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Montag, 1. April 2013, 15:50

Begrenzung als "Kulturzustand". Österliche Gedanken.

Der "Kulturzustand" unserer emotionalen und dem von ihr geprägten geistigen Teil der Persönlichkeit ist die Begrenzung. Im emotionalen, psychischen und mentalen "Naturzustand" sind wir nur sehr kurze Zeit in unserem intrauterinen Leben und kurz nach der Geburt. Wir sind frei, allumfassend und gleichzeitig absolut ausgesetzt und hilflos, zum körperlichen, seelischen und geistigen Überleben darauf angewiesen, dass Menschen uns annehmen und willkommen heißen, am besten natürlich mit offenem und liebevollem Herzen.

Die "Erfahrung", das mit unseren ebenfalls begrenzten und begrenzenden Bezugspersonen und Mitmenschen Erlebte und die Erziehung prägen uns anschließend, sodass wir all die begrenzenden Charaktereigenschaften entwickeln, die unseren Stand in dieser begrenzten Welt, unser psychisches Überleben garantieren sollen. Wir fühlen uns nicht mehr hilflos, obwohl wir es im eigentlichen Sinne vor der "Gewalt" des Lebens immer bleiben werden, aber auch nicht mehr offen.

Wir entwickeln vielfältige blinde Flecken und ziehen uns aus dem echten Kontakt mit unserer Umgebung, unseren Mitmenschen zurück. Dadurch können wir einander kaum noch authentisch sehen, hören, fühlen, nicht mal uns selbst, denn wir sind von der gleichen einschränkenden Entwicklung betroffen, wie jedes andere Menschenkind. Wir verstehen einander nicht in der Tiefe, erkennen einander nicht, begeben uns in Täuschungen und werden bitter enttäuscht.

Wir projizieren, weichen aus, verallgemeinern, urteilen, wagen zu viel oder zu wenig aus Unkenntnis und Unachtsamkeit. Die Ursache ist unsere Verwirrung und die Angst, die wir deshalb empfinden. Aus dieser Angst heraus tun wir uns und anderen schreckliche Dinge an, in dem wir uns und andere ständig auf vielfältige Weise beschneiden, begrenzen, ausgrenzen, verstümmeln, in Gedanken, Worten oder Handlungen niedermachen und vernichten. Unsägliches Leid entsteht dadurch.

Wenn wir allerdings wissen, dass unser normaler "Kulturzustand" Begrenzung aus Angst ist, können wir achtsam, vorsichtig und nachsichtig mit uns und anderen werden. Wir können voraussetzen, dass es das Normalste ist, einander nicht gleich zu erkennen und zu verstehen, sondern dass eine lange Reise zu uns selbst und zu den anderen dafür nötig ist, um in unser Herz und in das eines anderen Menschen eingeladen zu werden, ohne Angst.

Dieses Wissen könnte uns demütig machen, ohne dass wir durch viele negative Erfahrungen gedemütigt werden oder uns selbst oder andere zu demütigen. Dieses Wissen könnte uns mit spontaner Freude und Dankbarkeit erfüllen, wenn wir wider Erwarten und ohne es "gemacht" oder "erzeugt" zu haben von unmittelbaren Begegnungen mit Menschen, von Verstehen und Annahme überrascht werden und ein großes Willkommen in unserem Herzen spüren. Dann können wir diese Pfade vorsichtig verfolgen und weiter auf ihnen wandeln.

Dieses Wissen lehrt uns, dass nicht das Bedürfnis nach Liebe Liebe erzeugt, nicht das Bedürfnis nach Verbindung Verbundenheit und nicht das Bedürfnis nach Wissen wahre Bewusstheit. Wir unterscheiden in größerer Demut zwischen unserem Denken, Wollen, Fühlen und Sein und können uns nach und nach mehr mit unserem eigentlichen, inneren Sein unserer Kernpersönlichkeit identifizieren, als mit dem Wollen, dem Denken und dem veränderlichen Fühlen. Wir gehen mit unseren Werkzeugen freundlich und in deren eigenen Grenzen um und erwerben uns gleichzeitig zunehmend bewusst eine unbegrenztes Bewusstsein, dem wir einst sogar angehörten.

Doch auch für den Schmerz und die traurigen Erfahrungen von Ablehnung und Unverständnis gibt es eine gute Verwendung, die nicht in die ängstliche Verhärtung führen muss, sondern wieder in die Erweiterung, in die Befreiung gehen kann. Der Schmerz kann unser Herz auch weiten. Das geweitete Herz möchte dem Herzen des anderen, der bei mir Schmerz und Trauer oder gar Zorn ausgelöst hat, niemals schaden. Es kann in seinem geöffneten Naturzustand einfach nur lieben, was immer da kommt.

So bietet uns der Weg der Erfahrung und des Lernens am Anfang Begrenzung, verringert unsere Fähigkeit zum Allfühlen und gibt uns vorläufige Sicherheit in unseren allerkleinsten Gemeinschaften. Dann verursachen Angst, Leid und Schmerz, die aus unserer Begrenzung kommen und die uns in die Verhärtung geführt haben, in günstigen Augenblicken überwältigende emotionale Erfahrungen, die die Begrenzungen sprengen müssen und nur von einer gewaltigen Anstrengung einer Öffnung für das herzliche Fühlen überwunden werden können, wenn wir nicht nur vorübergehend wahnsinnig oder krank werden wollen.

Nachdem uns die Leiderfahrung emotional und auch spirituell erfasst und "erleuchtet" hat, in dem wir unsere Grenzen spüren, sie verstehen und loslassen konnten, weil wir sie einfach im Überwältigtsein loslassen mussten, sind wir durch tief erfahrenes und empfundenes Wissen belehrt und befreit und müssen unseren alten Grenzen, unserem Vermeidungsverhalten und unserem Begehren nicht mehr verhaftet bleiben, um in all diese begrenzenden Bedingtheiten hinein gezogen zu werden. Wir sind am Ende wieder ganz frei, frei, die Bedingtheiten zu erkennen und los zu lassen, frei, unsere Ohnmacht und Verletzlichkeit anzuerkennen und anzunehmen und dadurch von ihrem einschränkenden und begrenzenden Wirken unabhängig zu werden.

Da wir Menschen mit vielen Schichten in unserer Persönlichkeit sind, die sich wie Jahresringe unserer Sozialisation um unseren Kern und den der von uns gebildeten Kulturen gelegt haben, werden wir in der Regel mehrere, oft sehr viele "Erleuchtungserlebnisse" und emotionale sowie spirituelle Krisen benötigen, um uns schrittweise aus unserem begrenzten und begrenzenden Fühlen und Denken heraus zu bewegen. Sie dadurch bedingte Langsamkeit bewirkt allerdings auch, dass unsere gesamte Persönlichkeit mitwächst und wir unsere Entwicklung auch noch mitbekommen und uns damit selbst zum Ausdruck bringen können und nicht nur eine relativ unpersönliche Buddha- oder Christusidee, deren Energie gleichwohl in uns wirksam werden kann.

Wir selbst sind nämlich gefordert und berufen, das Beste in uns und in jedem von uns zu finden, der mit uns unterwegs ist, sonst hätten ja ein Buddha, ein Jesus ein und für alle Male gereicht und es hätte keine anderen Seelen und Persönlichkeiten mehr geben müssen, um die göttliche Allheit in ihrer Verschiedenheit auszudrücken. Das wäre am zweiten Ostertag meine Osterbotschaft für heute und meine Deutung des christlichen Mysteriums, das sich von Gründonnerstag über Karfreitag bis zur österlichen Auferstehung des Christus entwickelt hat.

In diesem Sinne wünsche ich jedem seine persönliche Erleuchtungs- und Auferstehungserfahrung. Möge sie zu dem berühmten Senfkorn werden, das aufgeht und Frucht trägt, zum Wachstums- und Werdeimpuls. Vom Anfang des Lebens an ist jede Seele hier willkommen und auch notwendig, um den gesamten Erlösungsprozess zu bewältigen, die Entwicklung der göttlichen Persönlichkeit, die uns bereits innewohnt und die wir in unserer Begrenzung nicht mehr so gut wahrnehmen können, außer durch Gleichnisse, Vorbilder und eben umwälzende Erfahrungen, die uns am Ende heil und geläutert sein lässt. Dazu können wir die Hilfe eines leidlich liebevollen Gegenübers oft gut gebrauchen, manchmal aber eben auch den Schmerz, den Ablehnung und Unverständnis eines Anderen bei uns auslösen, auch wenn es weh tut.

In diesem Sinne ein Gedicht - oder sollte ich es lieber ein Gebet nennen - das mir vor einigen Tagen, nämlich am Gründonnerstag in New York einfiel:


Zitat

Original von Michael


Universe of Love


Look at everybody with love -
GOD can do.
The God in myself too!
GOD knows it all
and I know it in me:
sadness and sorrows,
satisfaction and joy,
the bitter and sweet
fruits of life.
HE is knowing my fear
and can feel my loneliness
in this confined world
so that I can feel yours.
HE even loves
if we are weeping
and laughing together.
GOD means LOVE
and LOVE says:
"It is what it is.
Things are what they are."
And in each single
human heart can live
an universe of LOVE.
The Great GOD
is made of joy.
The God in our heart
grows even with our
painfull and sad
experiences.
Together they are
the universe of LOVE
connecting all universes
in wonderful
and eternal relationship.



Michael
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)

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2

Montag, 1. April 2013, 17:56

Lieber Michael,
ich habe ihn immer dabei, meinen Konfirmationsspruch:
"Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm" 1 Johannes 4,16
Frohe Ostern!
Sabine
Sabine

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3

Montag, 1. April 2013, 20:17

Am Anfang war das Wort...

Liebe Sabine,

herzlichen Dank! Dem Seher Johannes genügten wenige Worte, um es auf einen Punkt zu bringen. Interessant, wie ellenlang dazu die Bibelkommentare und Erklärungen sind. Sicher scheint mir: wüssten wir mehr im Sinne eines umfassenderen Bewusstseins, genügten wenige Worte von Bedeutung. "Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort"... So beginnt doch das Johannesevangelium. Und Das Weltall beginnt nach hinduistischer Tradition mit dem göttlichen Urklang, der einen Ursilbe OM.

LG, Michael
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