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1

Donnerstag, 1. Dezember 2005, 00:59

Soziales Lernen mit Papa

Weil Väter in unserer Gesellschaft oft zu wenig Zeit für den Nachwuchs haben, müssen sie auf das Zusammensein mit den Kindern nicht verzichten. Da ich das Einkaufen in meiner Alltagsroutine zu meinen Pflichten erklärt habe, nehme ich die Kinder oft mit. Eigentlich schleife ich sie zu fast allen Gelegenheiten mit. Die drei Großen kommen freilich nur noch mit, wenn es sicher etwas abzustauben gibt. Als die Älteste mich mit dem Ansinnen überraschte, mit mir in die Stadt zu wollen, ging es um einen modischen Mantel, den sie spendiert haben wollte.

Ohne große Wahl werden die sechsjährigen Zwillinge nach dem Hort zweimal in der Woche durch die Läden geführt und natürlich bleibt oft eine Kleinigkeit bei ihnen hängen. Den Markt am Sonnabend finden sie noch an sich ganz interessant. Nun haben die Kinder eine neue Bewährungsaufgabe selbst entdeckt. Seitdem sie zu schreiben und lesen beginnen, studieren sie Zahlen und Kassenbelege. Neuerdings haben sie des öfteren eine Freundin im Schlepptau, die schon die zweite Klasse besucht und schon Vieles Lesen kann. Dann geht es darum, neben dem Familieneinkauf auch die Teezeit oder das spezielle Abendessen mit der Freundin zusammen einzukaufen.

Ein paar mal überraschten mich die Jüngsten mit dem Gedanken, dass sie jetzt ganz selbstständig mit Hilfe eines von mir zuvor geschriebenen Einkaufszettel einen eigenen Wagen beladen, zur Kasse fahren, ab- und aufladen und bezahlen wollen. Eigentlich sollte ich gar nicht in den Laden mitkommen, sondern draußen warten, aber ausnahmsweise werde ich für einige eigene Spezialeinkäufe geduldet, die aufzuschreiben zu kompliziert wären und weil ich doch noch ab und zu angefragt werde.

Auf jeden Fall haben die drei Mädels eine Menge Spass und sind sich ihrer Wichtigkeit sehr bewußt. Bestimmte Wahlen treffen sie dann auch ganz alleine. Auch dass alles dreimal so lange dauert, früher oft Anlass zu heftigeren Äußerungen von Ungeduld oder Getobe, macht ihnen jetzt nichts mehr aus und ich erfreue mich an dem Anblick und habe viel mehr innerliche und äußerliche Ruhe, als bei einem schnellen Stresseinkauf. Auch Umstehende bemerken das Treiben und beobachten es zum Teil amüsiert und wohlwollend. So scheint dies eine Quelle sozialen Lernens mit und von Papa zu sein... Und Ängstlichkeit habe ich auf diesem Gebiet schon lange nicht mehr bei den Kindern beobachtet.

LG, Michael
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2

Donnerstag, 1. Dezember 2005, 01:30

Lieber Michael

Das klingt sehr gut, wenn ich bedenke was ich immer für dramatische Szenen zwischen Eltern und Kindern beim einkaufen erlebe.

Ich habe als meine Kinder klein waren versucht das Einkaufen zur gemeinsamen Aufgabe zu machen, also schon den Einkaufszettel mit ihnen zusammen aufzustellen und sie dann im Laden loslaufen zu lassen, um dieses und jenes herbeizuschaffen. Mit dem Ältesten hat das perfekt geklappt, die beiden Jüngeren flippten jahrelang an der Kasse trotzdem aus, wenn sie konfrontiert waren mit den ganzen Süssigkeiten und Kleinspielwaren, die auf Kinderaugenhöhe angeboten wurden. Das änderte auch nichts daran, dass wir Süssigkeiten kaufen eingeplant hatten und diese schon im Einkaufswagen lagen. Sie wollten dann einfach Dieses UND Jenes, den geplanten Einkauf und das, was ihnen zum Schluss noch verlockend in die Augen sprang. Es hat Jahre gedauert bis sie fähig waren ohne Frust aus einem Laden herauszukommen.

LG
Bea
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3

Donnerstag, 1. Dezember 2005, 01:46

Kinderfrust an der Ladenkasse

Zitat

Original von Bea
die beiden Jüngeren flippten jahrelang an der Kasse trotzdem aus, wenn sie konfrontiert waren mit den ganzen Süssigkeiten und Kleinspielwaren, die auf Kinderaugenhöhe angeboten wurden. Das änderte auch nichts daran, dass wir Süssigkeiten kaufen eingeplant hatten und diese schon im Einkaufswagen lagen. Sie wollten dann einfach Dieses UND Jenes, den geplanten Einkauf und das, was ihnen zum Schluss noch verlockend in die Augen sprang. Es hat Jahre gedauert bis sie fähig waren ohne Frust aus einem Laden herauszukommen.

LG
Bea


Na klar, Bea, diese Lust auf Auslagen kenne ich auch und manchmal war ich auch schon ganz schön genervt. Aber ich finde es immer wieder erstaunlich, wie gut es klappt. Mehr als ein, zwei Kleinigkeiten gibt es nicht und in der Regel können sie ein Nein vertragen. Ich weiß gar nicht, ob es zumindest bei den Zwillingen an der Autorität liegt oder nicht mehr daran, dass sie prinzipiell noch recht positiv in die Welt blicken und auch das sehen können, was sie haben und nicht nur das, was sie nicht haben, sodass Frust und Zorn auch von kurzer Dauer sind.

LG, Michael
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4

Donnerstag, 1. Dezember 2005, 02:00

Lieber Michael

Ich habe bei meinen beiden Jüngeren oft gedacht, dass ihr Verhalten wirklich ihre Art spiegelt, wie sie eben sind und im Leben stehen. Meine Tochter wird auch heute noch von spontanen Ideen überwältigt und es kostet sie einigen Aufwand diese dann zu sortieren und zu entscheiden. Mein Jüngster hingegen hat sich nach der Pubertät völlig verändert. Davor konnte ihn eine Kleinstigkeit kippen von fröhlich zu völlig frustriert - wir haben da jeweils von "Weltuntergangsstimmung" und "sterbender Schwan" gesprochen, um nicht allzu genervt zu sein. Dieses Verhalten ist nach der Pubertät völlig verschwunden. Jetzt ist er ruhig und überlegt und es dauert lange, bis er ausflippt. Seine beiden älteren Geschwister haben sich bei weitem nicht so stark verändert nach der Pubertät.

LG
Bea
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5

Donnerstag, 1. Dezember 2005, 09:52

RE: Soziales Lernen mit Papa

Zitat

Original von Michael
Weil Väter in unserer Gesellschaft oft zu wenig Zeit für den Nachwuchs haben, müssen sie auf das Zusammensein mit den Kindern nicht verzichten. Da ich das Einkaufen in meiner Alltagsroutine zu meinen Pflichten erklärt habe, nehme ich die Kinder oft mit. LG, Michael


lieber michael,

das finde ich prima. da ich aus gesundheitlichen gründen NICHT einkaufen gehe und auch bei uns der göttergatte dies übernimmt, schleppt er unsere ebenfalls immer mit. und die beiden genießen das. es gibt zwar immer mal wieder gemosere ... da geht es jedoch nicht um irgendwas, was sie kaufen will o.ä. !! sie rennt quer durch den großen supermarkt und geht dann auch mal kurzfristig verloren. mein gatte ist ein solch´ "cooler typ" :D , den bringt nichts aus der ruhe. bei mir sähe das GANZ anders aus ... somit haben alle einen vorteil.
die arbeitszeiten sind wirklich nicht mehr ohne -- adjeu du 38-stunden-woche, hallo 42-stunden. dann noch vermehrte fahrzeit durch umzug des amtes ... täglich + mind. 1 stunde. da geht viel zeit mit kind verloren.
geplant war bei uns "teilung der arbeitszeit" ... d.h. göttergatte 1/2 und ich die andere 1/2, da wir arbeitskollegen waren - kein problem. aber meistens kommt es anders als man denkt.
wir verbringen aber auch viel zeit zu dritt. da töchterchen immer bis minimun 23 h wach ist (keine ratschläge hierzu - es IST eben so :D schon alles probiert !!!), haben wir immer einen laaaangen familienabend. so kommt auch die papa-tochter beziehung nicht zu kurz.

LG*susa
"Eine Erfolgsformel kann ich den Menschen nicht geben, aber ich kann ihnen sagen, was zum Misserfolg führt: der Versuch jedem gerecht zu werden."

Herbert Bayard Swope

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6

Donnerstag, 1. Dezember 2005, 10:12

RE: Soziales Lernen mit Papa

Liebe Susa

Zitat

Original von susa
sie rennt quer durch den großen supermarkt und geht dann auch mal kurzfristig verloren. mein gatte ist ein solch´ "cooler typ" :D , den bringt nichts aus der ruhe. bei mir sähe das GANZ anders aus ... somit haben alle einen vorteil.


Bevor mein Jüngster gehen konnte, da dachte ich immer, es würde an den doofen, unaufmerksamen Müttern liegen, wenn mal wieder ein Kind als "verloren" ausgerufen wurde. Danach wurde ich eines Besseren belehrt. Ihr kennt bestimmt alle diese Comicfiguren aus den Trickfilmen, die, die schon rennen bevor sie die Füsse auf dem Boden haben? Mein Jüngster war so eine "Comicfigur". Sobald man den hingestellt hat ist er ohne zu überlegen losgesaust in irgendeine Richtung. Fünf Sekunden genügten um ihn zu verlieren.

Bis er ins "vernünftige" Alter von ca. 4 Jahren kam, stand ich dauernd unter Strom, um ihn nur ja keinen Moment aus den Augen zu verlieren. Von wegen, Kinder würden sich nur auf eine bestimmte soziale Distanz von der Mutter entfernen! Wer in jenen Jahren x-mal den Tränen nah war, weil ich ihn wieder verloren hatte, das war ICH und nicht etwa er!

Übrigens konnte er mit gut 5 Monaten bereits robben und auch da ist er strikt geradeaus gerobbt. Nur war da seine Geschwindigkeit noch so gemässigt, dass man ihn nicht gleich aus den Augen verlor. Sobald er so knapp stehen konnte hatte er den Bobbycar entdeckt und damit so ca. alle 3 Monate ein Paar Schuhe abgewetzt. Während andere Mütter gemütlich plaudernd am Sandkasten sitzen konnten, habe ich Kilometer abgespult auf unserer Spielstrasse, weil ich sein Auto am Ende jeweils wenden musste. So haben wir die Nachmittage verbracht. :-) Wir haben jeweils gewitzelt es wäre spannend herauszufinden wo er landen würde, wenn ihn mal niemand drehte.

LG
Bea
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ABRAHAM - HICKS

7

Donnerstag, 1. Dezember 2005, 15:12

Ein tolles Thema!
Ich "verteile" die Aufgaben beim gemeinsamen Einkauf sehr gern und kann mich dann freuen, wie stolz die Kleinen (5 und 3) sind.
Es giebt doch diese Kinderkörbe (geniale Erfindung), damit fahren sie dann los und die Einkäufe werden auf unsere Körbe verteilt. Das dauert an der Kasse länger, stört mich aber gar nicht.
Und ein Blick von mir in die Runde hat bisher noch jeden Kommentar dazu im Keime erstickt :)) .
Das Thema Süssigkeiten wird schon vor dem Supermarkt ausdiskutiert, wir haben da keinen Stress mehr im Laden. Außerdem kaufe ich schon von mir aus meistens ne Kleinigkeit.
Natürlich ist das Angebot manchmal zu verlockend, aber ein Nein giebts von mir ganz selten. Dafür sind sie einfach zu lieb beim Einkaufen.

LG Alfred
Ein Leben das am Ende beginnt, ist ein guter Anfang.

8

Donnerstag, 1. Dezember 2005, 20:27

Ja, das ist ein nettes Thema

auch soziales Lernen mit "Mama" geht. Ich gehe für mein Leben gerne Samstags in die Ciy- ich finde das soooo schön dort- die Kinder kennen das von klein auf, da ich sie früher im Tragetuch oder später auf dem Fahrrad immer dabeiu hatte
heute geht das er nach "Bedarfsanalye" und "Einschätzung der Spendierlaune", also je nach Bedarf der modischen Klamotten, aber auch nach Lust und Laune, gehen ein oder beide mit- manchmal gehe ich auch alleine

den Gemüsemarkt lieben sie derzeit gar nicht mehr, dafür die Modegeschäfte- trotzdem kann auch ich unter kritischer Beratung modisch-kundiger junger Damen meine Sachen kaufen. ( und manchmal bin ich für die Beratung sooo dankbar, da sie mal neue Ideen in meinen Kleiderschrank bringen)

Das ist ein sehr schönes Ritual zum Wochenendbeginn.

Mit dem alltäglichen Einkauf im Supermarkt habe ich allerdings in meiner längjährigen Erziehungspraxis wenig Erfolge erzielt, hier hilft heute nur: wenn der Kühlschrank leer ist, füllt er sich nicht von alleine
oder: klarer deutlicher Ansage der Mithilfe- manchmal auch unter Androhung "harter Konsequenzen"

... na dann wartet mal, bis Eure Kleinen größer sind....

lg Lina