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Dienstag, 18. August 2009, 08:43

Buddha-Natur - universal

[SIZE=3]Ein Mönch fragte einmal Meister Joshu: "Besitzt ein Hund die Buddha-Natur oder nicht?" Joshu sagte: "Mu!"[/SIZE]

Dieses aus dem Buch "Zen" entnommene Zitat (2000 zusammengestellt für den Mosaik Verlag von Miriam Levering) wurde mal von einer Mitarbeiterin zur Erheiterung und angenervt über die vielen "wichtig-wichtig-Mitteilungen" an das Schwarze Brett geheftet.

Der im Deutschen vordergründige Wortwitz ("Mu/Muh") inspirierte zu einer Kurzfabel:

[SIZE=3]Der Fuchs, eigentlich das schlauste unter den Tieren, fragte den Esel, der oft als das Dümmste gilt:"Besitzt etwa auch ein Mönch* die Buddha-Natur oder nicht?" Der Esel sagte: "Ia"[/SIZE]

(*Anmerkung: der katholisch Papst, der Dalai Lama…)

In der Zen-Geschichte steht "Mu" allerdings nicht für den Laut einer Kuh, sondern für das rational unerklärliche überlogische Erleuchtungsprinzip, das einem praktizierenden Buddhisten durch meditative Versenkung zufallen kann und die Lösung eines logisch nicht lösbaren Koans erlaubt.

Allerdings lässt sich die Frage des Mönches sogar "logisch" aus der Lehre des Buddha beantworten. Da alle Wesen im Samsara dem karmischen Schicksal des Kreislaufes der Wiedergeburten unterliegen und nach buddhistischer Lehre sowohl auf der Ebene der nichtmenschlichen, tierischen oder sogar vegetativen Ebene, auf der Geisterebene, der menschlichen und der göttlichen Ebene wiedergeboren werden können und da alle fühlenden Wesen zur Befreiung aus dem Samsara streben und mit Anwendung der Lehre und gegebenenfalls Hilfe von erleuchteten Wesen dazu auch prinzipell in der Lage sind, haben sie alle die Buddha-Natur.

Für Hildegard von Bingen war es aus dem christlichen Kontext ganz klar: Die Tiere haben mit uns Menschen das Leben und die Seele gemeinsam – die allerdings nicht gleichbedeutend mit der "Buddha-Natur" des Buddhismus ist. Ihnen fehlt nur der Anteil des Geistes, den wir mit den Engeln gemeinsam hätten. Hier gibt es vermutlich Analogien, da im Buddhismus eigentlich nur die menschliche Natur als geeignet angesehen wird, zur Verwirklichung zu streben und zur Erleuchtung zu gelangen. Sowohl die zum Hochmut neigenden und dort durchaus endlichen Götter als auch die zum Dulden verurteilten tierischen Mitwesen benötigen noch oder erst eine menschliche Inkarnation, um den Buddha-Weg abzuschließen.

LG, Michael
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)