort wieder vernichtet wird. Daher arbeite ich am Ende immer wieder an der Versöhnung dieser Polaritäten durch geduldige Synthese, Aufstieg, Transzendenz. Von manchen sehr negativen Nachrichten halte ich mich bewusst fern. Manche schmerzlichen Botschaften kann ich durch den Herzraum gleiten lassen und trotz trauriger Empfindungen mit liebevollem Mitgefühl einhüllen. Das hängt ein wenig von meinem persönlichen Energielevel ab. Man könnte es liebevolle Herzarbeit nennen oder anders, das ist egal. Es gibt Leute, die sich von den Kristallmenschen inspirieren lassen oder sich als Lichtarbeiter sehen und es gibt moderne Mystiker aus allen spirituellen Traditionen. Die Namen sind nicht von Bedeutung, auch nicht, ob dieses fühlende und achtsame Engagement religiös oder spirituell begründet wird.

Das Was und Wie ihres Denkens, Fühlens und Handelns von immer mehr Menschen tritt in Wandlung und vermag dann mehr, als uns die Dualität in der Regel vorgibt, an die wir dann nicht mehr sklavisch gebunden sind, wenn wir uns bewusst für diese frei werdenden Möglichkeiten entscheiden. Das bedeutet die Zeitenwende, von der in den Esoterikforen seit Langem die Rede ist und die im letzten Jahr deutlicher spürbar wurde und nun in verschiedenen Anzeichen und Begebenheiten immer sichtbarer hervortritt. Andere nennen es einen Bewusstseinssprung, der sogar Maschinen erfassen kann, z. B. Computersysteme und das Internet...

Michael
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112

Freitag, 6. September 2013, 19:35

Septemberabend

Ein leichter Windzug
streichelt mich sanft
und lässt mich an diesem sommerlichen Abend,
voller Dankbarkeit
meinen blühenden Garten geniessen.

113

Freitag, 6. September 2013, 22:27

In der Ferne sind Stimmen zu vernehmen,
die geschäftigt den Tag ausklingen lassen.
Die Grillen zirpen ihr Lied
und begrüssen die Nacht.
Die Kerzen spenden durch ihr Licht Gemütlichkeit,
die Sterne erhellen meine Gedanken.
Dieser Abend berührt mein Herz,
ich komme zur Ruhe.

114

Samstag, 7. September 2013, 13:20

Die Abende werden länger,
die Tage dadurch kürzer.
Jeder sommerliche Augenblick
gilt es für mich auszukosten
und habe ich mich davon satt probiert,
kann ich mich zufrieden
auf die bunte Vielfalt des Herbstes freuen.

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115

Samstag, 7. September 2013, 17:00

Verschwommen

Spätsommerregen
nässt meine Notizen,
weicht sie ein,
Sätze quellen auf
wie dicke Würmer
und Worte schwimmen
als Buchstabentropfen
für immer davon.
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116

Sonntag, 8. September 2013, 15:53

Das Netz der Spinne ist benetzt
von lauter kleinen Tropfen
und dadurch
für Opfer sichtbar geworden.
Für sie sicherlich ein erfreuliches Erlebnis
inmitten des Regens.

117

Mittwoch, 11. September 2013, 21:26

Zeit

Zeit für euch
Zeit für dich
Zeit für mich.
Die Stille, den Nebel, den Mond
und die Geräusche der Nacht,
lade ich bei Kerzenschein ein,
an meinem Tisch Platz zu nehmen.

118

Montag, 16. September 2013, 21:17

Sehnsucht

Kannst du ihn jetzt auch sehen,
den wunderschönen Mond?
Wie er in seinem Glanz erstrahlt,
sein Licht mich erhellt
er erscheint so nah und greifbar
und ist doch so weit entfernt.
Er ist weise geworden,
von dem was er in all den jahrtausenden sah,
liebende, die sich bei seinem Anblick
vor Sehnsucht verzerrten.
Siehst du ihn auch,
den Mond?

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119

Dienstag, 17. September 2013, 00:32

Mondspiegel: ich bin es selbst.

Kannst du ihn jetzt auch sehen,
...
Er ist weise geworden,
von dem was er in all den jahrtausenden sah,
liebende, die sich bei seinem Anblick
vor Sehnsucht verzerrten.
Siehst du ihn auch,
den Mond?


Den Wald fliehend,
raschen Schrittes,
die verzerrten
dunklen Schatten
vorm Angesicht,
schleicht Todesfurcht
hinter mir her,
als das Mondlicht
mich liebevoll
und sanft bestreicht.
Meinen Dämon
weich einhüllend,
zeigt es mir mein
wahres Gesicht:
Ich bin es selbst!
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)

120

Mittwoch, 18. September 2013, 21:49

Stille Sehnsucht

Stille Sehnsucht,
leise, behutsam, zärtlich
ergreift sie mich.
Wonach?
Lebendigkeit?
Abenteuer?
Unvernunft?
Seelenheil?
Träume zu leben?
Leidenschaft zu erleben?
Ich spüre einen Windzug,
mich fröstelt es,
ich gehe wieder heim.