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Freitag, 14. August 2009, 12:31

Licht, Raumzeit und Dunkelheit, Energie und Masse – vom Wesen des Kosmos und des Menschen

"Licht bewegt sich schneller als alles andere, heißt es. Aber das stimmt nicht. Wie schnell auch immer sich das Licht fortbewegt, am Ende trifft es immer auf die Dunkelheit, die bereits da ist und wartet," schreibt Terry Pratchett in "Reaper Man".

Licht, Raum und Raumzeit

Dieses philosophisch oder sogar theologisch leicht nach zu vollziehende Phänomen ist seit Albert Einsteins Formulierung der "Allgemeinen Relativitätstheorie" eigentlich ein "alter Hut" und wird von Wissenschaftlern, die Gravitation, Schwarze Löcher und quantenphysikalische Probleme erforschen, intensiv untersucht.

Vor dem Urknall gab es zumindest in dem jeweils betroffenen und in Folge dann entstehenden Universum kein Licht. Der Raum breitete sich schneller aus, als das Licht. Licht selbst kann im Raum nicht schneller sein, als "Lichtgeschwindigkeit" (c = 299.792.458 m pro Sekunde oder ca. 300.000 km pro Sekunde legt das Licht zurück). Aber der Raum müsste aus erkenntnistheoretischen, errechenbaren Bedingungen schneller sein können.

Es gibt überhaupt nur die relative "Raumzeit" und nicht die unveränderlich gleich ablaufende absolute Zeit des Isaac Newton. Die "objektiv" mit Uhren messbar ablaufende Zeitspanne ist vom Standort und der Geschwindigkeit des Beobachters, der die Zeit nimmt, abhängig. Zwei verschiedene Beobachter, die sich im Raum bewegen, messen verschiedene Zeiten oder aber unterschiedliche Distanzen.

Gravitation beeinflusst Licht und zieht es auch in die Dunkelheit. In "Schwarzen Löchern" des Universums ist soviel Massen kondensiert, dass Licht aufgrund der Gravitationskräfte diesen Bereich nicht verlassen kann, weshalb die "Löcher" ja schwarz sind, also ohne Lichtemission.

Man berechnet die Masse der Schwarzen Löcher indirekt durch deren Beeinflussung von Flugbahnen der sie umkreisenden Teilchen und kleinen Körpern, die mit einer gravitationsbe-dingten Raumverzerrung in Zusammenhang stehen. Die Flugbahnen verlaufen in bestimmter Weise gekrümmt und die Masse sorgt darüber hinaus für eine enorme Beschleunigung.

Wissenschaftler vermuten, dass ca. 96 % der Materie und Energie im Kosmos dunkel, d.h. unsichtbar sind (Schätzung: ca. 73% Dunkle Energie, 23% Dunkle Materie, 4% "gewöhnlicher Materie" wie Atome und 0,3% Neutrinos). Die leuchtenden und beleuchteten Objekte machen also nur einen Bruchteil dessen aus, was existiert.

Allerdings stößt die "Allgemeine Relativitätstheorie", eine der größten Ideen der Moderne, an Grenzen, wenn sie zur Erklärung des Urknalls oder für die Bedingungen innerhalb eines Schwarzen Loches herangezogen werden soll. Einstein wusste das und arbeitete bis zu seinem Tode an einer "Einheitlichen Feldtheorie", schloss diese Arbeiten jedoch nie ab.

Also ist es klar: Erst mit bzw. nach dem Urknall gab es in dem jeweiligen Universum Lichtquanten und die eilen der Raumentfaltung nach, werden aber von Objekten, die im Raum wieder zu Gravitationswolken und Schwarzen Löchern kondensieren, festgehalten.

Außerdem stößt das Potentielle Etwas, das alles ist aber nicht sichtbar und messbar, nach der schöpferischen Ausbreitung von einem Punkt in das vor bestehende Nichts vor, das natürlich auch dunkel ist bzw. eben nichts, weder dunkel noch hell: null und gar nichts…

Ist im Schöpfungsakt "Urknall" aus der Potenz zu allem etwas Bestimmtes geworden, etwas mit Raum und Zeit entstanden, erscheint auch Licht, doch eilt es genauso dem sich ausbreitenden Raum hinterher ins "Dunkle" zusammen mit einer "erdrückenden" Masse "dunkler Materie".

Naturwissenschaft und spirituelle Tradition

Die Schöpfungsmythen der Menschheit haben dies intuitiv "aus dem Bauch heraus" bzw. philosophisch-intellektuell vorweg genommen, was Wissenschaftler wie Einstein visionär gesehen und mathematisch formuliert haben und jetzt experimentell nachweisen.
Vor der Erschaffung der Welt durch einen "Gott" genannten "Schöpfer" war demnach das Nichts und der spätere Ort der Schöpfung war dunkel und leer. Es gab auch noch keine Zeit. Somit war vorher das Nichts, dass die Menschen gerne als "dunkel" oder "schwarz" bezeichnen.

"Schwärze", und zwar eine "leuchtende Schwärze" ist aber auch eine Erscheinung in den Erleuchtungsvisionen von Mystikern christlicher, sufistischer und buddhistischer Schulen und kann in seiner Widersprüchlichkeit nur schwer beschrieben und verstehbar gemacht werden, wenn man es nicht erlebt und erfährt.

Tantrische Denker haben noch vor dem Buddhismus in der Antike den ausdehnungslosen Urpunkt und die Urkeimsilbe postuliert und das Problem des Nichts als ein: "Noch ist nichts da, aber alles ist darin enthalten und möglich", formuliert.

Der Buddhismus hat das aufgenommen und philosophisch verfeinert, in dem er die Lehre von der Leere des Geistes hinzugefügt hat. Die Vertreter des tantrischen Buddhismus in Tibet haben sich dazu allerlei praktische Übungen und geistige Forschungsexperimente ausgedacht.

Die Natur des Geistes ist Leere. Sie ist unbedingt, auch nicht von Raum und Zeit, ungeschaf-fen, unveränderlich, unendlich, unbegreiflich, jedoch erfahrbar. Die entstandene, materielle Welt ist bedingt, hat Raum und Zeit, veränderlich, endlich, beschreib- und begreifbar.

Geist, Seele, Körper – die Verbindung zu Psychologie und Psychotherapie

Psychotherapeutisch und spirituell ist das quantenphysikalisch, philosophisch und theologisch oder spirituell diskutierte Phänomen von Licht und Dunkelheit übrigens auch interessant. Es gab und gibt eine esoterisch angehauchte moderne Welle der Bewegung zum Licht. Man soll sich dem Licht zuwenden, das Licht in sich einlassen, ein Lichtarbeiter werden.

Das ist schön und gut, wenn der Eindruck besteht, dass "Dunkles" und "Schweres" durch schiere Quantität und Masse immer die Oberhand haben. Und doch vergisst diese Bewegung etwas in ihrer Einseitigkeit: Dass es eben ganz viel Dunkles und Unbekanntes darin gibt und vor allem Unanerkanntes.

Die ältere psychoanlytische und tiefenpsychologische Richtung wusste das: Sie bezeichnete den dunkel bleibenden, wenig beleuchteten und gleichzeitig ungeheuer machtvolle Teil in uns und im menschlichen Kollektiv als das "Unbewusste" und schlug vor, sich diesem "Schatten" zuzuwenden und ihn zu integrieren.

Dieses heißt nicht, ihn mit Licht wegzustrahlen, zu reinigen und "positiv" annehmbar zu machen, sondern ihn so, wie er ist, kennen zu lernen, wahr zu nehmen und anzunehmen. Es hat keinen Sinn, dem Schatten davon zu laufen, er ist überall schon da und auch das Licht wird nicht schneller sein. Es heißt zwar süffisant, "gehe dem Licht entgegen, dann fallen die Schatten hinter Dich", doch da folgen sie dem zum Licht Fliehenden auf dem Fu߅

Den Eingangssatz von Terry Pratchett kann man auch so sehen, dass die Idee von einem Schöpfergott, der Licht ins Dunkle bringt, impliziert, dass er vorher der dunklen Seite angehörte und auch in dieser Dunkelheit ist und wartet oder dass er das Dunkle und Helle geschaffen hat. Der Mystiker hat mit dieser Vorstellung eines Gottes der Dunkelheit bzw. in der Dunkelheit kein Problem. Er weiß wie ein guter Therapeut sowieso, dass das Leben "keinen Sinn macht", sondern wir uns einen relativen konstruieren, ihn mit uns erschaffen.

Energie und Masse

Eine andere Erkenntnis von Albert Einstein, die mit seiner "Speziellen und Allgemeinen Relativitätstheorie" zusammen hängt, ist übrigens für die Psychotherapie, insbesondere für die Körperpsychotherapie und Biodynamik ebenfalls von Bedeutung und bietet einen möglichen Verständnisrahmen für die Wechselwirkung von Geist, Seele und Körper und die Wechselwirkung von psychischer Energie zu physischer Masse.

Es geht dabei um die wohl berühmteste und so ästhetisch einfache physikalische Formel über das Äquivalent von Energie und Masse, die nach dieser Formel in folgendem Verhältnis miteinander stehen: E = mc². E steht für Energie in Ruhe, m für Masse und c für Lichtgeschwindigkeit. Die Energie eines ruhenden Systems hat also den Äquivalenzwert der Masse multipliziert mit dem Quadrat der Lichtgeschwindigkeit.

Vereinfacht heißt das - und dies konnte leider erst durch die künstlich ausgelöste Kernspaltungskettenreaktion im "Atomzeitalter" experimentell nachgewiesen werden -, dass in der atomaren Struktur einer spaltbaren Masse ungeheure Mengen Energie gespeichert sind, deren augenblickliche Freisetzung eine enorme, unglaubliche, alles vernichtende Sprengkraft besitzt, während diese Kräfte, solange sie nicht aus dem Atom frei gesetzt werden, eine enorme Bindungskraft innerhalb dieser Masse haben.

Relevanz für das Verständnis von Biodynamik und Körperpsychotherapie

In der Körperpsychotherapie erforschen und finden wir, welch ungeheure Mengen psychischer Energie in Form sowohl von aktueller muskulärer Anspannung als auch von in Jahren fest gewordener bindegewebiger Gestalt in den Strukturen der Knochen, Knorpel, Bänder und vor allem Muskelfaszien über Jahrzehnte gespeichert werden können und dann, wenn man sie mit bestimmten Techniken kontrolliert und nach und nach frei setzt, ungeheure Mengen psychisches Erinnerungsmaterial in Form von Bildern, Gerüchen, Klängen, kompletten Handlungserinnerungen, Muskelzuckungen und komplexen muskulären Handlungs- und Bewegungsimpulsen und -abläufen in das Bewusstsein und in das aktuelle Erleben und Fühlen befördern.

Gleichzeitig bedeuten die festgehaltenen, nicht mehr von sich aus mobilisierbaren Energien nicht nur einen mächtigen physischen und energetischen Schutz für die verwundbare Seele, sondern auch eine ungeheure Beeinträchtigung der täglich frei verfügbaren Liebes- und Lebensenergie, also der Libido, der Freud wie allen Trieben eine physikalische Größe und eine materielle Basis zuschrieb.

Ja, auch der "geborene Geist" und die Psyche als ein Bindeglied zwischen belebtem Körper und geistiger Energie ist an das ungeheuer subtile und doch macht- und kraftvolle Wechselspiel zwischen physikalischer Energie und physischer Masse gebunden, die die alten buddhistischen Philosophen z. B. in fein- und grobstoffliche Phänomene unterteilten.

Nun wissen wir, dass der Mensch, der den Verstand und Unverstand zugleich hatte, eine Atombombe und eine Wasserstoffbombe zu konstruieren, (noch) nicht der Herrscher sondern selbst das Produkt atomarer kosmischer Kräfte ist und dass der Sternenstaub nicht nur poetisch durch unsere Träume rieselt, sondern machtvoll und prosaisch das Leben unserer materiell basierten Psyche bestimmt.

Der Geist hat sich diese Ausdrucksform geschaffen, sonst wäre ihm die Wirksamkeit versagt geblieben und nur eine unbekannte Potenz würde von Anfang bis Ende da sein. Wir aber nehmen nur Wirkungen wahr und die sind in der Tat winzig und gewaltig zugleich (Mikro- und Makrokosmos-Entsprechung) - aber eben für die Meisten oft noch unbewusster, als die Formel E = mc² für den durchschnittlichen Intellekt und die normale Intuition tatsächlich begreifbar und vorstellbar ist

Michael
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)