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Mittwoch, 3. Juli 2013, 01:15

Aus dem "Evangelium nach Thomas" für die Neue Zeit

Das Evangelium nach Thomas ist ein frühes so genanntes "apokryphes Evangelium", das aus einzelnen "Logien" besteht, Weisheitworten, die Jesus Christus zugeschrieben werden. Es ist keine zusammenhängende Geschichte. Die ersten Teile können mit den so genannten synoptischen kanonischen Evangelien, die von der Kirche anerkannt und in den offiziellen Kanon des Neuen Testamentes aufgenommen wurden, entstanden sein. Sie haben sowohl Anklänge an die Lehrschriften der Essener wie an gnostisches Gedankengut, das aus dem hellenistischen Bereich im Rahmen späterer Bearbeitungen in den Text geflossen ist. Es wird ein griechischer Urtext vermutet und es gibt z.T. veränderte Abschriften in koptischer Sprache. Eine sehr Vollständige wurde in Nag Hammadi gefunden. Die "Jesus-Logien" verkünden den Entwurf eines "Neuen (wiedergeborenen) Menschen" für eine Neue Erde, sie sind erfüllt von der "Christus-Energie", über die Theosophen und Anthroposophen philosophierten und die durch Jesus in einer spezifisch menschlichen Weise einmal Fleisch geworden sei. Hier geht es um Jesus, den Lichtmenschen, das Vorbild aller "Lichtarbeiter", die die Christusenergie als Erlösungsenergie in die Welt bringen möchten. Gemeint ist die erlösende Liebe. Wer Ohren hat, der höre:

1. Dies sind die geheimen Worte, die Jesus, der Lebendige, sprach und die Judas Thomas, genannt "Zwilling", aufgeschrieben hat. Und er sprach: Wer die Bedeutung dieser Worte versteht, wird den Tod nicht schmecken.

4. Jesus sprach: Zögert ein hochbetagter Mann nicht, ein kleines Kind von sieben Tagen nach dem Ort des Lebens zu fragen, so wird er leben. Denn viele Erste werden die Letzten sein, aber sie werden alle zu einem werden.

5. Jesus sprach: Erkenne den, der vor Deinem Angesicht ist, und was dir verborgen ist, wird sich dir offenbaren. Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbart würde.

7. Jesus sprach: Selig ist der Löwe, den der Mensch ißt. Dadurch wird der Löwe Mensch. Aber elend ist der Mensch, den der Löwe frisst. Dadurch wird der Mensch zum Löwen.

10. Jesus sprach: Ich habe Feuer auf die Welt geworfen, und siehe, ich hüte es, bis sie brennt.

14. Jesus sprach zu Ihnen: Wenn ihr fastet und bleibt dabei doch die alten, schafft ihr euch nur Sünde. Und wenn ihr betet, richtet ihr euch nur selbst. Und wenn ihr Almosen gebt, fügt ihr eurem Geist Schaden zu. Wenn ihr in irgendein Land geht und es durchwandert und wenn man euch dann aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt und heilt die Kranken unter ihnen. Denn was hinein geht in euren Mund, verunreinigt euch nicht. Aber was aus eurem Munde heraus kommt, das ist es, was euch unrein macht.

18. Die Jünger sprachen zu Jesus: Sage uns, wie das Ende sein wird. Jesus sprach: Habt ihr denn schon den Anfang entdeckt? Denn dort, wo der Anfang ist, dort ist auch das Ende. Selig ist, wer am Anfang steht. Denn er wird das Ende erkennen und den Tod nicht schmecken.

22. Jesus sah, wie kleine Kinder gesäugt wurden. Er sagte zu seinen Jüngern: Diese kleinen Kinder, die gesäugt werden, gleichen denen, die ins Reich eingehen. Sie sagten zu ihm: Werden wir, indem wir klein sind, ins Reich eingehen? Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr die zwei zu eins macht und wenn ihr das Innere wie das Äußere macht und das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere, und wenn ihr das Männliche und das Weibliche zu einem Einzigen macht, so dass das Männliche nicht mehr männlich und das Weibliche nicht mehr weiblich ist - wenn ihr das Auge durch ein anderes Auge ersetzt und eine Hand durch eine andere Hand und einen Fuß durch einen anderen Fuß, ein Bild durch ein anderes Bild - dann werdet ihr ins Reich eingehen.

24. Es sagten seine Jünger: Belehre uns über den Ort, da wir nicht anders können, als danach zu suchen. Er antwortete: Wer Ohren hat, der höre. In einem Lichtmenschen ist Licht und er leuchtet der ganzen Welt. Wenn er nicht leuchtet, ist Finsternis.

26. Jesus sprach: Den Splitter im Auge Deines Bruders siehst du. Den Balken aber in deinem Auge siehst du nicht. Wenn du den Balken aus deinem Auge ziehst, dann wirst du genug sehen, um den Splitter aus dem Auge Deines Bruders zu ziehen.

31. Jesus sprach: Kein Prophet gilt etwas in seinem Dorfe. Kein Arzt heilt die, die ihn kennen.

36. Jesus sprach: Sorgt euch nicht von Morgen bis zum Abend und von Abend bis zum Morgen darum, was ihr anziehen sollt.

42. Jesus sprach: Werdet Vorübergehende.

49. Jesus sprach: Selig seid ihr Einsamen und Auserwählten, denn ihr werdet das Reich finden, weil ihr daraus stammt und wieder dorthin geht.

50. Jesus sprach: Wenn man euch fragt: Woher seid ihr gekommen? antwortet: Wir sind aus dem Licht gekommen, von dort, wo das Licht durch sich selbst entstanden ist. Es war unvergänglich, und trat in ihrem Bilde, (im Leibe) in Erscheinung. Wenn man euch sagt: [Wer seid ihr?], sagt: Wir sind die Söhne und wir sind die Auserwählten des lebendigen Vaters. Wenn man euch fragt: Was ist das Zeichen des Vaters an euch? so antwortet: Bewegung ist es und Unbeweglichkeit.

51. Es sagten zu ihm seine Jünger: Wann wird die Ruhe der Toten eintreten und wann wird die neue Welt kommen? Er antwortete: Die Ruhe, die ihr erwartet, ist ja schon gekommen. Aber ihr erkennt sie nicht.

67. Jesus sprach: Und würde einer das All erkennen, dabei aber sich selbst nicht erkennen, so würde er die Erkenntnis des Ganzen doch verfehlen.

75. Jesus sprach: Viele stehen vor der Tür, doch nur die Einsamen sind es, die ins Brautgemach eintreten werden.

77. Jesus sprach: Ich bin das Licht, das über ihnen allen ist. Ich bin das All. Das All ist aus mir hervor gegangen und das All ist zu mir zurückgelangt. Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort.

82. Jesus sprach: Wer mir nahe ist, der ist dem Feuer nahe. Und wer mir fern ist, der ist ferne vom Reich.

83. Jesus sprach: Die Bilder sind dem Menschen sichtbar und das Licht ist ihnen verborgen, verborgen im Bild des Lichtes des Vaters. Wenn er, (der wahre Mensch), sich aber offenbart, ist umgekehrt sein Bild verborgen durch sein Licht.

84. Jesus sprach: Wenn ihr euresgleichen seht, freut ihr euch. Wenn ihr aber eure Bilder seht, die vor euch entstanden sind, die weder sterben noch in Erscheinung treten - werdet ihr dieser Fülle gewachsen sein?

106: Jesus sprach: Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr die Söhne des Menschen werden, Und wenn ihr dann sagt: Berg, hebe dich hinweg, wird er sich hinweg heben.

113. Es sprachen zu ihm seine Jünger: Das reich, wann wird es kommen? Jesus antwortete: Das Reich ist nicht etwas, auf das man warten müsste, bis es kommt; dass man sagen müsste: siehe hier, oder: siehe dort. Sondern das Reich des Vaters ist schon über die Erde ausgebreitet, nur die Menschen sehen es nicht.


Zitiert nach "Apokryphe Evangelien aus Nag Hammadi", Edition Argo, Dingfelder Verlag, 1988
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)

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Mittwoch, 3. Juli 2013, 08:08

Wort, Wahrheit, Wirklichkeit

Worte können wahr sein. Sie bilden allerdings meist nur einen Teil der Wirk-lichkeit ab, es sei denn, es handelt sich um "Schöpfungsworte" wie sie zu Beginn des Johannes-Evangeliums geschrieben stehen: Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.



In principio erat verbum
et verbum erat apud Deum
et Deus erat verbum.


Abgesehen von seinem seinem tiefen Sinngehalt sind diese poetischen Anfangsworte des Johannesevangeliums in griechischer, lateinischer und deutscher Sprache von einmaliger Sprachschönheit.
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)