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Freitag, 12. Mai 2017, 07:15

Interview zum Muttertag

Das Interview zum Muttertag wurde von Frau Kristin Filbinger von der Wilhelmshavener Zeitung
schriftlich geführt und soll in gekürzter Form in der Samstagsausgabe (morgen) erscheinen.

Frage: Welche Rolle spielt eine Mutter (im Gegensatz oder Vergleich zum
Vater, Großeltern oder anderen Bezugspersonen) im Leben eines Kindes?

Antwort: Jedes Kind hat eine Mutter, in der es heranwächst und die es zur Welt
bringt. Wir wissen heute schon viel über vorgeburtliche Einflüsse auf
das werdende Kind, die auch für die Mutter-Kind-Beziehung wichtig sind.
Auch die Geburt selbst und ihre Umstände sowie der möglichst frühe enge
und am Besten auch körperliche Kontakt - selbst bei Frühgeborenen -
zwischen Mutter und Kind können die Beziehung beider und die primäre
Bindung beeinflussen. Väter, wenn vorhanden und in ihrer Verantwortung
präsent, können die Mütter schon während der Schwangerschaft und bei der
Geburt unterstützen und natürlich bei der Pflege des Kindes. Sie halten
den schützenden Raum um Mutter und Kind. Weil sie manchmal glauben,
nicht so viel zur glücklichen Beziehung zwischen Mutter und Kind
beitragen zu können, nehmen sie sich nicht selten zu sehr zurück oder
sind sogar ein wenig eifersüchtig auf eine notwendigerweise am Anfang
sehr enge Mutter-Kind-Beziehung. Das verstellt ihnen manchmal den Zugang
zu beiden. Verständnis und einfühlsame Gespräche können helfen. Väter
sind als Partner für die Mütter in der Regel sehr wichtig und damit auch
mittelbar für das Kind. Der Vater kann aber auch sehr schnell eine
persönliche Beziehung zum Kind aufbauen. Es gibt Kinder, die nur auf
einen Elternteil, oft die Mütter, zählen können. Das ist oft nicht
optimal, sollte aber nicht dazu führen, gerade diesen Müttern ein
schlechtes Gewissen zu machen, denn sie geben meist ihr Bestes, so wie
sie es verstehen und mehr geht einfach nicht. Großeltern können Eltern
durch ihr Verständnis und ihre Präsenz und manchmal auch materiell
unterstützen. Je älter ein Kind wird, desto mehr nimmt es auch bewusst
eine liebevolle und fürsorgliche Rolle der Großeltern wahr. Großeltern
können manchmal kleine Geduldwunder vollbringen oder den Enkeln etwas
beibringen, wenn die Eltern erschöpft sind und deshalb ungeduldig werden
oder nicht so viel Zeit haben. Großeltern sehen manches gelassener. Sie
sollten aber darauf verzichten, den Eltern das Gefühl zu geben, sie
wüssten es mit ihrer reifen Erfahrung immer besser. Jede Geburt,
jedes Kind ist ein total neuer Anfang, auch für Großeltern. Meine Frau
und ich sind selbst erst vor knapp eineinhalb Jahren durch unsere
jüngste Tochter Großeltern geworden. Sie war damals gerade 3 Tage
siebzehn. Unsere Gesprächsbereitschaft und tatsächliche Unterstützung
von Anfang an war seinerzeit sehr wichtig, damit sich schon früh ein Ja
zum Kind entwickeln konnte, obwohl unsere Tochter sehr jung und sehr
überrascht war und verständlicherweise ambivalent.

Frage: Welchen Einfluss hat eine stabile Mutter-Kind-Beziehung auf die
Entwicklung eines Kindes?

Antwort: Wenn wir "stabil" als verlässlich, authentisch liebevoll, sorgsam und
zugewandt definieren und nicht als fehlerlos, perfekt und immer fröhlich
und unbesorgt, kann eine zuwendende Beziehung mit diesen Qualitäten
einem Kind all die Erfahrungen ermöglichen, die ihm Gefühle von
liebevoller Geborgenheit, Sicherheit, Schutz und Wärme vermitteln. Diese
positiven Erfahrungen des Gehalten-Seins wirken bei der Entwicklung des
so genannten Urvertrauens mit. Das Kind erlebt sich als willkommen und
angenommen. Damit ausgestattet kann ein Kind auch schmerzliche
Erfahrungen und Frustrationen meist gut überstehen und auch wenn die
Eltern notwendige Grenzen setzen, oder später einmal kurz abwesend sind,
bricht für das Kind keine Welt zusammen.

Frage: Was ist wichtig, um eine solche Bindung aufzubauen? Oder passiert das
von selbst?

Antwort: Eltern, speziell auch Mütter, benötigen natürlich auch ein gewisses
"Urvertrauen" mit einer erwachsenen Ausprägung: Vertrauen in das Leben,
in ihr Kind und in ihre eigenen Fähigkeiten, auch etwa die Fähigkeit,
Liebe zu geben. Damit das gelingt und nicht stets durch mehr oder
weniger harte Alltagsanforderungen an die Erwachsenen unter Druck gerät,
der die Eltern erschöpft, sind personeller Beistand, persönliche,
familiäre und gesellschaftliche Anerkennung und eine ausreichende
materielle Unterstützung wichtig. Das Aufziehen von Kindern war nie
leicht und ist es auch heute nicht. Die Eltern haben jede Unterstützung
verdient. Die Gesellschaft, repräsentiert durch den Staat, gibt den
Eltern nach seriösen Berechnungen nur einen Teil ihrer materiellen
Aufwendungen über Transferleistungen zurück. Die Eltern leisten viel
mehr für ihre Kinder und die Gesellschaft, als sie von der Gesellschaft
bekommen. Anerkennung fehlt sogar in großem Umfang. Gerade die Mütter
erleiden Nachteile, selbst wenn Männer sich immer häufiger in die Pflege
und Erziehung integrieren lassen. Dass Frauen eher bereit sind, für
Kinder einen Karriereknick zu erleiden, ist ein echtes Opfer und dass
sie dadurch oft große Einbußen beim Lebenseinkommen und den Renten
hinnehmen müssen, ist unfair und einer modernen Gesellschaft, die
Gleichstellung ernst nimmt, unwürdig. Eine Mütter- oder Elternrente für
Erziehungsjahre, die einer Erwerbsrente entspräche, wird den Müttern
zumeist vorenthalten. Das ist ungerecht und verkennt die soziale
Wichtigkeit dieser Hingabe an den Nachwuchs in einer modernen
Gesellschaft, in der sozialer Egoismus größere Vorteile zu bringen
scheint.

Etwas passiert übrigens hinsichtlich der primären Bindung insbesondere
zwischen Mutter und Kind im biologischen Organismus auf hormoneller
Ebene nach der Geburt tatsächlich "wie von selbst". Bei der Geburt und
beim Stillen wird das "Bindungshormon" Oxytocin ausgeschüttet. Es wirkt
nicht nur auf den Schoß und die Brüste, sondern im Gehirn tatsächlich im
Sinne einer Vertiefung eines personalen Liebesgefühls zum anderen und
gehört auch zu den "Glückshormonen". Beim Stillen betrifft es das eigene
Kind, weshalb Stillen an der Brust wenn immer möglich auch als
Bindungs-fördernd empfohlen werden kann. Oxytocin wird auch beim
Geschlechtsakt bei Männern und Frauen ausgeschüttet und kann das
Verbindungsgefühl zum Partner vertiefen. Allerdings scheinen Frauen oft
stärker für diese Wirkung empfänglich. Sex kann in diesem Sinne die
Partnerbindung stärken und dazu beitragen, dass Sex sozusagen in Liebe
geschieht. Wir wissen aber, dass Menschen von Hormonen nicht so stark
gesteuert werden, wie ein Roboter von seinem Programm und daher erlernte
kulturelle Faktoren eine sehr wichtige Rolle beim Praktizieren von Liebe
zu einem eigenen Kinder oder zu einem Partner spielen und natürlich die
eigenen erlernten sozialen Erfahrungen und innerpsychischen Erlebnisse,
welche die eigenen Haltungen ebenso stark prägen.

Frage: Heute ist es Gang und Gäbe, dass Mütter bald nach der Geburt eines
Kindes – häufig nach einem Jahr – wieder zu arbeiten beginnen. Die
Meinungen darüber, ab wann ein Kind fremdbetreut werden sollte, gehen
auseinander. Wie beurteilen Sie das? Kann es einem Kind schaden, wenn es
zu früh (und was heißt zu früh) in einer Krippe oder von einer
Tagesmutter betreut wird, statt zu Hause zu bleiben?

Antwort: Auf der einen Seite können Säuglinge und Kleinkinder sehr von der Nähe
einer liebevollen Mutter und eines interessierten und neugierigen Vaters
profitieren und das auch ziemlich lange und deshalb möchten viele Eltern
ihren Kindern diese Nähe und diese Fürsorge persönlich geben. Das fällt
ihnen um so leichter, wenn sie nicht zu sehr gestresst sind, sei es
durch die Versorgungsaspekte des jüngsten Kindes und vielleicht auch
weiterer Kinder, durch Existenzängste, Beziehungsstress und persönliche
Unzufriedenheit. Eltern, die ihre Kinder aufziehen, benötigen unbedingt
auch erwachsene Ansprache, Entlastung, Erholung und Zerstreuung. Dass
viele Mütter sich so hingebungsvoll um ihren Nachwuchs kümmern können,
bedeutet nicht, dass sie sich nicht genauso nach erwachsenen Gesprächen,
Freizeit, Ausgehen und berufliche Herausforderungen sehnen. Da der Beruf
oft mehr Kontakte und auch Anerkennung gewährt, ist es für viele Eltern,
besonders Mütter, hart und ein echter Verzicht, Jahre bis zum
Wiedereinstieg in den Beruf oder eine aushäusige Tätigkeit zu warten und
sich dann womöglich abgehängt zu fühlen. Deshalb muss man Eltern, zumal
Müttern, eine zuverlässige Kinderbetreuung, auch schon als
Kleinkind-Betreuung anbieten können und zwar als soziales Anrecht. Diese
Betreuung muss allerdings auch pädagogischen und psychologischen
Ansprüchen entsprechend den Bedürfnissen der betreuten Kinder
genügen, die nur Einrichtungen mit einem ausreichenden
Personalschlüssel und gut ausgebildeten und auch bezahlten,
motivierten Erzieher und Erzieherinnen gewähren können und daran mangelt
es allenthalben. Sehr kleine Kinder benötigen eine persönliche
Beziehung. Schon drei Säuglinge oder Kleinkinder können für eine
Erzieherin eine Überforderung darstellen und für die Kinder können aus
solchen Situationen Erfahrungen emotionaler Vernachlässigung
resultieren. Die meisten Kinder sind unter einem Jahr und Viele auch
unter zwei Jahren noch nicht in der Lage, von einer stundenlangen
Betreuung in einer Gruppe bei fremden, möglicherweise wechselnden
Betreuern in zu geringer Zahl zu profitieren. Je früher man an
Fremdbetreuung von Kleinkindern oder gar Säuglingen denkt, desto
persönlicher und intensiver muss die Betreuung durch nicht wechselnde
reife, erwachsene Bezugspersonen sein. Es kann vorkommen, dass die
Kinder zu früh verunsichert und irritiert werden und die Bindung zu den
Müttern bzw. Eltern auch zu stark aufgelockert wird. Hier müssten z.B.
auch Erzieherinnen und Erzieher sowie Kinderärzte und -ärztinnen frühe
Alarmzeichen erkennen und die Eltern beraten. Außerdem ist es bekannt,
dass es bei Krippen und Tagesmüttern große Qualitätsunterschiede geben
kann. Bei einem in der Tendenz eher zu geringen oder zu wenig
qualifizierten Angebot sind berufstätige Eltern und hier wieder oft die
Mütter in Not, bei wem sie ihre Kinder lassen und dabei auch noch ein
gutes Gewissen haben können. Das stresst die Mütter und nimmt ihnen
wieder Ressourcen, die sie für die Betreuung ihrer Kinder benötigen
würden.

Frage: Welchen Vorteil kann es vielleicht sogar (für das Kind aber auch die
Mutter) haben, wenn es früh in eine Betreuung gegeben wird?

Antwort: Gerade Erstgeborene oder Einzelkinder können, wenn sie ein gutes
Urvertrauen in einer liebevollen Bindung zu ihren Müttern oder Eltern
entwickelt haben, von einem angemessenen Kontakt mit anderen Kindern bei
kompetenten Tagesmüttern und Erzieherinnen und Erziehern in ihrer
sozialen Entwicklung profitieren. Daher ist auch der zeitgerechte
Kindergartenbesuch ab dem dritten Lebensjahr meist positiv zu bewerten,
dann übrigens auch, wenn Geschwisterkinder da sind, da auch eine
zeitweilige Entlastung der Eltern von Erziehungs- und
Beschäftigungsaufgaben oft eine positive Auswirkung auf deren
Lebenszufriedenheit im Sinne einer "Entstressung" hat. Es kommt
allerdings vor, dass sowohl Kinder sich mit drei oder vier Jahren noch
nicht von der familiären Betreuungsperson, oft die Mutter, lösen können
und komplementär dazu oft auch die Mütter es nicht schaffen, ihre Kinder
stundenweise in eine gute Fremdbetreuung zu geben. Da muss man manchmal
genau hinsehen, wie ein solcher Entwicklungsschritt auch
kinderpsychotherapeutisch unterstützt und angebahnt werden kann, damit
Kind und Mutter oder Eltern sich diesen zutrauen. Allerdings sollte man
nicht immer gleich die Pathologie-Keule schwingen und den Eltern
falsches Verhalten vorwerfen. Erst müssen wir zusammen mit den Eltern
verstehen, wie es dazu kommt. Dann sind die Beteiligten oft auch bereit
und fähig, Veränderungen zuzulassen und die Dinge kommen wieder in den
Fluss.

Frage: Wie viel Trennung von der Mutter (Stunden am Tag/ in der Woche)
können kleine Kinder „vertragen“?

Antwort: Eine pauschale Antwort würde außer Acht lassen, dass Kinder sich nicht
alle zeitgleich und linear entwickeln und es immer eine relativ große
physiologische, soziale und auch psychologische Bandbreite des so
genannten "Normalen" gibt, übrigens auch beim Elternverhalten. Es lohnt
sich immer, im guten Kontakt mit seinem Kind kleine Schritte zu gehen
und die Reaktionen zu beobachten mit der Bereitschaft, auch einmal
innezuhalten oder auch den nächsten Schritt zu machen. Kinder und Mütter
bzw. Eltern kommunizieren eigentlich sehr früh schon intensiv
miteinander und so merken die Beteiligten oft recht schnell, was geht
und was nicht. Das Bauchgefühl kann ein wichtiger Ratgeber sein, wenn es
auch unter Einbezug des reflektierenden Verstandes befragt wird. Im
Zweifel darf auch der Rat einer erfahrenen Erzieherin, einer
Familienhebamme, die man schon lange kennt, eines Kinderarztes oder
einer Therapeutin erbeten werden, wobei die persönliche
Gesprächsbeziehung oft hilfreicher ist als erlesene Tipp aus einem
Erziehungsratgeber oder einem Elternportal im Internet, wobei das nicht
per se schlecht ist. Gute Therapeutinnen und Therapeuten raten aber
nicht nach Schemata und abstrakten Normen, sondern suchen mit ihren
Klienten gemeinsam zu ergründen, was in der Entwicklungsphase ihrer
Kinder und der Familie angemessen sein kann. Grundsätzlich ist mit
dieser gefühlvollen Zugangsweise eine Einübung zu empfehlen. Junge
Kinder sollten nicht unvorhergesehen in dramatischen Situationen
erstmals gar noch über Stunden abgegeben werden, denn kleine Kinder
können eine solche Trennung gar nicht einordnen und verstehen und
erleiden dadurch große Verlustängste und fühlen sich völlig verlassen.
Daher ist es wichtig, das Kind in stressfreien Zeiten erst durch kurze
und dann immer längere Übungen auf Trennungen vorzubereiten, wobei die
Betreuungspersonen, die den Eltern das Kind abnehmen, den Kindern
bekannt und sympathisch sein sollten und umgekehrt und natürlich auch
das Vertrauen der Eltern genießen sollten. Es sollte auch erst eine
kleine Personengruppe sein und kein unübersichtlicher Kreis und davon
sollte sich eine Person oder ein Paar als Bezugspartner ganz dieser
Aufgabe widmen und das Kind im Blick haben. Hat man die Dauer vorsichtig
gesteigert und das Kind hat Vertrauen in seine erwachsene
Ersatz-Bezugsperson gefasst, die durchaus auch noch wenige andere Kinder
um sich haben kann, sind mehrere Stunden am Tag während der gesamten
Arbeitswoche möglich. So könnte also ein gut gebundenes gesundes
Kleinkind ab einem oder eineinhalb Jahren am Ende nach Eingewöhnung
halbtags in einer Kleingruppe oder bei einer Tagesmutter betreut werden,
während die Eltern arbeiten oder zur Schule gehen. Ein solches Kind
verträgt meist auch, wenn die Gruppen- oder Tagesmutterbetreuung an drei
Tagen in der Woche stattfindet und an zwei Tagen familiäre Hilfe (z.B.
Großeltern, Tanten und Onkels) in Anspruch genommen wird. Für das Kind
ist dann meistens sehr wichtig, dass es am Nachmittag und in der Nacht
sowie am Wochenende ganz seine Eltern und seine Mutter hat. Das wünschen
sich aber meistens auch die Eltern selbst. Besondere Reaktionen der
Kinder bei ihren Eltern nach dem Abholen von der Bezugsperson wie starke
Müdigkeit, Schreien, Unausgeglichenheit, Aggressivität usw. können ein
Hinweis darauf sein, dass das Kind etwas erlebt hat, was es in den
Halt gebenden Armen der primären Bezugsperson abreagieren und
herauslassen können muss. Da die innere Stressregulation der
frühkindlichen Psyche noch sehr rudimentär und unvollkommen ist,
müssen äußere Maßnahmen der vertrauten Personen die kindliche
emotionale und vegetative Regulation unterstützen. Dann kann das Kind
diese Erlebnisse verdauen, fühlt sich derweil gut aufgehoben und
geborgen und kommt zur Ruhe, nachdem es wieder seine Balance gefunden
hat. Ist ein Kind sehr oft nach Betreuungssituationen "unbalanciert" und
gestresst, muss man diesem Befund unbedingt nachgehen.
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)