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Donnerstag, 3. Februar 2011, 13:48

Erwachen

Das Boot schaukelt im Hafen neben glucksendem Schlick.
Traumschwingenschlag verkündet den Tag,
Eulenflügel flattern den Schatten zu. Fröstelnder Schauer.
Ein Wort aus der Tiefe hallt in meinem Kopf: Wo bist Du?
Ein Satz dröhnt in meinem Bauch: Wer bist Du?
Morgenlicht durch Wolken bricht. Wohliger Schauer.
Der Schatten des Seeadlers umkreist mein Haupt:
welch seltene Schönheit! Majestät!
Doch Möwengekreisch schreckt meine Trägheit
als mit weiten Schwingen ein Pelikan heran segelt,
direkt in mein Herz, warme Nahrung bringend und Weite.

Kaffeeduft vom fauchenden Stövchen: Ich atme tief ein.
Die warme Tasse in meiner Hand, der bittersüße Geschmack,
Wärme rinnt die Kehle hinab, breitet sich im Bauch aus.
Meine Glieder erwachen. Meine Brust weitet sich.
Vom glühenden Herzen fließt warmes Gold durch meine Adern.
Die Welle erfasst mich, das Boot, den Hafen, das Meer.
Sonnenfünkchen tanzen um meine Augen.
Der tiefe Adlerblick, das warme Herz,
der segelnde Pelikan, Möwen und Meer, Wellenschlag – alles eins!
Schwebend fest, Meer mit Balken:
So fest stand ich nie oder jemals so bewegt!

Ein Gänsezug überquert den roten Sonnenball.
Das Leben nimmt mich mit – ich bin es!
Kupfer fließt in meinen Nervenbahnen.
Der Geruch von Tang in der salzigen Luft,
das Sirren des aufkommenden Windes im Mast:
Die Sehnsucht schmilzt in meinem Herzen zur Heimat.
Ich bin angekommen. Der Tag ist da.
Das flatterige Wesen der Nacht umkreist den Mast,
fliegt um die Sonne und freut sich.
Ein Fluten, Atmen, Pulsen, Vibrieren und Singen:
Ich bin da! Alles ist da!


Michael
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)