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Samstag, 26. April 2014, 13:34

Iberische Pferde, Natur, Innenschau. Urlaub vom Netz an der Costa de la Luz - Nachlese

Auch ohne dass wir Zeitung lesen oder uns ständig in den virtuellen Weiten des world wide web (www), des Internet bewegen, sind wir ja eigentlich verbunden und vernetzt. Jedoch mit wem und was? Was gibt es zu spüren, Angenehmes wie Unangenehmes? In diesem Osterurlaub in Vejer de la Frontera an der Costa de la Luz war das Erholsamste sicherlich die Abwesenheit von Zeitungen, Fernsehen, Radio, PC und Internet. Um "Mails zu checken" und sei es nur wegen möglicher Veränderungen bei er Abreise oder Nachrichten der "Home-Sitter" über unsere Tiere, war der Gang in ein Café oder eine Bar in der Altstadt eines kleinen weißen Dorfes am Rande des Antlantik notwendig, um mittels eines so genannten "Hotspots" mit "free wifi" über das Smartphone Nachrichten abzufragen oder eben, um dieses Forum zu pflegen und die ganzen "Spamer" rauszuschmeißen. Das kann man aber auch zweimal in der Woche im Paket mit mehreren Dutzend bequem auf einmal erledigen. So ließ sich in diesem Urlaub auch für die mitreisenden Kinder überprüfen: Wo bin ich wirklich und mit wem wie verbunden und wo bin ich auch bereits in einer unguten Abhängigkeit von der Benutzung meiner Medienzugänge und vielleicht sogar schon Endorgan dieser ganzen "Abfall-Kommunikation", für die jeder jederzeit erreichbar und verfügbar sein will und muss und das auch von anderen und von diesem unseligen Netz erwartet, das immer mehr zu einem Spinnennetz verkommt, in dem man sich selbst verfängt.

Auch sonst kam ich im Urlaub mit weniger "Input" von außen aus, was Besichtigungstouren und lange Fahrten ins Landesinnere betrifft. Daher kenne ich viele "Highlights" aus Andalusien immer noch nur aus dem Reiseführer, der auf dieser Reise aber auch nicht zu meiner bevorzugten Lektüre gehörte. Anregender, wenn auch nicht immer angenehm waren die inneren Botschaften auf die Begegnungen mit dem Außen und die Erkenntnisse daraus. So empfand ich es durchaus als eine interessante Erfahrung, sich angeleitet durch eine im "Centered Riding" nach Sally Swift ausgebildeten Reitlehrerin auf einem Pferd zu bewegen und sich von ihm tragen und mitbewegen zu lassen, ohne es dem Träger all zu schwer zu machen, indem eigene aktive Körperspannung und Loslassen von Verspannungen eingeübt werden und der Reiter lernt, sich in gewisser Weise "zentriert" und im Gleichgewicht selbst aus seiner Körpermitte zu halten. Ich behaupte nicht, dass ich das kann, aber ich habe eine Ahnung davon erhalten und dann wohlweislich dem Angebot, nach einigen wenigen Reitstunden, die die Lehrerin sehr überzeugend fand, einen Ausritt in Begleitung durchs Gelände zu wagen, eine Absage erteilt. Das wäre dann wohl eher die übliche "Pferdebenutzung" gewesen und auch den kräftigen und zähen PRE-Pferden wollte ich in meinem Trainingszustand nicht mein Gewicht über zwei, drei Stunden zumuten.

So wie ich mich mal von einem Pferd tragen ließ und dabei auch darauf achtete, wie meine eigene Haltung, Spannung, Losgelassenheit, Zentrierung und Balance ist, so spürte ich auch, was in meiner Innenwelt und in meiner Beziehung zur unmittelbaren Umwelt oft nicht in Balance und gelöst, zentriert und ausgewogen ist. Wo praktiziere ich weiterhin und sei es verdeckt den untauglichen Versuch, meine Umgebung zufrieden zu stellen, damit sie mich zufrieden lässt und wo sorge ich gerne für Andere. Sorge ich auch genügend für mich, wenn ich für die "Allgemeinheit" sorge? Bin ich mir selbst ein guter Zuhörer? Höre ich anderen wirklich zu? Mache ich deutlich, wenn sie mich mit inhaltsleerem und auch noch redundantem Geschwätz voll labern und zumüllen? Rede ich selbst inhaltsleer daher, um eine schwer erträgliche Lücke zu füllen? Wieso ist die Lücke, die Pause so schwer zu ertragen? Was gilt es mit sich selbst auszumachen und welche Mitteilungen wären auch für einen Adressaten von Gewinn? Ist das Gesagte oder auch das Schweigen kongruent mit der Haltung und der Ausstrahlung? Stimmen Innen- und Außenwahrnehmung überein?

Beim Umgang mit Pferden und beim "Reiten aus der Körpermitte" hat der Reiter oder der Pferdemensch eine unmittelbare Rückmeldung durch das Pferd, durch dessen Haltung, dessen Muskelspannung, dessen Tritt, dessen Atmung. Eine minimale Gewichtsverlagerung, eine Spannung im Kiefergelenk und der Halswirbelsäule, eine Kopfdrehung, eine nicht losgelassene Hüfte, ein steif gehaltenes Handgelenk, nicht zentrierte, mit dem Pferdeschritt bewegte Sitzbeinhöcker, jede Art von Unaufmerksamkeit und vor sich hin Träumen, all das hat unmittelbare Auswirkungen auf die physischen Reaktionen des Pferdes. Es benötigt eine enorme Präsenz, dies alles gleichzeitig im Bewusstsein zu haben und seine eigene Haltung, sein eigenes Gleichgewicht, sein Denken und Körper-Fühlen darauf auszurichten, fokussiert, konzentriert, wohldosiert elastisch durchgespannt und gleichzeitig flexibel und an den Gelenken reaktionsfähig gelöst zu sein. Es wird eine fein arbeitende, gut trainierte Haltemuskulatur benötigt, die eng um alle Gelenke, auch jedes Wirbelgelenk und überhaupt um die Wirbelsäule herum angelegt ist und bereits im Jugendalter immer mehr vernachlässigt wird und zur Quelle von Fehlhaltungen bis zur Skelettdeformation wird. Das hat z.B. die Schweizerin Benita Cantieni an sich selbst herausgefunden und daraus ihre CANTIENICA-Methode entwickelt.

Es war sehr passend (und dank Internet vor der Reise auch gezielt gesucht und gebucht), in diesem Urlaub am Rande der alten Stadt Vejer de la Frontera mit maurischem Erbe auf einer Pferde-Finca zu landen, auf der zwei junge Deutsche ein Reiterangebot mit zum Teil aus Verwahrlosung geretteten Pferden aufbauen, das für spanische Verhältnisse mit deren traditioneller Gewaltreiterei (Sporen, Serreta plus Gebiss, Hackamore, Kandare usw.) vorbildlich ist. Die traditionelle Reiterei wird gleich daneben auf einem kleinen Gestüt angeboten und man konnte einige unglücklich agierende Freizeitreiter auf unruhigen, zusammengeschnürten Pferden der Nachbarn auf deren Ausritten "bewundern". Hingegen wird auf der Finca La Mimbre unter Anleitung ihrer Besitzerin Katja Becker ausschließlich gebisslos mit dem "Glücksrad" geritten und die Ausbilderin der Pferde ist eben die besagte im Centered Riding erfahrene Reitlehrerin Denise Barth (Besitzerin der 15 Minuten im Landesinneren liegenden Finca la Maya, Autorin und auch in therapeutischer Arbeit erfahren), während die Besitzerin der Finca la Mimbre Guide für Ausritte in den Nationalpark ist und den Hof führt, wobei ihr Partner Sven Reimann, ein unheimlich sympathischer und dynamischer Typ, als Bäcker und Konditor auch noch ein kleines Restaurant mit Bar, Bäckerei und Brotverkauf in der Altstadt betreibt.

Allerdings benötigten einige der zum Teil noch recht jungen Pferde nach der Winterpause weiterhin noch viel Bodenarbeit z.B. an der Longe, um die entsprechende Bemuskelung zu entwickeln, damit sie sich nicht nur selbst tragen, sondern auch einen Reiter, ohne Schaden zu nehmen. Nach längeren (bis 3 h) oder mehreren Ausritten (zwei am Tag) war das eine oder andere Pferdchen dann doch recht gefordert und zeigte das am Ende auch durch Stolpern, Austreten gegen den hinteren Reiter oder Beißen beim Aufsatteln. Insofern war ich froh, zu sehen, welch gute Reitpraxis meine Töchter bereits hatten, denn sie konnten sich bei solchen Vorfällen immer oben halten und bewerteten ihre Abenteuer nach zunächst verhaltenen Reaktionen am Ende doch insgesamt als schöne und wichtige Erlebnisse. Es war aber auch gut, dass die dort wind- und regenreichen Osterfeiertage für eine kleine Feiertags-Zwangspause sorgte. Den Besitzern ist das bewusst und sie arbeiten weiterhin intensiv mit ihren Pferden, um sie in Form zu bringen und zu halten, jedoch eben gerade nicht mit den üblichen gewaltsamen Dressurmethoden.

Ich bin noch gespannt, wie die jungen Leute es hinbekommen werden, einerseits ihr pferdefreundliches Konzept bei der Ausbildung der Pferde und der Reiter mit dem Angebot von Ausritten beizubehalten und gleichzeitig die ökonomische Herausforderung, dass die Pferde ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, zu meistern, ohne dass dies am Ende zu Lasten der Pferde- und Reitergesundheit geht. Vielleicht müssen sie auch noch ihre recht moderaten Preise für den Reitunterricht nach oben anpassen. Viele der traditionellen Anbieter verlangten zum Teil deutlich mehr, als meine Gastgeber im April 2014, jedenfalls im Vergleich zur Leistung inklusive der Sorge um die Pferdegesundheit. Bislang sind sie ja noch im Aufbau ihrer Finca la Mimbre und man möchte ihnen allen Erfolg gönnen, da sich deren Philosophie wirklich sehr von der der üblichen auch im Internet zu buchenden spanischen Ferien- und Freizeitreiterei unterscheidet. Die Besitzer kümmern sich auch vorbildlich um ihre Gäste, waren sehr flexibel und auch schon im Vorfeld bei der Quartierbeschaffung behilflich, sodass wir eine nah gelegene, ruhige, schöne und große Ferienwohnung zu einem vernünftigen Preis vermittelt bekamen. In so einer Umgebung kann man auf's Internet verzichten und sich wieder dem Lauschen nach der leisen Stimme der eigenen Seele widmen.
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)

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Samstag, 26. April 2014, 15:28

Ostersonntag in Vejer de la Frontera

Die enge Gasse
des weißen Dorfs strömt Regen
rauschend hinunter.

Von den Dächern tropft
regengrauer Himmel schwer
in nasse Straßen.

Tropfen klatschen laut
auf Beete und Terrassen.
Es riecht nach Regen.

Durch Rinnen rauschen
Regengüsse. Donner hallt.
Feuchter Duft von Moos.

Die Erde trinkt
in großen Schlucken
das Regennass.



Aus tausend Rinnen
gießen Ströme aus.
Die Wasserfluten
waschen Gassen rein.
Himmelwolkengrau
hängt meine Blicke
tiefer vor mich her
und spült der Seele
rauen Schmerz hinweg
dunkler Erde zu.
Es gurgelt gierig
unter mir der Schlund,
die Pein verzehrend
löscht er Sünde aus,
die hingegeben
und losgelassen,
ohne Arg gereut,
von taufrischer Gnad
mir verziehen ist
nach dem Hadesbad.
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Samstag, 4. Oktober 2014, 23:35

RE: Iberische Pferde, Natur, Innenschau. Urlaub vom Netz an der Costa de la Luz - Nachlese



...Ich bin noch gespannt, wie die jungen Leute es hinbekommen werden, einerseits ihr pferdefreundliches Konzept bei der Ausbildung der Pferde und der Reiter mit dem Angebot von Ausritten beizubehalten und gleichzeitig die ökonomische Herausforderung, dass die Pferde ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, zu meistern, ohne dass dies am Ende zu Lasten der Pferde- und Reitergesundheit geht. Vielleicht müssen sie auch noch ihre recht moderaten Preise für den Reitunterricht nach oben anpassen. Viele der traditionellen Anbieter verlangten zum Teil deutlich mehr, als meine Gastgeber im April 2014, jedenfalls im Vergleich zur Leistung inklusive der Sorge um die Pferdegesundheit. Bislang sind sie ja noch im Aufbau ihrer Finca la Mimbre und man möchte ihnen allen Erfolg gönnen, da sich deren Philosophie wirklich sehr von der der üblichen auch im Internet zu buchenden spanischen Ferien- und Freizeitreiterei unterscheidet. Die Besitzer kümmern sich auch vorbildlich um ihre Gäste, waren sehr flexibel und auch schon im Vorfeld bei der Quartierbeschaffung behilflich, sodass wir eine nah gelegene, ruhige, schöne und große Ferienwohnung zu einem vernünftigen Preis vermittelt bekamen. In so einer Umgebung kann man auf's Internet verzichten und sich wieder dem Lauschen nach der leisen Stimme der eigenen Seele widmen.

Wie ich hörte, wollen sich die die Betreiber der Finca la Mimbre künftig noch mehr auf das Pferdegeschäft konzentrieren. Die kleine Bar mit Bäckerei soll demnächst wohl aufgegeben werden. Ich habe viel Lob verteilt und bin somit in gewisser Weise für meine Empfehlung verantwortlich, die ich auch mündlich weiter gegeben habe. Fairerweise muss ich dann natürlich auch Informationen weitergeben, die nicht mehr ganz zu diesem schön gezeichneten Bild passen. Ich habe lange damit gezögert, um abzuwarten, ob ich aus Vejer de la Frontera auch nach langer Zeit noch etwas Ermutigendes höre bzw. lese. Von den Besitzern erfuhr ich nichts mehr auf meine Rückmeldungen, aus dem Umfeld schon.

Interessant war die Reaktion der Besitzerin auf meine ehrliche Antwort auf ihre Rückfrage, wie es mir bzw. uns gefallen hat. Die Antwort war sehr ausgewogen mit viel Lob und zwei sehr dezenten Anmerkungen zum Nachdenken, die den Ausbildungsstand der Pferde und deren physische Fitness betrafen, nachdem dies zu Beinaheunfällen mit meinen Töchtern geführt hätte, wären diese nicht reaktionsschnell und recht sicher im Sattel gewesen. Eigentlich hätte die Kritik sogar sehr viel deutlicher ausfallen können, denn die herunterspielende Reaktion der Exkursionsleiterin führte bei meinen Töchtern nicht gerade zu einer Erhöhung ihres Sicherheitsgefühls, sondern eher zu dem Eindruck, als würden sie und die potentielle Gefährdung nicht ernst genug genommen. Doch auch auf den freundlichsten Hinweis auf diesen Umstand erfolgte gar keine Antwort.

Zitat von »Michael«

Email vom 24.04.2014

Hallo, guten Abend, liebe Katja

und vielen Dank für die beiden Emails mit den Bildern! Ich habe sie meinen Damen soeben weitergeleitet. Hat alles mit dem Schlüssel und der Rückgabe der Wohnung geklappt? Gab es irgendwelche Beschwerden? Offenbar nicht. Gerne gebe ich Dir auf Deine Fragen eine ehrliche Rückmeldung meiner Eindrücke und deren vorläufiger Verarbeitung.

Zunächst: Ja, wir sind dann noch gut angekommen und einige Lehren über das Reisen an sich reicher: 1) Eher nicht mehr mit Ryanair fliegen - Sitzabstanz zu gering, Sitze nicht verstellbar, Lehnen nicht zu klappen und der Service bis zum Einsteigen (morgens 1/2 Stunde warten auf dem kalten Flugfeld in Münster, unmögliche Flugzeiten) lausig - 2) mehr Zeit für gemütliche An- und Abreise mit gutem Reisewagen und Hotels einplanen und bei den Zeiten mehr auf den Biorhythmus achten (ja, ich bin halt schon älter), 3) bei Reisen mit Familie eher auf Hotel mit Selbstversorgungsmöglichkeit als auf Selbstversorgung mit Bewirtungsmöglichkeit abstellen.

Ansonsten: Ihr habt Euch vorbildlich bemüht und alles gegeben, um sich auf unsere Bedürfnisse einzustellen. Das findet man nicht so oft. Ihr bemüht Euch wirklich individuell um Eure zukünftigen und anwesenden Gäste. Die Ferienwohnung hatte eine Supergröße, wenn auch einige Kochutensilien (Messer, kein Schaumschläger, keine Knoblauchpresse - aber ich kann improvisieren!) fehlten. Die Lage war ruhig, es gab viele Terrassen/Balkone, die Garage ein Gewinn, die Entfernung zur Finca wunderbar kurz.

Das Ausreiten im Nationalpark war für alle Teilnehmerinnen ein Erlebnis. Ich bin auch stolz auf meine Mädels, dass sie so gute Reitpraxis mitgebracht haben und eine ganz gute Körperbeherrschung und Geschick, um die "kleinen Unfälle" mit Auskeilen und Sturz des einen Pferdes unbeschadet zu überstehen. Ich bin eher ein vorsichtiger Mensch und habe aber erstmal auf deren Können und Selbsteinschätzung, die Vorsehung und Deine Guiding-Erfahrung vertraut.

Ich fand aber Manches, was mir hinterher erzählt worden ist, beim weiteren Nachdenken grenzwertig, zumal es die Betroffenen wohl auch genauso erlebt haben, auch sowas wie z.B. den gezielten Biss des einen Pferdes in Denise Rücken und die Reaktion darauf (deutlicher Ärger). Allerdings kann sowas passieren. Reiten und Umgang mit Pferden ist nicht gefahrlos, insbesondere, wenn Reiter und / oder Pferde an ihre Leistungsgrenzen kommen. Doch die Kinder sind daran gewachsen, davon bin ich überzeugt und Deine Pferdchen haben hoffentlich außer den kleineren Verletzungen und Schürfungen auch keine ernsthaften Nachteile oder gar Schäden davon getragen.

Der Reitunterricht von Denise im Reiten aus der Körpermitte war hervorragend und hat Tania und besonders auch mich als Reit-Anfänger sehr angesprochen. Wenn ich noch mal und weiter Reitunterricht nehmen würde, dann nur auf die gleiche schonende und professionelle Weise. Wir wurden da abgeholt, wo wir standen und Denise hat hier sehr viel gesehen und gespürt und uns gute Hilfen zum selbst Spüren und Korrigieren gegeben. Du hast da eine sehr gute Partnerin für Dein Projekt gefunden. Aus Respekt vor ihr und sie in ihrer Persönlichkeit kennenzulernen, habe ich auch jedes ihrer Bücher gelesen, das sie mir mitgegeben hat.

Ich hoffe, Denise hat noch viel Gelegenheit, mit Deinen Pferden zu arbeiten und auch durch ihre Bodenarbeit sich noch etwas mehr überzeugende Reitmuskulatur bei einigen Deiner Pferdchen entwickeln zu lassen. Mich hat es auch nicht gewundert, dass die Pferde nach so vielen vor- und nachmittäglichen Ausritten dann die ersten Ausfall- und Ermüdungserscheinungen gezeigt haben und eine Pause brauchten. Die haben sie sich verdient und Du natürlich auch.

Ich finde, Ihr habt eine sehr schöne Anlage mit der Finca la Mimbre aufgebaut und Dein lieber Umgang mit Deinen Tieren und die Philosophie des gewaltlosen Reitens ohne Gebiss ist für Spanien absolut vorbildlich und daher Neuland. Anderswo hätten wir uns sicher nicht wohlgefühlt, ohne diese grundsätzliche Einstellung zum Reiten.

Wie das geht, einerseits ein gut gehendes Unternehmen aufzuziehen, in dem die Pferde sich ihren und Euren Lebensunterhalt verdienen und auf all diese wichtigen Prinzipien eines so fürsorglichen und auf den Kammerad Pferd abgestimmten Reitbetriebes weiter zu achten, werdet Ihr noch herausfinden müssen. Zum Glück habt Ihr ja noch ein weiteres Standbein.

Ihr arbeitet beide hart und ich bewundere und achte Euren jugendlichen Unternehmergeist, dort im wirtschaftlich dahinsiechenden Spanien mit diesem Angebot einen Neustart zu wagen. Der Sven ist ein etwas tollkühnes, aber ansteckend lebenslustiges und durch und durch sympathisches Original und Du eine ganz fleißige und mit viel Herz arbeitende und schon sehr kompetent wirkende junge Frau. Das ist schon super!

Und dann noch die therapieerfahrene Centered-Riding-Lehrerin Denise. Das ist wirklich gut und ich hoffe und wünsche Euch, dass das bei den zum Teil sehr unterschiedlichen Energien gerade dadurch gut passt - vermutlich nicht immer reibungsfrei... Ich wünsche Euch allen denkbaren Erfolg und viele gute Erfahrungen mit dem weiteren Auf- und Ausbau Eurer Ideen!

Wenn Du eine Rückmeldung im Gästebuch Eurer Homepage wünschst, etwa in der ehrlichen und differenzierten Art, wie ich es empfinde und Dir gerade zurück gemeldet habe, lasse es mich wissen. Falls Du etwas anders siehst oder mir widersprechen möchtest, gerne auch...

Liebe Grüße, auch an Sven und Denise

Michael


PS: Die Zwillinge würden mir vermutlich auftragen, immer mal wieder einen sorgenden Blick auf das einsame Pony zu werfen. Vielleicht kannst Du ja mit Deinen lokalen Kenntnissen und Beziehungen doch ein besseres Zuhause vermitteln. Ich fand es schon bemerkenswert, dass sogar zwei Spanier spontan ausstiegen und kopfschüttelnd zu dem Pony gingen...

Meinen Eintrag in deren Gästebuch etwa 2 Monate später begrüßten die Besitzer zunächst sehr freundlich, wenige Wochen später war dieser Eintrag als einziger vollkommen verschwunden. Auf Nachfrage kam die Begründung, der Datenverlust wäre wohl völlig zufällig und unabsichtlich bei der Neugestaltung der Homepage passiert - ausgerechnet nur bei meinem Eintrag. Tatsächlich war der Link auf den Beitrag in diesem Forum und das Lob für die eingestellte Reitlehrerin wohl der Grund für diese nachträgliche Zensur und mein Hinweis darauf, noch als Vermutung geäußert, obwohl inzwischen erhärtet, wurde wieder mit Schweigen beantwortet. Die Reitlehrerin teilte inzwischen mit, dass sie ihre Zusammenarbeit mit der Finca la Mimbre beendet habe. Neben persönlichen Gründen war vermutlich eine doch zunehmend differierende Haltung zum Umgang mit den Pferden und die komplizierte Empfindlichkeit der Besitzer der Grund.

Zitat von »Michael«

Email-Austausch vom 25.06. bis 19.07.2014



Gesendet: Mittwoch, 25. Juni 2014 um 00:06 Uhr
Von: info@reiturlaub-finca-la-mimbre.com
An: michael.schlicksbier-hepp@gmx.net

Betreff: Gästebucheintrag



Hallo Michael,

vielen lieben Dank für den netten Gästebucheintrag!!! Wir haben uns sehr darüber gefreut.

Liebe Grüße, auch an die Frauen

Katja





-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: "Michael Maria Schlicksbier-Hepp" <pax.vobiscum@gmx.net>
Gesendet: Sunday, 13 July, 2014 01:35
An: info@reiturlaub-finca-la-mimbre.com

Betreff: Aw: Gästebucheintrag



Hallo,

wie geschrieben: gern geschehen.

Was ich nicht verstehe: Inzwischen ist mein Eintrag (Nr. 23) gelöscht. Grund?

Gruß mit einem Kopfschütteln, M.





Gesendet: Montag, 14. Juli 2014 um 15:44 Uhr
Von: info@reiturlaub-finca-la-mimbre.com
An: "Michael Maria Schlicksbier-Hepp" <pax.vobiscum@gmx.net>

Betreff: RE: Aw: Gästebucheintrag



Lieber Michael,

es tut mir Leid, da ist wohl bei der Bearbeitung der Homepage etwas verloren gegangen.

Ich werde in den nächsten Tagen sehen, ob es sich wieder herstellen lässt.





Am 19/07/2014 15:45, schrieb Michael Maria Schlicksbier-Hepp:

Hallo,

das ist eine sehr interessante Hypothese. Es ist also etwas verloren gegangen. Und wurde auch nach Tagen nicht wiedergefunden? Und, war's das als Rückmeldung? Interessant ist allerdings auch, dass es nur meinen Beitrag betraf - den Du doch erst so nett fandest - und die Wiederherstellung eben wohl bis heute nicht gelang. Bedauerlich.

Meine Vermutung oder Hypothese geht noch in eine etwas andere Richtung. Ganz am Anfang danach gefragt, wie es mir/uns gefallen hat, gab ich eine ehrliche und sehr differenzierte, ausführliche Rückmeldung und bekam nie eine Antwort. Auch das war für mich übrigens eine Reaktion. Oder ist die auch verloren gegangen?

Für die Website, die ich verlinkte, schrieb ich einen m. E. sehr positiven, laut Denise Barth sehr ausgewogenen Artikel. Eine empfindliche Person könnte aus all den lobenden Beschreibungen aber an einer Stelle auch einen etwas kritischen, allerdings sehr konstruktiv gemeinten Hinweis herauslesen. Die Verbindung zu diesem Artikel ist nun leider - oder zum Glück - damit eben auch verloren gegangen. ;-))

Mein Eindruck ist, dass die jugendliche Leidenschaft, das unbedingte Wollen und die große Tierliebe zur ausgewogenen Ergänzung auch noch etwas weniger Empfindlichkeit und etwas mehr Souveränität im Umgang mit aufrichtigen Rückmeldungen benötigen könnte. Manche erwerben das durch Erfahrung beim Älterwerden. Da ist nichts verloren gegangen, denn das war noch nicht da, da könnte aber noch etwas wachsen und das würde ich Eurem Projekt ehrlich wünschen!

Ich erwarte nicht, dass mein ursprünglicher Eintrag in dem Gästebuch der Finca la Mimbre wieder erscheint. Ich glaube, ich habe verstanden und will es erstmal dabei belassen und auch keinen Neuen mehr schreiben.

In meinen persönlichen Empfehlungen werde ich mich allerdings auch mehr zurück halten oder sie sehr spezifisch halten, bis ich etwas mehr Selbstreflektion, Gelassenheit und Souveränität bemerken sollte. Lobhudelei kann man von Manchen gegen Bezahlung bekommen. Ehrliche Rückmeldungen sind jedoch unbezahlbar.

Ich wünsche allen einen schönen Sommer,

Michael

Sehr schade ist die fehlende Souveränität im Umgang mit jedem Hauch von Kritik. Ansonsten glaube ich immer noch, dass auf dieser Finca weiterhin sehr viel gewaltloser geritten wird, als auf einer der üblichen spanischen Ferienreithöfen. Doch auch bei der Finca la Mimbre sollten Reiterinnen und Reiter Erfahrung, gute Körperbeherrschung, einen sehr guten Sitz und ein schnelles Reaktionsvermögen besitzen, wenn sie die Ausritte durch den Nationalpark unbeschadet genießen wollen. Es ist nichts für Anfänger und den guten Reitkurs, den ich beschrieben habe, gibt es in dieser Form durch eine Centered-Riding-Lehrerin offenbar nicht mehr. Wer es sich mit der empfindlichen Besitzerin nicht verscherzen will, sollte am besten keinerlei kritische Fragen stellen oder Anmerkungen machen. Und die Frage, wie der Spagat zwischen Pferdebenutzung als Einkommensquelle und pferdeschonender Haltung und pferdegerechter Ausbildung gelingt, dürfte damit für die nächste Zukunft auch annähernd beantwortet sein.
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Sonntag, 5. Oktober 2014, 20:04

Spiegel unserer Seele

Stolze, anmutige, "mystische" Geschöpfe,
die oftmals durch
Unwissenheit, Vermenschlichung oder Aggressionsabbau,
nicht nur körperlich misshandelt,

sondern in ihrer Seele
durch Einzelhaft und Bewegungsarmut
verletzt werden.

Viele Gründe scheint es für die Pein
dieser wunderbaren Wesen zu geben.
Doch frage ich mich,
ob es nicht die Angst vor ihrer Fähigkeit ist,
die Wahrheit unserer Seele zu spiegeln?

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Sonntag, 5. Oktober 2014, 22:01

@ Bee: Nur zur Klarstellung: Ich habe nicht den Eindruck, dass die Pferde auf der Finca la Mimbre "misshandelt" werden, wie es das Thema des Gedichtes zu sein scheint. Meine kritischen Betrachtungen setzen weit unterhalb einer solchen Schwelle an. Ansonsten eignen sich Pferde natürlich hervorragend als Projektionsfläche und bei klarer Sicht auch als Spiegel der Seele...
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6

Montag, 6. Oktober 2014, 08:44

Hallo Michael,
dein Beitrag regte mich an, meinen Eindruck in unserer Gesellschaft widerzuspiegeln und bezieht sich nicht auf bestimmte Projekte.