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Samstag, 22. Februar 2014, 23:34

Ukraine

Orangene Revolution,
rotbraune Diktatur,
blaugelber Frühling?

Werden die Opfer
das Land versöhnen
oder zerreißen?

Werden die Nachbarn
ihre Begehrlichkeiten
im Frieden lösen?

Wird die Straße nun
Vernunft annehmen?
Herrscht weiter Gewalt?

Wem nützt es, wenn jetzt
Armeen marschieren,
auf Befehl der Macht?

Des Krieges Hitze
wärmt den Frierenden
nicht, sie verbrennt ihn.
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)

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Mittwoch, 5. März 2014, 10:02

Krim: zum Hintergrund.

Der Zankapfel zwischen der relativ jungen Ukraine und dem postsowjetischen Russland, die Krim, ist seit mehr als 2000 Jahren ein Spielball von Großmächten. Viele Kulturen trafen hier aufeinander. Es war ein Begegnungsort von West und Ost. Asiaten und Europäer lösten sich ab und lebten mehr oder weniger friedlich nebeneinander. Bekanntere Völker, die die Krim bewohnten oder kolonisierten, waren sie Skythen, die Griechen, die Römer, die Goten, die Chasaren, die Rus, die Mongolen (Goldene Horde), die Tartaren (Turkvölker), Genueser Händler und seit etwa 240 Jahren eben die Russen unter den aristokratischen und schließlich den roten Zaren, welche die Osmanen ablösten. Und nun gibt es Empfindlichkeiten und Begehrlichkeiten des sowjetnostalgischen Machtpolitikers Putin, der die Stimmung "seiner Russen" auf seiner Seite wähnt. Blutige Kriege um Macht und Einfluss fanden schon viele auf der Krim statt, unter anderem einer der blutigsten ersten modernen Kriege zwischen Großmächten, der Krimkrieg (1853-56), in dem die Osmanischen Türken mit den verbündeten Briten und Franzosen gegen die Russen kämpften. Seit Jahrhunderten gibt es auf der Krim verschiedene Religionsbekenntnisse, von denen die Christlichen, insbesondere der Orthodoxie und die Islamischen zu den wichtigsten Religionen wurden. Die relativ neue heutige Ukraine wiederum, die als heutiger Staat eine junge Erbin des Zerfalls der UDSSR - des sowjetischen Ex-Geheimdienstlers Putin schlimmstes Trauma - ist, hat auch eine bewegte machtpolitische Geschichte hinter sich. Es bedienten sich Polen, Deutsche, Österreicher und Russen, nachem sich schon 1654 ein polnisch bedrängter Kosakenstaat unter den Schutz des Zaren stellte.

Die neuere Geschichte kennt ebenfalls schreckliche Ereignisse, die die kulturellen Glanzzeiten der Krim fast vergessen ließen. Im Zweiten Weltkrieg besetzte Nazi-Deutschland mit seiner Wehrmacht die Krim (1942-44) und verursachte schwere Verwüstungen und hohe Menschenverluste. In typisch nationalsozialistischer Geschichtsklitterung sollte auf der Krim wieder ein germanischer Gotengau entstehen. Den Krieg gewannen aber die Alliierten und mit ihnen die damalige Sowjetunion. Die Sieger gestalteten auch das Gebiet der Ukraine, das nach dem Zerfall der UDSSR erst in jüngster Vergangenheit Souveränität erlangte. Nach der sowjetischen Rückeroberung wurde die russisch beherrschte Krim auf Befehl des roten Zaren Nikita Chruschtschow erst 1954 zum Bestandteil der "Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik". Zuvor war die Krim durch die stalinistische Deportation der Tartaren "rassistisch gesäubert" und russifiziert worden. Die Ukraine als Staat ist ein relativ junges Gebilde, deren Gebiete ebenfalls Hunderte von Jahren Interessensphären von Fürsten und Großmächten war und offenbar noch ist. Viele Völker, Sprachen und Religionen haben hier ihre Heimat gefunden, auch viele Russen. Berühmt ist auch die Jiddische Kultur Osteuropas mit einer großen Verbreitung auf dem Gebiet der heutigen Ukraine, die allerdings schon unter den Kosaken, Russen und Polen litt und von den Deutschen Nazis nach der Besetzung der Ukraine ausgelöscht wurde. Auf dem Gebiet der Ukraine tummelten sich Kosaken, Österreicher, Polen, Russen und schließlich Deutsche. Jeder versuchte, seine Staatsinteressen und vermeintlichen Interessen seiner Volksgruppen durchzusetzen.

Man könnte das immer so weiter fortschreiben. Oder man könnte erkennen, dass heutzutage große östliche und westliche Europäische Kulturnationen ein Interesse an einer friedlich blühenden Region haben, die das Gebiet der heutigen Ukraine ausmacht und dass es um einen fairen Interessenausgleich und den Wohlstand der dort lebenden unterschiedlichen Menschen geht, deren Stimme dabei gehört werden sollte. Und diese Stimme ist nicht monoton. Sie ist vielstimmig. Vielleicht benötigen manche Gebiete zunächst eine weitgehende politische Autonomie, die aber zum wirtschaftlichen und kulturellen Blühen und zur Wahrung der Menschenrechte und demokratischer Gepflogenheiten der Unterstützung mehrerer Garantiemächte bedürfen, der Europäischen Union und Russlands beispielsweise und in Bezug auf die Krim auch der Ukraine. Da keine politische Führung derzeit allein eine hohe moralische Qualität für sich beanspruchen kann und mehr oder weniger machtversessen und korruptionsgefährdet vor sich hin regiert, sind multilaterale Verträge auf die Dauer eine bessere Gewähr für Frieden und Fortschritt, als eine polarisierende Rivalität zweier Lager.

Und machen wir uns nichts vor: der "prorussische" und von einer "Revolution der Straße" aus dem Amt gefegte Wiktor Janukowytsch war ein korrupter Machtmensch, der sich vor den Augen der hofierenden Mächte aus Ost und West am eigenen Volk bereicherte. Die von ihm eingesperrte und degradierte frühere Ministerpräsidentin und Multimillionärin Julija Tymoschenko war ebenfalls eine machtbewusste Oligarchin mit demokratisch-orangem Anstrich ("Orange Revolution") und ihr ungerechtes Schicksal einer politischen Verurteilung durch das Nachfolgeregime darf nicht darüber hinweg täuschen, dass auch sie, mit einer demikratischen Legitimation einmal an der Macht, gerne nach Gutsherrenart regierte und sich heute populistischer Reden bedient und an ihrem Comeback arbeitet. Nun ist sie zusammen mit dem hier bekannten Boxer Vitali Klitschko von populistischen Führern eines Teils der rebellierenden Straße wieder zum westlichen Hoffnungsträger aufgestiegen und wähnt sich auf dem Sprung aus der Opposition zurück zur Macht. Doch Populisten, die der Straße gehorchen, wenigstens scheinbar, um dann ihre eigene Machtpolitik zu machen, schaden dem Volk und dem Staat oft nachhaltig. Das wusste schon Sokrates, ein äußerst treuer Bürger seines Stadtstaates Athen, der aber niemals dem Volke nach dem Munde redete und daher unter den "demokratischen Politikern" seiner Zeit, die dieses taten, auch keinen aufrichtigen und ehrlichen Mann erkennen konnte. Und bis heute sucht man vergebens nach völlig lauteren, selbstlosen "lupenreinen Demokraten", die keinen eigenen Vorteil suchen und sei es ein Plätzchen in irgendeinem national- oder weltgeschichtlichen Poesiealbum oder ein gut gefülltes Bankkonto.

Und da sich bis heute nichts daran geändert hat, lässt sich am Ende nur durch miteinander Reden und Verhandeln einen halbwegs gerechten Ausgleich unter der Berücksichtigung der Interessen aller, auch der Minderheiten, erzielen. Und das sind notwendig immer zeitgebundene Lösungen. Dazu kann die "Straße", die "Rebellion" und der erzürnte Mob nichts Konstruktives beitragen. Er kann kurzfristig ungerechte Strukturen zerstören, doch schon in der Stunde der Umwälzung wird der Mob zum sinnlosen Zerstörer und Mörder, übt Rache durch Lynchjustiz und droht Gegnern und Minderheiten, wie etwa durch das unsinnige Gesetz, die russische Sprache in einem mehrheitlich von Russen bewohnten Teil der Ukraine, wie der Krim, den Status einer Amtssprache wieder zu entziehen. Wer so dumm und nationalistisch denkt, taugt eben nicht für eine Politik der Versöhnung in einem Vielvölkergebilde und disqualifiziert sich von selbst. Die rechtliche, soziale, wirtschaftliche und politische Wohlfahrt der Menschen in der Ukraine und der Krim sowie in den angrenzenden Staaten liegt in einem Miteinander von West- und Mitteleuropäern mit Russland und der Ukraine und nicht in einem Gegeneinander. Auf dem Weg dahin ist Realismus angesagt. Solange die USA und nun auch Europa sowie Russland immer noch oder gar wieder immer mehr geostrategisch denken, wird Russland niemals die Kontrolle seines Schwarzmeerflottenstützpunktes Sevastopol auf der Krim einer Gefährdung durch eine andere Macht überlassen und wer glaubt, man könne die Russen einfach ausbooten oder isolieren, handelt konfliktverschärfend und undiplomatisch, um nicht zu sagen, dumm, denn er erschwert es den Beteiligten, gesichtswahrend zu deeskalieren.

Vermutlich leiden zurzeit alle unter einem Realitätsverlust und steigern sich in ihre spezifische Paranoia hinein, die Ukrainer, Russen, US-Amerikaner und Europäer der EU. Verbal und bekannt großspurig mischt bereits die Voksrepublik China mit, an der Seite Putins. Despotenregime erkennen ihre gemeinsamen Interessen meistens sofort. Das, was wir heute an Rechthabereien von "Demokraten" wie Potentaten sehen und hören, ist - allerdings gefährlicher - politischer Kindergarten. Wenn ich auf der Krim leben würde, wären mir meine politischen Freiheiten und die soziale und wirtschaftliche Lage wichtig, nicht die Flagge. Ich kann nicht erkennen, dass es den Mächtigen darum und um die Bürger und ihre Rechte und Entwicklungsmöglichkeiten geht. Das sagen sie nur in ihrer populistischen, hysterischen Kriegspropaganda der Drohungen und Ankündigungen. Alle schränken das Volk auf irgendeine Weise ein, auch der Mob. Die erkennbaren Regierungen und Möchtegerne-Herrscher legen den Wert auf Grenzen und auf das Beherrschen und setzen auf Polizei, Militär und wirtschaftlichen Druck, nicht auf Freiheit und Selbstbestimmung. Solche Regierungen sind schlecht und despotisch. Sie versprechen den Ängstlichen Sicherheit. Doch diese Sicherheit ist die eines Kasernenhofes, eines Gefängnisses oder gar eines Friedhofes. Nationalistische Töne sind in solchen Zusammenhängen immer Warnhinweise, denn Nationalismus betont Ausgrenzung und Eingrenzung, schafft Gegensätze und Konflikte und dient immer dazu, die Objekte dieses Nationalismus zu kontrollieren und zu beherrschen und das Unkontrollierbare außerhalb davon zu bekämpfen. Es sind Ideen von Gestern, die Kriege mit Hunderten Millionen Toten erzeugt haben. Aber auch eine imperialistische Welthandelsdoktrin und ein postkolonialistisches Festhalten an historischen Abhängigkeiten sind Ideen von gestern. Sie sollten in einer modernen Welt nicht weiter propagiert werden.
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Samstag, 8. März 2014, 11:39

Zwei Lügner

Rambo telefoniert mit der anderen Gang und bietet an: "Hey, Freedy, lass Du mir den Krimsekt, ich biete Dir Snow." "Hey, das ist prima", sagt Freedy, "Ich mach den Deal und behaupte, Du bist ein heimlicher Bewahrer des Friedens!" "Ja, und ich behaupte, Du bist ein Bewahrer der heimlichen Wahrheiten und erhältst auch den Frieden!", antwortet Rambo "Ey, Mann, ich sollte Dich auch für den Friedens-Nobelpreis vorschlagen", lacht Freedy. "Doch was machen wir mit den EU-Spießern?", fragt Rambo. "Ach, fuck the EU", ruft Freedy. "Wir könnten Sultan als Vermittler und Begleiter unseres neuen Deals ins Gespräch bringen", schlägt Rambo vor, "der braucht Aufwertung und hat Erfahrung damit, wie man mit Miesmachern umgeht." "Ey, das ist cool," ruft Freedy, "aber stört es Dich nicht, dass der mit unserer Gang sympathisiert?" "Ach was, das ist sogar gut, wir benutzen ihn nur", beruhigt Rambo. "Okay, so machen wir es", verkündet Freedy. Allerdings wurde daraus nichts. Warum? Das Gespräch wurde abgehört und auf einer Plattform im Internet veröffentlicht. Pressevertreter fragten zwei bedeutsame Präsidenten, ob sie sich hinter den putzigen Decknamen verbürgen. Alles Unsinn, sagte Mister Obi, das war bestimmt Darth Vader und ein Yedi-Ritter. Alles Quatsch, sagte Gospodin Pussi, dass waren terroristische Drogendealer. Daraufhin wurde Basbakan Bey Erdi gefragt, ob er vielleicht der genannte "Sultan" wäre und was er davon halte. Der schrie: "Alles Lüge, davon habe ich noch nie was gehört oder gelesen." Wie sollte er auch. Er hatte gerade das Internet abgeschaltet.
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Samstag, 15. März 2014, 14:12

Kindergarten

Die üblichen Politikerpersönlichkeiten sind gerade in der Ukraine- und Krimkrise sehr zu bedauern und jeder kann sich freuen, dass er sich gerade nicht durch seinen Apparat und dessen Logik gezwungen fühlen muss, jeder Form höherer Vernunft abzuschwören und stattdessen nationalistische, protektionistische und andere "staatstragende" Reden abzusondern, die sie zu Ideologen der jeweiligen Angststimmungen machen. Nüchtern betrachtet ist alles, was zu den Problemen derzeit vorgebracht wird, Unsinn und es dient dazu, das Problem weiter aufrecht zu erhalten. Die Akteure unterscheiden sich nicht prinzipiell, sondern nur nach ihren nationalen und/oder geostrategischen Lagern. Der Einzelne und dessen Bedürfnis ist jedem Machtpolitiker völlig egal, wenn er von Rechten irgendeines Volkes, Souveränität, territorialer Integrität, kollektiver Sicherheit usw. schwafelt. Bla, bla, bla. Obama-Bla, Putin-Bla, Merkel-Bla und viele kleine Blas und Blubbs. Kindergarten eben. Da die Menschen sich aber selbst nicht vertrauen, versuchen sie, irgendwelchen selbsternannten Kindergärtnern hinterher zu laufen, Politikern, Militärs, Päpsten und Ayatollahs. Ich bin nicht zum Militär gegangen, weil es mir nicht möglich ist, noch unbewussteren Menschen als mir selbst zu folgen. Wie kann man auf die Putins, Obamas, Erdogans usw. hören, zumal sie sich so ähneln? Der eine will ein starker, mächtiger Mann sein, Russland retten und Ruhm einheimsen. Der andere will ein starker, mächtiger Mann sein, geliebt werden und die Welt retten, die Welt Amerikas natürlich. Der nächste will ein starker, mächtiger Mann sein, für großzügig gehalten werden, die Vergangenheit in die Zukunft retten und von Gott geliebt werden. Als ich im Kindergarten war, wollte ich groß und stark, klug und der Beste sein. Sehr viel Aufwand für ein wenig Liebe, die man anderen abluchsen muss, wenn man für sich selbst keine mehr hat. Und wo kommt die ganze große Sorge und Angst her? Natürlich aus der gleichen Quelle, der Kindergartenzeit, als wir glaubten, uns unsere ersten Sporen verdienen zu müssen, nachdem es mit Mami und Papi auch nicht so recht geklappt hat, sondern nur, wenn wir "lieb" waren. Na, Du lieber Wladimir, Du lieber Barack, Du liebe Angela, was müssen wir tun, wie lieb müssen wir noch sein, damit ihr wieder lieb seid und alle miteinander spielen dürfen? Ehrlich? Ich interessiere mich nicht dafür, ich steige aus. Auch Jesus interessierte sich nicht für den Kaiser von Rom oder König Herodes. Warum? Er hatte keine Geschäfte mit den eingebildeten Machthabern, die glaubten, die Herrscher dieser Welt zu sein. Seine Fragen gingen zum Kern des Menschenwesens, zu jeder einzelnen Person: Was glaubst Du? Wer bist Du? Lebst Du schon im Hier und Jetzt? Bist Du da? Zu viele von solchen Leuten werden den Machthabern ungemütlich. Das Ende kennt man. Vorläufig. Doch habe ich nicht davon gehört, dass ein Herodes oder ein Augustus glücklich wurden. Warum auch und wodurch?
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Freitag, 28. März 2014, 09:26

Kindergarten groß und klein

Kein Land ist zu arm, wie etwa die bankrotte Ukraine, dass sich nicht irgendein schwachsinniger Reicher oder Politiker zu dessen Herrscher aufschwingen möchte. Das neuste Beispiel aus dem Tollhaus eines Kindergartens für Erwachsene ist die einst im Westen hofierte Oligarchin und "Gas-Prinzessin" Julija Tymoschenko, die in einem abgehörten Telefongespräch dem russischen Präsidenten Putin und anderen russischen Führern Tod, den Russen Erschießung, Russland Vernichtung und einen Nuklearkrieg androht. Entlarvt kokettiert Tymoschenko mit einer geringfügigen Manipulation verdächtigter russischer Geheimdienstler, ohne zu dementieren und hofft, mit ihren Hassparolen und ihrem Säbelrasseln auf der Welle des nationalistischen Mob erneut in den Präsidentenpalast geschwemmt zu werden. Mag sein, dass ihre Hasseskapaden die psychiatrischen Auswirkungen ihrer krankhaften Bandscheibenprobleme sind oder die Rachegelüste nach über zwei Jahren politischer Haft, die sie in anderen Ländern aber möglicherweise auch ihrer Teilnahme an korrupten Geschäften der Kleptokraten ihres Landes verdanken würde. Doch wie auch immer eine Rückgratschwäche oder geistige (?) Impotenz die Gewaltphantasien reicher, machthungriger Politiker zu erklären vermag, es wirft ein Licht darauf, mit welchen Leuten wir es hier in der Welt zu tun haben. Im Kindergarten sollen wir uns bereits kinderpsychiatrisch mit kleinen Rabauken, Cäsaren und Napoleonen befassen, die von ihren Müttern und Vätern nicht erzogen wurden und sich wie Alleinherrscher aufspielen. Das für die Welt derzeit größere Problem sind allerdings die Großen, die auf der Weltbühne herumtrampeln, als wären sie noch im Stuhlkreis ihres Horts und hätten sich geärgert, dass sie den Lolli als Letzte erhalten haben. Und der würdige deutsche Außenminister Steinmeier begleitet das Ganze mit düsterer Karfreitags-Mine eines Pastors und erklärt mit staatstragenden, aber hohl klingenden Predigten "Realpolitik". Das ist genauso zum Kotzen, wie die hysterischen Reden der anderen. Zur "Realpolitik", also zur ökonomischen Interessenpolitik, gehört wohl auch, dass man eine Tymoschenko als "Hoffnungsträgerin" jahrelang hofierte, sie in deutsche Kliniken karrte und ihre nationalistischen Revanche-Töne geflissentlich überhörte. Ob man nun auch ihre Konten einfrieren und sie zu einer unerwünschten Person in Deutschland und der EU erklären wird? Wie weit geht die Konsequenz der Prediger? Moral ist eben käuflich. Willkommen im Kindergarten der "Demokratie". In unseren Kindergärten und Schulen werden kleine Menschen von Erzieherinnen, Lehrern und Ärzten in völlig unverständlicher Hilflosigkeit zu "Sicherheitsrisiken" stilisiert. Diejenigen, die sich auf internationalen politischen Bühnen und in der Wirtschaft als mächtig gewordene "Erwachsene" so aufführen, erhalten den Zuspruch von Millionen anderen "Erwachsenen". Wohl dem, der weder vor den Kleinen Angst hat, noch vor den Gernegroßen liebedienerischen Respekt, auch wenn diese gerne ihre Bauklötze mit Sturmgewehren und Atombomben vertauschen. Wer dazu drängt, andere zu beherrschen oder wer sich wie Vieh unter eine Herrschaft drängt, egal, ob es die des Geldes, des Ruhmes, der Macht oder der Ideen ist, leidet unter demselben psychischen Defizit emotionaler und geistiger Unabhängigkeit und ist damit auch dann nicht erwachsen, wenn er volljährig sein sollte.
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Sonntag, 4. Mai 2014, 12:30

Und so fort und so fort.

Kindergartenstaaten bilden und zerfallen an jedem Kindergartentag. Menschen mit dem Wissen und Gewissen von Zweijährigen spielen Macht, Liebe, Leben, Tod. Die halbstarken Gouvernanten und deren Möchtegern-Helden bemächtigen sich dieses Spiels. Es soll vorkommen, dass sie über Grenzen gehen, den einen oder anderen Krabbler verunglücken lassen oder gar missbrauchen und totschlagen. Die Erwachsenen errechnen derweil Kosten und Nutzen der Betreuung und wenn sie es mit der Angst bekommen, erstarren die Einen, während die Anderen böse werden. Am Ende machen alle alles kaputt, denn was nützt wem ein paar "böse Erwachsene"? Und danach gibt es wieder irgendwann irgendwo etwas neues Altes. Und so fort und so fort. So ist der Mensch, der zwischen Kleinkindzeit und Altersschwachsinn vergisst, mit einem klaren mitfühlendem Gehirn und mit dem wissenden Herzen Wahrheit in Wirklichkeit zu leben. So, wie er ist, sind seine Taten.
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