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1

Montag, 22. Juni 2009, 23:55

Film "Home" auf Youtube

Diese Empfehlung erreichte mich heute per eMail:

Zitat

eMail von Timm vom 22.6.09

Liebe Leute,

auf Youtube ist in diesen Tagen als Vorschau der fantastische, aber leider auch sehr dramatische Film des französischen Fotographen und Filmers Yann Arthus-Bertrand zu sehen. Er heißt "Home" und zeigt wunderschöne genauso wie erschreckende Aufnahmen unserer Erde und macht dabei deutlich, was die Menschheit dem Planeten gerade antut. Angeblich ist der Film nur noch kurze Zeit umsonst auf Youtube zu sehen. Im Vollbildmodus lässt er sich fast ruckelfrei "genießen".

Also, 90 Minuten Zeit nehmen und angucken!

http://www.youtube.com/watch?v=IbDmOt-vIL8

Gruß, Timm


Es scheint, es ist fünf vor zwölf... Auf Youtube ist zu diesem Film auch ein kurzer Einführungstext veröffentlicht:

Zitat

Youtube

Die Goodplanet Stiftung : http://www.goodplanet.org/en

Wir leben in einer alles-entscheidenden Zeit. Wissenschaftler sagen uns, wir hätten nur 10 Jahre um unsere Lebensweise zu ändern, um das Aufzehren von Rohstoffen zu verhindern und um eine katastrophale Entwicklung des Weltklimas zu verhindern.
Jeder Einzelne muss an dieser gemeinsamen Anstrengung teilnehmen ; und um so viele Leute wie möglich darauf aufmerksam zu machen, habe ich den Film HOME gedreht.
Damit der Film die größt-mögliche Verbreitung erhält, muss er um sonst sein ; unser Sponsor, die PPR Gruppe hat dies ermöglicht. EuropaCorp, der den Vertrieb sicherstellt, hat sich bereiterklärt, keinen Gewinn aus HOME erwirtschaften zu wollen, weil der Film nicht auf wirtschaftlichen Erfolg angelegt ist.
Ich hätte gerne, dass HOME auch Ihr Film wird. Verteilen Sie ihn weiter. Und handeln Sie.

Yann Arthus-Bertrand.

PPR ist stolz HOME zu unterstützen
http://www.ppr.com

Website: http://www.home-2009.com

mehr auf homeproject


LG, Michael
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2

Dienstag, 23. Juni 2009, 09:21

Film "Home" auf Youtube gesehen

Ich habe noch in der Nacht auf Youtube den Film des französischen Fotographen und Filmers Yann Arthus-Bertrand "Home" gesehen und war von den Bildern - oft aus Sateliten- oder Welktraumperspektive auf unseren Globus "geschossen" -, sowie von der Musik dazu beeindruckt. Es sind großartige Bilder voll bezarrer Schönheit. Das betrifft nicht nur die Natur, die in den ersten ca. 25 Minuten mit opulenten Farben und Formen gezeigt wird, sondern auch die Dokumentation der uralten menschlichen Kulturlandschaft. Seit der jungsteinzeitlichen Megalith-Kultur macht sich dem Mensch auf, auch vom Weltraum aus sichtbar das Antlitz der Erde zu verändern.

Die ersten Ackerbaukulturen erlaubten dem Menschen, so viel Nahrung zu produzieren und zu lagern, dass größere Bevölkerungsanteile zu Arbeiten auf Großprojekten herangezogen und ernährt werden konnten. Es entstanden Steinkreise als Kultstätten und Sonnenobservatorien, riesige Grabanlagen und auch die ersten Städte, Palast-, Tempel- und Festungsbauten. Die eindrucksvollen Bilder des Films zeigen die in hunderten oder gar tausenden von Jahren mühevoller Handarbeit über Dutzende von Generationen hinweg angelegte Reisterrassen auf Bali und in Indonesien oder Kartoffel- und Maisäcker in den Anden, Oasen, Bewässerungssysteme und alte Siedlungsgebiete.

Auch die Bilder von uralten menschlichen Kulturlandschaften sind voller Ästhetik. Das Antlitz der Erde verwandelte sich zwar auch schon in der Antike unwiderruflich und die ökologischen Auswirkungen dieser Agrarrevolution waren schon damals Eingriffe in die Natur, die ganze Ökosysteme veränderte und zum Teil auch zerstörte und doch war der Mensch noch auf eine Koexistenz mit den Naturgesetzen, die er noch nicht verstand und beherrschte und den Ökosystemen der Regenwälder, Flüsse und Meere angewiesen und hielt insgesamt mehrere Jahrtausende nach Möglichkeit Frieden mit der Natur. Frühe Gesetzgebungen, wie sie auch im Alten Testament der Bibel niedergelegt sind, zeugen allerdings schon von einem ersten ökologischen Problembewusstsein des Menschen in den Regionen der Erde, die über ein besonders sensibles und anfälliges Ökosystem verfügten.

Vor einigen tausend Jahren, ja noch vor fünfhundert Jahren wäre der Mensch trotz der zunehmenden Ausbeutung nicht nur der pflanzlichen und tierischen Natur an der Oberfläche noch der tieferen Schätze der Erde durch Bergbau und trotz eines gewaltigen Bevölkerungswachstums auf dem Planeten nicht dazu in der Lage gewesen, die Natur unseres Planeten so nachhaltig zu schädigen und die Ökosysteme derartig zu irritieren, dass die Menschheit ihre kulturelle Existenz, ja ihr Überleben durch die Folgen selbst bedrohte. Dieses Verdienst gehört der industriellen Revolution, die durch den Bau riesiger Kraftmaschinen möglich wurde, welche die im Erdboden seit Hunderten von Millionen Jahren in fossilen Brennstoffen (Kohle, Braunkohle, Erdgas, Erdöl) angereicherte Sonnenenergie in nur drei Jahrhunderten annähernd erschöpfte und Luft und Boden seitdem durch die Verbrennungsrückstände verpestet.

Um das Heer deer Industriesklaven und der Konsumenten der industriellen Produktion zu ernähren, muss eine mechanisierte Landwirtschaft, die die jahrtausendealte Handarbeit durch Landmaschinen ersetzte, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, gewaltige Mengen Getreide, Kartoffeln und Soja produzieren, die allerdings zunehmend nicht nur zur Ernährung der Menschen dienen, die in einigen Erdteilen und Ländern weiter bitteren Hunger leiden, sondern zur Viehmast für den Fleischhunger der Reichen und als zusätzliche fossile Energiequelle für Industrie und Verkehr durch "Biogas", "Biodiesel" und "Bioethanol". Die industrielle Produktion von Nahrungs- und Energiepflanzen erfordert einen gewaltigen Bodenbedarf, dem die letzten Regenwälder und Naturreservate zum Opfer fallen und einen gigantischen Einsatz von Agrochemie in Form von Düngerchemikalien für die ausgelaugten Böden und Pestiziden gegen die Schädlinge der Monokulturen.

Der Film "Home" zeigt daher in eindrücklichen, ja bedrückenden und ängstigenden Bildern die agrarischen Monokulturen: Riesige Getreide- und Maisfelder, Sojafelder, Palmöl- und Eukalyptusplantagen formen eintönige fahlgelbe und unigrüne Wüsten. Luftbilder zeigen zernarbte Oberflächen als Folge der Erosion, Strassen und Trassen, die sich durch das Antlitz der Erde fressen und giftigbunt schillernde tote Gewässer. Neben den Agrarrobotern bewegen sich in gelben Schutzanzügen gekleidete Menschen, die wie Astronauten in der lebensfeindlichen Athmosphäre eines fernen Planeten aussehen und die Monokulturen mit Sprühwolken giftigster Chemikalien tränken. Wir wissen, in den Entwicklungsländern werden Tagelöhner gezwungen, diese giftigen Arbeiten weitgehend ohne Schutz durchzuführen.

In anderen Gegenden wächst bereits nichts Brauchbares mehr. Steppen und Wüsten breiten sich aus, während mit dem höchsten denkbaren Wasseraufwand Megacities in den reichen USA oder in den vom Erdgas und Erdöl lebenden Golfstaaten nur zum Vergnügen ihrer reichen Konsumenten in die Wüste gebaut werden. Bilder von Las Vegas als dem Urbild dieses Wahnsinns werden in diesem Film mit ihrer schaurig-schönen nächtlichen Glitzerparade eindringlich ins Bild gerückt und zeigen mit den ebenso faszinierenden und atemberaubenden wie erschreckenden Blicken in die Strassenschluchten der globalen Megacities mit ihren himmelstürmenden "Wolkenkratzern" die ganze Tragik der menschlichen Kulturentwicklung. Der Film lässt jedoch nicht nur Bilder sprechen sondern informiert mit einem nicht all zu aufdringlichen und ausuferndem Text über die Geschichte der Erde und der menschlichen Kulturentwicklung und von den heraufdrohenden Gefahren und zwar letztlich so eindringlich, dass man eher den Eindruck hat, es ist fünf nach zwölf und nicht fünf vor zwölf. Der Film ist trotz alledem sehenswert, zumal wir nicht wissen, ob in diesem Jahrhundert nach Umweltkatastrophen mit Jahrhundertunwettern und Verteilungskriegen noch lange so - schaurig - schöne Filme gedreht werden können...

LG Michael
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3

Mittwoch, 24. Juni 2009, 06:08

Hallo, Michael,



darf ich Dich bitten, den Beitrag über "Home" auch in meine beiden Foren einzustellen?

Gruß

Claudia
Unsere neuen oder erneuerten Beziehungen sind durchweg in Augenhöhe (6. Versprechen von CoDA)

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4

Mittwoch, 24. Juni 2009, 14:15

@ Claudia: I tryed my very best...

Zitat

Original von Claudia
Hallo, Michael,



darf ich Dich bitten, den Beitrag über "Home" auch in meine beiden Foren einzustellen?

Gruß

Claudia


Liebe Claudia,

in Dein "Gewaltfrei im Norden" - Forum habe ich den Beitrag eingestellt. In Dein Selbsthilfeforum (Name weiß ich nicht) kann ich nichts einstellen, weil ich da nicht Mitglied bin. Ich habe nichts dagenen, wenn Du den Hinweis von hier dort verlinkst oder einfach selbst einen schreibst!

Liebe Grüße, Michael
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5

Donnerstag, 25. Juni 2009, 18:02

Koyaanisqatsi - Life out of Balance

Der Film "Home" hat einen berühmten Vorgänger, nämlich "Koyaanisqatsi" mit Musiik von Philip Glass. Trailer dieses Films sind auch auf Youtube zu finden. Und natürlich gibt es die gewaltige Langversion. Mit dunklen Männerstimmen wird immer wieder das Wort "Koyaanisqatsi" gesungen, das aus der Hopi-Sprache stammt und etwa "Leben im Ungleichgewicht"/" Life out of Balance" bedeutet. Steinzeitlich anmutende Felszeichnungen der Hopi-Indiander sind die ersten Bildsequenzen eines Filmes, auf die Bilder einer startenden Saturnrakete folgen, der ohne Texte und Handlungen auskommt, sondern eine eindrucksvolle Bild- und Tonmontage darstellt, die die Natur unseres Planeten und die zivilisatorische Zerstörung zum Thema hat. Der Film fängt auch die stummen Gesichter der sich selbst und ihrer Natur entfremdeten Menschen ein und endet mit den Weltraumbildern der Saturnrakete, die ihre ausgebrannten Raketenstufen absprengt. Die Menschen greifen nach den Sternen aber lassen eine ausgebrannte, ausgebeutete Erde zurück, die sie unter Umständen eines Tages verlassen müssen, weil sie auf ihr nicht mehr leben können. Der 1982 erschienene erste Film "Koyaanisqatsi" bildet mit seinen in ähnlicher Machart gestalteten Weiterführungen "Powaqqatsi" (1988, Hopi: ein Wesen oder eine Lebensart, die anderen für seine Existenz Energie raubt) und "Naqoyqatsi" (2002, Hopi: ein Leben des Mordens, Krieg als Lebensweise) die Qatsi-Trilogie von Godfrey Reggio. Diese Filme, auf ihre Weise monomental und eindringlich, sind weniger belehrend und keinesfalls wissenschaftlich unterfüttert, wie etwa "Home", sondern eine Art Endzeitmythologie, die direkt auf die Sinne und Nerven des Betrachters zielen und ihn im Schauen der opulenten Bilder und Lauschen der dramatischen Klänge von Philip Glass (der auch "Kundun" vertonte) erschauern lassen. Koyaanisqatsi wurde zu den wichtigsten Filmen des letzten Jahrhunderts gezählt. Doch seine schauerliche Ästhetik hat niemanden von politischer und wissenschaftlicher Bedeutung für die Lenkung des Welt- und Wirtschaftsgeschehens und auch das Massenbewusstsein nicht so aufgerüttelt, dass die düsteren Befürchtungen einer inzwischen schier unabwendbaren ökologischen Katastrophe, wie sie "Home" verbreitet, unnötig geworden wären. Auch die Filme "Powaqqatsi" und "Naqoyqatsi" können (Namen anklicken) im Internet als Trailer oder ganz gesehen werden.
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6

Donnerstag, 25. Juni 2009, 19:36

BARAKA

:)) hallöchen ...

wir haben die "home"-DVD und werden uns auch das buch zulegen.

ich mag den film "baraka - eine welt jenseits der worte" sehr !!! dieser film ist vom "koyaanisqatsi" -regisseur des filmes ron fricke.

"BARAKA - Part 1 of 10"

LG*susa
"Eine Erfolgsformel kann ich den Menschen nicht geben, aber ich kann ihnen sagen, was zum Misserfolg führt: der Versuch jedem gerecht zu werden."

Herbert Bayard Swope

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7

Freitag, 26. Juni 2009, 14:42

"Baraka" und andere Filme von Segen und Heiligem...

Zitat

Original von susa
:)) hallöchen ...

wir haben die "home"-DVD und werden uns auch das buch zulegen.

ich mag den film "baraka - eine welt jenseits der worte" sehr !!! dieser film ist vom "koyaanisqatsi" -regisseur des filmes ron fricke.

"BARAKA - Part 1 of 10"

LG*susa


In der Tat ist "Baraka" (Blessing/Segen; Barack Obama?) ein inspirierender Film, auch wenn die Aneinanderreihung verschiedener Ritualtätigkeiten aus den unterschiedlichen Religionen ohne Kontexterklärung - was der Filmemacher aber offenbar so gewünscht hat - Manche verwirren wird. Es soll wohl auf das Kultur- und Religionsübergreifende religiöse Empfinden der Menschen schlechthin, das Rassen- und Klassenschranken überwindet, verwiesen werden: Alle Menschen haben einen untrüglichen Sinn für das Heilige. Und sogar Tiere, möchte man hinzufügen, nicht nur die "heiligen Tiere", wenn man z.B. auf die Sequenz des in einer warmen Quelle badenden Affen mitten in einer Hochgebirgslandschaft (des Himalaya oder Karakorum?) am Anfang des Fims "Baraka" achtet. Der Affe sieht irgendwie würdevoll, meditativ, aber auch ein wenig melancholisch aus.

Was mir an Filmen wie "Baraka" oder auch "Kundun" oder den Filmen von Clemens Kuby gefällt, ist, dass auch positive, versöhnliche, hoffnungsvolle Aspekte der menschlichen Kulturentwicklung angesprochen und bewahrt werden, die allerdings unter dem Druck von Umweltzerstörung, Ökonomisierung, Industrialisierung und Verelendung verloren zu gehen droht. Der Mensch hat ein ursprüngliches Wissen über seine Verbindung zur Erde und zum Himmel doch droht es, in seinen unbewussten Höllen aus Angst und Gier unterzugehen und für immer verdrängt zu werden...

In diesem Zusammenhang sei mit Blick auf das Schöne und Positive auch noch einmal auf den Film "Unsere Erde" hingewiesen, über den auch in diesem Forum berichtet wurde sowie auf den Film "What the Bleep do we (k)now?!". Und wenn man einen Einblick in das Leben spiritueller Menschen, hier von Kartäusermönchen, bekommen möchte, ist der ebenfalls sehr stille, meditative Film "Die große Stille" geeignet, der kürzlich wieder im Nachtprogramm des Fernsehens lief und über den ich zwar [URL=http://www.schnitt.de/202,1693,01]Filmkritiken[/URL] im Internet fand, aber keine längeren Filmausschnitte außer z.B. diesem Trailer von kino.de.

Michael
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8

Freitag, 10. Juli 2009, 13:31

Entsetzen und Hoffnungslosigeit und das Nährende und Heilsame

Zitat

Original von Michael

Der Film "Home" zeigt daher in eindrücklichen, ja bedrückenden und ängstigenden Bildern die agrarischen Monokulturen: Riesige Getreide- und Maisfelder, Sojafelder, Palmöl- und Eukalyptusplantagen formen eintönige fahlgelbe und unigrüne Wüsten. Luftbilder zeigen zernarbte Oberflächen als Folge der Erosion, Strassen und Trassen, die sich durch das Antlitz der Erde fressen und giftigbunt schillernde tote Gewässer. Neben den Agrarrobotern bewegen sich in gelben Schutzanzügen gekleidete Menschen, die wie Astronauten in der lebensfeindlichen Athmosphäre eines fernen Planeten aussehen und die Monokulturen mit Sprühwolken giftigster Chemikalien tränken. Wir wissen, in den Entwicklungsländern werden Tagelöhner gezwungen, diese giftigen Arbeiten weitgehend ohne Schutz durchzuführen.

In anderen Gegenden wächst bereits nichts Brauchbares mehr. Steppen und Wüsten breiten sich aus, während mit dem höchsten denkbaren Wasseraufwand Megacities in den reichen USA oder in den vom Erdgas und Erdöl lebenden Golfstaaten nur zum Vergnügen ihrer reichen Konsumenten in die Wüste gebaut werden. Bilder von Las Vegas als dem Urbild dieses Wahnsinns werden in diesem Film mit ihrer schaurig-schönen nächtlichen Glitzerparade eindringlich ins Bild gerückt und zeigen mit den ebenso faszinierenden und atemberaubenden wie erschreckenden Blicken in die Strassenschluchten der globalen Megacities mit ihren himmelstürmenden "Wolkenkratzern" die ganze Tragik der menschlichen Kulturentwicklung. Der Film lässt jedoch nicht nur Bilder sprechen sondern informiert mit einem nicht all zu aufdringlichen und ausuferndem Text über die Geschichte der Erde und der menschlichen Kulturentwicklung und von den heraufdrohenden Gefahren und zwar letztlich so eindringlich, dass man eher den Eindruck hat, es ist fünf nach zwölf und nicht fünf vor zwölf. Der Film ist trotz alledem sehenswert, zumal wir nicht wissen, ob in diesem Jahrhundert nach Umweltkatastrophen mit Jahrhundertunwettern und Verteilungskriegen noch lange so - schaurig - schöne Filme gedreht werden können...

LG Michael


Manche, die ich auf den Film "Home" aufmerksam machte, zeigten sich erschüttert. Zum Teil haben sie bereits ein sehr hohes Bewusstsein von der zerstörerischen Wirkung, die unsere Art des Menschseins auf dem Planeten und in unseren Gemeinwesen und Kulturen anrichtet. Sie sagen, dass sie Katastrophenfilme aus diesem Grunde schon lange nicht mehr ansehen können, da sie sehr negative Gefühle von Angst, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit auslösen. Ich stimme diesen Gedanken und Gefühlen zum Teil zu, insbesondere bei der Betrachtung von Filmen, die ausschließlich katastrophale Endzeitvisionen aufzeigen und sich nur mit dem Grauen beschäftigen und den mitleidslosen, raubtierartigen Anteilen der menschlichen Persönlichkeit. Jemand teilte mir sogar mit, Angst um Leben und Zukunft der eigenen Kinder zu haben und sich deshalb für diese Kinder zu wünschen, damit diese wiederum nicht solche Ängste erleiden müssen, keine Nachkommen hervorzubringen. Denn das, was Eltern als ihre hervorragenste Aufgabe sehen, nämlich ihren Kindern gute Voraussetzungen für eine sichere und schöne Zukunft zu schaffen, sei angesichts der Horrorszenarien einer apokalyptischen Umweltzerstörung auf unserer Erde kaum noch möglich, jedenfalls nicht planbar.

Ich stimme dem einerseits zu, insofern sich dieses pessimistische Gefühl leicht in einem breit machen kann, wenn man sich die Folgen des bisherigen globalen Handelns der Menschheit ansieht, die jetzt schon erkennbar sind, zum anderen gibt es in mir auch eine deutliche und laute Stimme, die davor warnt, sich der Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit schon jetzt ganz anheim fallen zu lassen. Ich kann mich an eine Zeit Ende der Siebziger Jahre erinnern, als ich als junger Mann ganz in der aufgeheizten und ängstlich-angestachelten Negativ-Hypnose eines drohenden Atomkrieges zwischen den Supermächten aufgrund eines Computerfehlers oder menschlichen Versagens in einer Zeit des verschärften Misstrauens zwischen dem östlichen (Warschauer Pakt) und westlichen (NATO) Militärblockes lebte. Ich schrieb zwar agitatorisch dagegen an und demonstrierte gegen den "Doppelnachrüstungsbeschluss" der NATO, die SS20-Raketen, den Afghanistanfeldzug der Sowjets und für Frieden, aber mein Lebensgefühl war überschattet von dem Gefährdungsempfinden, von Angst und gleichzeitig von Wut auf die Dummheit unserer Politiker und Militärs sowie dem mangelnden politischen Bewusstsein meiner Mitbürger.

Doch damals begann ich auch nach und nach zu begreifen: In einem solchen inneren Aufruhr kann man nicht lange gesund an Leib und Seele leben und verbreitet mit einer zu sarkastischen oder zu sehr beschuldigenden Art von Agitation noch mehr von diesem Klima der Angst und des Misstrauens um uns herum, das bereits tief in uns eingedrungen war. Ich empfand es schließlich als ebenso wichtig, einen Weg zu finden, mit mir persönlich und mit den Menschen meiner unmittelbaren Umgebung einen friedfertigeren und heilsameren Weg zu finden und das war letztlich auch einer meiner Motive, um jenseits politischer Erwägungen und Engagements Arzt und Psychotherapeut zu werden, um ganz persönlich und individuell am Heilwerden des Menschen zu arbeiten, auch an meinem eigenen natürlich, denn da war auch Einiges in Unordnung, auch wenn ich es anfangs noch nicht erkennen konnte. Und es führt mich bis heute dazu, neue Kommunikationsarten ("Gewaltfreie Kommunikation") und Therapien ("Körpertherapie" und "Körperpsychotherapie") kennen zu lernen und auszuprobieren.

Und wenn mich daher in dieser frühen Zeit Wut und Verzweiflung manchmal über Reaktionen, über ein Handeln aus solchen Gefühlen nachdenken ließen, so blieb es eben beim Nachdenken und beim Verständnis für Menschen, die ihre Ängste heftig ausagierten, wie een auch meine politischen Gegner im Meinungsstreit, ohne dass ich nun selbst so im Außen handeln musste. Stattdessen begann ich mich für friedfertige Alternativen zu interessieren, für ökologische und ökonomische sowie gesundheitliche Modelle, die ein Wachstum der Seele, ein qualitatives Wachstum ermöglichen und das quantitative Anhäufen von scheinbaren Annehmlichkeiten und trügerischen Sicherheiten als ein Sackgassendenken ohne Nachhaltigkeit hinter sich lassen konnten. Insofern schätze ich an verantwortungsvollen und ganzheitlichen Filmen wie "Hope" oder im spirituellen Bereich "Bleep" auch die positiven Beispiele eines Umdenkens und eines korrigierenden Gegensteuerns, die uns Handlungsmöglichkeiten der Hoffnung und nicht bloß der Verzweiflung aufzeigen.

Und hier geht es mir wie bei der Heilungsarbeit, die zu kurz greift, wenn wir uns nur ein geistig-psychologisches Bewußtsein von der Problematik und den nötigen Heilungsschritten auf der verbalen, gedanklichen Ebene machen. Wir benötigen die körperlich-emotionale Erfahrung dazu, damit sich in unserem Denken, in unserem Gehirn im wahrsten Sinne des Wortes neue Bahnen ausbilden, die uns ein qualitativ neues Fühlen, Denken, Sprechen und Handeln erlauben. Und wir benötigen die heilsamen Erfahrungen in Gemeinschaften und Beziehungen mit einem Du und als ein Wir, um die verletzenden und demütigenden Erfahrungen zu ergänzen und nach und nach durch neue Heilsame zu überschreiben. Denn was in Beziehungen verletzt und versäumt wurde, kann nur in Beziehungen wieder heilen und neu erfahren und ergänzt werden.

Daher musste ich mich mutig an die Gründung einer Familie machen, gerade in dieser Zeit der Unsicherheit und globalen Gefährdungen, um zu erfahren, was es heißt, für eine Familie verantwortlich und damit Vater zu sein. Und ich musste verbindliche Beziehungen führen lernen, um Verantwortung auf ein hohes, persönliches Niveau zu heben und ich musste meinen Körper als meine Innenwelt und Umwelt besser kennen lernen, um genauer zu spüren, was vergiftende und schädliche Lebensweisen bei mir selbst ausrichten und dadurch zu lernen, dass auch unsere globale Umwelt wie ein empfindsamer, reaktionsfähiger Organismus funktioniert. Ich musste lernen, auf Menschen gefühlvoller zuzugehen und meine Agitationsweise mit Forderungen an andere und Vorwürfen gegen andere zu modifizieren, weil sie meinen Teil der Verantwortung und somit meinen Teil meiner Handlungsfähigkeit vernachlässigte. Ich musste also auch den Wert von Gemeinschaft und Gruppenerleben neu kennen lernen, statt mich in meiner erhabenen ökologischen und spirituellen Zielen zu verbarrikadieren und meine traurige Einsamkeit zu pflegen, z.B. durch den Gedanken, dass zu Wenige, ja fast niemand die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkennen würde. Dieser Prozess ist nicht abgeschlossen und oft empfinde ich mich noch als am Beginn befindlich.

Dies bedeutet letztlich auch eine Entwicklung von Vertrauen in das Leben, Hingabe und Glaube an das Gute des Menschseins. Dies führt zu einem Geist, den der gläubige, sich auf seinen Gott verlassende Martin Luther mit dem Bild beschrieb, dass er noch heute ein Apfelbäumchen pflanzen würde, wenn die Welt morgen unterginge. Was Luther damit vermutlich meinte, war sein Vertrauen in die göttlichen, kosmischen Kräfte gemäß dem Versprechen, dass Gott die Welt erneuern werde. Erneuern wird sie der göttliche Funke bereits in uns selbst und daraus muss die Initialzündung kommen. So glaube ich, dass es eine wichtige Vorbereitung für die Generationen nach uns bedeuten könnte, wenn wir sie mit Liebe, Unterstützung, Verbindlichkeit, Verlässlichkeit, Mut, Glauben, Hingabe, Vertrauen, Mitmenschlichkeit und Mitgefühl ausstatten und begleiten und ihnen und dem Leben vertrauen, dass sie für neue Herausforderungen neue Antworten finden und die Schöpfung auf eine andere, auch geistige Art vollenden werden, als wir es mit unserem vornehmlich materiellen Denken bisher geschafft haben.

Daher denke ich, dass es mindestens genauso verantwortungsbewusst, verdienstvoll und wichtig ist, bewusst Kinder zu haben und großzuziehen, wie, sie nicht zu haben und dass es Kinder als Ausdruck der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst (wie Khalil Gibran einmal im "Propheten" schrieb) und Inkarnationsmöglichkeit großer und kleiner Seelen weiter geben soll, kann und wird. Denn das Leben wäre sehr allein und einsam, wenn die Älteren sich nicht mehr um die Jüngeren kümmern und die Jüngeren nicht mehr mit den Älteren leben könnten. Da die äüßeren Dinge unsicherer geworden sind, werden sich vielleicht kompensatorisch dazu innere Prozesse des Vertrauens und des Schwimmens auf den Wogen des Ungewissens genauso stark entwickeln können, wie die sattbekannte Ängstlichkeit und Verzagtheit in den äußeren Dingen.

Wir haben jedenfalls interessante, aufregende Zeiten des Lernens und des Wandels vor uns und könnten das Experiment machen, statt eines lediglich materiellen gegenwärtigen Lebens mit der "ex und hopp - Mentalität" ein präsentes geistiges und emotionales - das ist auch ein erfülltes körperliches - Leben im Hier und Jetzt zu führen, das Freude am Sein und an der Gemeinschaft beinhaltet und den Verzicht auf kurzfristige inflationäre, hedonistische, materielle Luxusbefriedigungen nicht als einen Mangel erlebt, sondern als eine schöne Lernoption, um das Eigentliche, das wirklich Nährende und Heilsame zu erforschen. Entweder wir schaffen das als menschliche Art und Kulturwesen zusammen mit einer erheblichen Anzahl von menschlichen Individiuen und Völkern auf dieser Erde, die zu heilen wir nun aufgerufen sind, oder eben nicht. Dann werden wir uns andere Entwicklungs- und Erfahrungsmöglichkeiten suchen müssen, wofür sich die ewige Kreativität schon unzählige Universen geschaffen zu haben scheint. Wir leben eigentlich in einer unglaublichen Fülle und genießen bisher so wenig davon, nämlich beinahe ausschließlich das, was man in die Plastikeinkaufstüten quetschen kann. Niemand kann uns zwingen, dabei stehen zu bleiben und daran hindern, dem einfachen Glück des immer wieder auch nichts Tun und nichts Wollen nachzuspüren...

Michael
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