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Dienstag, 3. Mai 2011, 00:06

Zum Stand des Krieges gegen den Terrorismus

Leider wurde der folgende Thread versehentlich gelöscht und konnte nicht mehr in seiner Originalform wiederhergestellt werden, was immer das bedeutet...

Michael
Administrator


Dabei seit: 09.10.2005
Beiträge: 2857


Medien und Politik z.B. zum Thema "Terrorismus": Was wissen wir eigentlich, was läßt man uns wissen?


Liebe LeserInnen,

Ihr könnt es glauben, oder nicht, aber mich beschleicht oft das Gefühl, mit jedem in den Medien lancierten, oft spektakulären "Bericht" auf irgend eine Weise hinter das Licht geführt zu werden. Wissen wir mit diesen angeblichen "Nachrichten" eigentlich mehr als vorher? Sind die Informationen "wahr"? Beruhen sie auf "Tatsachen"? Oder sind sie bestenfalls "Spekulationen", schlechtestenfalls üble, gezielte Desinformationen, eben Propagandalügen interessierter Seiten?

Nachdem ein deutscher Geheimdienst bereits vor vielen Jahren offenbar selbst ein Loch in eine Gefängnismauer gesprengt hatte (das berühmt-berüchtigte "Celler Loch"), um zu "beweisen", dass mit diesem "Ausbruchsversuch" von außen noch eine erkennbare linksextremistische Terrorgefahr in der Bundesrepublik polizeistaatsähnliche Überwachungsmethoden und Einschränkungen der demokratischen Bürgerrechte rechtfertige, bin ich nicht nur ein wenig skeptisch, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht.

Zu offensichtlich ist, dass unter demokratischen Legitimationsdruck stehende Überwachungs- und Repressionsorgane die Bedrohung von innen und außen benötigen, um ihre Aktivitäten, die in der Regel der Geheimhaltung unterliegen, zu rechtfertigen. Das letzte unschöne Beispiel dieser Machenschaften war das Abschöpfen und anschließende Kriminalisieren von Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst.

Und die Terroristen freuen sich natürlich über den "Polizei- und Überwachungsstaat", der sich quasi demaskiert, geben dessen Aktivitäten doch Rechtfertigungen für das eigene krude Revolutionsverständnis und bestätigen sie in ihrem verbrecherischen Tun. So pervers das klingt: Die Herrschaften benötigen einander um ihre Existenz und ihre sich im Zwielicht entfaltende Tätigkeit vor sich und anderen zu rechtfertigen. Ein System, dass sich selbst unterhält, solange die entsprechend "Informierten" Geld und eine autonome Meinung abtreten.

Der Bürger hält die Ohren hin, läßt sich das Gehirn vernebeln und ab und zu kommen ein paar um. Die Zeche zahlen alle. Und man kann mit all dem prima Politik machen. Und damit der Bedarf an Staatsmacht, Polizei, Militär und Waffen niemals ausgeht, zetteln die Global Players der Machpolitik an allen Ecken und Enden der Welt militärische Konflikte um Öl und Bodenschätze an, stärken Terroristen für die jeweils eigene Sache und bekämpfen sie wieder, wenn sie ihnen zu selbstständig in ihrem verbrecherischen Tun werden, denn nur der eigene machpolitische Zweck heiligt ihre Mittel.

Das banalste und älteste Mittel der Kriegführung, das sich sogar in so heiligen Büchern wie der Bibel findet, ist das mit der Psychologie der Informationspolitik. Nicht nur die Beschönigung der eigenen Absichten und die Verunglimpfung der Gegner, auch die Erfindung von "Tatsachen" sind uralte Spiele. Da es letztlich in der Welt der Dualität sowieso nur Konstrukte und Ansichten und keine Wahrheit im eigentlichen Sinne gibt, was sind dann also "Tatsachen", "Nachrichten" und "Beweise"?

"Meldungen" und "Nachrichten" sind "Informationen", die sich auf dem Meinungsmarkt verkaufen lassen. Leser von Zeitungen und Fernsehzuschauer kaufen sie, aber auch Unternehmen als Werbung für ihre Produkte und Regierungen als Mittel für ihre Interessenspolitik. Es gibt nichts Objektives. Alles kann irgendwie gefakt sein und es ist nahezu unmöglich, etwas über die Wirklichkeit herauszufinden, allenfalls etwas über die Wirksamkeit lancierter "Informationen". Mit Moral und Ethik hat das nur insofern zu tun, als auch das käufliche Waren sind.

Die Wissenschaft macht da in Puncto Moral und Ehrlichkeit keine Ausnahme, ihre Vertreter, die Wissenschaftler, sind zum Teil ebenfalls käuflich und es gibt milliardenschwere Interessenten, z.B. bei den Pharmamultis, denen die gekauften Gefälligkeitsstudien zu menschengefährlichen Medikamenten für die Ankurbelung des Umsatzes jeweils einige Beträge zur "Forschungsunterstützung" wert sind, womit der Profit eben wieder wichtiger ist, als Menschenleben.

So bleibt eben bei jeder "Nachricht" das beklemmende Gefühl: Ich weiß eigentlich gar nichts, außer, was ich nach den Intentionen der Nachrichtenhändler und -macher wissen soll. Die Wahrheit bleibt mit jeder neuen Nachricht immer nebulöser und es gibt keine Möglichkeit, unabhängig zu untersuchen, welchen Wahrheitsgehalt eine Medieninformation hat. Was wird gesagt, was erfunden, was verschwiegen?

Zum Beispiel die beiden Kofferbomben auf deutschen Bahnsteigen vor drei Wochen: War es tatsächlich dieser erstaunlich schnell anhand lausiger Videoaufnahmen identifizierte angebliche libanesische Student aus Kiel? Und der oder die Komplizen? Warum in alles um der Welt hat denn der Anschlag nicht geklappt, die Technik so kläglich versagt? Warum wollten die Terroristen angeblich kein großes, sondern nur ein kleines Blutbad auf freier Strecke zu verkehrsarmer Zeit? Wäre das nicht eher im Interesse derjenigen, die den Antiterrorkampf legitimieren möchten?

Die Wirkung der Bomben ist jedenfalls bombastisch: "Sicherheitspolitik" mit möglichst umfassendem Überwachungsstaat wird plötzlich wieder leicht verkäuflich, ohne dass die Sicherheitsexperten uns irgendeine Garantie geben möchten: Trotz aller Vorkehrungen könne in einer "freizügigen Gesellschaft" immer etwas passieren, jederzeit! Also, was nützt das Ganze?

Es soll ja schon unglaubliche Vorgängerfälle gegeben haben. Bis heute ist umstritten, ob der amerikanische Präsident F.D.Roosevelt vor dem Angriff der Japaner auf Pearl Habour Informationen zu dessen Verhinderung gehabt und auf Gegenmaßnahmen verzichtet hat, um die USA in den Krieg mit Japan zu führen. Ebenfalls weiß man nicht genau, welche Rolle der angeblich friedliche aber getarnte Passagierdampfer Lusitania, den ein deutsche U-Boot als Blockadebrecher mit geheimen Waffenlieferungen (und später bestätigten) ansah, spielen sollte, als er trotz U-Boot-Warnung England anlief und dessen Torpedierung mit dem Tod von amerikanischen Staatsbürgern einen trefflichen Grund für eine Kriegserklärung im Ersten Weltkrieg abgab.

Heute lassen sich Waffeneinsätze und auch ihre provokatorische Wirkung schon viel gezielter einsetzen. Schon jetzt können Militärs und möglicherweise auch Polizisten mit den technischen Möglichkeiten der Satelitenortung und demnächst unterstützt durch allerlei andere elektronische Mittel mit zielgenauen, lasergesteuerten Hightech-Waffen auf Hunderte von Kilometern einzelne Menschen ausspähen und liquidieren. Die israelische Luftwaffe ist eine Spezialistin für solche Aufgaben, aber Amerikaner und Briten können das z.B. in Afghanistan oder im Irak auch. Darüber gibt es Videoaufnahmen der eigenen Militärs, die auch das nächtliche Abschießen von Menschen wie Hasen aus dem Hubschrauber mit Infrarotkameras aufnahmen.

Natürlich vernichtet man gleich alle Autoinsassen oder Hausbewohner mit und manchmal ist so eine Menschenansammlung auch nur terroristenverdächtig... Aber schon die mittelalterliche Inquisition der damals allmächtigen Kirche ließ verlauten, dass es besser sei, eine Anzahl Unschuldiger mit einer "Teufelsbuhlin" zu verbrennen, als auch nur einen ketzerischen Menschen zu übersehen und am Leben zu lassen. Die machtpolitischen Realitäten haben sich nicht groß geändert und die terroristischen Islamisten argumentieren auf eine Weise genauso wie ihre Widersacher und nicht viel anders, wie zur Zeit der Kreuzzüge.

Wie früher werden die Gegner durch Folter und Mord in Angst und Schrecken gehalten und sogar "demokratische" Staaten wie die USA erschaffen illegale Foltergefängnisse in Afghanisten, in Osteuropa, im Irak und auf Guantanamo/Kuba, vor den Augen der Weltöffentlichkeit. Die Russen sehen dem geduldig zu, solange man ihnen nicht ernsthaft in den Tschetschenienkrieg, dem hauptsächlich Zivilisten zum Opfer fallen, hinein redet und die Chinesen pflegen eine ähnliche Moral. Die jeweiligen Bürgerrechtsbewegungen in diesen Ländern werden fast nur durch Lippenbekenntnisse unterstützt. Ist nun also z.B. der "Bremer Taliban", ein Deutschtürke, der seit Jahren in Guantanamo in rechtswidriger Isolationshaft ohne Anklage sitzt, ein Taliban, ein Terrorist oder ein unbescholtener Bürger?

"Glaube keine Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast", lautet ein Forscher-Gag. Wie sollte der Gag für politische Nachrichten formuliert werden? Außer, dass wir alle daran glauben könnten, dass wir auf die eine oder andere Weise dafür bezahlen müssen und dass der Preis auf jeden Fall hoch sein wird, den wir für unser Zerrbild von Demokratie, unsere nur scheinbare Freiheit zu zahlen haben, halte ich nichts für einigermaßen gewiß, was ich höre und lese.

Ist die Welt so schlecht - denn Gutes liest und hört man ja kaum - wie sie von Medien, Politikern, Stammtischspezialisten und sogar Wissenschaftlern geschildert und konstruiert wird? Und sind wir in unseren Gesellschaften frei, auch frei von Verblendung? Sind wir also auch so frei, nicht zu glauben und ungläubig auf das Spektakel zu schauen, dass man unseretwegen inszeniert? Und sind wir undankbar, wenn wir uns die Freiheit nehmen, wegzuschauen? Und könnten wir alle wegschauen, gäbe es am Ende gar keine Terroristen, Feinde, Militärs und Kriege mehr? Und wann würde es so weit sein?

LG, Michael

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Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)

21.08.2006 16:40
Heike1
SeniorUser


Dabei seit: 09.10.2005
Beiträge: 744



Michael dann wird es aber Zeit.
Nur kurz zu den zwei Kofferbomben, ich habe bis jetzt keinen gehört oder was gelesen, der Angst vor einen solchen Anschlag hat.
Mag sicherlich auch daran liegen, daß es so etwas bei uns noch nicht gab.
Der Schäuble will jetzt auch das Internet überwachen, hier kann man nämlich Anleitungen zum Bomben bauen herunterladen.
Ich bin nur erschrocken über die schlechte Bildungsqualität an unseren UNI's. Die Anleitungen stehen im Internet und ein Student bekommt es nicht hin. Der ist sogar so dämlich und läßt sich ohne weiteres von Überwachungkameras filmen.
Wenn man nämlich in den USA studiert, brauch man nur ein paar Stunden auf den Flugsimulator bzw. auf kleine Sportmaschinen zu üben und schon kann man komplizierte Flug- Manöver mit einer Boeing fliegen.
Am Ende war es wirklich ein Student der sich dämlich angestellt hat, wer weiß.
Hätte dieser libanesische Student einen Anschlag auf eine Synagoge gemacht, hier gebe es ein einleuchtendes Motiv. Doch auf einen deutschen Bahnhof

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Leben ist ganz einfach, was das Leben so schwer macht, ist der Mensch selber

24.08.2006 20:17
Michael
Administrator


Dabei seit: 09.10.2005
Beiträge: 2857


Medien und Politik: Zum Umgang mit der Demokratie und der "Wahrheit"
Dass Obama bin Laden jagen will und dafür lieber ein paar tausend GI's und Verbündete während seiner Amtszeit vom Irak nach Afghanistan und in die angrenzenden pakistanischen Gebiete schicken will, haben wir schon gehört und gelesen. Er will es angeblich für die Glaubwürdigkeit tun, da der Bush-Clan angeblich wegen geschäftlicher Verbindungen mit dem Bin Laden-Clan diesbezüglich nicht Wort gehalten und versagt hat. Ich glaube ja eher, dass das Vorwärtsverteidigung des afroamerikanischen Politikers wegen der Namensähnlichkeit Osama/Obama ist und auch Barack klingt nach Schatt al-Arab...Naja und Obamas zweiter Vorname Hussein klingt auch eher nicht nach big "Hoss" oder "like a Virgin" Vielleicht muss Barack Hussein Obama als "erster schwarzer US-Präsident", der ja eigentlich genauso gut ein "Halbweißer" wie ein "Halbschwarzer" ist, auch beweisen, dass er trotz halber islamischer und kenianischer Wurzeln doch eher ein christlicher Neubekehrter als ein kryptischer Islamist ist, wie ihm manche andichten, die sich auch auf die Suche nach der kryptischen Bedeutung seiner Namen machen. Auf jeden Fall ist es nach wie vor eine ziemliche Tragödie, mit Zehntausenden von Soldaten und einem Vielfachen an zivilen Opfern weiter einen Mann zu jagen,dessen man sich eher mit seinen eigenen Mitteln, Polizei-, oder Geheimdienstmethoden entledigen könnte, als die gesamt islamische Welt, selbst die gutwilligen oder neutralen Geister, mit Krieg in islamischen Ländern gegen sich aufzubringen. Eine Schlammschlacht der Geister ist Obama von fundamentalistischen Seiten aller Couleur jetzt schon sicher, auch nachdem er aus seiner zum Teil umstrittenen Prediger-Kirche, die eher wie eine evangelikale Außenseiter-Sekte für sozial Benachteiligte und schwarze Amerikaner agiert, der Trinity United Church of Christ, ausgetreten ist.

Aber Barack Obama und sein Problem mit der "Wahrheit" im spirituellen und politischen Sinn dürfte - zumindest noch - nicht unser Problem sein, bis der Friedensprediger sich auch hierzulande als gut getarnter Falke der US-amerikanischen Kriegspartei erweist, dem man seine immensen Forderungen nach Soldaten, Waffen und Geld für den Obama-Anti-Osama-Kreuzzug in Afghanistan in Europa viel weniger leicht abschlagen kann, als dem häßlichen alten Kriegstreiber und überführten Lügner George W. Bush (Die Massenvernichtungswaffen-Lüge im Irak) - weil Obama so smart und so herzlich ehrlich und wahrhaftig daher kommt. Hierzulande haben unsere Politiker auch Probleme mit ihrem neuen und alten Glauben, mit ihrer Glaubwürdigkeit, mit dem Glauben an die Demokratie, an die Wahrheit, den sozialen Fortschritt, die Freiheit der Meinung, der Presse, des Internets... Von den Rechten und den Staatstragenden mit ihrem Dreck am Stecken kennen wir das schon: Von Skandal zu Skandal fällt die Larve der Wohlanständigkeit auch nach angeblich "brutalstmöglicher" Aufklärungsarbeit durch den Wahlgewinnler Roland Koch in Hessens Parteispendenskanalen ("Schwarze Kassen in Hessen"). Bei den Ost-Linken hacken die West-Rechten regelmäßig ein Stück versteckte Stasi-Geschichte aus den frisierten Biografien der Ex-Stalinisten und jetzt hackt so ein so genannter "Linker" zurück: gegen Demokratie, Meinungsfreiheit und eine freie Online-Enzyklopädie, Wikipedia und den Verein Wikimedia. Dort stand unlängst über den Bundestagsabgeordneten Lutz Heilmann von der Partei Die Linke zu lesen:

Zitat:
Zitat aus Wikipedia

"Mit einstweiliger Verfügung des Landgerichts Lübeck vom 13. November 2008, erwirkt durch Lutz Heilmann, MdB (Die Linke), wird es dem Wikimedia Deutschland e.V. untersagt, "die Internetadresse wikipedia.de auf die Internetadresse de.wikipedia.org weiterzuleiten", solange "unter der Internet-Adresse de.wikipedia.org" bestimmte Äußerungen über Lutz Heilmann vorgehalten werden. Bis auf Weiteres muss das Angebot auf wikipedia.de in seiner bisherigen Form daher eingestellt werden. Der Wikimedia Deutschland e.V. wird gegen den Beschluss Widerspruch einlegen.

Der Wikimedia Deutschland e.V. ist nicht Anbieter der unter de.wikipedia.org zugänglich gemachten "Wikipedia" und hat auch keinen Einfluss auf die in der Online-Enzyklopädie abrufbaren Inhalte. Der Wikimedia Deutschland e.V. ist vielmehr ein gemeinnütziger Verein zur Förderung Freien Wissens, der lediglich über die Anwendung der Wikipedia aufklärt. Betreiber der Enzyklopädie ist die in der Anbieterkennzeichnung der Enzyklopädie genannte Wikimedia Foundation, eine in Florida, Vereinigte Staaten, inkorporierte Stiftung mit Sitz in San Francisco."


Da fragt man sich angesichts des hier besprochenen Gerichtsurteils nach der Verhältnismäßigkeit. Um welchen Text geht es überhaupt? Sollte der Stein des Anstoßes für Lutz Heimann dieser weiter frei verfügbare Wikipedia-Text über seine politische Biografie gewesen sein, der durch Quellen belegt ist?

Zitat:
Zitat aus Wikipedia

Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit

Im Oktober 2005 enthüllte Der Spiegel die von Heilmann bislang verschwiegene Stasi-Vergangenheit. Heilmann gibt bis heute öffentlich an, von 1985 bis 1990 einen „verlängerte[n] Wehrdienst (Personenschutz MfS)“ geleistet zu haben.[2] Heilmann war nach Ableisten der allgemeinen Wehrpflicht von 18 Monaten für die Zeit bis 1990 als Berufssoldat beim MfS beschäftigt und verließ dieses erst, als es aufgelöst wurde.[4]

Vor der Wahl hatte Heilmann den Mitgliedern des Landesverbandes seine Tätigkeit beim MfS verschwiegen. Dies stellte einen Verstoß gegen innerparteiliche Richtlinien dar. Auf dem Landesparteitag am 4. Dezember 2005 stimmten die Mitglieder des Landesverbandes Schleswig-Holstein über einen Misstrauensantrag gegen Heilmann ab. Das Ergebnis war 47 Stimmen für Heilmann zu 42 gegen ihn.[4] Heilmann ist seitdem innerhalb der Linken in Schleswig-Holstein umstritten.[5]


Dazu einige Auszüge aus einem Pressebericht von heute:
Zitat:
Zitat aus spiegel.de

Linke-Politiker lässt wikipedia.de sperren

Von Thorsten Dörting

Er ist Abgeordneter der Linken, hat eine Stasi-Vergangenheit - und sah wegen eines Wikipedia-Eintrags sein Persönlichkeitsrecht verletzt: Lutz Heilmann ließ die deutsche Seite des Online-Lexikons sperren. Nutzer müssen jetzt einen Umweg nehmen.

Hamburg - Vielleicht hatte Lutz Heilmann ja das Gefühl, nur zwischen zwei Arten von Negativ-PR wählen zu können: Entweder lässt er einen ihm offenbar missliebigen biografischen Eintrag im Online-Lexikon Wikipedia stehen. Oder er erzürnt alle Nutzer der Enzyklopädie, indem er gegen die deutschen Verein Wikimeda e.V. juristisch vorgeht - und die deutsche Seite des populären Nachschlagewerks sperren lässt. Heilmann hat sich für letzteres entschieden.

Der Bundestagsabgeordnete und Politiker der Linkspartei hat die Weiterleitung zur deutschen Seite der Online-Enzyklopädie Wikipedia per einstweiliger Verfügung sperren lassen. ... Hintergrund dieser Verfügung sind laut Thorsten Feldmann, Anwalt der Berliner Kanzlei JBB, die den Verein Wikimedia e.V., den Betreiber der deutschen Seite wikipedia.de, vertritt, vier Passagen in dem Wikipedia-Eintrag zu Linken-Politiker Lutz Heilmann. Sie betreffen im Wesentlichen Details zum beruflichen und politischen Werdegang des Bundestagsabgeordneten. Da die Verbreitung der strittigen Passagen der einstweiligen Verfügung unterliegt, verzichtet SPIEGEL ONLINE auf eine detaillierte Wiedergabe.

Der 42-jährige Heilmann stammt aus dem sächsischen Zittau, ist Jurist und wurde 1986 Mitglied der SED, verließ dann aber 1992 deren Nachfolgepartei PDS, um im Jahr 2000 erneut einzutreten. Im September 2005 zog er für die schleswig-holsteinischen Linken in den Deutschen Bundestag ein. Bereits kurz darauf deckte der SPIEGEL seine Stasi-Vergangenheit als Personenschützer auf. Heilmann hatte diese Tätigkeit verschwiegen und stattdessen in seinem Lebenslauf nebulös von Wehrdienst gesprochen. Es sei "ein Fehler gewesen", bei der Nominierung für die Bundestagswahl seine Parteifreunde "nicht in Kenntnis gesetzt" zu haben, sagte Heilmann kurz darauf. "Diesen Fehler räume ich ein." ...


Naja, bei solchen "Linken" und deren Umgang mit der "Wahrheit", der Demokratie und der Öffentlichkeit braucht man keine "Rechten", alles was recht ist. Alles heil, Mann? Und da das hier ja ein Forum mit Heilungsthemen ist, kann man sich fragen, ob man das überhaupt heilen kann, die Glaubwürdigkeit diverser Politiker aller Couleur, schwarze, rote, braune, grüne, gelbe, weiße, farbige Politiker? Ist es nicht eher eine Frage, welche Farbe man bevorzugt? Da es schon wissenschaftlich betrachtet "die Wahrheit" nicht gibt, wird man sich wohl damit abfinden müssen, dass sich die Menschen noch Jahrhunderte lang wegen ihres Glaubens an die (eine) so genannte "Wahrheit" die Köpfe einschlagen lassen, Gerichte anrufen und belästigen, die Öffentlichkeit mit Desinformationen verführen und sich in ein möglichst gutes Licht und die anderen in die braunen und schwarzen Schatten stellen werden. Was wir von dem Ganzen dann glauben können (oder sollen) bleibt letztlich uns überlassen. Wen wundert es, das Skeptizismus und Agnostizismus zur weltweit größten "Religion" werden wird? Einen Vorteil hätte eine solche Religion: Sie würde nicht für die "Wahrheit" mit Bomben werfen und Truppen schicken...

LG, Michael

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16.11.2008 17:33
Michael
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Dienstag, 3. Mai 2011, 00:07

Kopfschuss

Ein vor Genugtuung und Befriedigung strotzender US-Präsident verkündet es seinem Volk noch in der Nacht und löst Jubelfeiern in Amerika aus: Vor ca. 24 Stunden in der Nacht von Sonntag auf Montag hat eine CIA-geführtes US-amerikanische Kommandounternehmen unter dem Code-Namen "Geronimo" auf direkte Anweisung von US-Präsident Barak Obama in Pakistan nahe Islamabad einen einstigen Verbündeten der USA und späteren Top-Terroristen Osama Bin Laden liquidiert, durch Kopfschuss, wie es heißt und zusammen mit einigen Verwandten als "unvermeidliche Kollateralschäden" oder sollte man eher sagen, in Sippenhaft. Der US-Präsident sei mit seinem Stab über eine Videoverbindung via Satellit "live" mit der Kommandoeinheit verbunden gewesen und konnte die Heldentat im Weißen Haus am Fernsehschirm "genießen". Die Leiche bin Ladens sei nach Sicherung der DNA-Proben im Meer versenkt worden - nach einer "religiösen Zeremonie", was immer das sein soll. Selbst Achill war nach einem Exzess des Zorns mit der Leiche seines Feindes Hektor auf Bitten von dessen Vater am Ende zu mehr Ehrerbietung bereit.

Bei den einen herrscht frenetischer Jubel, bei den anderen zerknirschter Hass, wo Nachdenklichkeit eigentlich angemessener wäre. Doch im Medienzeitalter kommt das Verhaltene nicht gut an, wird kaum wahrgenommen, während ich anlässlich solcher Ereignisse und ihrer Bewertung in den Medien sowie von Politikern wie von "Volkes Stimme" bemerke, dass ich offenbar eine völlig andere Weltsicht habe, in der diese satte Genugtuung, selbstgefällige Zufriedenheit und "klammheimliche Freude" keinen Platz hat. Nun gibt es wieder neue Helden und sicher neue Märtyrer. Wenn Männer Kriege führen, insbesondere Schmutzige gegen den Terrorismus oder den Teufel, dann verbrennen sie Menschen, Kinder, Frauen, Alte und sie erheben rechthaberisch ihren Zeigefinger wie bin Laden und sie sprechen von Gott und manchmal sogar im Namen von Gott. Dann beglückwünschen sie einandere und reden vom Paradies, von Gerechtigkeit, von Würde und von Ehre und natürlich von Glaube und Wahrheit. Doch welche meinen sie?

Die Christen, die eine andere Religion zu haben glauben, als die Muslime, was vor den Kreuzzügen vielleicht auch stimmte, wissen von ihrem Meister und Messias Jesus Christus, dass Gewalt Gewalt und Tod Tod erzeugt. Jesus wies bei seiner Verhaftung Petrus in die Schranken, der mit dem Schwert einem Häscher ein Ohr abschnitt: "Wer das Schwert zieht, wird durch das Schwert umkommen!" Petrus wurde zum Leugner, dann zum Bekenner und er kam durch das Kreuz um, Saulus ein politisch-religiöser, fanatisierter Mörder als bekehrter Paulus sinnigerweise durch das Schwert. Es soll sie also geben, die moralische Wandlung und dennoch, jeden ereilt sein eigenes Karma, das Gesetz von Ursache und Wirkung.

Kein Zweifel, bin Laden erreichte ein Schicksal, dass er selbst Tausenden zugedachte. Was er gesät hatte, erntete er. Doch heißt das, dass die Weltmacht USA, die der einstige "Freiheitskämpfer" gegen die sowjetische Okkupation Afghanistans und späterer Gründer der Al Qaida ("die Basis") Terrororganisation mit seinen Fanatikern und seinen Hasspredigten in Schach hielt und in einen ruinösen "Krieg gegen den Terrorismus" verstrickte, über den einstigen Verbündeten und späteren Erzfeind moralisch triumphierte? Ich glaube nicht.

Ausgerechnet der Friedensnobelpreisträger Obama, der Demokratie und Gerechtigkeit bringen und das illegale Unrechts- und Folterlager gegen angebliche Al Qaida - Gefangene auf Guantanamo auflösen wollte, hat es nötig, noch mehr Truppen nach Afghanistan zu schicken und Leute gezielt z. B. mit GPS-gesteuerten Drohnen, ohne Gerichtsverfahren zu liquidieren, um sich als Falke zu beweisen und mit dem Ruhm der Tatkraft eine zweite Präsidentschaft anzustreben, nachdem ihm innen- und außenpolitisch das Wasser bis zum Hals steht. Arabische Völker sind dabei, sich von ihren eigenen Despoten zu befreien und Amerika gibt ein Beispiel von Despotismus in fremden, muslimischen Ländern, nachdem es zuvor mit jedem despotischen Regime koalierte, das bereit war, den USA zu guten Konditionen Öl zu verkaufen und beim "Krieg gegen den Terrorismus" gemeinsame Sache zu machen.

Doch Obamas innen- und außenpolitisches Kalkül könnte sich abgesehen von der unvermeidbaren Legendenbildung, zu der schon allein die Behandlung oder besser Beseitigung von Osama bin Ladens Leiche beitragen wird, als Fehlkalkulation und Pyrrhussieg herausstellen. Al Qaida benötigte den schwer erkrankten bin Laden logistisch schon lange nicht mehr, auch wenn er sich weiter um Einfluss bemühte, sondern eher als Idol und dies wird er so leider um so mehr bleiben. Die USA benötigten auch dieses personifizierte Feindbild schon lange nicht mehr. Das personifizierte Symbol des Bösen hatte ausgedient, offenbar erst jetzt, denn die CIA war schon lange in der Lage, den Feind im undurchsichtigen Allianz-Gestrüpp konkurrierender pakistanischer Gruppen und Geheimdienste zu orten. Allerdings war Obama der Wählerschaft noch die Einlösung eines Versprechen schuldig, hatte er doch im Wahlkampf noch als Kandidat geschworen, bin Laden zu töten.

Obama versprach daher nach der brutalen und kriegerischen Bush-Administration nunmehr den Krieg gegen den Terrorismus wieder auf sein angeblich wahres Ziel auszurichten, nämlich die verantwortlichen Drahtzieher der Attentate auf die USA am 11.09.2001 dingfest zu machen und zu bestrafen bzw. zu eliminieren. Wenn diese Liquidierung nun die Wildwest-Kurzform von Verhaftung und Bestrafung war, müsste sich die USA und ihre Allianz folgerichtig aus Afghanistan zurück ziehen. Man darf gespannt sein. Doch so einfach liegen die Dinge nicht und auf der Suche nach der Wahrheit wird man in dem Geflecht aus Gewalt und Macht so schnell nicht fündig. Auch hier gilt die alte Kriegsberichterstatter-Weisheit: "Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer."

Wie nah die Wahrheiten der jeweiligen Anhänger prominent machtpolitisch agierender Personen manchmal beieinander liegen und damit auch hier das Gesetz der Resonanz wirkt, illustriert ein "peinliches Versehen", das dem deutschen Regierungssprecher Steffen Seibert beim "Twittern" unterlief und für reichlich Spott sorgte: Er tippte in sein Handy, dass "O b ama" für den Tod Tausender Unschuldiger verantwortlich sei und meinte aber "O s ama". Abgesehen davon, dass er den einen beim Nachnamen nennen wollte und den anderen beim Vornamen nannte, ist eine traurige Gewissheit eben auch diese, dass die Verantwortlichen für den "Krieg gegen den Terrorismus" in den letzten zehn Jahren Tausende unschuldige Leben in islamischen Ländern geopfert haben und zwar mehr, als durch die Terroranschläge Al Qaidas im Westen umgekommen sind.

Das Gleiche gilt für die Opfer des arabischen Despotismus. Die oft mit den USA und dem Westen gegen Al Qaida im "Krieg gegen den Terrorismus" koalierenden Despotenregime, die zum Teil von den von Menschen- und Freiheitsrechten bewegten arabischen Demonstranten aus dem Amt gefegt wurden, haben weit mehr unschuldige, muslimische Opfer auf dem Gewissen, als die verschiedenen Terrorgruppen. Aber "Bodycount" ist nicht die Sache des nationalen Helden Obama. Es geht um die rituelle Inszenierung eines Sieges über den bösen Feind, der natürlich genügend gefährlich dargestellt werden muss, um den eigenen Ruhm zu erhöhen, bedeutsam und bewaffnet z.B., obwohl der Stern schon im Sinken begriffen und die ältliche, kränkliche Figur des "Terrorfürsten" kaum noch offiziell auftauchte aus dem Versteck von Pakistans Gnaden.

Wenn die Krieger vor ihren Gefolgsleuten von Ehre, von Ruhm, von Gerechtigkeit reden und Gott zum Zeugen für ihre heilige Sache anrufen, dann geht es eigentlich um Macht, um Töten, um Rache. Auf diesen simplen Stammhirnwerten basiert das ganze pseudoreligiöse und pubertäre Getue. Doch diese fragwürdigen Helden des Informationszeitalters wissen seit den großen, medial inszenierten Demagogien aus der Ära des Nationalismus und späteren Faschismus genau, dass ihre Anhänger mit primitiven Begeisterungsreflexen auf die pompösen Siegesposen reagieren. Das ist psychologisch gut begründbar, denn schon nach dem schottischen Aufklärer und Philosophen David Hume, der vor 300 Jahren geboren wurde, entstanden erst Religionen und wie wir heute wissen später Ideologien aus der Angst des Menschen. Es geht nicht um die Verteidigung religiöser und ethischer Werte und um den Schutz von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, da diese Prinzipien im Krieg keinerlei Anwendung erfahren. Nein, der Zweck heiligt wie bei den Inquisitoren und den einstigen gegenreformatorischen Eiferern, den Jesuiten, die Mittel und die stehen in Beziehung zur Größe der abgewehrten Angst.

Die größten Helden sind es also aufgrund ihrer größten Angst und daraus schaffen sie monströse religiöse und politische Philosophien zur Rechtfertigung. Und diese sich daraus ergebende opportunistische, Macht-, Geld-, Militär- und elitegesteuerte Herrschaftsweise wäre eine Gesellschaftsform, die der Westen nach Reformation, Aufklärung, Revolution und Verfassungsdemokratie überwunden zu haben glaubt, weshalb er sich der islamischen Welt überlegen dünkte? Da sind wir wohl einer Selbsttäuschung erlegen. Es wäre aber sehr wichtig für das friedfertige und kulturell befruchtende Zusammenleben der verschiedenen Kulturen und Traditionen, sich gegenseitig die Würde zurückzugeben und einander in Gerechtigkeit zu achten. Dies würde zu einer positiven Resonanz, zu Respekt und Wertschätzung führen.

Die derzeitige Realität der gegenseitigen Verachtung und des Missverstehens entspringt jedoch einer negativen Resonanz, der Eskalation von Angst und Gewalt, in der ebenfalls die eine Haltung auf der anderen basiert, sich beide Haltungen gegenseitig bedingen und stützen. Der internationale Terrorismus im Kleinen und der Imperialismus und Ausbeuterkapitalismus der Supermächte im Großen hängen voneinander ab und begründen ihre jeweiligen Aktionen mit der jeweils anderen Seite. Den einen ist jedes Mittel für ihre "Sicherheit" und "Sattheit" recht, dabei sind sie nie sicher und nie satt und die anderen verstehen unter "Befreiung" den terroristischen Massenmord von irgendwelchen vermeintlichen Nutznießern der westlichen Gesellschaftsordnung. Das kann nicht gut gehen und soll es offenbar auch nicht.

Es wird Zeit, dass sich westliche Weltordnung zivilisiert, wenn sie anderen Zivilisationen als Zukunft weisendes Vorbild dienen will, denn die neuen arabischen Revolutionen, die weder islamistisch noch nationalistisch sind, zeigen, dass weder der Weltterrorismus noch der Imperialismus eines Weltpolizisten aktuelle, anziehende Modelle für moderne Gesellschaften sind. Bis dahin wird aber in Zeiten der Ressourcenverknappung und Überbevölkerung bei eindeutig ungerechten Verteilungsmechanismen noch viel Blut fließen, denn das Resonanzgesetz Jesu Christi, dass Gewalt Gewalt und Tod Tod gebiert ("Wer das Schwert zieht, kommt darin um") lässt sich nicht so einfach aufheben. Bislang will Obamas USA von einer fortschrittlichen, echten Zivilisation jenseits der Angst nichts wissen, selbst wenn es schon einige praktische Ideen in diese Richtung gibt. Einen bin Laden hätte man vor das Menschenrechtstribunal in Den Haag stellen können, doch die USA erkennen diese Institution nicht an, weil dann auch ihre Kriegsverbrechen dort beurteilt werden könnten. So bleibt es gelinde gesagt bei Wild-West-Methoden - eigentlich: Lynchjustiz.

Es ist dieselbe Selbstgerechtigkeit, mit denen ein bin Laden seine fanatischen Ansichten über das Lebensrecht anderer stellte und zu morden befahl. Beide Kriegsherren, bin Laden und Obama wussten: um Krieg zu führen, muss man töten - egal wen, Hauptsache, es sieht gut und gerecht aus. Am Ende aber könnte bin Laden noch froh über seine Exekution sein, denn die ist nicht nur gut für seinen Mythos gegen den Sturz in Bedeutungslosigkeit und Vergessen. So, wie die Amerikaner ihre Gefangenen im Irak und auf Guantanamo behandeln, hat er sich schwere Folter und Demütigung erspart. Und für Obama war es gut, weil die Pistolero-Methode im Wilden Westen und nicht nur bei den "Wilden" in Waziristan als Heldentat gilt, demokratisches, rechtsstaatliches Handeln aber als Langweilertour. Dass der "wilde Cowboy" Obama seinem Hassgegner den Namen eines berühmten Indianischen Freiheitskämpfers "Geronimo" als Code-Bezeichnung gab, ist von besonderer Symbolik. Geronimos indigenes Volk wurde Opfer des Genozids der weißen amerikanischen Kolonisatoren. Sollte Obama bin Laden damit unbewusst den Charakter eines Widerständlers gegeben haben, den er allerdings genauso erwürgen wollte, wie die amerikanischen Indianerschlächter die Urbevölkerung?

Intelligente, gewiefte, machtbewusste Kommunikatoren, kluge Strategen mit in der persönlichen Begegnung charmantem, verbindlichem Auftreten, etwas charismatischer Ausstrahlung und Glauben an die gute, gerechte Sache mit asketenhaftem, leicht missionarischen Flair können eine Welt in Atem halten - und zugrunde richten, wenn sie mit entsprechend überzeugten Anhängern, Mittätern und Mitläufern zuschlagen. "Ben" Bush, Obama, bin Laden, sie alle sind mit ihrem Anhang und ihren verrückten Militärs, die ohne mit der Wimper zu zucken den Killerjob für eine "heilige Sache" erledigen, eine Bedrohung des Weltfriedens, jedenfalls für den jeweiligen Gegenpart und sie scheuen sich nicht, die ganze Welt in ein Räuber- und Gendarmen-Spiel zu verwandelt, mit riesigen Verlusten an Menschenleben, Ressourcen, Geld und - Glaubwürdigkeit. Nach dem Gesetz der Resonanz hängen sie voneinander ab, ergänzen sich, benötigen einander, stimulieren einander. Sie bilden ein geschlossenes System. Mich erfüllt das mit Ratlosigkeit und Trauer, Trauer über eine Menschheit, die sich als Krone der Schöpfung im Auftrag irgendeines Gottes wähnt und hauptsächlich damit beschäftigt ist, sich gegenseitig das Leben zu neiden. Da niemand mit den bisherigen Gewaltmethoden daran etwas ändern kann, noch will, erfinden sie ein Paradies - im Jenseits. Ob sich die Gotteskrieger auch da bekämpfen wollen? Dann muss es die Hölle sein. Gibt es jemals einen Ausstieg aus diesem Wahnsinn - ohne Kopfschuss?

Michael
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Sonntag, 11. September 2011, 23:24

Zehn Jahre "Krieg gegen den Terrorismus"

Mit Staatsakten begingen die so genannten westlichen Demokratien und Verbündeten der USA in der NATO den 10. Jahrestag der Anschläge vom 11.09.2001 auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington mit knapp 3.000 Toten. Die US-Politiker von damals, etwa George W. Bush und von heute beschworen die Verbündeten, im Kampf nicht nach zulassen und den so genannten "Krieg gegen den Terrorismus" fortzuführen, der in einer Eroberung und Besetzung Afghanistans und des Iraks gipfelte.

Dieser Krieg forderte neben den Opfern unter den Soldaten und Taliban oder Al Qaida-Terroristen allein im Irak den Tod von ca. 200.000 Personen. Auch in Afghanistan und Pakistan starben Tausende Unschuldiger. Die amerikanische Volkswirtschaft wird durch die Kriegskosten ruiniert, die Weltwirtschaft steht wieder mal vor einer weiteren Rezessionswelle. Den Krieg kann keiner mehr bezahlen. Das moralische Ansehen der USA und der westlichen Welt ist durch Kriegsverbrechen und Folter ähnlich angeschlagen wie das Russlands, das den Kaukasus terrorisiert oder das der rotchinesischen Diktatur.

Der "Krieg gegen den Terrorismus" ist ein weltweiter Terror der "global Player", um Einflussgebiete, Absatzmärkte und Rohstoffquellen mit Gewalt zu erschließen und zu halten. Das Kriegsziel, die Al Qaida-Ausbildungslager in Afghanistan zu zerstören und deren Führungsriege zu liquidieren, ist längst erreicht und dennoch gehen die Angriffe gegen Menschen, Zivilpersonen und Gesellschaften immer weiter. Dieser Krieg ist nicht zu gewinnen und gleichzeitig niemals aus, denn radikalisierte Menschen, Einzelne wie Massen, wird es in einer Welt, die von unseren reichen Gesellschaften unterdrückt und ausgebeutet wird, aus dem Bodensatz der Armut immer geben, genauso wie Ideologien, um die Menschen gegeneinander in tödlichen Hass zu hetzen: Für "Freiheit", gegen "Gottlosigkeit" usw.

Krieg ist gottlos und Tote sind unfrei. Vernunft und Demokratie haben versagt. Dieser Spätimperialismus, gegen den sich der Terrorismus als eine Kehrseite der gleichen Medaille wendet, ist die Agonie des Kapitalismus vor dem Zusammenbruch der Wachstumsgesellschaften, die auf Kosten der Zukunft durch Erschöpfung aller Ressourcen und Verschmutzung der Umwelt leben. Würden alle auf der Welt so leben wollen, wie die Amerikaner, benötigten wie fünf Welten oder auch nur drei, wenn alle so "bescheiden" wie die Deutschen sein wollen.

Wollen wir im Einklang mit den Ressourcen der Welt leben, dürfte die Weltbevölkerung sich nur an Indien orientieren. Terrorismus ist, wenn 20 % der Menschheit 80% der Ressourcen verbrauchen, sodass für 80 % der Menschen nur 20 % übrig bleiben. Wir wollen nicht abgeben, nicht teilen und dominieren. Das wird und kann nicht funktionieren. Die Krise der Welt ist eine, die die Industrienationen verursacht haben, nicht die Terroristen oder der Islam. Und es ist völlig absurd, dass "Demokratien", in denen die Bürger den Wahlurnen fern bleiben, weil ihnen die Lobbypolitiker und Wachstumsjunkies egal geworden sind, Menschenleben in einem Krieg verheizen, damit Frauen in Afghanistan endlich die Kandidaten der Taliban wählen dürfen.

Michael
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Sonntag, 20. Juli 2014, 16:31

Traum der Zivilgesellschaft am Ende?

Die Unwägbarkeiten einer unbeherrschbaren Natur wurde dem Menschen, der nicht einfach nur Wurzeln grub und Kaninchen totschlug und fraß, irgendwann in den letzten eine Millionen Jahre schlagartig bewusst und er begann sich, für sein Jagdglück zu interessieren und für Magie, um seine Existenz etwas sicherer, voraussehbarer, beeinflussbar zu machen. Er ersann Bilder Dämonen und Göttern, die ebenfalls unberechenbar sein konnten, aber auch geneigt, Verhandlungen aufzunehmen. Der Frühmensch ließ aus seiner Horde Mitglieder hervortreten, denen Besonderes anhaftete, durch Alter, Erfahrung oder ein besonderes Geschick und es zeigten sich erste Schamanen auf frühen Höhlenbilder. Es mögen Kriegs-Häuptlinge für Raubzüge und Wanderungen gefolgt sein in den ersten Nomadensiedlungen, die von herrschenden Matronen geschickt wurden und schließlich in den Stadtstaaten bäuerlich sesshafter, arbeitsteiliger Gesellschaften königlich-irdische Repräsentanten der göttlichen Himmelsordnung, die als Kinder und Gemahle der Göttinnen und Götter eine absolute heilige Ordnung repräsentierten.

In diesen ersten Gesellschaften gab es schon das Zivile im Frieden, das Zusammenarbeiten von verschiedenen Gewerben und Gewerken zu einer Sozialordnung. Erste Gesetze entstanden und wurden in Stein gemeißelt. Sie verzeichneten die Forderungen des Göttlichen durch seinen Repräsentanten für alle Bürger, legten aber auch die Grenzen des Rechts fest, die Grenzen des Einzelnen und von Gruppen. Das Zivile benötigte das Recht in Friedenszeiten und auch der Krieg, der legalisierte massenhafte Raub und Totschlag als Ausnahme des zivilen Zustandes, bekam seine Rechte und wurde damit eingegrenzt. Schließlich konnten Bürger gegeneinander klagen und Klöster gegeneinander und Beamte und alle konnten sich an den noch als göttlich gedachten König oder Pharao wenden. Es vergingen ein paar tausend Jahre, in denen sich verschiedenste Usurpatoren der Königsmacht, Königsmörder aus Priester- und Militärkasten gemästet vom Händlergold und Tempelsteuern, selbst an die Spitze der Gesellschaften schoben und eigene Dynastien gründeten.

Der Zivilgesellschaft gelang es manchmal, in Teilen als Nutznießer von Chaos, Katastrophen, Krieg, Rebellion und Revolution trotz niedrigeren Standes Anteil an der sich neu konstituierenden Herrschaft zu erlangen, doch es vergingen noch mal Tausende von Jahren, bis Bürger politischer Gebilde dauerhaft Verfassungen forderten, in denen sie die Herrschenden auf ihre Aufgaben und Grenzen verpflichteten. Die Zivilgesellschaft entstand, Urformen einer Demokratie für einige herausragende Bürgerschichten, die sich zu Aristokraten gemacht hatten, sich also für die Besten hielten. Doch auch aus diesen Versuchen gingen verheerende Kriege, Ausrottungsfeldzüge, Tyranneien und Korruption hervor. In den ersten Demokratien konnte die Dummheit, Hohlheit und Verleumdung regieren, wie Sokrates, einer der weisesten und doch treuesten Bürger bis zu seinem bitteren Ende demonstrierte. Demagogen regierten die Polis wie heute Populisten Regierungen anführen.

Es dauerte weitere zweitausend Jahre Irrungen und Wirrungen mit großen sozialen und religiösen Auseinandersetzungen (Kreuzzüge, Bauernkriege, Reformation, Dreißigjähriger Krieg), bis wir zumindest in Europa nach weiteren Kriegerkönigen, Adelsherrschaft, Wahlkönigtum, Kaisertum und Absolutismus schließlich die Aufklärung und die bürgerliche Revolution erlebten, die aber zunächst über den Umweg des Kolonialismus und des Nationalismus in furchtbare europäische und schließlich Weltkriege führten, um in die Art von bürgerlicher Gesellschaft zu münden, die seit 1945 das Ideal für die ganze zivilisierte, entwickelte Welt werden sollte, zeitweise ergänzt durch einige sozialistische und staatskommunistische Abenteuer, die schnell wieder in einen neuen Absolutismus führte und zwangsläufig abgeschafft wurde.

Und hat die Zivilgesellschaft, die eine Internationale geworden ist, ihr Ziel erreicht? Herrschen Recht und Rechtssicherheit, Freiheit und Demokratie wenigstens in den wohlhabenden und entwickelten Teilen der Welt? Ist jeder vor dem Gesetz gleich? Zählen die Menschenrechte, in den Verfassungen verankert, für jeden? Werden am Ende unsinnige imperialistische Raubkriege verhindert? Ist der Handel weltweit fair und gerecht? Verteidigt die Gesellschaft als Ganzes die körperliche Unversehrtheit des Einzelnen? Erinnern wir uns. Die Zivilgesellschaft sollte unser Leben in den Grenzen des Rechtes sicherer und komfortabler machen und die Macht, die Stärke, den Reichtum des Einzelnen relativieren. Gegen einen Mord musste niemand mehr persönlich vorgehen und den Täter oder Ersatzweise ein Mitglied der anderen Sippe erschlagen. Niemand musste der Regierung den Krieg erklären und eine Rebellion auslösen, wenn sie Fehler machte, Ungerechtigkeiten zuließ oder Korruption duldete. Gleichzeitig waren sich die Regierungen bewusst, dass die Staatsbürger ihr Souverän war. Die Rechte und Pflichten sollten ausgeglichen sein. Der Staat hatte die Privatsphäre seiner Bürger, deren Eigentum im definierten Ausmaß und deren politische Rechte zu schützen und dafür befolgte der Bürger diese Gesetze und zahlte seine Steuern. Die Zivilgesellschaft erfand nach zwei Weltkriegen und Erfindung der Atomwaffen eine andere Art von Diplomatie und förderte gleichartige Zivilgesellschaften auf der ganzen Welt.

Diese Gesellschaften sollten lernen, sich in allen Belangen mehr zu respektieren, den Handel gerechter und florierender zu gestalten, das gegenseitige Verständnis und den kulturellen Austausch fördern, die immer stärker gefährdeten natürlichen Ressourcen schützen und bewaffnete Kriege als letztes Mittel der Diplomatie entbehrlich machen. Soweit die Theorie. Es entstanden supranationale Bündnisse und internationale Gremien mit Schiedsrichterfunktion. Doch trotz aller Theorie lebten die alten Konflikte fort, der alte Neid, die alte Rivalität, die alte Gier, die alte Angst, die alte Überheblichkeit, die alte Gewalttätigkeit. Wie am Beginn der menschlichen Gesellschaft nahm auch weiterhin die Angst auf dem höchsten Thron Platz und die Mittel dagegen erinnerten an die vor einer Millionen Jahren: Stein, Knüppel, Rituale. Allerdings schießen die Knüppel heute und die Steine glühen und explodieren. Die Rituale gehorchen der Religion des (Pseudo-) Rationalismus und wer sie skeptisch lästert, ist weniger als ein gefährlicher Ketzer, er ist ein armer Irrer, stammt aus einer unterentwickelten Sorte Mensch und sollte neutralisiert werden, in eine Anstalt gesteckt und/oder von der sozialen Teilhabe ausgeschlossen werden, wenn es nach dem Willen der heute Mächtigen geht, die die Realität und das Normale definieren.

Unsere heute existierenden Zivilgesellschaften haben es nicht geschafft, staatliche Folter, Hinrichtungen (Mord), Krieg, Armut und Vergewaltigung abzuschaffen. Sie lässt es zu, dass große Teile der Gesellschaft einander entfremden und misstrauen. Nach dem vorläufigen Aus für globale Kriege, die mit Atomwaffen geführt zu zerstörerisch und selbstmörderisch geworden wären, sind an allen Ecken und Enden dieser Welt seit Jahrzehnten Kleinkriege, Bürgerkriege und lokale Kriege zwischen Staaten unter großer und vielfach verdeckter Beteiligung von hochgerüsteten und reichen Garantiemächten angezettelt und unterhalten worden. Nur sehr selten lassen sich die Drahtzieher unter diesen Garantiemächten und Supermächten höchst selbst in diese Konflikte ziehen, denn sie schädigen den demokratischen Ruf und die diplomatische Reputation und enden fast immer in einem wenig ehrenvollen Scherbenhaufen. Wenn die USA oder Russland, China oder Indien in den Krieg ziehen wollten, mussten sie auch unter allen Umständen gewinnen, sonst stand nach innen und außen der Ruf und damit der ganze Staat auf dem Spiel.

Kämpften aber nur Stellvertreter reicher und mächtiger Staaten und Staatenbünde, ging es fast mehr noch als um das Gewinnen um die Kontrolle von Regimen, Völkern, Staaten, Regionen und Bodenschätze und ein Jahrzehnte lang über herrschende, käufliche Eliten geschürter Kleinkrieg bei den Armen mit ungewissem Ausgang und instabilen Regionen stabilisierte das Militär, die Geheimdienste, die Waffenindustrien und die hegemonialen Ansprüche der globalen Garantiemächte, die ihre Finger in den schmutzigen Konflikten hatten. Schließlich bot sich noch bis in die jüngere Vergangenheit die Aufteilung in bad guys und good guys an: bad guys wie Amerika und die Sowjetunion bzw. Russland und good guys wie die Europäer und aufstrebenden Schwellenländer der Blockfreien wie China, Indien, Indonesien, Japan, Pakistan, Brasilien, Argentinien, Venezuela und die arabischen Golfsaaten mit ihren Ölmilliarden, die humanitäre Aufgaben und die Finanzierung von Rebellengruppen übernehmen konnten. Aber auch die good guys terrorisieren wegen einiger terroristischer Drahtzieher und Untergrundkämpfer die Zivilbevölkerung und töten Kinder und Frauen mit Drohnen und Raketen. Ganze Generationen wachsen mit der Angst auf, Tag und Nacht aus dem Himmel beschossen und eingeäschert zu werden: in Afghanistan, in Teilen Pakistans, im Jemen, in Palästina.

Doch täuschen wir uns nicht, wenn die Mächtigen z.B. in den USA es wollen, können sie mit dieser perfiden Tötungstechnik jeden zu jederzeit aufspüren und ihn und sein Umfeld eliminieren. Es ist nur eine Frage der Zeit. Es sei denn, die potentiellen menschlichen Ziele leben ein Leben wie im Mittelalter ohne Internet, Telefon, moderne Transport- und Kommunikationsmittel. Das würde sie zwar heutzutage zu eine Art Zombis, lebende Tote ohne öffentliche Wirksamkeit machen, aber eben auch sehr verdächtig. Die Botschaft der Mächtigen mit ihren Geheimdiensten und Tötungsarsenalen ist klar: Wo Du auch bist, wir kriegen Dich und Deine Nachkommen, Deine Verwandten und Freunde. Wieder triumphieren die wahrhaft Mächtigen wie in den Zeiten archaischer Stadtstaaten in Biblischer Zeit, über die das Alte Testament schrieb, dass sie mit allem was da lebte ausgerottet und vernichtet wurden durch Gott selbst oder sein auserwähltes Volk. Der Kreis schließt sich, wir sind wieder auf die Kultur der Stämme und der Stammesgötter zurückgeworfen. Das sich selbst Hightech-Zivilisationen wenig anderes vorstellen können, als primitive Gewaltphantasien, beweisen die unzähligen martialischen Sciencefiction-Machwerke aus Hollywoods Filmstudios.

Doch die moderne Zivilgesellschaft an sich, die sich noch in ein paar Filmen moralisch feiert und die in der einen oder anderen Form in jedem Land der Erde existiert und die sich ebenfalls globalisiert verbindet, indem über das Internet fast jeder mit jedem in Verbindung stehen kann, sie hat den Kampf um das Recht und um den bürgerlichen Wohlstand in Sicherheit als Ganzes verloren, so scheint es, da sie sich selbst als Kraft bis heute nicht bewusst ist, so wie sich das Militär, ein Geheimdienstapparat oder eine Regierung, eine totalitär und elitär organisierte Partei oder eine Weltkirche ihrer Macht bewusst sein können. Zwar sehen Europäer in Afrika, dass fast jeder Afrikaner mit einem Mobiltelefon am Ohr herum läuft und der PC immer mehr zur Grundausstattung des globalisierten Menschen in allen Weltteilen gehört, wie einst das Radio und der Fernseher, aber mit dieser scheinbaren Demokratisierung der Technik hat sich nicht die Kontrolle jedes Einzelnen über das Ganze vermehrt, auch wenn er viel mehr weiß - und gleichzeitig auch immer weniger - es hat sich die Kontrolle der wenigen Strippenzieher und Global Player über jeden Einzelnen und ganze Gruppen verstärkt und diese können es nicht einmal sehen, merken, spüren.

Unsere Meinung wird durch zielgerichtete Nachrichten und Werbung in viel größerem Ausmaß und völlig subtil manipuliert, als dies jemals zuvor möglich gewesen ist. Früher hieß es noch, das erste Opfer eines jeden Krieges sei die Wahrheit. Im heutigen Informationskrieg gibt es keine Wahrheit mehr. Alles ist mehr oder weniger eine Lüge oder höchstens eine Halbwahrheit. Und der gläserne Bürger, der gläserne Konsument, der gläserne Patient, das sind keine Visionen technikfanatischer Wissenschaftler und machtgeiler politischer Spinner. Dies ist bereits die Wirklichkeit. Jemand, der am internationalen Datenaustausch mittels IT-Techniken teilnimmt, der telefoniert, Seiten im Internet aufruft, Emails schreibt oder Botschaften mittels SMS, Twitter, Whatsapp, Facebook etc. austauscht, wird registriert, seine Mitteilungen werden abgefangen, gespeichert, ausgewertet und für Maßnahmen und Manipulationen verwendet. Niemand ist mehr anonym oder geschützt und deshalb sind immer weniger Menschen in hinter ihren Avataren und Foren, Websites und Homepages auch echt in dem Sinne, wie wir früher eine Person oder Persönlichkeit definiert hätten.

Doch das nützt im Falle des Wunsches interessierter krimineller und politischer Kreise, die Nutzer des elektronischen Daten-Netzes auszuspähen und auszunehmen, wenig. Die Identität jedes Nutzers lässt sich ermitteln, seine Lebensgewohnheiten, seine Vorlieben und Probleme, seine sozialen Kontakte und Verwandtschaftsverhältnisse, seine Gesundheit, sein materieller Status, sein Aufenthaltsort und so lässt sich am Ende doch ein Bild rekonstruieren, das viel vollständiger ist als das, welches wir früher nach einer persönlichen Begegnung von der Person, der Persönlichkeit und dem Charakter unseres Gegenübers hatten. Milliardenfach schöpfen Geheimdienste alle Daten ab und verarbeiten sie. Und das tuen auch die IT-Giganten, die PC- und Software-Hersteller, die Anbieter von Suchmaschinen und digitalen Plattformen für soziale Netzwerke und die Werbeindustrie und diese liefern zusammen wieder an die Geheimdienste. Und die Zivilgesellschaft muss dies bezahlen, über Steuern und Abgaben und Gebühren. Aber auch die multinationalen Handelskonzerne, die wahlweise mit Konsumgütern, Lebensmitteln, Maschinen, Fahrzeugen, Rohstoffen, Waffen, Immobilien, Landrechten, Arzneien und Chemikalien handeln, je nach dem, welche Sortimente sie kaufen und wieder verkaufen und die Banken wissen alles über ihre Konsumenten, handeln mit diesen Daten und unterbreiten Angebote, die kaum jemand noch ablehnen kann oder möchte. Eine gigantische Suchtmaschinerie wurde aufgebaut.

Die einen sind zufrieden, wenn sie konsumieren und reisen dürfen, die anderen möchten mehr Geld oder mehr Besitz, billigen Sex, Drogen, Glücksspiele, Computerspiele oder mehr Macht. Die Strippenzieher versuchen, den Kunden ihre teuren Illusionen zu verkaufen und handeln mit allem, was dazu notwendig ist, auf den legalen wie illegalen Märkten und nutzen alle Methoden des Erkenntnisgewinnes. Die Grauzonen zwischen den mafiosen Strukturen des internationalen Waffen-, Drogen-, Menschen- und Müllhandels mit Glücksspiel und Prostitution auf der einen Seite und den menschenverachtenden Praktiken multinationaler Konzerne, die seit Jahrzehnten im Gefolge des Kolonialismus und Imperialismus die Welt und ihre Menschen ausbeuten, sind längst verschwommen. So genannte Demokratien dealen mit Diktaturen und finsteren Machtstrukturen und ihre Eliten werden immer reicher, die gesellschaftlichen Gegensätze nehmen überall auf der Welt immer mehr zu, sowohl in den relativ reichen Ländern selbst wie zwischen den reicheren und ärmeren Regionen dieser Erde. Gleichzeitig weiß man immer mehr von einander, jedenfalls in Form von kontrollierten, gelenkten, gestreuten, manipulierten Informationen. Auch diese Instrumente werden zur Desinformation und Herrschaft benutzt. Am Ende zerfällt die Welt in einige kontrollierte und kontrollierende Zentren und viele humanitäre, gesellschaftliche und wirtschaftliche Wüsten, in denen die reicheren Nutznießer und Zuschauer ihre unterhaltsamen "Hungergames" aufführen lassen.

Was will eine internationale oder gar globale Zivilgesellschaft wirklich? Was könnte ihr Ziel sein? Ein auskömmlicher Wohlstand in Frieden und ohne Krieg? Eine Kontrolle der staatlichen Organe und des Militärs, der Geheimdienste, der Banken und Konzerne mit den Mitteln des Rechts? Ein solidarischer Schutz gegen Wechselfälle des Lebens, Naturkatastrophen, unverschuldete Armut, Krankheit oder andere Not? Eine freiheitlich kreative Atmosphäre für den spielerischen Geist des Menschen, der sich aber durch Respekt vor den natürlichen Ressourcen und den Mitmenschen zu zügeln weiß? Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit, Selbstbestimmung, Privatsphäre? Und was haben wir? Mit Tricks wie dem so genannten "Krieg gegen den Terror" vermögen es die entwickelten Staaten, nachdem sie jahrelang Gegensätze schürten und nichts gegen bittereArmut und Hunger taten, Terroristen unterstützten und damit zur realen Größe werden ließen, beschneiden die Regierungen weltweit die Rechte der Zivilgesellschaften, d.h. auch die ihrer eigenen Bürger. Diese werden bespitzelt, manipuliert, bedroht, kalt gestellt. Die politischen Repräsentanten machen sich auch in den Demokratien immer unabhängiger von ihrem Souverän, die Meinungsmanipulation erreicht Spitzenfähigkeiten, das Datenabgreifen ist perfektioniert, Berufsarmeen führen weltweit internationale Einsätze durch und mit Steuergeldern und Waffenlieferungen oder -verkäufen werden Vasallenarmeen in die Lage versetzt, blutige Bürgerkriege zu führen, damit die reichen Länder weiterhin günstige Zugänge zu den Rohstoffen erhalten.

Der Abschuss einer zivilen Verkehrsmaschine über einem Bürgerkriegsgebiet der Ostukraine mit einer russischen Boden-Luftrakete mit 298 zivilen Todesopfer ist ein Fanal des Zusammenbruchs zivilisatorischer Werte und die Kapitulation der Zivilgesellschaft an sich vor der Kriegsgesellschaft der postmodernen Neuzeit, einer Informationsgesellschaft, die aus bewusst geschürter existentieller Angst alles zu beherrschen und zu kontrollieren sucht und das moderne Problem des globalen Terrorismus erschaffen hat und nährt, um ihren wirtschaftlichen, militärischen und informationellen Imperialismus weltweit unter dem Label "Krieg gegen den Terrorismus" zu rechtfertigen und auszuweiten. Jede Seite nimmt inzwischen diese Begriffe für sich in Anspruch. Die Russen unter Präsident Putin, die gerade die Krim annektiert haben und Waffen, Techniker und Kämpfer zu den prorussischen Separatisten über die Grenze in die Ostukraine schicken, bezeichnet die Regierung in Kiew und ihre Armee als terroristisch wie vorher schon diverse Kaukasische Völker und Gruppen. Die Regierung in Kiew terrorisiere die russischsprachige Bevölkerung in der Ostukraine, lautet die Argumentation Putins. Die ukrainische Regierung bezeichnet die separatistischen Rebellen als Terroristen und den Abschuss der Boing vom von diesen besetzten Gebiet aus als einen terroristischen Akt und ein Kriegsverbrechen. Viele westliche und ukrainische Medien bezeichnen Putin und seine Parteigänger in Russland als Mörder und Terroristen. Auch die Amerikaner haben ihre terroristischen Feinde ausgemacht und bei en Chinesen sind es ethnische Minderheiten, dir die Diktatur und Korruption der Partei nicht mehr protestlos ertragen wollen.

Tatsache ist im ukrainisch-russischen Konflikt, dass niemand die Zivilbevölkerung in der Ukraine schützt und dass jedwede Verbrecher, Armeen und terroristische Gruppen nach ihren Möglichkeiten erobern, zerstören, bedrohen, erpressen, foltern, einsperren und töten können, ungehindert, ungestraft. Wie in jedem Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer, auch in der jeweiligen Propaganda aller Seiten. Doch wie schon oben erwähnt, lässt sich am Ende überhaupt keine Wahrheit mehr rekonstruieren. Den Zivilisten, den Bürgern wird klar gemacht, wer die Bösen sind. Damit sollen sie bereit werden, für die Folgen des Krieges zu bluten und jede Grausamkeit in Kauf zu nehmen. Und die Garantiemächte sind nicht willens und vermutlich auch nicht einmal im größeren Umfang in der Lage, Not zu lindern, Schäden zu reparieren, Zerstörtes wieder aufzubauen, Gräbern der Feindschaft zuzuschütten und wirtschaftliches Wachstum zu fördern. Sie können nur Waffen verschieben und verkaufen, Boykotte und Blockaden verkünden und Gegensätze konstruieren.

Was könnte eine internationale Zivilgesellschaft, die sich ihrer Identität bewusst wäre, verändern? Den Eliten, die Demokratien oder Diktaturen anführen, Staaten, globale Wirtschaftsunternehmen und Finanzinstitute, Armeen und Terrorgruppen, geht es um Reichtum, Reichtum an Geld und materiellen Mitteln sowie Macht. Nur dort sind sie zu treffen, wenn es der Zivilgesellschaft gelingt, mit ihrem Mittel, dem Mittel des Rechts und der Masse, der kritischen Mehrheit den Manipulationen der Herrschaftsmacht von Eliten und elitären Banden zu trotzen und ihren üblichen Mitteln, der Kriegskasse, den Waffen, der militärischen Verbände und Banden. Wie geht das? Es ist schwierig, weil Meinungen und Informationen von der Macht kontrolliert und manipuliert werden. Aber es gibt seit der Aufklärung ein immer stärker wachsendes Bestreben von Bürgern nach unabhängigen Nachrichten und Informationen über Presse und nunmehr auch digitale Medien. Es gilt, diese Macht international zu nutzen, professionell wie mittels unzähliger Bürgerplattformen.

Wenn Regierungen, Staaten, Banken, Energiekonzerne, Weltkonzerne, Befehlshaber und Politiker rechtlich Verantwortung übernehmen müssen und zu hohen Geldstrafen und Wiedergutmachungen verurteilt werden können, geht es ans Eingemachte für diese Institutionen und ihre Repräsentanten, an ihr Geld und ihre Macht. Die Bürger haben eine Macht, eine Rechtsmacht und eine wirtschaftliche Macht als Konsumenten und auch Produzenten, als Dienstleister und Steuerzahler. Wenn internationale Kanzleien, die natürlich auch ganz kapitalistisch Geld verdienen wollen, aber oft auch von idealistischen bürgerlichen Zielen bewegt werden, schon nach den bestehenden nationalen und internationalen Gesetzen diejenigen vor die Gerichte dieser Welt bringen könnten, die für die Zerstörung von Lebensgrundlagen und Menschenleben mittelbar und unmittelbar verantwortlich sind, könnte die Zivilgesellschaft manchen nationalen und internationalen Übeltäter zur Kasse bitten, der noch gar nicht ahnt, das das jemals möglich sein wird. Ohne internationale Netzwerke von Nichtregierungsorganisationen und lokalem Widerstand sowie zivilem Ungehorsam wird das nicht gehen und das ist erstmal sehr, sehr anstrengend.

Dabei ist das Prinzip einfach und wird auch schon im normalen Rechtsverkehr angewendet. Nehmen wir das Beispiel der abgeschossenen Passagiermaschine über der Ukraine und der Frage, wie zivilrechtlich mit dem "Schaden" umgegangen werden könnte. Wenn meine Tochter erlaubterweise mit meinem entsprechend versicherten Auto ein unter zehnjähriges Kind anfahren und verletzen würde, müsste meine Versicherung selbst dann, wenn sich dieses Kind so verhalten hätte, dass die Fahrerin keine Chance gehabt hätte, den Unfall zu vermeiden, außer nicht Auto zu fahren, den Schaden bezahlen und Wiedergutmachung leisten und letztlich ich selbst über die steigende Versicherungsprämie. Der Grund ist eine Gefährdungshaftung, die der Gesetzgeber für die festgelegt hat, die einen potentiell gefährlichen Gegenstand wie ein Auto betreiben, das selbst bei bestimmungsgemäßen und rechtskonformen Gebrauch ein unvernünftig reagierendes Kind gefährden kann. Man überlege sich einmal die Folgen, wenn auf die gleiche Weise unschuldige und sich nicht selbst schützen könnende zivile Opfer kriegerischer Handlungen geschützt bzw. sie und ihre Angehörigen entschädigt werden könnten?

In einem solchen Fall könnten zivile Opfer und Hinterbliebene dieser Opfer nicht nur die Mörder verklagen, die in kriegerischen Konflikten den Abzug einer Waffe betätigt haben. Sie könnten nicht nur eine Airline verklagen. Sie könnten Regierungen verklagen, für die diese Soldaten aktiv sind oder die die Entwicklung der tödlichen Waffensysteme beauftragt haben oder Waffenhersteller, die sie produziert und verkauft haben oder Regierungen, die nicht vor dem Überflug von Kriegsgebieten gewarnt haben, Regierungen, die Rebellengruppen Geld gegeben haben usw. Es könnten nicht nur Fluggesellschaften und Versicherungen verklagt werden, sondern auch Konzerne, Banken, Staaten. Und Bürger könnten mit friedlichem Protest, Blockaden, Öffentlichkeitsarbeit, Informationsverbreitung usw. dazu beitragen, dass diese gewaltsamen, militarisierten, totalitären Elite-Gesellschaften demaskiert werden und echte demokratische und ökologische Standards entwickelt werden. Nicht nur die Konten von strategischen Gegnern könnten eingefroren werden, sondern auch die von Konzernbesitzern, militärischen Oberbefehlshabern und Aufsichtsratschefs von Großbanken weltweit, von Scheichs, Königen, Präsidenten, Marschällen, Generälen und Bossen, von Hetzpredigern und religiösen Führern, die immer noch Krieg und Mord als Akte des Glaubens gegenüber verführten Gläubigen rechtfertigen, damit diese zu Märtyrern und Mördern werden.

Vielleicht könnte man mit einem langen Atem auch den Nahostkonflikt auf diese Weise trocken legen. Es ist ein Verbrechen, ganze Menschengruppen zu isolieren, zu blockieren, auszuhungern. Es ist ein Verbrechen, gelenkte und ungelenkte Raketen hin und her zu schießen und Zivilisten zu töten. Es ist ein Verbrechen, wenn ein Staat aus politischen Gründen Land enteignet, das anderen Menschen als Lebensgrundlage dient. Es ist ein Verbrechen, in annektierten Gebieten betonierte Tatsachen zu schaffen und Apartheit-Siedlungen zu errichten. Es ist ein Verbrechen, einem anderen Volk mit dem Tod zu drohen oder mit Vertreibung. Was wäre, wenn alle, die Geld in diesen Konflikt geben und Waffen, es nicht mehr tun und ihre Vasallen an die Zügel nehmen würden, wenn die Zivilgesellschaften international und in beiden Lagern den Falken, den Militärs, den religiösen Scharfmachern das Vertrauen und die Gefolgschaft aufkündigen würden und Übergriffe wie normale Verbrechen aburteilen würden? Was wäre, wenn man eine Zeit lang nicht mehr dorthin reist, wo Krieg gespielt wird, keine Weltsportveranstaltungen bei Kriegstreibern und deren Nutznießern abhält, keine Geschäfte mehr mit den Kriegern und ihren Netzwerken mehr macht, Investitionen und Gelder abzieht und nur noch in humanitäre Projekte leitet? Eine weltweit solidarische Bürgergesellschaft könnte eines Tages Bürgerkriege verhindern, Eroberungskriege unmöglich machen und Lüge und Propaganda entlarven und ihnen das Geld und die Waffen entziehen und diejenigen, die Krieger bezahlen und bewaffnen, öffentlich brandmarken, zur Kasse bitten und zur Rechenschaft ziehen.
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Freitag, 9. Januar 2015, 08:59

Wer im Namen Gottes tötet, den reitet in Wahrheit der Teufel!

Wer im Namen Gottes tötet, den reitet in Wahrheit der Teufel! Es ist keine Frage: der politische Mord an 12 Redaktionsmitgliedern der als "islamkritisch" eingeschätzten französischen Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo in Paris am 7.1.2015 ist ein abscheuliches, nicht zu rechtfertigendes Verbrechen von vermutlich drei Mördern, die islamistische Parolen geschrieen haben sollen. Es ist gut, dass auch mehrere islamische Verbände in aller Welt diesen Anschlag auf die Meinungs- und Pressefreiheit verurteilt und betont haben, dass sich politischer oder religiöser Mord nicht mit der Ethik eines gläubigen Muslims vereinbaren lässt.

Ja, die Meinungs- und Pressefreiheit ist ein so hohes Gut, dass selbst zuweilen recht dümmliche Parodien, die einige dieser Mohammed-Karikaturen schon 2012-2013 darstellten und die hier vielleicht als Geschmacklosigkeit gelten können, bei einigen Muslimen aber auch als bösartig wahrgenommen wurden, auch dann geduldet werden müssen, wenn sie von Intellektuellen stammen, die sich populistischen Beifalls erfreuen wollen und nicht selten ihrem Narzismus frönen. Das Ganze kann nicht darüber hinweg täuschen, dass Meinungsmacher zum Teil recht zynisch mit Wirklichkeit und Wahrheit umgehen, auch Medienleute.

Ist es denn nicht genauso schlimm und verurteilungswürdig, wenn Bomber und Drohnen von Nato-Staaten und anderen, die der Allianz des "Krieges gegen den Terrorismus" beigetreten sind, mit Hightech-Waffen u.a. ganze Hochzeitsgesellschaften mit jeweils Dutzenden zivilen Opfern in Afghanistan und Pakistan auslöschen und das entschuldigend als Kollateralschäden eines gerechten Krieges verharmlosen? Welche Gefühle wird das in den betroffenen Bevölkerungen schüren? Und ist es nicht interessant, dass Verbrechen und Terror in den ärmsten, noch heute unter den Folgen von Kolonialismus und wirtschaftlicher Dominanz des Westens leidenden Ländern gedeihen und in den Vorstädten der westlichen Metropolen, in denen arme Einwanderer als Verlierer unserer Sozialsysteme ein Ghetto-Leben ohne echte Aufstiegschancen fristen?

Welche Karikaturisten und Satiriker ruft dies entgegen der öffentlichen und veröffentlichten Meinung in einer zunehmend ängstlichen, konservativ bis rechts reagierenden Bevölkerung auf den Plan? Auch hier ist also ein deutliches Gefälle zu sehen und unsere Meinungs- und Pressefreiheit schützt nicht die Wahrheit und die Gerechtigkeit, sondern nur - und das ist ja nicht wenig - dass jeder seinen Senf veröffentlichen kann und sei es der größte Mist oder nahe an Diffamierung und Volksverhetzung. Aus den Jüngern der Vereinfachung und des Populismus, die einfach nur wohlfeile Anlässe für ätzende Kritik suchen, Propheten der Wahrheit und Rechtschaffenheit zu machen, könnte in ihrem Sinne gelegen haben, trifft aber nicht die Wirklichkeit.

Es ist angemessen, um alle Menschen zu trauern, die Opfer von Vernachlässigung und Gewalt geworden sind und um eine Welt, die dies zulässt. Und, natürlich, Freiheit ist keine Geschmacksache, sondern ein Prinzip. Doch nicht selten sind Wut und Angst die Motive ätzender und zynischer Verspottungen und diejenigen, die zu diesen Mitteln greifen, auch wenn sie in einer Demokratie zweifellos erlaubt sind und geduldet werden müssen, sind wohl nicht im tiefsten Sinne frei und souverän, sondern auch diese reitet eher der Teufel, als dass sie sich auf göttliche oder prophetische Inspiration berufen dürften.
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Dienstag, 24. November 2015, 22:08

Gewalt und Armut sind Gotteslästerungen

Mord und Gewalt sind Gotteslästerungen. Unfreiwillige Armut und demütigende Abhängigkeit, die reiche Staaten über einen großen Teil der Menschen verhängen, sind es auch. Der Papst Franziskus I. scheint es inzwischen so zu sehen, zumindest den ersten Teil. Wenn viele religiöse Vorbilder und Würdenträger sich in dieser Sicht vereinigen würden, könnten sie den Anhängern ihrer jeweiligen Religionen wichtige Friedensbotschaften mitgeben, die Gläubige eigentlich schon ihren heiligen Schriften entnehmen könnten. Anscheinend haben die Stellvertreter und Nachfolger ihrer Heiligen und Religionsgründer in der Vergangenheit zu sehr die Sicht auf die einfache Wahrheit Gottes verstellt, die von Liebe, Mitgefühl, Versöhnung und Barmherzigkeit spricht. Dieses und sonst nichts. All die anderen Zutaten macht die Angst und diese ist nicht die Liebe, sondern nur in Liebe auflösbar. Wie das geht, wollte Gott den Menschen anscheinend zeigen. Wollen ausgerechnet die religiösen, gottgläubigen Menschen und ihre Repräsentanten ihrem Gott beweisen, dass GOTT Unrecht hatte?
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Samstag, 28. November 2015, 22:27

Pervertierter Freiheitsbegriff. Wenn wir sonst nichts zu tun haben, sollten wir zur Abwechslung einmal nachdenken.

Um die Freiheit zu schützen und zu erhalten, müsse sie nach Meinung europäischer Politiker eingeschränkt werden. Auch die amerikanischen und russischen Führer waren schon dieser Meinung und haben bereits das eine oder andere veranlasst, wie etwa die totale Überwachung und die Androhung von harten Strafen bei oppositionellen Aktivitäten wie Demonstrationen, die auch eine Regierung in einer Bürgergesellschaft nun mal zu dulden hat. Die Einschränkungen, z.B. im Rahmen des "Kriegsrechts" oder des "Ausnahmezustandes" oder einer speziellen "Antiterrorgesetzgebung" sollen neuerdings helfen, Terroristen im Inneren besser zu bekämpfen. Die Bevölkerung soll mit der dazu gehörigen martialischen Kriegsrhetorik und pathetischen Präsidentenreden mit nationalistischen Attitüden eingeschworen und gleichzeitig eingelullt werden, damit sie ein Weniger an Demokratie als ein Mehr an Sicherheit und - am Ende - als ein Mehr an Freiheit begreift.

Die Freiheit durch ihre Einschränkung zu schützen und zu erhalten mutet etwa wie der Versuch an, Leben durch das Einwecken in Gläsern mit Spiritus als Präparat zu konservieren und zu schützen. Sehr schlau, nicht wahr? Für wie dumm halten die politischen Strippenzieher die Leute? Aber vielleicht sind diese Leute tatsächlich schon verdummt und ihr "freies Denken" geschützt und konserviert wie die in Spiritus oder Formalin eingelegten Gehirne in den anatomischen Sammlungen. Der Spiritus der die Terrorfurcht ausbeutenden Politik ist kein Geist der Freiheit, er ist tatsächlich Formalin, unter anderem juristische Formelsammlungen, die eine logische Begründung liefern sollen, einen Vorwand und eine Anleitung, die Freiheit zu töten. Das Ganze wird mit populistischen Reden versucht, schmackhaft zu machen.

Die Terroristenbanden in einem Staat, fanatisierte Desperados mit faschistoiden Ideen, die sie über das Leben und die Freiheit stellen, können tatsächlich in einer freien Gesellschaft immer mal wieder terroristische Morde begehen und Einzelne töten, bevor sie gefasst werden. Vieles kann eine vernünftige Polizeiarbeit auch verhindern. Nur Staaten und ihre Gesetzgeber und Exekutiven können aber die Freiheit töten - zu den Einzelnen oder gar ganzen Menschengruppen, die sie von Mal zu Mal auch auf dem Gewissen haben. Der Tod der Freiheit droht nicht vom Terroristen, sondern von einem bestimmten Gebrauch der Staatsgewalt. Der Terror wird als Rechtfertigung für den sich dann entfaltenden Staatsterror verwendet.

Ein oft nicht zielgerichteter Staatsterror ist der Export von Waffen in andere Länder, in denen sie zur Drangsalierung von Minderheiten, der eigenen Bevölkerung und zur Bedrohung von Nachbarn verwendet werden, in Bürgerkriegen und Kriegen zwischen Staaten und für die Anschläge terroristischer Gruppen, die diese Waffen erbeuten oder in korrupten Systemen erwerben. Staatsterror sind auch undifferenzierte Drohnenkriege, Bombardierungen mit zivilen Opfern als "Kollateralschäden" und Verminungen. Sogenannte demokratische Staaten sind an diesem Staatsterror als eine Form der mehr oder weniger gezielt nach außen gerichteten Aggression im Dienste der eigenen weltpolitischen Ziele beteiligt. Auch unser Staat ist es.

Nun bekämpfen unsere demokratischen Staaten mit den Steuermitteln ihrer Bürger die Pest, die sie selbst verbreitet haben, durch eine zusätzliche Cholera, die sie jetzt verbreiten und dazu, weil das wirklich zu dumm ist, gibt es ein "Basta" für die Demokraten in den Demokratien, für die, die an eine Freiheit ohne eine gut von den Industriestaaten geölte und belieferte Kriegsmaschine glauben. Im Krieg stirbt die Wahrheit bekanntlich zuerst. Krieg wollen sie, die Terroristen und die Staatsmänner, die einen "Krieg gegen den Terrorismus" verkünden. Wir aber wissen, die Bekämpfung der Pest mit der Cholera funktioniert nur so, dass die Cholera die Leute tötet, bevor es die Pest tut, denn dann stirbt die Pest aus. Und natürlich die Cholera. Obwohl: der Pest reichen auch kleine Flöhe und Ratten.

Wenn die Freiheit tot ist, ist ein wichtiges Ziel des nicht staatlichen Terrorismus erreicht. Er kann sich zur Ruhe setzen oder einfach weiter machen, wenn noch jemand übrig ist, der nach Freiheit strebt und Lebendigkeit, z.B. nach Religionsfreiheit und sogar Freiheit von der Religion und von irgendeiner Staatsideologie. Wenn die Freiheit tot ist, ist auch ein wichtiges Ziel des Kontrollapparates erreicht, denn er hat die maximal mögliche Kontrolle erreicht, die ihm als maximal erreichbare Sicherheit dünkt. Sie ist eine tatsächliche Unfreiheit. Die Freiheit kann man aber als Konserve in den wenigen unzerstörten nationalen Museen bewundern, z.B. als Bild einer mythologisch-symbolischen Marianne oder Jean d'Arc als Barrikadenstürmerin mit der Trikolore des revolutionären, republikanischen Frankreichs im Louvre.

Liberté, Egalité, Fraternité? Pustekuchen. Der sicheren, eingeschränkten und bewahrten Freiheit muss Friede, Freude, Eierkuchen genügen. Willkommen im Mief der Antiterror-Phobie. Der verstorbene Altkanzler und Hardliner Helmut Schmidt (SPD, man glaubt es nicht), der die Nachrüstung von Pershing-II-Mittelstreckenraketen der Amerikaner in der Bundesrepublik eine gescheite Antiterror-Maßnahme im kalten Krieg gegen die SS20-Raketen der Sowjets fand und wusste, dass ein sogar durch Fehler und Missverständnisse auslösbarer Atomkrieg damit Europa zum atomaren Schlachtfeld und Deutschland zum ersten totalen Auslöschungsopfer machen würde, sagte mal: Wer Visionen hat, benötige einen Psychiater. Wer sollte die Phobien der Terror-Geängstigten und die der Terror-Ängstiger behandeln? Wie wäre es mit der Freigabe aller Drogen und Freibier für die noch nicht vollständig konservierten Gehirne? Vielleicht kann man damit den hochprozentigeren Spiritus der Freiheitskonservierer gerade noch so rechtzeitig verdünnen, bevor das Gehirn die Konsistenz von Schnittkäse annimmt.

Der viele Käse, den man hört und liest, scheint allerdings zu belegen, dass der Verkäsungsvorgang nach der früher schon durch den Wendekanzler (Kohl, CDU) perfektionierten Verkohlung auch ohne die Leute des Systems Schmidt, Stoiber und Genscher nun durch Seehofers, Gabriels und jetzt auch Merkels Mitstreiter weit vorangeschritten ist und, siehe Hollande, bei weitem keine deutsche oder konservative Krankheit ist. Aber wer hat denn gesagt, dass der derzeit herumreisende, Putin und Assad anbalzende "Holland(e)käse" sozialistisch ist? Wer als Partei einen Strauss-Kahn im Kahn hatte, bevor er sich mit seinen bourgeoisen und unappetitlichen Sexaffären um jedes Verständnis brachte, kann nicht links oder gar sozialistisch gewesen sein, allenfalls merkelinisch: wir haben uns alle lieb, solange wir miteinander in einem Hochsicherheitsbunker im Käsefondue herumstochern. Käse, Langweile, Eierkuchen. Bon appétit, guten Appetit!

Unsere miefigen Käse-Gehirne sind wieder eingelullt. Wir sind eingepennt und haben nichts gelernt. Wir hatten das alles schon: Terrorismus, Staatsterrorismus auch inmitten Europas. Vor und während des Ersten und Zweiten Weltkrieges war er schon da. Aus der Charakterschwäche des Faschismus und dem psychotischen Delirium des Nationalsozialismus, der die Welt mit in den Untergang reißen wollte, sollte endlich soziale Gerechtigkeit und demokratische Freiheit erwachsen. Doch die Sieger wurden zu kalten Kriegern und entwickelten die paranoide Schizophrenie der Abschreckung mit atomaren, chemischen und biologischen Massenvernichtungswaffen und zwei weltbeherrschenden Militärblöcken, von denen sich die "blockfreien" Schwellenländer ihrerseits nur mit Massenvernichtungswaffen absetzen zu können glaubten.

Ich habe anlässlich der gerade angelaufenen achtteiligen RTL-Fernseh-Serie "Deutschland 83" (Donnerstags 20:15 h) mit der Begleitsendung "1983 (k)ein bisschen Frieden" (26.11.15) meinen Onkel angesprochen, der in den frühen Sechziger Jahren seinen Wehrdienst bis zum Rang eines Luftwaffen-Leutnants abdiente, und gefragt, wie das Lebensgefühl damals war. Ich dachte natürlich zunächst an die achtziger Jahre. Die Bevölkerung erlebte 1983 zunehmend eine bisher - so dachte ich naiv - nicht gekannte Angst vor einem tatsächlich gewagten atomaren Schlagabtausch, angezettelt durch die Falken Reagan (USA) und Andropov (UDSSR) und tatsächlich hätte es "aus Versehen" ein oder zweimal beinahe "gekracht". Wir wussten es, wir demonstrierten dagegen, doch wurden wir von Schmidt und später Kohl damals verkohlt.

Mein Onkel erzählte mir nun, er habe dieses Gefühl schon in den Fünfziger Jahren gekannt. Eine Angst und eine Ohnmacht. Hiroshima und Nagasaki waren noch in lebendiger Erinnerung, das atomare Wettrüsten hatte begonnen, der Koreakrieg hatte von 1950-1953 als erster großer Ost-West-Konflikt allein mit konventionellen Massenvernichtungswaffen ein Land komplett verwüstet und geteilt. Massenmorde und Massaker, Bombenterror und andere Kampfhandlungen brachten schätzungsweise vier Millionen Zivilisten und knapp eine Million Soldaten um. Der US-Präsident erwog sogar atomare Angriffe auf chinesische Städte. Und zu Beginn der sechziger Jahre spitzte sich die Situation erneut zu, bis zur so genannten Kuba-Krise. Erst die Politik Willy Brandts (SPD) brachte Anfang der Siebziger Jahre im Gefolge der ersten Studentenproteste gegen den Vietnamkrieg und für Frieden mit den Ostverträgen ein Ära der so genannten Entspannungspolitik, bevor ein erneutes Säbelrasseln ab 1980 die Friedensbewegung wiederbelebte und die "Grünen" als alternative Partei mit ökologischen und friedenspolitischen Zielen hervorbrachte. Dies waren letztlich trotz dem abklingenden inländischen "Miniterror" (im Vergleich zu heute) der "Rote Armee Fraktion" echte Sternstunden der Demokratie, zumal sich auch in der DDR eine Friedensbewegung etablierte.

Doch die paranoide Terror-Schizophrenie reicht eben sehr, sehr lange zurück; vermutlich ist sie ein Erbe der ersten größeren Stadtstaaten und dann wachsenden Imperien, die sich in Ausrottungskriegen vernichteten und versklavten. Als zivilisatorische Antwort wurden in der klassischen Region der Dichter und Philosophen die Demokratie und die Institution freier Bürger mit einer Bürgerverfassung erfunden und immer mehr ausgefeilt. Und nun Menschheit, 2.500 Jahre nach den ersten demokratischen Versuchen in Griechenland, wo stehen wir jetzt? Zurück in die Bronzezeit? Schon Einstein orakelte, dass der vierte Weltkrieg mit Knüppeln und Steinen geführt werde. In Palästina und Israel ist eine solche Art Krieg schon Realität. Wollen wir jetzt den dritten Weltkrieg noch schnell nachholen? Oder beschäftigen wir uns mit einer Mischung aus hellem Entsetzen, selbstgerechter Empörung und wohligem Grausen mit viel falschem Pathos auf beiden Seiten zwischendurch mit der Vorstellung, die staatliche und nichtstaatliche Terroristen dem erstaunten Weltpublikum bieten, das wahrhaft noch andere Probleme mit Armut und Klimawandel hat? Es ist eine törichte Vorstellung, die keinerlei Applaus verdient. Doch statt das Stück abzusetzen, wollen immer mehr Ensembles, sogar Laienschauspieler, ihre jeweils eigene Inszenierung kreieren und dafür Lob und Orden. Gepfiffen!
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Freitag, 1. Januar 2016, 23:59

Das Spiel mit der Furcht vor dem Terrorismus

Was soll man davon halten? Wenn man den Medien und den Verlautbarungen der Politiker der westlichen Welt Glauben schenken möchte, nähert sich die westliche Welt den Zuständen an, mit denen die Menschen in Nahost, in Arabien, im Iran, in Afrika und in der Türkei mit unterschiedlichen Brennpunkten und Intensität terroristischer und verbrecherischer Umtriebe schon lange leben. Die hiesigen Politiker deklinieren die Skala der Terrorgefahr rauf und runter, am liebsten rauf, nicht ohne mit Getöse zu erwähnen, dass sie alles im Griff haben. Darüber hinaus geben sie sich geheimnisvoll: Ein Teil der Antworten würde die Bevölkerung verunsichern, raunte der oberste Terrorbekämpfer der Bundesrepublik Deutschland, Thomas de Maizière.

Neuerdings werden im Gefolge der Anschläge in Paris am 13. November 2015 immer wieder in westlichen Metropolen, insbesondere in Brüssel, Terrorwarnungen heraus gegeben und vor bevorstehenden Anschlägen gewarnt. In Deutschland wurde am Konkretesten vor einem Fußballländerspiel in Hannover am 18.11.2015 vor Bomben im Stadion und am 31.12.2015 in München vor Terroranschlägen auf den Pasinger und den Hauptbahnhof gewarnt und eine große Evakuierungsaktion gestartet. In beiden Fällen habe es konkrete Hinweise ausländischer Geheimdienste gegeben, besonders Seitens der übelbeleumdeten Weltüberwacher aus den USA, der Israelis und der Franzosen. Der "Sozialist" Hollande tourt seit dem 13.11. in der Welt herum, um Truppen zum "Krieg gegen den Terrorismus" zusammen zu trommeln, vor allem Bomber zur Pulversisierung der unter IS-Einfluss stehenden Landstriche in Syrien und dem Irak.

Parallel steigen die Flüchtlingszahlen aus diesen Ländern immer mehr an und der inzwischen in Millionenstärke angeschwollene Strom von Kriegsflüchtlingen ergießt sich nach Europa und löst dort hysterische Reaktionen aus, die die Kriegstreiber noch mehr in ihrem Tun bestärken und autoritäre Regierungen im Westen begünstigen, die die Bürgerrechte einschränken und gegen die Opfer des Krieges, die Flüchtlinge, vorgehen wollen, in dem sie bezichtigt werden, eine mögliche Speerspitze islamistischen Terrors zu sein. So bekommen autoritäre Rechtsparteien in Europa immer mehr Zulauf und sind sogar Regierungsparteien geworden wie in Ungarn oder Polen. Zunehmend stellen hetzende Populisten die obersten Repräsentanten von Staaten wie Zeman als Präsident der Tschechischen Republik. In der Türkei zündelt ein dem konservativen Islam verpflichteter Machtpolitiker mit Sultans-Ambitionen im syrischen Konfliktherd und nutzt die Lage, um wieder die Kurden diesseits und jenseits der türkischen Grenze zu bekriegen.

Bestimmte Regierungen, ihre Geheimdienste und ihr Militärapparat haben ein großes Interesse daran, den islamistischen Terrorismus als allgegenwärtige Gefahr in unserem Bewusstsein zu verankern, um ihre Politik, ihre Militäraktionen, ihre Geheimdienstoperationen und ihr Vorgehen gegen bürgerliche Freiheiten, die Demokratie, die Pressefreiheit usw. zu rechtfertigen. Sogar der aus Kriegszeiten bekannte "Ausnahmezustand" kommt wieder zu unrühmlicher Wiederkehr. Im Inneren werden nicht nur schwer bewaffnete Polizei und Spezialeinheiten, sondern auch Militär aufgeboten. Es werden immer wieder nach entsprechenden Fahndungskampagnen einige Leute in spektakulären Verhaftungsaktionen festgesetzt, die zumeist nach kürzester Zeit wieder frei gelassen werden müssen, da die Justiz, die offenbar noch rechtsstaatlich funktioniert, nichts findet. Das muss man durchaus in einer Zeit geheimer Foltergefängnisse der CIA und Guantanamo honorieren. Auch die Polizei bleibt seit Wochen Ergebnisse trotz allem Aktivismus schuldig, ob in Hannover nun tatsächlich Anschläge vorbereitet wurden und von wem. In München zeichnet sich jetzt Gleiches ab.

Klar ist, dass Amerikaner, Franzosen, Briten und Israelis die Bundeswehr im militärischen Einsatz in Arabien und Nahost sehen will, dort, wo eben diese Nationen, neuerdings mit dem selbsternannten Assad-Retter Putin-Russland, seit Jahrzehnten eine unrühmliche Rolle mit ihren Soldaten spielen und statt mehr Frieden und Zivilisation mehr Chaos und Zerstörung mitbewirkt haben zusammen mit ihren lokalen Unterstützern, die ihnen aus dem Ruder laufen und von Rebellen nach Belieben zu Terroristen mutieren und umgekehrt. Zur Befriedung, zur Entspannung, zur Besserung des materiellen Loses der lokalen Bevölkerungen haben die militärischen Engagements und Experimente des Westens, der Nato und ihrer Unterstützer und auch der Russen weder in Afghanistan und Pakistan noch im Nahen Osten und Arabien etwas bewirkt und auch die Israelis setzen immer noch auf Krieg gegen die Palästinenser und umgekehrt. Der Westen versagte auch hier.

Es ist ein gefährliches Spiel der westlichen Regierungen, sich nun auch im Inneren angesichts fehlender Erfolge im Außen als die bessere, härterer, konsequentere Verteidigerin der eigenen Prinzipien und Bürger und sei es mit Einschränkung der Bürgerrechte und schrittweise Verwässerung einer demokratischen Kultur darzustellen. Putin geht gerade vorübergehend den umgekehrten Weg, als hätte Russland von Afghanistan nichts gelernt. Das Machtspiel wird nicht aufgehen. Wenn es den angeblich moderateren Parteien und Politikern in quasi gemeinsamer Mission mit den wenigen hier mit brutalen Überfällen erfolgreichen Terroristen gelingt, die Terrorangst unter den Bürgern zu vermehren, um damit autoritäre Gegenreaktion gegen die Freiheit aller zu rechtfertigen, werden diese verängstigten Bürger eher dem faschistischen Original zulaufen und direkt rechtspopulistischen Parteien und Bewegungen bevorzugen, die mit markigen, rassistischen Worten gegen Fremde und gegen Muslime dem "starken Mann", einem rechen Führer oder Führerin den Weg bereiten wollen.

Es ist sicher richtig, dass es übelwollende Menschen gibt, die für ihre hasserfüllten Ideologien, die sie manchmal auch Religion oder "Gottes Willen" nennen, weder sich selbst noch andere schonen und gerne andere mit in ihren Untergang reißen und Chaos und Zerstörung anrichten wollen, weil sie glauben wollen oder vorgeben, dies zu glauben, dass aus der Hölle nach reinigendem Fegefeuer ein reiner, moralisch guter Gottesstaat entstehen könnte. Sie glauben ihren Koran oder ihre Bibel zu kennen und sind doch nicht die Werkzeuge Gottes sondern des Teufels. Aber auch denen, die die Tatsache der Existenz solcher Menschen ausnutzen, um ihre machtpolitischen Spielchen zu treiben und geostrategische Großmachtträume zu pflegen, sollten wir misstrauen. Sie haben ebenso ein Interesse an Chaos, Gewalt und Krieg, angeblich, weil nach dem gerechten Krieg und der Ausrottung des Feindes und der Irrlehren der paradiesische Frieden eintreten müsse. Es wäre wohl der Frieden eines autoritären Überwachungsstaates, in dem die allgemeine Armut zunimmt.

Man weiß also nicht, was von dieser Terroralarm-Hysterie zu halten ist, auf die sich Medien und Politiker stürzen und in denen sie sich ausleben und austoben. Es gibt zu undurchsichtige Interessen und ein Hang zu Korruption und Machtausübung, sodass man schon sehr naiv sein müsste, wenn man glaubte, dass die Bösen nur einige verirrte und radikalisierte Araber und indoktrinierte Islam-Konvertiten sind und die heimischen Machtpolitiker, Militärs und Geheimdienstler die Reinen, Guten, Ehrbaren, Aufrechten, Lauteren. Ich glaube niemandem, der mit Furcht hantiert und mit Angst regiert. All diese spielen das Spiel des Terrors mit, drehen an der Eskalationsschraube. Damit sage ich nicht, dass man sich nicht wehren darf und die Polizei nicht ihre Ermittlungstätigkeit aufnehmen und den Schutz im Inneren gewährleisten soll.

Doch trotz Polizei gibt es Unfälle und lächerliche Polizeiaufgaben wie das Aufspüren von Cannabis-Pflanzen, trotz Demokratie gibt es Korruption und Ungerechtigkeit, trotz Sozialstaat Armut besonders bei Kindern, allein erziehenden Frauen und Alten, trotz Pflicht zum Umweltschutz großflächige Umweltzerstörung. Wir hätten also genug zu tun, auch mit der Entwicklung von Regeln für einen gerechteren Welthandel und zur Eindämmung kapitalistischer Ausbeutung ganzer Völker und Weltgegenden, die sogar mal ein katholischer Papst anprangert. Wenn wir das in Ordnung gebracht haben, wird Terrorismus eher wie ein gewöhnliches Verbrechen von Mord und Totschlag erscheinen, denn tatsächlich sind die Taten von Terroristen Morde und Zerstörungen aus niedrigen Beweggründen. Sie werden aber politisch und religiös instrumentalisiert.

Wir werden damit leben müssen, dass es das Böse in und um uns gibt und dass dieses immer wieder mal nach Blut ruft und Feuer auf friedliche Menschen wirft. Wir müssen aber nicht akzeptieren, dass wir uns in Menschen und Gesellschaften verwandeln, die dieses Böse in Einzelnen und in Gruppen durch kollektive Exorzismen mit Kriegen gegen andere Menschen bekämpfen, mit einer Inquisition im Inneren und mit zu Gefängnissen sich wandelnden Gesellschaften voller Intoleranz und Ungerechtigkeiten. Erinnern wir uns: die schlimmsten Terroranschläge wurden bislang in Deutschland nicht durch ausländische oder deutsche Islamisten begangen, sondern durch deutsche Neonazis: am 26.09.1980 tötete ein Neonazi beim Münchner Oktoberfest mit seiner selbstgebastelten Rohrbombe 13 Menschen und verletzte 211 zum Teil schwer. Neonazis verletzten bei einem Bombenattentat 1999 und 2001 jeweils einen Menschen und am am 09.06.2004 in Köln 22 Menschen. Die rechten Terroristen ermordeten in Deutschland zwischen 2000 und 2006 nach und nach 9 Migranten und 2007 eine Polizistin. Der Staat tappte jahrelang im Dunkeln; ob eklatante Fahndungspannen oder teilweise Absicht eine Rolle spielten, ist bis heute Gegenstand von Spekulationen.

Durch rechte Gewalt kamen aber gerade in Deutschland auch noch andere Menschen um, während der "Linksterrorismus" nach RAF-Manier nach 34 Morden in 20 Jahren mit dem letzten Mord 1991 längst Geschichte ist. Auch bei der Bekämpfung dieses Terrorismus leistete sich der Staat illegale Aktionen, etwa indem er auf sein eigenes Gefängnis einen Bombenanschlag durchführte ("Celler Loch" durch den Niedersächsischen Verfassungsschutz mit Wissen der niedersächsischen Landesregierung Ernst Albrecht). Auf Seiten der Täter und Beschuldigten gab es 27 Opfer. Vier unbeteiligte Personen wurden bei polizeilichen Zugriffen versehentlich erschossen. Der Student und friedliche Demonstrant Benno Ohnesorg wurde beim Schah-Besuch schon 1967 von einem Polizisten gezielt in den Hinterkopf geschossen und getötet. Rudi Dutschke erlag 1979 den Folgen einer Hirnverletzung, die ein Attentat 1968 eines Rechtsradikalen verursacht hatte. Mindestens 152 weitere Menschen sollen seit 1990 nach einem Bericht der Zeit vom 20.03.2013 Opfer rechter Gewalt in Deutschland geworden sein. Mehr als die Hälfte seien von offizieller Seite unterschlagen worden.

Die Besorgnis erregende Rhetorik von Staatsenenkern wie Putin, Hollande, Cameron, Obama und anderen weniger wichtigen Akteuren wie Erdogan, as-Sisi, Khamenei und Netanjahu lässt erahnen, wer wirklich in der Lage ist, den Weltfrieden dauerhaft zu gefährden, denn charakteristischer Weise haben diese Global Player und ihre Staaten keine erfolgreichen Schritte zu Befriedung der Welt unternommen. Sie verkaufen Waffen, schicken Soldaten, infiltrieren Gesellschaften mit ihren Agenten und wir haben nicht weniger sondern mehr Krieg, mehr Tote, mehr Zerstörung, mehr Armut. Dazu kommen menschrechtsfeindliche Despotenregime in diesen Regionen, wie in Saudi Arabien und wieder mal Ägypten, die in ihrem Kampf um Hegemonie an der Lunte zündeln und von den Großen dabei unterstützt werden. Dann schicken sich noch andere durchgeknallte Typen mit martialischen Drohungen und dumpfen Sprüchen an, höchste Ämter in einem angeblich demokratischen Wahlritual zu erobern wie ein amerikanischer Milliardär, der mit sexistischen und rassistischen Parolen Furore macht und dessen Namen, Donald Trump, Walt Disney für eine seiner verrückten Erpel erfunden haben könnte. Da sind die Typen von Daesch, al-Qaida oder die Taliban hinsichtlich ihrer Fähigkeit, die Welt dauerhaft zu terrorisieren und in Abhängigkeit zu halten, Waisenknaben, wenn auch besonders grausame.

Die Gefahr für unsere Demokratien in Deutschland und anderswo in der westlichen Welt kommt also am ehesten von innen und nicht von bösen Muslimen und islamistischen Terroristen. Diese fordern unter ihren Volksangehörigen und Glaubensgenossen in den Krisengebieten des Nahen Ostens, Arabiens und Afrikas zum Teil mit westlicher, militärischer Hilfe in ihren Herkunftsländern für unsere Begriffe unvorstellbare Opferzahlen und lassen die Menschen zu uns fliehen. Unsere Probleme sind bisher hausgemacht. Das Wiedererstarken autoritärer Strukturen, rechte Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind tatsächliche Probleme, denen wir uns zuwenden müssen. Das Schüren der Terrorangst nützt den Autoritären, den Populisten, den Rechten, den Rassisten und den Terroristen jeder Couleur. Terroristen werden sich eines Tages sogar verpflichtet fühlen, den ihnen nach- und vorhergesagten Schrecken im Einzelfall auch zu verbreiten, sonst machen sie sich, sonst macht sich auch unser den Terrorismus bekriegender Staat am Ende noch lächerlich. Das Attentat muss also mit einer gewissen Logik kommen, herbeigerufen, vorhergesagt, schon immer befürchtet und trotz größter Anstrengung leider nicht verhindert. Und davor sollen wir jetzt Jahr für Jahr, Fußballspiel für Fußballspiel, Konzertveranstaltung für Konzertveranstaltung zittern? Nein danke!
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Mittwoch, 23. März 2016, 10:46

Hass zerstört sich selbst und am Ende bleibt doch nur Liebe

Ob Beirut, Paris oder Brüssel: es sind immer wieder die gleichen Reflexe und Affekte, die sich austoben möchten, lange unterdrückte oder schlecht verbrämte destruktive Emotionen, die Menschen zur Abwehr ihres Schmerzes und ihres Gefühls von Ohnmacht und Hilflosigkeit in bestimmten Situationen unreflektiert ausagieren. Doch schon vor Hunderten, ja Tausenden von Jahren in Zeiten, in denen Menschen nicht weniger zerstörerisch mit Macht und Waffen umgingen, gab es Einige, die über die Ursachen von Leiden reflektierten und meditierten. Sie fanden Befreiung und hatten Visionen von einem göttlichen Wesen, das Barmherzigkeit, Vergebung, Gnade, eben LIEBE ausdrückte und nur aus Liebe besteht und für die Liebe existiert. Von diesem göttlichen Wesen las und hörte ich auch. Seine Stimme hallt immer noch in den Hirnen und Herzen der Menschen wider.

Es wird derzeit aber auch viel von einem anderen Gott gesprochen, einem Grausamen, Zerstörerischem, der angeblich Rache an den Ungläubigen - sogar Kindern - fordert und sich nicht scheuen soll, seine Terroristen als Mörder, Plünderer, Vergewaltiger und Selbstmordattentäter für sein Schreckensregime einzusetzen. Von so einem Gott oder eher Dämon weiß ich nichts zu berichten, außer dass er sich selbst mit jedem seiner Anhänger, die morden und sich in die Luft sprengen, zerstört und sich durch den Hass seiner Anbeter selbst vernichtet um sich mit ihnen in der Hölle wieder zu finden, die seine Anhänger auf Erden errichten und uns in ihrer Verblendung als Paradies verkaufen wollen. Ihr Aufwachen in der anderen Welt wird schrecklich sein und sie werden jeden Tropfen Mitgefühl benötigen, wenn sie noch in der Lage sind, davon zu trinken.

Am Ende scheint es mir daher am Besten, aller in Liebe zu gedenken und sich deshalb vor dem Schmerz nicht zu fürchten. So sagt es die Vernunft des Herzens, in dem, so lehrt eine alte Sufi-Weisheit, der liebende und barmherzige GOTT wohnt und zwar im Herzen eines jeden Menschen, selbst der Menschen, die schon vor langer Zeit von ihrem Herzen weggegangen sind und die Tür zugeschlagen haben. Nur wir selbst wissen und ER natürlich, wie oft wir schon weggelaufen sind, zugeschlossen haben, den Schlüssel verlegt haben und wie oft oder wie selten wir dort zuhause sind, wo wir IHN treffen können. Nur wir selbst wissen und ER natürlich, wie oft wir lieber bei unserem Dämon da draußen sind und nicht merken, wie viel wir ihm von uns schon verkauft und geopfert haben. Wenn wir es also selbst wissen, können wir überprüfen, ob es uns wirklich ziemt, auf die Bösen und den Bösen mit dem Finger zu zeigen, oder ob wir nicht lieber ganz schnell nachhause laufen sollten.
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