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1

Dienstag, 25. August 2009, 08:47

Sinn-Sätze und weiterer Un-sinn

Heute unterwegs

Wenn das Morgen ohne Hoffnung ist
und die Hoffnung ohne Morgen,
dann ist das Jetzt.

Wenn ich ohne Sorgen bin,
Dann bin ich jetzt.

Wenn ich nicht mehr komme
und nicht mehr gehe,
nirgendwoher, nirgendwohin,
dann bin ich da,
der, der nicht wird,
der, der nicht wurde,
der, der ist.



Das Beste

Wir streben
Und erreichen doch nichts.
Und das ist das Beste.



Träume

Unsere Träume leben –
Was ist dabei?
Träumen wir nicht schon mehr,
als das wir leben?



Tote Fragen 1

Sind wir am Leben?
Wer sonst,
als ein Toter,
könnte diese Frage stellen?



Tote Fragen 2

Gibt es ein Leben
Nach dem Tod?
Wer sonst,
als ein Toter
kümmert sich um diese Frage?



Tote Fragen 3

Gibt es ein Leben
Vor dem Tod?
Schau hin!



Tote Fragen 4

Ist der Tod ein Problem?
Lass uns das beurteilen,
wenn wir dahin kommen!



Tote Fragen 5

Wer ist der Tod?
Wer anderes,
als du und ich?



Tote Fragen 6

Mitten im Leben
Sind wir vom Tod umfangen?
Ist es nicht eher so,
dass das Leben
den Tod erfand,
aus Liebe zu sich selbst?
Stürbe ich nicht jeden Tag,
wie hätte ich einen Morgen?
Und wäre ich nur jetzt,
ja wäre ich endlich
hier und jetzt,
was kümmerten mich
Gestern und Morgen,
Tod und Geburt?
Mitten im Sterben
sind wir vom Leben umfangen,
sind wir durchdrungen
von der Liebe
Des Lebens zu sich selbst.



Na und?

"Du stirbst", sagte der Arzt
zu dem alten Mann
und die erschütterten Angehörigen
standen betreten am Bett.
"Was ist los?"
fragte der alte Mann.
"Ich sterbe. Ja und?
Hat Euch mein Leben
auch soviel ausgemacht?"



Lebensfragen, Lebenssätze

Werde ich mich am Ende des Lebens
fragen, ob ich zufrieden sein kann
und werde ich zufrieden sein,
dass es zu ende ist?



Ist das Leben ein Problem?
Wollen wir darüber nachdenken
oder leben?



Leben -
kein guter Gedanke!



Verlebe nicht Deine Tage,
lebe nur diesen einen Tag!



Nein. Sein.

Hast Du heute schon gelebt?
Wenn Du Sinn für diese Frage hast
und Geist für eine Antwort
hast du dich
heute schon arg verschwendet.
Macht nichts.
Der Tag ist noch da,
die Fragen endlich.
Du entscheidest
aufzuhören und zu beginnen.
Dabei sein.
Nein.
Sein.



Verliebe Dich nicht,
liebe!



sinnlos

Verzweifle nicht,
sondern zweifle am Sinn
und mach dich auf
in sorgloser Sinnlosigkeit.
Und während du aufhörst,
nach dem Sinn des Lebens zu suchen,
bücke dich nach einer Schnecke
die du eben noch achtlos
zertreten hättest
und hilf ihr über den Weg
oder tue nichts.



Asseln unterm Stein

Den Sinn des Lebens zu verstehen,
in dem du über den Tod nachsinnst,
ist weniger anschaulich
und weniger sinnvoll,
als einen Stein umzudrehen
und das Treiben der Asseln zu beobachten.



Freude

Der Lohn der Leistung
ist das Geld.
Es gilt nichts
im Lande der Kargheit
deiner Seele
und nichts im Lande der Fülle
des Glücks.
Liebe die Arbeit
im Weinberg,
weil du Wein liebst
und Freude,
Leben und Arbeiten,
den Boden, die Sonne
und das Wasser
und die Gefährten,
mit denen du
einen guten Becher teilst.



Michael
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)

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2

Freitag, 16. April 2010, 14:41

Seminar für "Tantrische Visionen"

Im Seminarhaus
eine Kaffeetafel
an "unserem" Platz.

Ich möchte ein Stück;
die Frau weist stumm auf ein Schild:
"Tantrische Visionen".

So heißt die Gruppe.
Ich gehe und denke noch:
"Dank für's Einladen!"

Kuchen dort am Platz
wo wir eben noch aßen:
nur die Leute anders:

Schichtweise Essen
mit Seminaristen, die
sich schichtweis' paaren.
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3

Freitag, 3. September 2010, 14:42

Bewusstwerdung

Erwachen

Bitt're Erkenntnis,
im Unglück
dem Mistkäfer weit voraus
im Denken,
nicht im Sein:
Ich bin Gott,
wie er Gott ist.
So sind wir beide
Es, ER.


Erkenntnis

Vom Leben betrogen?
Vom Himmel verlassen?
Nein. Ich war's: allein.
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4

Freitag, 3. September 2010, 15:01

Verabschiedung der Illusion

Ich änderte sie
nicht und sie nicht mich und wir
nicht uns. - Respektvoll
gehen wir unserer Wege.
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5

Freitag, 3. September 2010, 15:06

Sterblich sein, lebendigen Schmerz fühlen

Schmerz tötet nicht,
doch das Leben schmerzt manchmal
wie Sterben vorm Tod.
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Samstag, 4. September 2010, 15:17

Spätsommervormittag

In die Schwärze meiner Gedanken
des feuchtschleierigen Morgens
nach traumschwerer Nacht
brechen die Strahlen der Sonne ein
und entzünden wärmere Gefühle.
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Samstag, 4. September 2010, 21:09

Feierabend

Abenddämmerung
bringt des Tages Ernte: Dank
und Wein mit Freunden.
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Sonntag, 19. Juni 2011, 00:10

Sommernacht

Der Sommermond steigt
im Süden gegen den Himmel.
Der nördliche Schimmer,
ein graues, klares Türkis,
flieht weiter dem Norden zu.
Nachtwolken schichten
den Horizont auf.
Einige Enten ziehen dahin.
Der Mond im Teich
lächelt mich an
während die Erlen
mich dunkler umstehen.
Nächtlicher Glockenschlag
zur zwölften Stunde
lädt mich zum Sinnen
und zum Träumen.
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9

Dienstag, 3. September 2013, 23:50

Don't worry, don't hurry, be happy...

Unsere Älteste kam gerade von einem Volunteer-Einsatz in Ghana zurück. Von ihren Erzählungen blieb mir besonders ein Satz haften, den ihr viele Ghanaer ab und zu sagten, wenn sie sich mal wieder aufregte, wie langsam alles ging und wie unlogisch Manches zu sein schien: "There is no hurry in life". Sie hatte den Eindruck, dass die Meisten trotz unglaublicher Armut sehr viel Gelassenheit ausstrahlten, dass sie herzlich waren und von einer manchmal kindlichen Daseinsfreude.
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10

Samstag, 14. September 2013, 11:43

Lebensfreude

Kinder und auch Tiere,
sie zeigen und sie leben es,
die Lebensfreude pur.
Wann haben wir es verlernt,
sie zu spüren?
Begann es,
als wir Verantwortung lernten
und somit auch mehr Selbstkontrolle?
Verloren wir sie,
als wir spürten,
dass wir unsere Träume nicht lebten?
Vergaßen wir sie,
als wir in unseren Beziehungen resignierten?
Erstarb sie,
in unseren zugefügten Verletzungen
oder gaben wir ihr
in unseren Herzen
keinen Platz mehr
durch der Hektik des Alltags?
Lass uns wieder die kleinen Momente
des Lebens genießen,
vielleicht kehrt sie dann zurück.

11

Freitag, 27. September 2013, 15:38

Ich und Du

Wer bin ich, dass ich beurteilen kann,
wie du dein Leben führst?
Wer bin ich, dass ich dein Leben bewerte?
Wer bin ich, dass ich mir anmassen kann, zu wissen welcher Weg der richtige für dich ist?
Wer bin ich, zu wissen zu meinen, was du fühlst und was du denkst?
Wer ich bin?
Ich kann dich ein wenig begleiten, halten
und vielleicht auch unterstützen
aber ich bin Ich
und nur du bist Du.

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12

Freitag, 27. September 2013, 23:26

Des Urteils Richterei
und des Helfers Helferei
ist so Manchem einerlei.
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13

Mittwoch, 18. Dezember 2013, 01:08

Im Dienst des Herzens

Mein Herz, mein liebes,
wache über mich
und ich wach auf für Dich!
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14

Samstag, 25. Januar 2014, 11:14

Glaube

Wenn ich keinen Glauben mehr habe,
lebe ich dann noch ein lebendiges Leben?

Wenn ich keinen Glauben an irgendetwas habe,
spüre ich dann noch Hoffnung?

Wenn ich an die Liebe nicht mehr glaube,
kann ich dann noch lieben?

Wenn ich an das Gute nicht mehr glaube,
halte ich es aus,
respektvoll mit meinen Mitmenschen umzugehen?

Wenn ich an die Natur, unsere Erde, nicht mehr glaube,
kann ich sie dann noch schützen?

Wenn ich an mich nicht mehr glaube,
ist mein Leben dann noch lebenswert?

15

Sonntag, 9. Februar 2014, 16:29

Wissende Erinnerung

Vergessen,
den Atem der Liebe
Erinnern,
an gemeinsame glückliche Momente.

Vergessen,
den Schmerz der Sehnsucht
Erinnern,
an freudvolle Begenungen.

Vergessen,
die gefühlten Verletzungen
Erinnern,
an unterschiedliche Haltungen.

Vergessen,
die bunt gemalten Träume
Erinnern,
an erste enttäuschte Erkenntnisse.

Vergessen,
die ausgesprochenen Worte
Erinnern,
an respektvolles Beobachten mit dem Gefühl der Traurigkeit.

Was bleibt ist das vergessene Wissen
und die wissende Erinnerung für immer im Herzen.

16

Sonntag, 9. Februar 2014, 19:29

Ein blasphemischer (?) Wunsch

Ich wünsche mir
und uns in mir:

eine Begegnung mit mir,
in der ich nur ich und wir sein kann
und alles schon bin
und alles schon sind!


Die/der alles Sein Seiende wäre dann -
schlicht die Göttin, Gott-Göttin-Gottheit-Menschheit...

Vergotten wir uns also,
bevor die Verunmenschlichung fortschreitet...

Und dann tun wir uns zusammen,
tun so, als ob es normal wäre,
machen eine Schöpfung,
wieder mal eine,
einfach so!

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17

Donnerstag, 13. März 2014, 15:19

Mit und ohne Verstand

Wer den Verstand beleidigt, kränkt einen Teil seiner selbst. Das wäre schade, denn zum Einkaufen ist das Denken gut zu gebrauchen. Wer seinen Verstand liebevoll übersteigt und seine Gedanken und Gefühle mit Humor betrachtet, befreit sich selbst und bricht auf ins Jetzt.
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Mittwoch, 9. April 2014, 21:58

Der Zahn der Weisen

Der Zahn der Weisen
kaut altes Wissen,
nagt wiederkäuend
sanfter als die Zeit.
Die Zeit nagt gründlicher,
verzehrt, was war und
lässt dem Werden nichts.
So wisse also,
dein Biss erwirbt dir
nur im Hier und Gleich
wahre Sättigung.
Als du hungertest,
schlepptest du die Not
in das Morgenrot.
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Sonntag, 25. Mai 2014, 14:40

Fundstücke

Ich räume meinen Keller auf, meinen Dachboden und sortiere alte Akten. So Manches erhebt sich aus dem Staub. Nicht alles scheint alt und vergangen...

Nur merkte ich es vorher zu wenig...

Ich habe alle Fehler dieser Welt,
habe jeden Geburtsfehler
mit ihr gemein
und werde trotzdem geliebt
und kann trotzdem lieben.
Ich liebe diese Welt,
ich will nicht anders sein,
ich will sie nicht anders haben,
ich will nichts für mich allein,
denn ich bin ja bei allem dabei,
es ist ja alles in mir
und wenn das Ich fehlt,
fehlt nichts.


9.7.1996




Von Tag zu Tag

Dieser Tag ist der erste Tag
und er ist der letzte Tag,
er ist dar schönste Tag.
Das Gestern habe ich vergessen,
das Morgen ist nicht ermessen.
Wollte ich in die Zukunft schauen,
erblickte ich nur die Vergangenheit.
Nehme ich das Heute vollkommen wahr,
weiß ich um alles, bin ich in allem.
Ewigkeit ist das Jetzt in seiner Zeitlosigkeit.
Heute ist der schönste Tag,
es ist der letzte Tag,
es ist der erste Tag,
von Tag zu Tag.


03.08.1996




Schwächen

Meine Weisheiten sind so zahlreich
wie meine Schwächen häufig sind
und schwerwiegend.
Aber Wissen und Weisheiten sind kein Mittel
gegen die Schwächen:
Sie haben keine Macht.
Nur bedingungslose Aufrichtigkeit
gegen sich selbst
kann die Schwächen heilen.
Leider ist diese
selbstwahrnehmende Aufrichtigkeit
noch nicht meine liebste Schwäche.


04.08.1996





Jeder Tag

Das tägliche Leben ist voll Süße,
die sich sofort in Bitternis wandelt,
wenn man den Augenblick festhalten will.


5.08.1996




Wer den Ruf des Herzens nicht wahrnimmt, wird krank werden. Wer den Ruf des Herzens wahrnimmt, aber nicht antwortet, wer nicht selbst zum Liebenden wird, wird sterben. Der Ruf lässt sich nicht aufhalten, sein Hall dringt überall hin. Der Ruf kommt zu jedem und er geht an jeden, er geht jeden an. Die Liebe ist es, die Zeit hat, der Mensch nicht.


4.10.1996





Uralte Liebe

Die Liebe ist wie dieser uralte Berg:
Er liegt da in seinem schönsten Kleid
aus glitzernd samtigem Schnee,
unschuldig und unberührt.

Und niemand kann sich erinnern,
dass vor ihm etwas anderes war.
Und niemand kann sich vorstellen,
dass nach ihm etwas anderes kommt.

Die Liebe ist ohne Vergleich.
Aber wenn du ein Bild suchst,
dann ist die Liebe wie dieser uralte Berg
in seinem samtigen Kleid.


31.12.1996



Kristalle

Gedanken wachsen
wie Kristalle Gitter bildend
immer komplexer.
Die Betrachtung
ihrer Entstehung
bis in die Zellstrukturen
offenbart Schönheit.
Vollkommene Schönheit
wird aus dem Tod geboren:
Das einschließende Gitter
zerstört sich selbst.
Stille breitet sich aus.


1.1.1997



Geliebte

Geliebte:
Dich sehen, spüren, hören, riechen:
das Sein.

Das andere:
glaube ich nicht,
denke ich nicht.

Gedanken:
sie sind nicht.


2.1.1997



Gedankentod

Gedanken und Worte,
sie sterben lassen,
damit das Leben beginnt.
Aus dem Tod
des Vergangenen
lebt das Schauen und Sein.


3.1.1997



Weißt Du?

Weißt Du,
dass ich das Glitzern
des Eiskornes bin,
Hauch des Windes,
Rauschen des Waldes,
Murmeln des Baches,
weich fallender Schnee?


4.1.1997



Schicksalsmacht

Die wahre Liebe hält uns
umfangen mit ihrer Gewalt
und nicht die Illusionen,
die wir uns von ihr machen,
auch wenn wir sie nicht
unterscheiden können
und vor der Willkür des Schicksals
ohne Erkenntnis im Staube
zu kriechen vermeinen.
Denn die Liebe ist größer,
als unser Schicksal
und brennender,
als all unsere Tragik.
Die Liebe ist unser Schicksal
und Schicksal des Schicksals.


5.1.1997



Mut der Weisheit

Kleinmut ist dem Leben gestohlene Zeit,
Großmut ist vom Tod geborgtes Pfand,
Liebe ist Armut, von der wir zu wenig haben,
das sich selbst erneuernde Geschenk,
dessen Reichtum wir noch nicht ermessen können.
Der Mut, in unserer Liebe arm und zerbrechlich,
dennoch mit aller Kraft zu lieben,
gibt uns eine Ahnung vom wahren Leben.
Und keine Form der Gewissheit, nur Mut
und dieses Ahnen allein ist wirklich Weisheit
und diese Freude ist ohne alles Leid,
ohne Reue und sogar ohne Selbsterkennen.


6.1.1977



Weisheit und Mut

Die Weisheit ist die Weiblichkeit der Liebe,
der Freiheitsmut ihre Männlichkeit, ihr Gefährte.
Männer und Frauen benötigen beides, um zu lieben.


7.1.1977



Auf dem Weg

Kaum scheint ein Unglück so groß,
wie das eines unglücklich Liebenden.
Aber unermesslich ist das derer,
die diese Gefühle nicht kennenlernten.
Denn sie werden keinen Weg finden
zur reifen Liebe der Erfüllung und des Verzichts,
ohne die Traurigkeit erfahren zu haben,
die das erwachende Gefühl begleitet,
das noch nicht Liebe ist, aber Ahnung,
noch nicht das Ziel, aber Wegweiser.



Das Herz im Krokodil

Und wäre ich nicht ein Mensch wie Du,
wenn nicht das Krokodil der Angst
täglich neu versuchte, mich zu verschlingen,
wenn nicht die Würmer des Zweifels
und der Verzweiflung mein Hirn zernagten?
Und wäre ich nicht auch das göttliche Kind,
müssten die Bestien nicht mein Herz unverdaut ausspeien,
aus dem ich immer wie neu wiedergeboren werde?
Mein Herz sprengt den ledernen Panzer des Reptils
und blüht als Rose auf dem Asphalt.


Mai 1997



Nachtgeboren

Das wirklich Neue hat keinen Schatten,
denn wenn das Licht der Sonne es erreicht,
ist es immer schon Gewordenes, Altes.
Die Geburt geschieht in der Nacht
und wer das Ungewordene und das Werdende versteht,
braucht sich nicht damit zu begnügen,
zu enträtseln, was der Tag ans Licht brachte
und die Sonne anstrahlt.
Wer aber nicht versteht, was die Nacht gebiert,
was nützt dem die Anschauung dessen,
was zu Tage tritt?
Und wer nicht wirklich neu geboren wurde,
warum will er ans Licht treten?
Wer nicht selber Licht wird,
aus der Schwärze geboren,
von weit her und immer noch weiter reichend,
der wirft am Tage nichts als Schatten,
den durchdringt auch das Licht des Tages nicht.
Welches Ziel er verfolgt - es bleibt dunkel.
Nicht die Nacht ist dunkel,
nicht das Schwarze ist dunkel,
nur das Nicht-Licht ist dunkel.


Juli 1997

Michael
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20

Sonntag, 1. Juni 2014, 15:37

Zeit

Zeit,
sie verändert uns

sie verändert Freundschaften

sie verändert die Liebe

sie verändert dich
äußerlich
und innerlich

der Preis der Zeit kann hoch sein
und auch ein Gewinn

du kannst auf neue Zeit hoffen
und dich an vergangene erinnern.

Zeit ist vieles

doch bleibst sie nicht stehen,
solange du lebst.

So lebe jetzt,
in diesem Moment.