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Samstag, 20. November 2010, 02:22

Du kannst nicht tiefer fallen, als in Gottes Hand - Was macht einen Menschen aus?

Nick Vujicic wurde ohne Arme und Beine geboren, doch seine gläubigen Eltern nahmen ihn nach erster Bestürzung an, wie er war und förderten ihn nach Kräften. Viele seiner Mitschüler machten ihm das Leben nicht leicht, als sie auf ihre Verunsicherungen und Ängste wegen Nicks Andersartigkeit mit Abwehr durch Spott und Ausgrenzung reagierten. Da hätte er sich fast aufgegeben. Das Leben macht keinen Sinn. Behinderung oder Unversehrtheit, schöne Glieder und ein gesunder Geist - all das macht an sich keinen Sinn und keinen Unterschied, es sei denn, wir, die wir betroffen sind, selbst und auch mitfühlend, suchen und finden einen Sinn. Nick Vujicic sah schließlich diesen Sinn für sich nach einem Bibelwort:

Zitat

„Herr", fragten die Jünger, „wer ist schuld daran, daß dieser Mann blind ist? War es seine eigene Schuld oder die Sünde seiner Eltern?"
„Weder er selbst ist schuld daran noch seine Eltern", antwortete Jesus. „Er ist blind, weil an ihm die Macht Gottes sichtbar werden soll."
Johannes 9,2+3

Den Spott seiner Schulkameraden ertrug er, indem er eine andere Einstellung zu sich gewann, wobei ihm ein persönlicher Glaube inspirierte. Er sah sich und sein Leben als von Gott gewollt und angenommen an. Das heißt, er nahm es selber an und sah sich nicht mehr als Opfer: Ohne Beine und Hände dachte er, er könne nicht tiefer fallen, als in Gottes Hand und stürzte sich ins Leben, sogar ins Wasser. Er wurde weit mutiger als viele Andere, absolvierte Schule und Studium und tritt als inspirierender Redner auf einer eigenen Website sowie life weltweit vor vielen Menschen, insbesondere vor Kindern und Jugendlichen auf, um ihnen Mut zu machen. Darüber gibt es viele Videos.

Mit Hilfe der Videos, die Ausschnitte aus Nick Vujicic's Leben zeigen, das er mit erstaunlich wenig Hilfsmitteln bewältigt, da das Haus nicht barrierefrei ist, sodass er Treppen steigt, den Lichtschalter mit einem Golfschläger bedient etc., kann man bei unbefangener Beobachtung erkennen, was viele von körperlichen Besonderheiten Betroffene in unserer Gesellschaft erfahren und auch beklagen: ein Mensch wird nicht behindert geboren, sondern durch die Gesellschaft, durch die Gesamtheit seiner Mitmenschen und die Summe unserer einzelnen Vorurteile behindert. Ursache unserer Ausschlusstendenzen gegen "das Andere" und "die Anderen" sind unsere irrationalen Ängste, mit deren unreflektiertem Gebrauch wir unser Herz verschließen.

Nick Vujicic macht mit aller Natürlichkeit das, was er kann und wie er es kann und lebt damit. Sicher wird er früh bemerkt haben, dass andere anders sind als er. Verspottet und ausgegrenzt wurde er von einigen dieser Anderen, zunächst von Klassenkameraden, Vertretern der nicht behinderten Mehrheit. Als Kind konnte er kaum anders reagieren, als sich den Schmerz zu Herzen zu nehmen. Das behinderte seinen Lebensmut und schränkte seine Lebendigkeit ein. Er wollte aufgeben, einer von uns, ein Mitmensch zu sein und ganz weg gehen, weil es ihm nicht gelang, sich ganz vor diesem Schmerz zu verschließen und weil er ihn, allein in seinem Anderssein, nicht gut selber aushalten konnte, bis er eine Vision von einer größeren Liebe erfuhr, die ihn Schmerz aushalten und transformieren ließ. Er nennt diese Liebe Gott oder Jesus. Heute inspiriert er Millionen, da zu bleiben, sich zu begegnen und das Leben dadurch zu bereichern. Die berührten Tränen in den Augen von Schülern und Schülerinnen, die Nick Vujicic nach seiner Rede umarmen, zeugen von diesen ans Herz gehenden, berührenden Begegnungen.

Jeder Mensch ist einzigartig, jeder hat ein Herz, hat Seele, hat Anteil am gleichen großen geistigen Erbe und ist ein wichtiger Teil "göttlicher" oder liebevoller Inspiration. Der Sinn eines Lebens ist nicht vorgegeben, außer in dem Sinne, dass es Potential ist, die einzigartige Möglichkeit, umfassend zu erfahren, denn dazu sind unsere Sinne geeignet. Aus den Erfahrungen machen wir uns unseren übergeordneten Sinn, der uns beseelt. Wenn wir Liebe erfahren, Zuwendung, Achtsamkeit, Achtung, Respekt, Anerkennung, Nähe, Zärtlichkeit, Wärme, echten Humor, kommen wir mit unseren Sinnen mit einem anderen Sinn in Berührung, als wenn wir Ausgrenzung, Hass, Entwertung kennen lernen müssen. Es ist nicht so, dass wir Letzteres immer vermeiden können, wenn wir nicht ganz unempfindlich oder schon vom anderen Stern oder gar erleuchtet sind. Die Erfahrung des Wärmenden, Nährenden, Liebenden im Kontakt mit Anderen, in der Beziehung, kann aber die schwer zu nehmenden Schatten integrieren helfen und uns als Ganzes heilen. Wir fühlen uns dann rund, haben kein Bedürfnis nach ängstlicher Aus- oder Abgrenzung und können von unserem wohltuenden Überfluss liebevoller Empfindungen etwas an unsere Mitmenschen weiter geben. Die Energie fließt dann wieder.

Bevor mir kürzlich ein Kursteilnehmer aus meiner Körpertherapieausbildung einen Link geschickt hat, habe ich nie zuvor von Nick Vujicic gehört und bin nach dem Ansehen der Videos und Lesen seiner Lebensgeschichte sehr beeindruckt und angerührt, mit welch tiefem Humor und welcher Menschlichkeit dieser besondere Mann uns "Vollständige" mit unseren zumeist gesunden Gliedern inspirieren und ohne jede Herablassung belehren kann. Erstaunlich, bewundernswert. Andererseits: Er wäre nie so weit gekommen, ohne diese herzlichen Lebensmut! Da kann ich Einiges von ihm lernen, wenn mich wieder kleinliche Verzagtheit überkommt. Und wir hören auch, dass Nick schwere Stunden in seinem Leben gehabt hat. Die Zeit der Verzweiflung unterschlägt er nicht. Offenbar hat er sich ihr mit aller Kraft gestellt. Er nahm sie aus seinem Gottesglauben. Aber auch jede andere tiefe Liebe zum Leben und zum eigenen Sein ist geeignet! Zur Nachahmung empfohlen von Nick Vujicic.

Liebe Grüße, Michael
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)