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1

Dienstag, 22. November 2005, 21:59

Politik - Macht - Gefühle: Zur Wahl von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin

Meine Lieben,

heute ist für die Deutschen etwas Neues geschehen, was sich in der politischen Landschaft Viele nicht recht vorstellen konnten: Eine nur 51 jährige ostdeutsche Wissensachftlerin, Frau Dr. Angela Merkel, wurde als erste Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland von CDU- und SPD-Bundestagsabgeordneten gewählt. Die Tatsache, dass einmal eine Frau aus dem Osten Kanzlerin geworden ist, begrüße ich sehr und in diesem Sinne meine herzlichen Gratulationen! Andere Staaten hatten das schon längst, Frauen in höchsten Staatsämtern. Nun leisten wir uns mal den Versuch.

Dass ein Familienvater lieber eine Familienmutter an der Spitze der Regierung gesehen hätte und dass mir das konservative Parteibuch nicht gefällt, steht auf einem anderen Blatt. Dass es für die Ärmeren in unserer Gesellschaft, die Kinder und die alleinerziehenden Eltern oder die weniger gut situierten Familien immer schwieriger wird und sie von einer CDU-SPD-Regierung, die an den sozialen Ausgaben sparen will, nicht viel Gutes zu erwarten haben, kritisiere ich nachdrücklich! Man wird nicht umhin kommen, den Regierenden ständig mit den Fragen der Frauen, der Kinder, der Familien, der Armen in den Ohren zu liegen.

Dies ändert nichts daran, dass ich mit Bewunderung und Respekt gesehen habe, wie sich die Hauptverhandlungsführer, insbesondere Angela Merkel und Matthias Platzeck, der eine sehr gute Rede zum Tag der Deutschen Einheit gehalten hatte, freundlich, lächelnd und sachlich um ein hohes Maß an Gemeinsamkeiten bemüht haben. Das ist etwas, was ich manchmal im Kleinen vermisse. In den letzten Tagen sah man Herrn Platzeck, besonders aber Frau Merkel viel freundlicher lächeln. Sie hat es erstmal geschafft. Auch Gerhard Schröder hat es nach all dem "Klamauk" und "Gedöhns" noch geschafft, einen würdigen und gefühlvollen Abgang hinzubekommen, der sogar ihn zu Tränen rührte. Na, wenn da nicht Gefühle statt Macht zu sehen waren... Hoffen wir's Beste, auch für einen gefühlvollen Umgang mit den Schwächeren in dieser Gesellschaft!

LG, Michael
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)

2

Dienstag, 22. November 2005, 23:53

RE: Politik - Macht - Gefühle: Zur Wahl von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin

Die haben allen Grund zum lächeln, nach dem in den zwei großen Volksparteien man es eher vor sah, die Eitelkeit zu pflegen. (Die Grauen Schläfen, Weibergeschichten und so.)
Platzeck mußte sein, schließlich hat er schon viele Erfahrungen in Sachen Elbe und Oderhochwasser gesammelt.
Den Deutschen steht das Wasser bis zur Kinnlade, da brauch man Experten.

Na und Angie kickt doch männlich Wessi der Konservative einfach so weg.(Stoiber, März, Kohl)
Beide sind aus dem Osten, ich auch, weißt das jemand, schon hier.

In der Spiritualität gibt es doch dem Satz, wie im Großen so auch im Kleinen. Oder habe ich hier was verwechselt ?( ?(

Tschüß Heike :cool

P.S. die Sonderausgabe zur Widervereinigung vom Eulenspiegel (Satiere Zeitung des Osten) ist leider vergriffen
Ist vieleicht auch besser so, sonst sitze ich hier morgen alleine im Forum und ihr seit alle ausgewandert.




Zitat

Dies ändert nichts daran, dass ich mit Bewunderung und Respekt gesehen habe, wie sich die Hauptverhandlungsführer, insbesondere Angela Merkel und Matthias Platzeck, der eine sehr gute Rede zum Tag der Deutschen Einheit gehalten hatte, freundlich, lächelnd und sachlich um ein hohes Maß an Gemeinsamkeiten bemüht haben. Das ist etwas, was ich manchmal im Kleinen vermisse. In den letzten Tagen sah man Herrn Platzeck, besonders aber Frau Merkel viel freundlicher lächeln. Sie hat es erstmal geschafft. Auch Gerhard Schröder hat es nach all dem "Klamauk" und "Gedöhns" noch geschafft, einen würdigen und gefühlvollen Abgang hinzubekommen, der sogar ihn zu Tränen rührte. Na, wenn da nicht Gefühle statt Macht zu sehen waren... Hoffen wir's Beste, auch für einen gefühlvollen Umgang mit den Schwächeren in dieser Gesellschaft!
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3

Mittwoch, 23. November 2005, 07:56

Ich sehe Merkel mit mehr als nur gemischten Gefühlen, auch wenn ich selbst "Ossi" bin.
Eine Frau an der Macht zu haben, die 2 Ländern mehr zugetan ist als Deutschland, die Kriegstreibereien ungeprüft unterstüzt und dafür das eigene Land belügt und betrügt... ich kann das nicht begrüßen X( .
Das hat nichts damit zu tun, dass es sich um eine Frau handelt. Was in der Realität im "normalen" Volk abgeht, weiß da oben sowieso keiner mehr. Totaler Realitätsverlust.

LG Alfred
Ein Leben das am Ende beginnt, ist ein guter Anfang.

4

Mittwoch, 23. November 2005, 09:03

Hallo Alfred :gutwer


Nenn mir mal einen, der bei uns an der Macht war und nicht gelogen und betrogen hat.
Der Vorteil einer Wahl ist, man darf sich die Betrüger aussuchen. Selbst wenn wir Ossi, wie früher wählen würden( 99% für eine Partei), hätten wir kaum eine Chance die Mehrheit zubekommen.
So bleibt uns nur der Humor.
Wer weiß was Angie vorhat, vielleicht kickt sie noch den Bush weg, verkehrt kann das auch nicht sein. ;)

Tschüß Heike


Zitat

Original von Alfred
Ich sehe Merkel mit mehr als nur gemischten Gefühlen, auch wenn ich selbst "Ossi" bin.
Eine Frau an der Macht zu haben, die 2 Ländern mehr zugetan ist als Deutschland, die Kriegstreibereien ungeprüft unterstüzt und dafür das eigene Land belügt und betrügt... ich kann das nicht begrüßen X( .
Das hat nichts damit zu tun, dass es sich um eine Frau handelt. Was in der Realität im "normalen" Volk abgeht, weiß da oben sowieso keiner mehr. Totaler Realitätsverlust.

LG Alfred
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5

Mittwoch, 23. November 2005, 11:32

Zitat

Der Vorteil einer Wahl ist, man darf sich die Betrüger aussuchen.


Hallo Heike,

nun hatte das Volk die Wahl. Die Wahl zwischen 2 Betrügern (ich nenn sie Verbrecher). Und hat den schlimmeren gewählt.
Als sie gestern ihren Meineid geschworen hat, bin ich bald zusammengebrochen. Selbst die paar Zeilen musste sie ablesen. Die Lüge war wohl zu heftig, um auswendig gelernt zu werden.

Aber wir lassen das lieber, mein Hals sprengt schon fast den Kragen, so dick ist er.

LG Alfred
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6

Mittwoch, 23. November 2005, 13:36

Statt Fluchen...

Zitat

Original von Alfred

Die Wahl zwischen 2 Betrügern (ich nenn sie Verbrecher). ... Als sie gestern ihren Meineid geschworen hat, bin ich bald zusammengebrochen. Selbst die paar Zeilen musste sie ablesen. Die Lüge war wohl zu heftig ...LG Alfred


Lieber Alfred,

das sind starke Worte. Politiker haben Zorn vielfach und sicher nicht nur ungerechtfertigt auf sich gezogen und mein Aufmerksammachen auf das Besondere, dass eine Kanzlerin gewählt wurde, soll nicht als Zustimmung zu Frau Merkel bzw. ihrer Politik gesehen werden. Ich habe weder sie noch eine große Koalition gewählt und sehe sowohl die pragmatischen als auch die überaus problematischen Seiten daran, wenn eine eigentlich abgewählte Kanzlerin mit einer eigentlich abgewählten vormaligen Regierungspartei gemeinsam sich die Macht teilen.

Die andere Seite der Medaille ist, dass eben die "linke Mehrheit" aus "Linke", "Grünen" und "SPD" nicht wirklich existiert, weil diese Parteien eben nur zum Teil links sind. Es existiert eigentlich ein ziemliches Mittelmass der Angst quer durch alle Parteien und ob die neue Mischung innovative Ideen bringt, die das solidarische Prinzip in einer eigentlich reichen Gesellschaft nicht ad absurdum führen, ist ja wirklich zweifelhaft.

Dennoch würde ich solche Worte wie Verbrecher, Betrüger, Lügner, Meineid nicht unbedingt verwenden. Dein Zorn in allen Ehren, aber was können wir damit letztlich bewirken? Bringt es etwas, Politik und Politiker zu verfluchen?

Wie kann sich Opposition statt eines bloßen Gegenhaltens nun organisieren? Wie können solidarische Werte konstruktiv und aktiv in dieser Gesellschaft weiterentwickelt werden? Sicher müssen Viele Dogmen fallen. Ein ungeschriebenes Dogma war, dass Frauen in höchsten Staatsämtern keine bessere Politik machen können. Wenn man zumindest schon mal sieht, dass sie auch keine Schlechtere machen, könnte man sich ja dann wieder statt nur dem Mann-Frau-Thema in verengter Sicht der Politik an sich zuwenden. Bislang ist aber gerade das Geschlechterthema auch ein Bild für unser Problem, wie wir miteinander verantwortlich und solidarisch umgehen können, unabhängig von Status, Macht, Geld, Stellung, Geschlecht. Dabei kommen wir an den realen Machtfragen genauso wenig vorbei, wie der Feminismus deutlich machen konnte, wie an den inneren Vorurteilen, die letztendlich auch damit zu tun haben, wem ich Macht über mich gebe.

LG, Michael
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7

Freitag, 25. November 2005, 11:03

Eigentlich gehöre ich eher zu denen, wie Alfred.
Nur das er es anders zum Ausdruck bringt.
Die Hoffnung auf eine Starke Linke zusetzten, halte ich persönlich in unseren Zeitalter für eine Illusion.
Erst einmal gibt es hier keine einheitliche, ideolgogische Grundlagebe(bei den Linken).

Wenn sich ein Großteil der Linken nur mal die Mühe machen würde und beim Urvater (Marx) nachlesen würden. Er selber hat oft genung, die damaligen Utopisten kritisiert in der Vorstellung von einen bessern und gerechten Staatsformen.
Viele seiner Grundlagen( des Marktes) haben heute noch ihr Gültigkeit.

Wie leben zur Zeit in einem Weltsystem, "der Stäkere überlebt", dieses Prinzip gilt auch auf der Staastebene, und zieht sich runter bis auf dem Arbeitzplatz.

Somit ist das Gerede von Solidargemeinschaft, nur faule Fassade. Weder bin ich eine Solidargeminschaft oder ich habe Marktwirtschaft, eins schließt das andere aus.

Tschüß Heike
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8

Montag, 9. April 2007, 08:28

Chatten mit Angie? Oder doch nur eine gepflege eMail an Frau Dr. Merkel, die Bundeskanzlerin

Zitat

Original von Michael
...Politiker haben Zorn vielfach und sicher nicht nur ungerechtfertigt auf sich gezogen und mein Aufmerksammachen auf das Besondere, dass eine Kanzlerin gewählt wurde, soll nicht als Zustimmung zu Frau Merkel bzw. ihrer Politik gesehen werden. Ich habe weder sie noch eine große Koalition gewählt und sehe sowohl die pragmatischen als auch die überaus problematischen Seiten daran, wenn eine eigentlich abgewählte Kanzlerin mit einer eigentlich abgewählten vormaligen Regierungspartei gemeinsam sich die Macht teilen.

Die andere Seite der Medaille ist, dass eben die "linke Mehrheit" aus "Linke", "Grünen" und "SPD" nicht wirklich existiert, weil diese Parteien eben nur zum Teil links sind. Es existiert eigentlich ein ziemliches Mittelmass der Angst quer durch alle Parteien und ob die neue Mischung innovative Ideen bringt, die das solidarische Prinzip in einer eigentlich reichen Gesellschaft nicht ad absurdum führen, ist ja wirklich zweifelhaft.

Dennoch würde ich solche Worte wie Verbrecher, Betrüger, Lügner, Meineid nicht unbedingt verwenden. Dein Zorn in allen Ehren, aber was können wir damit letztlich bewirken? Bringt es etwas, Politik und Politiker zu verfluchen?

Wie kann sich Opposition statt eines bloßen Gegenhaltens nun organisieren? Wie können solidarische Werte konstruktiv und aktiv in dieser Gesellschaft weiterentwickelt werden? Sicher müssen Viele Dogmen fallen. Ein ungeschriebenes Dogma war, dass Frauen in höchsten Staatsämtern keine bessere Politik machen können. Wenn man zumindest schon mal sieht, dass sie auch keine Schlechtere machen, könnte man sich ja dann wieder statt nur dem Mann-Frau-Thema in verengter Sicht der Politik an sich zuwenden. Bislang ist aber gerade das Geschlechterthema auch ein Bild für unser Problem, wie wir miteinander verantwortlich und solidarisch umgehen können, unabhängig von Status, Macht, Geld, Stellung, Geschlecht. Dabei kommen wir an den realen Machtfragen genauso wenig vorbei, wie der Feminismus deutlich machen konnte, wie an den inneren Vorurteilen, die letztendlich auch damit zu tun haben, wem ich Macht über mich gebe.


Lieber LeserInnen,

nun ist Frau Dr. Merkel schon eine ganze Zeit lang Bundeskanzlerin und aus der ostdeutschen Kohl-Protégée ist eine international viel beachtete Regierungschefin geworden. Im Inland kennt man sie als medienwirksam Fußballbegeisterte und dass "wir Papst sind" (BILD-Zeitung zur Beförderung des deutschen Kardinal Ratzinger zum Papst Benedikt XVI.: "Wir sind Papst"), hat "Angie" auch sichtlich erfreut - also eine durchaus menschliche Dame mit durchaus menschlichen Schwächen. Macht sie das sympathischer, zumindest bei uns? Keine Frage, Benedikt XVI. hat in der Türkei sicher derzeit mehr Sympathien gerissen, als die Türkei-EU-Beitrittsskeptikerin Merkel, doch der Papst wäre wohl auch nicht für einen türkischen EU-Beitritt, ohne dass die Muslime die Hagia Sophia in eine Kathedrale zurückverwandeln - nur sagt er es diesmal vielleicht nicht so direkt...

Nun, ob Euch Frau Merkel nun sympathischer geworden ist oder nicht, ob Euch ihre Regierungsbilanz in irgendeiner Weise überzeugt, ob ihre Politik wirklich zum sozialen Frieden in Deutschland und der Welt beigetragen hat, oder zum Sinken der Kinderarmut in Deutschland und ob die umweltpolitischen Worte auf den internationalen Klimakonferenzen aus den Politikermündern wenigstens das Wert sind, was an Methan (Klima-Killer-Gas wie CO²) den Darmausgang derselben wieder verläßt oder auch was Euch an der "Gesundheitsreform" und der "Mehrwertsteuer" (SPD im Wahlkampf vor der big Umfalle: "Merkel-Steuer") aufstößt, ohne dass Ihr Euch die Säureblocker für Euren Magen noch leisten könnt, dass könnt Ihr nun unserer ersten bundesrepublikanischen Bundeskanzlerin in ein eigens von innovativen Studenten geschaffenen Internetstammbuch mailen - und auf Antwort hoffen.

Denn wie bei "DSDS" ("Deutschland sucht den Superstar", zur Erinnerung Bundepräsident Scheel sang "hoch auf dem gelben Wagen", andere Spitzenpolitiker sinken nur in den Umfragewerten) können die eMail-Schreiber in dem Portal www.direktzurkanzlerin.de "voten" und die drei Anfragen, die die Besucher dieser website am besten fanden, würden vom Bundespresseamt beantwortet werden. Und wer keine Antwort erhält und sich auch nicht sicher sein kann, dass Fr. Dr. Merkel diese Leserbriefchen in ihrer Freizeit selber liest, kann sich auch an den Internetdiskussionen freuen, denn man wird zumindest in diesem Portal eingeladen, seinen eigenen Senf zu den Fragen zu schreiben. Tja, und ein Exportschlager soll dieses Erzeugnis findiger Studenten deutscher Hochschulen (mit Multi-Kulti-Hintergrund: Caveh Valipour Zonooz, Alexander Puschkin und Jörg Schiller heißen die Initiatoren) auch schon sein: In den USA regte sich angeblich Interesse an einer solchen Internetpräsentation für das Volk...

Anzunehmen ist sicherlich, dass auf dieser Website mehr Datenverkehr los sein wird, als auf dieser hier und wer etwas wirklich Wichtiges einer wirklich bedeutsamen Person wie der Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel mitteilen möchte, kann es ja mal damit versuchen: www.direktzurkanzlerin.de. (natürlich auch aus Österreich und der Schweiz, denn "Aussenrepräsentation" ist ein besonderes Anliegen des Bundespresseamtes). Doch die Illusion, mit "Angie" zu chatten, sollte wohl keiner haben und dafür, dass Frau Bundeskanzler mehr als nur die Zusammenfassung der drei "gevoteten" "Top Drei" der Fragen liest, würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen. Aber jeder hatte sicher schon mal den Traum, seine "unmaßgebliche Meinung" an maßgeblicher Stelle abzuladen, genau wie die populistische Ader vieler Politiker diese zumindest behaupten läßt, sie wollten "dem Volk aufs Maul schauen". Ob demnächst der deutsche Papst auch ein interaktives Internetportal für die Web-Audienz schafft? Vielleicht sollten der Oberhirt der Katholiken und die Bundeskanzlerin dazu mal einen Erfahrungsaustausch beginnen - per Internet...

LG, Michael
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9

Dienstag, 27. Mai 2008, 16:16

Power-Frauen an der Spitze der BRD?

Nach Einschätzung vieler BundesbürgerInnen macht Angela Merkel keine schlechte Figur als Bundeskanzlerin, weder im In- noch im Ausland und schon gar nicht im Vergleich zu ihren männlichen Vorgängern. Der Repräsentant und Parteivorsitzende der SPD, die mit der CDU Partner einer "großen Koalition" ist, Kurt Beck, macht derzeit weder bei seinen Parteifreunden noch in der Öffentlichkeit als (un-)möglicher SPD-Kanzlerkandidat eine gute Figur.

Horst Köhler scheint als kritischer, zwischen moralischem Anspruch und Vertrauen auf die Regulationskräfte der Wirtschaft auf der einen Seite oder zwischen beherzter, zum Aufbruch mahnender Stellungnahme und konservativem Bewahren pendelnder "politischer" Präsident auf der anderen Seite Anerkennung über die ihn favorisierenden Konservativen und Liberalen hinaus gefunden zu haben. Nun ist die CDU/CSU und FDP über eine Präsidentschaftskandidatin der SPD irritiert.

Die bereits einmal dem jetzigen Amtsinhaber unterlegene Politikprofessorin [URL=http://portal.gmx.net/de/themen/nachrichten/bildergalerien/5991988,f=slpg6,image=6.html]Gesine Schwan[/URL], scheidende Universitätspräsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder, sieht ihre Kandidatur auch als einen Beitrag zur Demokratie. Dem Gezeter der Konservativen, dass sie als gewählte Präsidentin ja Stimmen der SPD, Grünen und sogar Linken bekommen müsste oder besonders perfide, der NPD (warum sollten die nicht für Horst Köhler oder keinen stimmen und warum nicht CDU- und FDP-Frauen für Gesine Schwan), hält sie keck entgegen: Wer sie wähle, stimme für Demokratie.

Ja, in der Tat. Zwei Kandidaten zu haben, die sich einer Abstimmung stellen müssen, ist demokratischer, als einen Kandidaten, auf den sich die Parteien in einem vorausgegangenen Geschacher bereits unter der Hand geeinigt, "verständigt" haben. Was ist außerdem gegen eine intellektuelle, charmante, linkslkiberale Frau im höchsten, repräsentativen Staatsamt zu sagen, wenn eine konservative Frau bereits Bundeskanzlerin und damit mächtigste Politikerin ist? Eigentlich nur, dass es für die Männer zuviel sein könnte, ein Frauenzweigespann an der Spitze der Bundesrepublik zu ertragen. Und zusammen mit der SPD-"Parteilinken" Andrea Nahles, die die Strippenzieherin hinter Kurt Beck zur Gesine Schwan gewesen sein soll, gäbe es sogar sowas wie eine weibliche Troika ;-).

Und trotzdem verzieht die Bundeskanzlerin die Augenbrauen auf die Frage, wie sie es mit der Schwan statt dem Köhler halten würde. Männer könnten sich bestätigt sehen: Das riecht nach "Zickenkrieg". Ich glaube allerdings nach der bisherigen Erfahrung, dass die beiden Damen genügend Verstand haben, den Mannsbildern diese Show nicht zu liefern. Tja, Köhler für das männliche Selbstbewußtsein? Oder gegen die Angst vor linker Verweiblichung der Republik: Merkel, Schwan, Wagenknecht, Rosa Luxenburg - der direkte Weg in den Abgrund und die Vergangenheit. Da muss ich aber lachen.

Es gibt eine einzige Sache, die könnte ich Gesine Schwan nicht nachsehen: Sollte tatsächlich das Gerücht bestätigt werden, dass sie dem Pharmakonzern "ratiopharm" eine "gute Presse" bzw. wissenschaftliches oder politisches Prestige gegen die wenn auch persönlich uneigennützige Spende von zweimal 10.000 € für zwei ihrer [URL=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,555248,00.html]Vorträge[/URL] an die Viadrina-Universität verschaffen wollte. Hier würde der Zweck nicht die Mittel heiligen und das müßte aufgeklärt werden.

War es eine Verleumdung, eine naive Instinktlosigkeit oder gar ein handfester Tabubruch bei einer Wissenschaftlerin, die mit einem Exponenten der Antikorruptionsbewegung Transparency International verheiratet ist, der auch mit diesen Vorträgen in Verbindung gebracht wird. Vielleicht haben die beiden in ihren Vorträgen aber gerade das angemahnt, nämlich dass auch ein Pharmaunternehmen einer Ethik und wirtschaftlicher Transparenz verpflichtet ist. Und das wäre ja gut so!

Michael
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10

Donnerstag, 26. Juni 2008, 01:03

Fußball-Kanzlerin im Sympathie-Wahlkampf

Während die SPD vor der Wahl des Bundespräsidenten und der nächsten Bundestagswahl einen uneinheitlichen Eindruck macht, in den Umfragen unentwegt Stimmen verliert und ihre möglichen Spitzenkandidaten, allen voran Kurt Beck, gegen die CDU-Bundeskanzlerin recht blass aussehen, sieht man die biedere Frau Dr. Merkel, von Haus aus Wissenschaftlerin, in einer neuen Rolle: Regelmäßig wohnt sie Spielen der bundesdeutschen Nationalmannschaft während der Fußball-Europameisterschaft in der Schweiz und Österreich bei, wird in emotionalen Augenblicken ratlos, entsetzt, traurig oder vor Jubel aufspringend, umarmend und küssend (artig Bussi links und rechts) gezeigt und um fachfrauliche Kommentare gebeten. Und siehe da, sie zeigt sich emotionaler als je gedacht (und als ich sowieso) und gewinnt weitere Sympathiewerte als deutsche Fußball-Kanzlerin.

Man fragt sich: Ist das Leidenschaft, Fußballbegeisterung, Volksnähe, Temperament, Dienst am Deutschen Volke, es auch während seiner wichtigsten Stunden sportlicher Bewährung auf dem Feld des rollenden Leders nicht allein zu lassen sondern vorbildlich zu repräsentieren? Die Antwort weiß vielleicht nichtmals Frau Dr. Merkel eindeutig zu geben, denn auch ihre fachfraulichen Kommentare wirken etwas uneindeutig diplomatisch. Aber eines dürfte klar sein: Die Kanzlerin steht wie ihre Konkurenten im Vorwahlkampf und bei der Deutschen Volksseele, die sich gerade wieder an einer Art unschuldigem Fußballnationalismus delektiert, kommen solche Bilder einer jubelnden und emotional lebendigeren Fußball-Kanzlerin allemal besser an, als die farblose Diplomatin, die mit ihrem Pagenkopf einst aussah, wie ein braver christdemokratischer Knappe neben dem alten Streitross Kohl.

Schlau ist sie, die Frau, wenn sie sich jetzt auch mit Emotionen im Gleichklang mit den Emotionen ihrer fußballbegeisterten Bürger zeigt. Also doch alles Kalkül? Ja und Nein. Dass Frau Dr. Merkel aber auch machtbewußt ist, das wissen wir schon. Ob sie dann der Heilige Georg ist - auch mit Pagenkopf - Schutzpatron der bundesdeutschen Elf im EM-Finale gegen Russland oder Spanien? Bestimmt. Und dass sie selbst, wenn sie wie die deutsche Mannschaft gegen die türkische Mannschaft relativ schlecht spielt, nicht in ihr Spiel kommt, knapp gewinnen kann - damals gegen Amtsinhaber Schröder - wissen wir auch. Zur Zeit heißt das schlechte Spiel der (Fußball-) Außenpolitikerin: Um die international versprochenen CO²-Einsparungsquoten erfüllen zu können, sollen nicht die regenerative Energiegewinnung und das Einsparungspotential noch stärker genutzt werden, sondern "übergangsweise" der innenpolitisch vertraglich festgelegte Atomausstiegskonsens von einer künftigen CDU-FDP-Regierung im Verein mit der Atomindustrie aufgekündigt werden. So mogeln und merkeln sich die Deutschen dann ins Umweltfiiiiinaaaaale, hohohooooo!!!
:frech
LG, Michael
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