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Montag, 11. Mai 2009, 20:31

Die Qual der Wahl: eine Auswahl über Wahlen

Die "spirituelle Wahl"? Wahlalternativen in Deutschland.

Europawahl - Die Violetten




Liebe Forumsmitglieder und Gäste,
wenn ihr nicht wisst, welcher Partei ihr bei der bevorstehenden Europawahl eure Stimme geben wollt, dann habe ich hier einen interessanten Link:

http://www.die-violetten.de/de.html

Zitat von der Startseite:

"Wir streben eine Gesellschaftsordnung an, in der Selbsterkenntnis durch die individuelle spirituelle Entwicklung, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Kreativität, offene Kommunikation, ökologisches Denken, Gewaltfreiheit, Freiheit im Geistesleben, Menschlichkeit im Wirtschaftsleben, Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit von Frau und Mann und Toleranz obenan stehen.

Da die Erde für alle Menschen die Stätte der Entwicklung zu höherem Bewusstsein ist, setzen wir uns ganz besonders für den Schutz der Natur auf allen Ebenen und den verantwortlichen Umgang mit der Erde ein."

Liebe Grüße

Sabine
Sabine

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2

Freitag, 15. Mai 2009, 18:18

RE: Europawahl - Die Violetten

Zitat

Original von Sabine
Liebe Forumsmitglieder und Gäste,
wenn ihr nicht wisst, welcher Partei ihr bei der bevorstehenden Europawahl eure Stimme geben wollt, dann habe ich hier einen interessanten Link:

http://www.die-violetten.de/de.html

Zitat von der Startseite:

"Wir streben eine Gesellschaftsordnung an, in der Selbsterkenntnis durch die individuelle spirituelle Entwicklung, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Kreativität, offene Kommunikation, ökologisches Denken, Gewaltfreiheit, Freiheit im Geistesleben, Menschlichkeit im Wirtschaftsleben, Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit von Frau und Mann und Toleranz obenan stehen.

Da die Erde für alle Menschen die Stätte der Entwicklung zu höherem Bewusstsein ist, setzen wir uns ganz besonders für den Schutz der Natur auf allen Ebenen und den verantwortlichen Umgang mit der Erde ein."

Liebe Grüße

Sabine


Liebe Sabine,

vielen Dank für den interessanten Hinweis auf eine „spirituelle Partei“. Zuerst schwankte ich, ob dieser Beitrag nicht eher zu den „interessanten Links“ oder „Veranstaltungen“ (Europawahl) gehört, als in den Bereich „Spiritualität“. Da bei dem Hinweis auf eine wählbare Partei, die spirituelle Inhalte und Farben (violett) auf ihre Fahnen geschrieben hat, für mich eher in eine gesellschaftspolitische Richtung als in eine Spirituelle weist, habe ich ihn mal dort platziert. Interessanterweise sind ja einige Aktivisten der spirituellen Partei "Die Violetten" Heilpraktiker. Wenn man das Programm so liest, könnte es tatsächlich eine alternative Heilpraktiker- und Psychologenpartei von buddhistischen Sufimönchen in einem urchristlichen Ökodorf sein. Also für ein Buch, für ein Forum, für eine neue syncretistische Religion sind die Formulierungen ganz passabel. Aber für eine Partei? Und wird sie überhaupt benötigt und ihrem Anspruch gerecht? Dein Hinweis hat mich jedenfalls angeregt, mich mal wieder grundsätzlich auch anhand eigener Erfahrungen mit dem Verhältnis von Spiritualität und Politik auseinander zu setzen.

Das Thema Moral, Ethik, Religion und Spiritualität in der Politik bzw. umgekehrt, Politik mit Religion, Moral und Ethik beschäftigt mich seit meiner Jugend. Die bundesrepublikanischen Parteien haben mich bereits vor vierzig Jahren mit ihren moralischen Ansprüchen, die sie bis heute nicht einlösen, irritiert und ich konnte bislang nicht feststellen, dass die Sozialdemokraten kompromisslos sozial und demokratisch, die Liberalen frei und freizügig (außer in Wirtschaftsfragen) und die Christdemokraten und Christsozialen demokratisch und sozial oder gar im Sinne der Bergpredigt christlich sind. Ich sehe sie mehr als mächtige Traditionsvereine, die mit ihren eher vernebelnden Bezeichnungen mit Rückgriffen auf die Geschichte der sozialistischen Arbeiterbewegung, der bürgerlichen Emanzipation, der katholischen Soziallehre und der pietistischen Pädagogik für ganz andere (macht-) politische Ideen Wähler und Funktionäre zu vereinnahmen suchen.

Dennoch hat mich schon als junger Mensch in der katholischen Jugend und mit besten ökumenischen Kontakten die Frage beschäftigt, ob eine bestimmte religiös begründete Ethik und eine darin zum Ausdruck kommende spirituelle Grundhaltung sich nicht auch in der Politik verwirklichen müsste. Gleichzeitig war ich enorm skeptisch gegenüber jeder weltanschaulichen, moralischen und religiösen Vereinnahmung und entwickelte hinsichtlich des Problems der politischen Machtaufteilung und Machtausübung in einer Gesellschaft sehr freiheitliche, basisdemokratische, teilweise dann in der Schüler- und Stadtpolitik auch publizistisch verbreitete räterepublikanische und anarchistische Ideen. Diese Entwicklung war auch eine Reaktion auf das Verhalten von Kirchen und Parteien. Jede dieser Fraktionen versuchte, uns jugendlich begeisterte Aktivisten einzufangen, vor ihren Karren zu spannen und zur „Ochsentour-Karriere“ umzufunktionieren.

Schulfreunde mit Juso- oder Junge-Union-Bezug bestätigten mir den Eindruck, dass mit lockenden Angeboten zum Aufstieg in den Parteien unter der Patronage irgendwelcher in der Regel männlicher Lokalpolitiker eine Anpassungsreaktion und Gehirnwäsche bei den jungen Leuten einsetzte. Ich habe das besonders deutlich bei der Schülerzeitung und Stadtzeitung gemerkt. Die Parteistiftungen luden uns Jungredakteure ein und versuchten uns in ihr Lager zu ziehen. Als unsere Redaktion wegen Unbotmäßigkeit aus den schulischen Redaktionsräumen flog und der Verkauf aus Zensurgründen auf dem Schulgelände verboten wurde, boten uns SPD und Jusos in ihren Geschäftsräumen eine Zuflucht. Das Ergebnis war, dass einer der einflussreichen lokalen Funktionäre immer stärker werbenden Einfluss zu nehmen versuchte und sogar auf einer Redaktionssitzung in meinem Elternhaus erschien. Er warb ganz eindeutig dafür, unter die Flügel seiner Partei zu kriechen. Mich widerte das an.

Die vorläufige Lösung für eine parteiunabhängige Bleibe war ein freies Aktionshaus von unabhängigen Umweltaktivisten, in dem wir – aus der Schule raus und Einige inzwischen Studenten – die alternative Stadtzeitung erstellten. Zu diesem Zeitpunkt gründete sich die grüne Partei in unserer Stadt. Ich beobachtete das mit Skepsis, die schließlich überwog, sodass ich kein Gründungsmitglied wurde, obwohl die Grünen die Partei sind, die ich am häufigsten bisher gewählt habe: denn ohne ökologisches Bewusstsein gehen sowohl die Kapitalisten wie die Sozialisten unter. Meine Zurückhaltung bei einer Mitgliedschaft bezog sich auf den „Partei-Klüngel“, das bekannte narzistische Gerangel um Einfluss, Macht und Bedeutung und die sich abzeichnende Kontroverse zwischen „Fundis“ und „Realos“.

Ich bezweifelte schon damals, dass sich fundamentale ethische und auch ökologisch-spirituelle (damals gab es die Bewegung der „Tiefenökologie“) Anliegen in einer Partei beheimaten lassen und war hier fundamentaler als die Fundamentalisten angesiedelt. Gleichzeitig misstraute ich den kompromisslerischen, ja sogar opportunistischen Realos mit ihrer wirtschaftsfreundlichen und machtpolitischen Ausrichtung und schließlich bemerkte ich, dass die Ökologiebewegung über die Parteigründung bis nachher zur Abspaltung des Gruhl’schen Flügels (ÖDP) zu einem Sammelbecken von konservativen bis rechten Naturfreunden wurde, während unabhängige, sozialistische, basisdemokratische Linke, die nicht aus irgendeinem marxistisch-leninistischen, stalinistischen oder trotzkistisch-kommunistischem Lager stammten, den Grünen eher fern blieben, zögerten oder in der Minderheit waren. Leider ist die östliche Linke mit ihren real existierenden SED-Wurzeln und ihren populistischen Führern Gysi und Lafontaine auch keine für mich akzeptable Alternative.

Ich entschied für mich, dass ich meinen Beitrag für eine freiheitliche, soziale Demokratie außerhalb von Parteizwängen am jeweiligen Ort meines Wirkens leisten würde und habe seitdem viel geschrieben, mich in Gruppen engagiert, in der Studentenvertretung und Fachschaftszeitung und habe ebenfalls frei an einigen Initiativen von Amnesty, Friedensdemonstrationen, Ostermärschen usw. teilgenommen und das war’s. Meine Idee vom christlichem Sozialismus mit großen Sympathien für die Befreiungstheologen Leonardo Boff, Dom Helder Camara, Ernesto Cardenal und Oscar Romero, für die spirituellen Gedanken eines Thomas Merton oder die evolutionären Visionen eines Pierre Teilhard de Jardin wurden von der offiziellen Kirche und ihren obersten Führern abgelehnt und die Befreiungstheologie als Irrtum verdammt, Gewissensfreiheit war de facto nicht gegeben und so verließ ich auch eine große christliche Sekte, bewahrte mir aber die aufrichtige Bewunderung für die evangelische Taizé-Bewegung des Roger Schutz, eines Mannes, der nach Freiheit und Gerechtigkeit dürstete und dazu einen spirituellen und nicht einen parteipolitischen oder kirchlichkonfessionellen Weg wählte.

Gleichwohl interessierte ich mich aus politischen, spirituellen und historischen Gründen für frühe soziale, in der Regel religiös-moralisch definierte Bewegungen, die für eine verpflichtende Ethik nicht nur beim stillen Gebet sondern auch beim Handeln in der Welt eintraten. Die Rolle der Kirche im Nationalsozialismus war dabei ein Stein des Anstoßes, denn neben der zahlenmäßig kleinen „bekennenden Kirche“ gab es ein riesiges Heer von angepassten Mitläufern und eine nicht unbedeutende Gruppe einer nationalsozialistisch-rassistisch orientierten „Staatskirche“. Die innerseelische und auch äußerlich politische Verarbeitung von Schock, Trauer und Scham nach Kenntnisnahme der Naziverbrechen in Deutschland schon als Kind haben mich als deutschen Jugendlichen eine Zeit lang an der Rand der Verzweiflung gebracht und leider war mir die Kirche und der von ihr vermittelte Gottesglaube ebenso wenig Hilfe und Trost dabei wie es damals schon den jüdischen Opfern von Mord und Verfolgung nichts nutzte, in einem „Gottesvolk“, das mit Luthers Bibel aufgewachsen war, zu leben: Deutsche Christen lieferten Ihre „älteren jüdischen Brüder“ den Schergen aus.

Also ging ich weit zurück in die Geschichte und erforschte soziale und religiöse Bewegungen der radikalen Essenergemeinden in Palästina, von französischen Waldensern, Albigensern und Katharern, die Bewegungen von Wickliff, die Böhmischen Brüder, Täuferbewegung, das Widertäuferreich von Münster, die Bauernkriege und die frühe sozialrevolutionäre Theologie eines Thomas Müntzer, die Reformationen, die Religionskriege in Europa, die Aufklärung, die Kolonisation, die bürgerliche Revolution, die kirchlichen Sozialbewegungen und außerhalb Europas sozialrevolutionäre Ansätze im frühislamischen Arabien, im Gefolge der Judenemanzipation und des Zionismus, in der buddhistischen Welt. Im Ergebnis fand ich, dass der soziale, demokratische, freiheitliche Bürgerstaat auf rationalen, humanistischen Verfassungsgrundlagen unabhängig von einer Religion und einer Staatsideologie existieren und Kirche, Religion und Staat in allen Einzelheiten voneinander getrennt sein müssten. Das ist sogar eine Forderung im Parteiprogramm der "Violetten".

So frage ich mich jetzt angesichts von bereits sattsam bekannten moralbefrachteten, religiös orientierten Parteien und jetzt sogar einer „spirituellen Partei“, wie diese beiden verschiedenen Dinge zusammen kommen und sich befruchten können, eine rationale politische, humanistische Ethik auf der einen Seite, eine persönliche spirituelle Haltung und eine religiöse oder weltanschauliche Moral auf der anderen Seite. Wie unheilvoll polarisierend und sogar kriegshetzerisch so genannte „religiöse Parteien“ wirken können, sah man in Nordirland und sieht man immer noch z.B. in Israel, im Iran, in der Türkei usw. Meine Skepsis, dass man eine Zusammenführung dieser verschiedenen Ebenen in Parteien bei der Regierungs- oder Parlamentsarbeit bewerkstelligen kann, hat auch damit zu tun, dass Weltanschauung und religiöse Moral gerne an totalitäre Ansprüche geknüpft werden, die ein höheres Maß an Unfreiheit bedeuten, während Spiritualität eine innere Haltung ist, die die eigene Ethik und die innere Verbundenheit des eigenen Selbst mit den Kräften der Erde, des Himmels und mit den Mitgeschöpfen oder Mitwesen und Mitmenschen bestimmt.

Ein spiritueller Mensch, der sich im Innen und Außen auf geistiger emotionaler und körperlicher Ebene mit dem Leben herzlich verbunden weiß, macht eine andere Politik, lebt sein Familienleben anders und arbeitet anders in seinem Beruf, als jemand, der nicht mit den Kräften des Lebens verbunden ist, sondern blockiert, vereinzelt, abgespalten, fragmentiert vor sich hin lebt. Da nützt es diesem Menschen auch nichts, wenn er ein Sucher ist, eine entsprechende Partei zu gründen oder ihr beizutreten. Nützt es aber der Gesellschaft, in der die Verfassung die wesentlichen politischen Mitwirkungsrechte der Bevölkerung an Parteien und an deren in den Parlamenten vertretenen Fraktionen delegiert, eine Partei zu haben, die ein so genanntes spirituelles oder auch nur religiöses Programm hat?

Sicherlich wäre es wertvoll, wenn immer mehr spirituell entwickelte Menschen auf unterschiedliche Weise auch politisch Verantwortung übernehmen und das Gemeinwesen bereichern. Aber das tun sie vermutlich bereits auf ihre Weise. Vielleicht tun es jetzt Manche in einer Partei. Zur Zeit der SED-Diktatur in der DDR taten es zunehmend mehr in einer Kirche, die eben von den Machthebern politisch ausgegrenzt wurde und daher subversiv wirken konnte und musste. Diese guten Zeiten für integres gesellschaftliches Engagement auf der Basis eines freien, unabhängigen Gewissens sind für die Kirche nicht mehr gegeben, sie ist nicht mehr als Heimat für eine Demokratie-, Friedens-, Bürgerrechts- und Umweltbewegung nötig, wie in der DDR, wo sich einige Kirchenleute Verdienste erworben haben und zwar ganz ohne Partei, sondern in Opposition zu einer „Einheitspartei“.

Es gab und gibt Staaten, in denen spirituelle Staatsziele festgeschrieben waren – z.B. im antiken Indien des Ashoka oder im feudalen Bhutan noch heute – und es gab spirituelle Dynastien mit politischer Macht wie die Dalai Lamas. Sogar das Alte Testament enthält Richtlinien für ein soziales und ökologisches Zusammenleben. Doch weder sind die Völker dieser alten oder noch bestehenden Staaten in einem irdischen Paradies gewesen oder sind heute annähernd auf dem Weg dahin, noch waren die Auswirkungen der Machtausübung spirituell begabter Menschen immer friedenserhaltend und sozial gerecht. Auch die Besten waren eben nicht perfekt und allmächtig. Die heutigen „Gottesstaaten“ sind als autoritäre und totalitäre Machtgebilde sogar, ob sie nun dem marxistischen Materialismusgott huldigen wie in China oder Allah wie im Iran, die Hölle auf Erden und die Kämpfer, die andere Menschen mit solchen Ideen beglücken wollen, sind wie losgelassene Teufel. Das wiederum erwarte ich nicht von den „Violetten“, aber ehrlich gesagt: ich erwarte überhaupt nichts von ihnen und bleibe dabei: „Die Wahrheit ist ein pfadloses Land“, was die Spiritualität betrifft. Was die im Programm dieser Partei genannten Politikfelder betrifft, gibt es durchaus Übereinstimmungen (z.B. bedingungsloses Grundeinkommen, ökologische Ökonomie, Abrüstung etc.).

LG, Michael
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Samstag, 23. Mai 2009, 01:11

Die Qual der Wahl

Nachdem in diesem Forum dank Sabines Beitrag jetzt eine Europawahlwerbung für "Die Violetten" gelandet ist, bin ich als Administrator natürlich bemüht, darauf hin zu weisen, dass auch andere Parteien, demokratische und weniger demokratische, um Sitze im Europaparlament in den Ring steigen. Als ich hierzu im Internet suchte, stieß ich auf den "Wahl-O-Mat" von Zeit-online. Mit der Bundeszentrale für politische Bildung wurde ein Test entwickelt, bei dem anhand von 29 eingschickten Wahlprogrammen der 32 bewerbenden Parteien für 99 deutsche Sitze im EU-Parlament 38 politische Thesen überprüft wurden. In dem Online-Test kann der interessierte Leser anklicken, ob er bestimmten Aussagen zustimmt, nicht zustimmt, neutral ist oder die Frage überspringen will. Anschließend soll sich der Tester bis zu acht Parteien der zur Wahl antretenden aussuchen, die er anhand seiner gewählten Aussagen miteinander vergleichen will. Bei mir ergab sich folgende Reihenfolge von Übereinstimmungen (von der größten zur geringsten Übereinstimmung): Die Violetten, Die Grünen, Die Tierschutzpartei, Die Linke gleichauf mit SPD, die Freien Wähler, die FDP, die CDU. Bei einer anderen Parteienauswahl fand sich die Reihenfolge Die Frauen, Die Violetten, ödp, Grüne, Familie, Tierschutzpartei, Die Linke/SPD, Freie Wähler oder, wenn man die Trotzkisten hinzu zieht, diese vor der Linken. Eine gute Übereinstimmung ergab sich auch mit den "Piraten" oder "Aufbruch", schlechte Übereinstimmungen mit einigen Fundamentalisten und Rechten. Mit der Betätigung des Wahl-O-Mat kann dann jeder seinen Blitzvergleich machen.

Es kann aber auch jeder auf die [URL=http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4268252,00.html?maca=de-rss-de-all-1119-rdf]Wahlplakate[/URL] schauen. Die SPD polemisiert mit Ironieattacken ihre Gegner: Heiße Luft würde die Linke wählen, Finanzhaie FDP und Dumpinglöhne CDU. Die Linke schießt zurück und meint, Niemand würde SPD wählen bzw. "Inhaltsleere ist auch diesmal wählbar: SPD". Ansonsten lässt sie den Ostprofessor Bisky für die "Vernunft" die Stirn runzeln und das Kinn aufstützen - ganz Denker! Die CDU textet staatfraulich für den "Weg aus der Krise" "WIR in Europa", die CSU versuchts mit dem "Bayerncharme" eines grauen Herrn, dem zumindest eine Mitarbeiterin schon erlegen und davon schwanger geworden ist und die FDP bildet ihre hübscheste Politikerin mit Doktortitel ab, Fr. [URL=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,601854,00.html]Dr. Silvana Koch-Mehrin[/URL]: smart, jung, klug, weiblich soll wohl die Botschaft lauten. Das reizt die ebenso kluge weil promovierte Ex-CSU-Rebellin und Bikerin Dr. Gabriele Pauli von den Freien Wählern, von der wir seit ihrer Lack- und Lederfotostrecke wissen, dass die Rotgefärbte (Parodie auf youtube) zwar älter ist als die Koch-Mehrin, aber mehr Sexappeal hat, als das blasse Blondchen, dennoch nur zu einem bravem Plakat. Tja und was gibt es sonst noch außer schönen Frauen? Natürlich das Bild der Kanzlerin, auch eine Frau Doktor, die staatsfraulich für ihren "Europa-Mayer" wirbt. Bündnis 90/Die Grünen kommen mit "WUMS" und der üppigen lacklippigen und verblondeten Claudia Roth, der ebenfalls wie die Pauli rothaarigen (gegen rechts) Annetta Kahane, dem Cem Özdemir und dem Jürgen Trittin daher, da ja dort Amt und Mandat aufgeteilt sind, also daher auch Weiblichkeit, Provokationstalent, Smartheit und Klugsch..... Ach ja, was heißt WUMS? Klar: "Wirtschaft und Umwelt, menschlich und sozial" - wär hätte das gedacht? Bleibt noch von den zu Unrecht etwas Bekannteren die FDP mit Guido Westerwelle, dessen Namen deshalb immer ganz an den linken Rand der Plakate gerückt wird, damit die Homoironiker aus ihm keine SchWesterwelle machen. Muss auch nicht sein, weil die Koch-Mehrin ist hübscher und jünger. Und inhaltlich: Na, da war doch nichts außer "FDP für Europa" und "Für Deutschland in Europa": aha.

Michael
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Montag, 25. Mai 2009, 23:40

Lieber Michael,
na also eine Europawahlwerbung sollte es schon sein, weil ich wählen besser finde als nicht wählen, aber es sollte keine Werbung für die Violetten sein, sondern, ich schrieb es extra, ein Hinweis. Aber egal, ich danke dir jedenfalls für die ausführliche Darstellung deiner eigenen politischen Entwicklung und Reife und auch für den Hinweis auf den Wahl-O-Mat. Ich habe dem nichts entgegen zu setzen und fühle mich nur etwas unterbelichtet, was die politische Bildung angeht, wenn ich das alles so lese - aber dafür ist der Wahl-O-Mat ja leicht verständlich und zu bedienen und wenn das mit den morphischen Feldern wirklich funktioniert, dann brauche ich ja auch nicht alles selbst zu lesen oder zu überlegen, sondern stelle mich einfach mal nach draußen und lasse die Felder wirken - wie den Nürnberger Trichter - und dann werde ich mein Wahlkreuz schon an der richtigen Stelle machen.
Also - denn, ich grüße dich in allen Farben des Regenbogens! Sabine
Sabine

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Sonntag, 7. Juni 2009, 12:00

Heute ist Europawahl - noch 6 Stunden lang in D

Zitat

Original von Sabine
...Ich habe dem nichts entgegen zu setzen und fühle mich nur etwas unterbelichtet, was die politische Bildung angeht, wenn ich das alles so lese - aber dafür ist der Wahl-O-Mat ja leicht verständlich und zu bedienen und wenn das mit den morphischen Feldern wirklich funktioniert, dann brauche ich ja auch nicht alles selbst zu lesen oder zu überlegen, sondern stelle mich einfach mal nach draußen und lasse die Felder wirken - wie den Nürnberger Trichter - und dann werde ich mein Wahlkreuz schon an der richtigen Stelle machen. ...


Liebe Sabine,

jetzt hast Du heute noch sechs Stunden Zeit, Dein intuitives Kreuzchen zu machen. Oder diejenigen, die etwas Bestimmtes mit den Mitteln der repräsentativen Demokratie in einer aber offenbar nicht all zu gefragten Europawahl bezwecken wollen, haben nun die Qual der Wahl. Vielleicht willst Du es uns ja verraten, wie Du es am Ende gemacht hast?

LG, Michaek
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Sonntag, 7. Juni 2009, 19:34

Lieber Michael,
auf jeden Fall hoffe ich, dass ich es richtig gemacht habe!
LG Sabine
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Montag, 8. Juni 2009, 00:12

Berlustigungs- und Misswahlkampf in Italien erfolgreich

Zitat

Original von Sabine
Lieber Michael,
auf jeden Fall hoffe ich, dass ich es richtig gemacht habe!
LG Sabine


Na dann:klat! Glauben und hoffen, das wäre dann was für die Christdemokraten und es richtig recht machen versuchen immer die Rechten. Tatsächlich haben in Europa die rechten und konservativen Parteien dazu gewonnen, die sozialdemokratischen Parteien haben schlechtere Ergebnisse erreicht und die Grünen haben sich etwas verbessert. Und im Lande der Machos und Medienmogulen Italien hat es der "hormongesteuerte Ministerpräsident Berlusconi" (treffender Ausdruck der ARD-Wahlsendungsmoderatorin heute abend) mit seinem unpolitischen Misswahlkampf wieder mal geschafft, die meisten Stimmen für seine Gruppierung zu erhalten: Wo Dummheit und Glatzen regieren, da hat das Testosteron bestimmt seine Finger im Blut/Spiel :frech

LG, Michael

Für Ergebnisse im Einzelnen: http://www.elections2009-results.eu/index.html
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Sonntag, 22. September 2013, 13:18

Wahlqualen und Quälwahlen...

Was kann ein spirituell erwachender Mensch heute in der BRD wählen, wenn ihm die Umwelt, die Mitmenschen und Mitwesen, sozialer und globaler Frieden, die Menschen- und Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen, fairer Handel mit der so genannten Dritten und Vierten Welt, Abrüstung, Generationengerechtigkeit, demokratische Mitbestimmung in allen Bereichen, Abkehr vom Materialismus, rationale Drogenpolitik, Befreiung der Heilkunde von kapitalistischem Gewinnstreben und Tier- und Menschenversuchen und Vieles mehr wichtig sind? Wie soll er mit der ständigen Enttäuschung umgehen, dass die diversen Parteien alles Mögliche in ihre Programme schreiben und es niemals verwirklichen, dass sie Machtgelüste entwickeln und ihre eigene Ethik verraten, sodass sie am Ende nur noch peinlich sind? Selber Politik "machen", anstelle einer "anständigen Arbeit" nachzugehen?

Ich habe mich selten vor einer Wahl mit den Parteien und ihren Kandidaten so schwer getan, wie vor der heutigen Bundestagswahl am 22.9.2013, habe selten so viele Parteiprogramme im Auszug zu bestimmten Themen verglichen und den im Internet erreichbaren "Wahlomat" befragt. Soll ich eine Richtungswahl bevorzugen, eine Prinzipienwahl, eine Persönlichkeitswahl, eine Wahl der realistischen Abschätzung machtpolitischer Möglichkeiten der antretenden Gruppierungen? Selten waren mir auch die Protagonisten der Parteien und auch die Parteien selbst, die besonders gerne für Fairness, soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und Friedensbewahrung stehen, so peinlich, wie die längst jenseits von Gut und Böse in den Niederungen der Machtpolitik versumpften "großen" Volksparteien CDU/CSU, SPD und ihr traditioneller Mehrheitsbeschaffer und Mitmachmacht-Schnorrer FDP.

So böswillig, pharisäerhaft und bigott die rechten Anschuldigungen gegen einige frühere linke und grüne Kontakte zu ominösen Pädophilengangs auch sein mögen, so dämlich, unaufrichtig und feig ist der heutige Umgang mit den Anschuldigungen durch Trittin oder Cohn-Bendit. Peinlich ist auch das früher lange verschwiegene Techtelmechtel der Linken-Gallionsfiguren Wagenknecht mit dem Lafontaine, das das alte Klischee zu erfüllen scheint, dass sich fast überall hübsche, junge Weiblichkeit mit alter, mächtiger Männlichkeit paart, auch in Politik und Wirtschaft, ein Horror für feministische Visionen, dass sich da mal was in den Machtzentralen ändern könnte in diesen anrüchigen Verhältnissen, die Sex, Geld und Macht im Patriarchat miteinander eingehen. Und auch wenn es ganz anders gewesen sein sollte, "echte Liebe" oder eine psychoanalytisch erklärbare besondere Bedürfnislage, die Verleugnungen und Verheimlichungen sprechen doch für sich, dass die Beteiligten das Gerüchle schon längst selbst bemerkt haben.

Oder was ist mit den anderen "Sündenfällen"? Alle machttragenden Parteien haben seit dem 9.11.2001 und auch schon vorher im "Kampf gegen den Terrorismus" und für die Vorherrschaft der westlichen und kapitalistischen östlichen (Japan, Südkorea) Industrienationen hier in Deutschland daran mitgewirkt, dass Waffen und Krieg in andere Länder exportiert wurden, dass diktatorische und korrupte Regime, die mit dem Westen kollaborierten, aufgerüstet wurden und ihre Bürger weiter ausbeuten und unterdrücken konnten, dass sensibles Gerät und Chemikalien zum Bau von Massenvernichtungswaffen (ABC-Waffen) in diese Länder gelangte und dass ihre verwerflichen Eliten und ihre wirtschaftlichen und politischen Exponenten aufgewertet wurden.

Keiner dieser Parteien hat während der Regierungsbeteiligung eine glaubhafte Energiewende, wirkliche Friedenspolitik, faire Handelsbedingungen und eine gerechte Entwicklungspolitik durchgesetzt. Keine hat die drohende globale soziale und ökologische Katastrophe bisher verzögert oder aufgehalten. Stattdessen investieren sie noch mehr Geld in Rüstungsprogramme und in marode Banken, was sie als "Rettungsschirme" für die EU-Wirtschaftszone verkaufen, ohne dass ein Euro bei den verarmten Beschäftigten und den in den südlichen Krisenregionen lebenden Menschen ankommt. Und sie investieren Geld in eine lückenlose Überwachung aller elektronischen Kommunikationsmedien und jedes einzelnen Bürgers, dessen Telefonate abgehört und dessen Emails gelesen und gespeichert werden.

Im Gesundheitswesen, inzwischen ein industriell-medizinischer Komplex, entsteht der gläserne Patient, dessen Gesundheits- und Krankheitsdaten dank Digitalisierung und elektronischer Datenübertragung von interessierten Spähern und Datenverwaltern überall und zu jeder Zeit verfügbar gehalten wird. In Zukunft kann ein Mensch nichts mehr verstecken und wer die Macht hat, seine Eigenschaften zu kennen und Menschen zu benutzen oder auszuschließen, kann wieder die "Nützlichen" von den "Unnützen" scheiden, die einen ausbeuten, die anderen kalt stellen, vielleicht auch wieder kalt machen. Welche Partei sieht dieses Risiko und hat dazu eine offensive Handlungsalternative?

Das, was uns die Realpolitiker selbst von den sozialen Parteien mit humanistischen und ökologischen Prinzipien in der tatsächlichen Umsetzung von Politik bieten, ist beschämend und unterscheidet sich nicht mehr grundsätzlich von den Praktiken der Jahrzehnte lang herrschenden drei Parteien. Schauen wir nach Niedersachsen: Die Bilanz der rot-grünen Weil-Regierung in Hannover ist in der öffentlichen Wahrnehmung verheerend und wird von der Paschedag-Affäre überschattet. Bis heute ist unklar, in wie weit der grüne Umweltminister und der SPD-Ministerpräsident bei der schamlosen Verschwendung von Steuergeldern eines gierigen Luxus-Staatsekretärs involviert waren, mitwussten und mittaten. Ihre Verlautbarungen ähneln in beklemmender Weise den verlautbarten Selbstrettungs-Wahrheiten eines ehemaligen Staatsoberhauptes, das sich nun wegen der Korruptionsvorwürfe vor Gericht verantworten muss. Mies ist auch die soziale Bilanz der Wowereit-Regierungen in Berlin, ob mit den Grünen, der PDS oder der CDU. Und die übrigen Stadtregierungen haben sich auch nicht mit Ruhm bekleckert. Unvergessen ist die Kollaboration von CDU und rechtspopulistischer Schill-Partei (Partei Rechtsstaatlicher Offensive) in Hamburg.

Wenn ich also heute wählen gehe, bin ich nachdenklich und gleichzeitig ratlos wie nie zuvor. Die Erfahrung sagt mir, dass auch in einer so genannten Demokratie Geld und Macht regieren und dass man zu Seilschaften gehören muss, um daran zu partizipieren. Unser früheres Bürgerengagement mit Friedensdemonstrationen und Umwelt-Bürgerinitiativen ist in den Parteien angekommen, aber der solidarische Geist des Aufbruchs und der Veränderung ist sesshaft und faul geworden. Als ich in der Schule mit politischer- und Pressearbeit begann, immer hart am Rande des Möglichen, versuchte uns damals die SPD zu kaufen. Durch einen JUSO-Freund erhielt unsere Zeitung Unterschlupf, nachdem sie aus der Schule 'rausgeflogen war, unter fadenscheinigen Begründungen: Zu viel Unruhe, Rauch und Bier in den Redaktionsräumen. Was nicht passte, war die linke bzw. eigentlich libertäre Ausrichtung.

Damals lernte ich die Mechanismen der "internen Förderung" kennen, durch Kontakte mit lokalen Politiker-"Größen", Schülerpresse-Kontakte mit der Friedrich-Ebert-Stiftung usw. Es war immer das Gleiche: War man genehm und ließ sich in die kompromisslerische Welt der "Realpolitik" ein, verzichtete auf die Verkündung der einen oder anderen Meinung, machte die "Ochsentour" durch die Parteigremien mit, diente sich nach oben und schmeichelte den richtigen Leuten, dann kam man weiter und weiter nach oben. Und war man dort, wo sie waren, hatte man beim eigentlichen politischen Handeln vergessen, was man früher dachte, sagte und schrieb und war so wie sie. Man hatte sich verändert, aber veränderte nichts mehr, sondern sorgte dafür, dass man oben blieb und sich daran nichts mehr verändert. Als ich das sah, konnte ich weder bei der SPD noch bei den Grünen Mitglied werden, denn so basisdemokratisch die Letzteren sich auch anfangs gaben, ich kannte ja die Persönlichkeit der Leute, die da saßen, schon von der Schule her und den Landesversammlungen. Wie konnte man da hoffen, aufrichtige Leute zu finden, die es langfristig blieben.

Auch in den globaleren politischen Zusammenhängen erwies sich die Relevanz der hermetischen Erfahrung: Wie es unten war, so war es oben, wie es im Kleinen begann, setzte es sich im Großen um. Tatsächlich habe ich ein einziges Mal mit meiner Zweitstimme die FDP statt grün gewählt, 1980, als ich, obwohl es erstmals schon die Grünen gab, keinen CSU-Bundeskanzler Strauß wollte und dachte, man müsste diesem Helmut Schmidt in der sozialliberalen Koalition, dem Spaß in der Politik fremd war und der für seine Idee von Disziplin vom Hanseatentum das Kaufmännische und vom Preußentum das Militärische entlehnte, eine liberale Komponente an die Seite stellen. Damals hatten sich noch einige wenige Liberale trotz Aufrüstungspolitik (Pershing; Doppelnachrüstungsbeschluss) und Linksterrorismus-Hysterie ein paar freiheitliche Gedanken bewahrt und konnten noch als entfernte Erben der Bürgerrechtler in der Justizpolitik gelten. Die Quittung kam mit dem "Genscherverrat". Genügend FDP-Abgeordnete ließen sich vermutlich von der CDU/CSU "kaufen" und wechselten die Seite. Nach der dadurch möglichen Abwahl Schmidts durch CDU/CSU und FDP-Stimmen bei einem Misstrauensvotum 1982 bildete Kohl mit der FDP eine konservative Regierung.

Seitdem unterstütze ich nur noch die ökologische Richtung in der Politik als Juniorpartner einer etwas sozialer ausgerichteten Volkspartei. Doch die Sozis haben das Soziale weitgehend aus den Augen verloren und sich gespalten und die abgespaltenen West-Sozis haben den Profilneurotiker Lafontaine, Saar-Napoleon, aufs Schild gehoben und mit der SED-PDS aus Ostdeutschland zur jetzigen neuen Linken verkuppelt, womit leider auch ein paar stalinistische SED-Leute und ehemalige Stasi-Mitarbeiter aus der alten DDR wieder in der realen Politik auftauchten. Das ist nun leider eine Tatsache, da mag Gregor Gysi rhetorisch noch so brilliant sein und die hölzerne Wagenknecht klug. Man wird einfach nicht klug aus ihnen, auch wenn sich Manches in ihrem Parteiprogramm ganz fortschrittlich, liberal, sozial, ökologisch und pazifistisch liest. Doch kann man einem Lafontaine trauen, den man auch mal wählte und der dann einen solchen Abgang machte?

Wenn ich nur meine Wahlomat-Fragen beantworte, lande ich im Ähnlichkeitsvergleich der Aussagen ganz oben bei den Feministen, Ökoradikalen, spirituellen Katharern und linksaußen, irgendwann dann bei den Linken, Piraten, Grünen und der SPD und erst ganz unten bei CDU und FDP. Bei den Rechtsextremen habe ich gar nicht geguckt. Aber weder gab es da eigentlich radikale Fragen zu beantworten und dieses auch nur mit ja, nein, neutral, noch haben radikale Parteien irgendeine Chance, sich real zu artikulieren und, ehrlich gesagt, würde ich im echten Leben mit deren Personal nichts zu tun haben wollen. Was hilft mir also der Wahlomat als Parteiprogramm-Schnellvergleich? Nichts. Für mein ganzheitliches Weltbild passt zudem heutzutage keine Selbstapostrophierung als links, feministisch, sozialistisch, antikapitalistisch, antimilitaristisch... "Ismen" sind mir zuwider, Machtspiele auch. Was nun? Die Partei der Nichtwähler verstärken, Stimmzettel beschmieren? Noch nie habe ich eine Wahl verpasst oder ungültig gewählt, noch nie mit meiner Meinung hinterm Berg gehalten. Selbst meine erwachsenen Kinder nerve ich mit der Aufforderung, ja das Wählen nicht zu vergessen. Und somit bin ich sozusagen demokratisch mitverantwortlich für diesen ganzen Murks. Rausreden kann ich mich also nicht und so bin ich ziemlich ratlos.

Wäre ich Wähler in den USA, hätte ich auch nur die Wahl zwischen Pest und Cholera, auch wenn sie sich beide unterschiedlich anziehen, aber natürlich hätte ich niemals einen der bisherigen republikanischen Kandidaten gewählt. Doch niemand kann glücklich sein mit dem realen Obama und seiner Politik verglichen mit den Versprechungen und den Hoffnungen, die er dadurch geweckt hat, zumindest bei den Gutmütigen und Naiven, die die Macht und den Einfluss des Establishments und des Geldes auf jeden amerikanischen Präsidenten immer unterschätzen. Man hätte nur die Wahl des ewigen Mahners und "Grünen" Ralph Nader in Erwägung ziehen und damit ein Zeichen setzen können, dass es zumindest symbolisch so etwas gibt wie eine Persönlichkeit, die sich vor dem Machtsystem abhebt. Solche Symbole stehen in der BRD nicht zur Verfügung, denn es gibt kein präsidiales System.

Also werde ich hier heute einfach wählen gehen, ohne Freude, ohne Hoffnung und mit nahezu absoluter Gleichgültigkeit, was das Wahlergebnis und die Konsequenzen für die Regierungsbildungen betrifft. Ob die Grünen der SPD oder der CDU zur Macht verhelfen, wird die ökologische Wende wohl nicht beschleunigen und den sozialen Umbau der Gesellschaft zu mehr Ungleichgewicht nicht aufhalten. Wenn die SPD mit der CDU/CSU eine große Koalition eingeht, wäre das ohne eine zahlenmäßig beeindruckende Opposition auf der linkssozialen und ökologischen Seite unerträglich. Kein Zweifel, die Ideen, die im grünen und linken Wahlprogramm stehen und ein paar der intelligenteren Köpfe werden gebraucht im Parlament. Aber wenn Aufrichtigkeit und konsequentes Handeln auf der Strecke bleiben, was hilfts, bloß intelligent zu sein und klug zu reden?
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Sonntag, 22. September 2013, 20:51

Oma-Phase

So, wie's aussieht, darf "Mutti" weiterwurschteln, vielleicht sogar ganz alleine, denn mit ihr zusammen hält's niemand lange aus. In der dritten Legislaturperiode kommt sie dann jetzt auch langsam in die Oma-Phase (auch wenn sie nicht mal eigene Kinder hat). Die Originalität ihrer Politik trägt diese Züge ja schon längst und der einzige Fortschritt ist ein vergreisendes "Weiter so". Wenn Omi es doch nicht alleine kann: Peerchen und Siggi würden ihr gerne dabei helfen. Zu rot-rot-grün sind sie noch nicht frech genug, die auf Enkel- oder Zwergengröße geschrumpften Sozis mit ihrer Allergie gegen allzu viele Kräuter mit Tomaten. Na, dann mal los.
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Montag, 23. September 2013, 01:01

Mut für mal was anderes?

Wer eine echte Erneuerung in diesem Lande wagen und Veränderung will, müsste den Mut haben, Mutti auf's Altenteil zu setzen, auch wenn sie so schön beim Kartenspiel gewonnen hat und gerne für alle kocht, am liebsten Eintopf. Die Bürgerlichen sind im nächsten Bundestag eine sehr große - Minderheit! Die parlamentarische Mehrheit ist sozial und ökologisch, nicht konservativ-bürgerlich. Aber ich vermute, dass die SPD und möglicherweise auch die Grünen (sich) historisch versagen werden und lieber Mutti den Steigbügel halten, damit sie weiter regieren kann. Im Land der Esser und Biertrinker wird immer noch am liebsten gegessen, was Mutti gekocht hat. Deshalb haben sie alle lieb und wählen ihre Hausmannskost vor kulinarischen Abenteuern einer Nouvelle Cuisine. Die ist was für Gourmets, nicht für den deutschen Michel. Oder sollte ich mich täuschen mit den Teutschen?
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Mittwoch, 25. September 2013, 21:06

Rückgrat

Rückgrat, bedeutet für mich:
Seine Prinzipien vertreten zu können, dafür einzustehen und zu kämpfen,
Kritik in Kauf zu nehmen, von manchen abgelehnt zu werden
und trotzdem bei sich zu bleiben.
Die wenigsten haben es noch, ein Rückgrat
und so empfinde ich keine Verwunderung dabei,
den Spiegel unserer Gesellschaft zu betrachten,
auch wenn er mich nachdenklich stimmt.

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Samstag, 7. Dezember 2013, 00:28

RE: Oma-Phase mit Mops

So, wie's aussieht, darf "Mutti" weiterwurschteln, vielleicht sogar ganz alleine, denn mit ihr zusammen hält's niemand lange aus. In der dritten Legislaturperiode kommt sie dann jetzt auch langsam in die Oma-Phase (auch wenn sie nicht mal eigene Kinder hat). Die Originalität ihrer Politik trägt diese Züge ja schon längst und der einzige Fortschritt ist ein vergreisendes "Weiter so". Wenn Omi es doch nicht alleine kann: Peerchen und Siggi würden ihr gerne dabei helfen. Zu rot-rot-grün sind sie noch nicht frech genug, die auf Enkel- oder Zwergengröße geschrumpften Sozis mit ihrer Allergie gegen allzu viele Kräuter mit Tomaten. Na, dann mal los.


Große Koalition II = volle Kraft in den Stillstand: Teure Wahlgeschenke mit knappen Steuergeldern und so gut wie nix für die Umwelt und gegen Klimawandel. Mutti und ihr neuer Mopsi Siggi feiern bald bei Kaffee und Kuchen und sitzen als Schwergewichte die geschrumpfte Opposition platt. Siggi kann sogar sprechen und nicht nur bellen: Siehe das heute-journal-Interview mit Slomka: http://www.youtube.com/watch?v=izW4Fzrp-DI&feature=em-hot ("...weil ich der Vorsitzende der SPD bin...")


Michael
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13

Freitag, 13. Dezember 2013, 23:33

"GroKo": Großer Kokolores

"GroKo" habe die Gesellschaft für Deutsche Sprache heute zum "Wort des Jahres 2013" gekürt. Es stehe als Kurzform für die "Große Koalition". Andere würden bei dieser Bezeichnung wohl auch das große Kotzen kriegen, denkt man nur an manche Großkotze aus dieser großen Komikerveranstaltung, die unter Verursachung großer Kosten am Ende nur großen Kokolores hervorbringt!
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Samstag, 15. Oktober 2016, 23:47

Die Musterdemokratien empfehlen sich Syrien als Modell

Wahlen sollen ein Kennzeichen der Demokratie sein, "freie" Wahlen. Die Delegierten der verschiedenen Oppositionskräfte, die sich normalerweise im bewaffneten Kampf blutig bekriegten, und die Vertreter des blutigen Regimes trafen sich, um über Waffenstillstand, Wählen und geeignete Herrschaftsmodelle zu diskutieren. Die Amerikaner, Europäer, Russen und Chinesen empfahlen die "Demokratie". Aufgrund der Unterschiede im Detail mochte man sich auf der Konferenz nicht einigen. Sollte man eine fürsorgliche und strenge Variante wählen, bei der eine Partei einen Kandidaten für das höchste Amt vorschlägt und ein paar Tausend für das Applaudieren im Volkskongress? Sollte man sich für die Mad-Man-Variante entscheiden, bei der ein sich als Starker Inszenierender mit Heldenimage und sein Platzhalter sich auf dem ersten oder zweiten Platz im Staate immer abwechseln, der Starke aber das Sagen hat? Oder doch besser die Geld- und Spiele-Spielart, bei der das Geld dem Volke zwei lustige Kandidaten aussucht, bei der modernen Variante entweder schwarz oder weiß oder wie jetzt Frau oder Mann, die eine krank, der andere verrückt und beide Lügner zusammen geben eine irre Show? Ein unterhaltsames Wahlspiel. Oder doch lieber die alternde Don-Juan-Nummer, bei der mit Aussicht auf Erfolg für die Nummer eins antritt, wer trotz fortgeschrittener Jahre in den Medien mit amourösen Skandalen im Gespräch bleibt und dies als Beleg seiner Virilität wahrnimmt? Und schließlich bot sich auch noch das Vorbild eines modernen völkischen Sultanats an, gestärkt hervorgegangen aus einem angeblichen Putschversuch mit anschließender Inszenierung einer Säuberung. Am Ende kursierten unter den Kriegern jedoch wieder nur zwei Modelle, mangels Strahlkraft der zuvor beschriebenen: die einen wollten statt einer Wahl einen weiteren Waffengang, dann werde man schon sehen, wer recht hat. Die anderen waren gar nicht erst zu Gesprächen erschienen und höhnten, dass sie sowieso im Namen Gottes Recht haben und zum Beweis dessen massakrierten sie einige Gefangene. Das kommt gut, dachten die demokratiefreundlichen ausländischen Kräfte und bombardierten die Bevölkerung in den Gebieten der Rebellen und der Terroristen von allen Seiten, um sie von ihrem schrecklichen Leid zu befreien und von den schweren Gedankenspielen, welche Herrschaftsform ihre künftige friedliche Gesellschaft auszeichnen sollte.
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Sonntag, 14. Mai 2017, 23:38

Neues aus der deutschen Politik?

"GroKo" habe die Gesellschaft für Deutsche Sprache heute zum "Wort des Jahres 2013" gekürt. Es stehe als Kurzform für die "Große Koalition". Andere würden bei dieser Bezeichnung wohl auch das große Kotzen kriegen, denkt man nur an manche Großkotze aus dieser großen Komikerveranstaltung, die unter Verursachung großer Kosten am Ende nur großen Kokolores hervorbringt!


Die Landtagswahlen vor der deutschen Bundestagswahl im Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfahlen geben allerlei Spekulationsvorschuss über das Leipziger Allerlei, das Mutti (oder Omi), der unheilige Sankt Martin und die anderen Köche mit unterschiedlichen Zutaten anrichten wollen. Die rechten Schwadronierer haben sie nicht rausgehalten, ansonsten gibt es neben den braunen Kartoffeln Schwarzwurzeln, Rote Beete, Grünkohl, Rotkohl und Polenta. Der olle Saumagen-Kohl hätte seine Freude daran, wäre er inzwischen nicht so senil oder gar schon debil. Putzig war es jetzt in NRW. Der lasche Law and Order - Schreier gewinnt gegen die kraftlose Kraft, obwohl er die Klausuren seiner Studenten verschlampte und ihnen, damit es nicht rauskommt, Phantasienoten erteilte. Es kam aber raus, doch was stört es den politisch Korrekten und den Wutbürger? Es störte offenbar auch nicht, dass er ein Buch mit Hilfe von Mitarbeitern seines Ministeriums schrieb, das Honorar spendete und diese Spende steuermindernd gelten machte, ohne sie als Einkommen deklariert zu haben. Er mag auch den Skandalinski Sarrazin und ist gegen die Gleichstellung von Homosexuellen. Nun, als Katholik kann er es ja bei seinem Pfarrer beichten. Aber werden wir jemanden vermissen? Eine Frau Kraft oder einen Herrn Jäger? Schade, dass Politik in einer Demokratie, die um ihre Glaubwürdigkeit bemüht sein muss, dem Wahlvolk so wenig sachliche Anhaltspunkte für seine Entscheidung bietet. Ihre Sachverwaltung, die oft recht mäßig ausfällt, gefällt sich in der Darstellung mit Wahlkampfrethorik in Überhöhungen ("NRW ist die Herzkammer der SPD") und Superlativen in Selbstlob oder Schlechtreden. Und darunter schwappt unbemerkt die alte braune Soße aufgehübscht durch eine Yuppie-Maid, die auf political correctness pfeift und als telegenes Blondchen mit ihren Blauaugen zwinkernd den Joppen-Opa an ihrer Seite BDM-frisch vergessen machen soll. Da kann sich Mutti, so denken viele, schon jetzt auf ihr Viertes freuen, denn der Martin, wer soll den denn ernst nehmen mit seinem Gerechtigkeitsgedöns in Zeiten, in denen der Wutbürger vorne schäumt und hinten vor Angst in die Hose scheißt? Ja und die Gelben? Die Bubipartei wird zur Siri-Partei, klettert wieder auf Bäume und ziert sich noch ein wenig, das Lindenblatt der Schwarzen zu werden, vielleicht, weil sie aus der Siegfried-Sage weiß, wie Verrat endet. Einen Baum haben die nicht mehr wachsen lassen, aber auch die Grünen bleiben da noch den Beweis schuldig.
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Donnerstag, 21. September 2017, 23:34

2017: Wahlen in Zahlen

Ungerechtigkeit hat viele Gesichter: in unserer reichen, aber sozial erkalteten Gesellschaft drohen Kinder- Familien- und Altersarmut trotz hohem Wirtschaftswachstum auf Kosten der Umwelt und ärmerer Länder. Für Benachteiligte steigt das psychische und körperliche Krankheitsrisiko.

Am ehesten stehen junge Eltern für Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Gerechtigkeit ein. Wir benötigen Ältere mit Ausdauer und Erfahrung und Jüngere mit Mut und Gewissen. Und wir benötigen die Frauen, die an der Spitze der Gesellschaft unterrepräsentiert sind. Wir benötigen Verstand, Hoffnung und Herz.

In meinem Bundestagswahlkreis Wilhelmshaven, Friesland und Wittmund gibt es 9 Kandidaten und 1 Kandidatin, 33 Jahre alt, zweifache Mutter, Lehrerin. Auf den Wahllisten zum Nds. Landtag stehen in Wilhelmshaven 2 Frauen ( Heilerziehungspflegerin, 55 J., Politikerin, 43 J.) und 6 Männer, in Friesland 1 Frau (Krankenschwester, 42 J.) und 5 Männer und in Wittmund 1 Frau (Psychologin) und mindestens 3 Männer.

Im jetzigen Bundestag sitzen 396 Männer und 234 Frauen. Nur in der grünen und linken Fraktion überwiegen Frauen. Zwischen 31 und 41 Jahre alt sind 49 Frauen und 80 Männer, zwischen 41 und 51 Jahre alt sind 51 Frauen und 113 Männer, zwischen 51 und 61 Jahre alt sind 54 Frauen und 95 Männer und zwischen 61 und 83 Jahre alt 55 Frauen und 162 Männer. 244 Bundestagsabgeordnete sind 31 bis 51 Jahre alt, 385 sind älter.

Meine Frau und ich haben 5 Kinder und 1 Enkel. Ich (56) arbeite seit über 30 Jahren als Arzt für Kinder und Familien, davon 18 Jahre hier. Wählen ist für Demokraten "alternativlos"! Ich setze auf jüngere Frauen, die Verantwortung für Familien tragen und sich für das psychosoziale und körperliche Wohl ihrer Mitmenschen und die Umwelt einsetzen. Sie sollen die nächsten vier Jahre mitbestimmen und dem Ausgrenzen eine Absage erteilen, mit Verstand und Herz.

Michael Schlicksbier-Hepp, Zetel 17.09.2017 (veröffentlicht in der Wilhelmshavener Zeitung am 20.09.2017)
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