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Dienstag, 7. April 2009, 00:00

Der verweigerte Abschied - Suizide und plötzliche Todesfälle

Aus Angst wird mancher Abschied vermieden

Es gibt immer wieder Menschen, die den Abschied verweigern, aus Angst. Angst, Schmerz zu verursachen oder zu erleiden. Angst, sich dann, wenn sie sich all ihren Gefühlen und den Gefühlen des Gegenübers aussetzen würden, anders zu entscheiden, sich zu verändern, ein anderer zu werden. Wir bestehen oft darauf, alles mit uns allein abmachen zu wollen und auch zu können. Ein Irrtum? Eine selbst gewählte Illusion?

Suizid – der fehlende Abschied vergrößert das Rätsel

Manche Menschen scheiden absichtlich und bewusst aus dem Leben, nehmen es sich und lassen ihre Angehörigen mit Rätseln zurück und mit Schmerz, mit dem Schmerz des verweigerten Abschiedes. Sie hinterlassen keine erklärenden oder gar versöhnlichen Worte, als wenn diese sie von ihrem Vorhaben weg geführt hätten, lassen viel Platz für Selbstvorwürfe und ein schlechtes Gewissen der Zurückbleibenden oder überschütten sie gar mit den Empfindungen letzter Bitternis, die sie in Vorwürfe kleiden.

Zur Fassungslosigkeit, nichts bemerkt zu haben, den Selbstvorwürfen, ob man es nicht hätte bemerken sollen, dass etwas nicht stimmt, zu der anklagenden Frage, ob etwas zu verhindern gewesen wäre, gesellt sich Zerknirschung über die plötzlich zerstörte Beziehung, Trauer über den Verlust, Zorn über das gewaltsame Entreißen aller Möglichkeiten, über das, was gewesen, jemals in einen Dialog eintreten zu können, Wut über das allein gelassen Werden ohne gefragt worden zu sein.

Die radikalste Form des Kontaktabbruchs

Der verweigerte Abschied ist die radikalste Form des Kontaktabbruches, ohne Frage ein gewalttätiger, rücksichtsloser, enorm aggressiver Schritt, ein Schnitt durch alle Beziehungen, durch alles, was gewachsen ist, ob krumm oder gerade. Es bleibt den Zurückbleibenden überlassen, ob und wie sie dieses Ereignis in ihr Leben integrieren wollen und können, ob sie weiter zu leben wünschen oder daran zerbrechen, ebenfalls zugrunde gehen wollen.

Stirbt jemand nach langem Siechtum, lässt er sich von einer Krankheit danieder raffen, konnten sich Angehörigen und der Dahinscheidende verabschieden, je nach dem, wie offen sie dem Phänomen des herannahenden oder jedenfalls nicht mehr auszuschließenden Todes entgegen traten. Setzte sich der Verblichene einer tödlichen Gefahr aus, wie unbewusst auch immer und kam durch einen Unfall ums Leben, findet man schuldige Menschen oder Umstände, jedenfalls Erklärungen.

Das Entsetzen kann zur Verleugnung führen – die Entstehung von Familiengeheimnissen

Beim Selbstmord, der bewussten Selbsttötung eines Menschen, dominieren oft Schock, Ratlosigkeit, Unverständnis und Entsetzen noch vor der Wut und Traurigkeit bei den Angehörigen und Freunden. Sind die Umstände nicht all zu spektakulär und öffentlich, sind viele versucht, die Umstände der Tat nicht nur vor sich selbst sondern auch vor den anderen zu verleugnen. Bei Kindern, die nicht unmittelbar Zeugen wurden, gelingt das sogar erstaunlich oft und Familiengeheimnisse entstehen oder werden sogar eine weitere Generation fortgeschrieben.

Ist es Scham? Ist es Schmerz? Ist es eine irrationale Furcht vor negativen Auswirkungen auf die Gemüter der Übrigen, der Kinder zumal? Was auch immer es im Einzelfall ist und sei es eine Kombination solcher und ähnlicher Motive, den Betroffenen, denen man glaubt, eine möglicherweise unangenehme Wahrheit nicht zumuten zu können, wird ebenfalls in einer bestimmten Weise der Abschied verweigert.

Todstellreflex: Sich den eigenen Gefühlen zu entziehen bedeutet leblos zu werden

Auch dem Hingeschiedenen verweigert man unter Umständen Gerechtigkeit, Achtung, Respekt, Abschied, indem man sich ihnen wie sich selbst gegenüber weigert, den Tatsachen ins Auge zu sehen und sich seinen Gefühlen zu stellen, sie auszusprechen, sie zu zeigen, sie zu teilen. Manchmal weigert man sich sogar, sie zu empfinden. Oft geschieht dies unbewusst. Die Betroffenen erscheinen wie eingefroren, leblos, mehr in Starrheit verfallen, als in Trauer.

Manche unterdrücken auch aktiv ihren Schmerz, in dem sie sich besoffen machen mit Alkohol, Medikamenten, Arbeit, Sarkasmus, aufgesetzter Fröhlichkeit. Alles ist recht, bloß das Herz soll sich nicht öffnen für den Schmerz, für die bohrenden Fragen und die fehlenden Antworten. Ja, wir tun uns schwer, sehr schwer in unserer modernen, aufgeklärten Gesellschaft mit der Wahrheit vom Tod. Ratlosigkeit, Trauer, Schmerz - das passt nicht in ein rationales Zeitalter.

Nach Jahrhunderten moralischer Verurteilungen offen für neue Sichtweisen?

Auf den ersten Blick erscheint das verwunderlich. Nachdem die Gewissensdiktatur der katholischen Kirche gebrochen und der Selbstmörder kein von Gott verworfenes, von der Verdammung bedrohtes Wesen mehr ist, dessen Leichnam in ungeweihter Erde verscharrt wird und seitdem die Kirchen die Deutungshoheit über die letzten Fragen, die den rationalen Menschen ratlos zurücklassen, weitgehend aufgegeben haben und sich anmaßend wie dumm klingende Sätze ihrer Geistlichkeit, dass es nämlich Gott gefallen habe, die Sünderin oder den Sünder abzuberufen, am Grabe zunehmend verkneifen, wäre eigentlich der Anbruch neuer Offenheit zu erwarten gewesen. Oder nicht?

Im Widerstreit der Gefühle – das Ende der rationalen Kontrolle

Nein, so ist es nicht. Der Tod macht dem rational planenden und gleichwohl tendenziell unglücklichen, unzufrieden immer weiter nach vorn strebenden Menschen einen Strich durch die Rechnung. Dem Selbstmörder aber macht nicht der Tod, sondern das Leben selbst, sein Leben in seiner Unzufriedenheit, einen Strich durch alle Planungen. Irgendwann ergibt eine winzige oder riesige Bilanz - je nach dem - einen Ausschlag nach unten: Es lohnt sich nicht mehr. Es ist nichts zu machen. Alle Mühen sind umsonst und kein Ausweg in Sicht. Man versteht sich selbst nicht mehr und findet auch keinen mit Verständnis, ja man wünscht es sich gar nicht mehr. Aber muss der Körper sterben, müssen die Gefühle zum Schweigen gebracht werden, wenn sich das Ich selbst nicht mehr versteht und Kontrollverlust droht?

Manche möchten sich noch erklären, wenn es so weit gekommen ist, manche gar nicht. Ein düsteres Grauen vor dem Leben, eine dumpfe Abneigung gegen sich selbst und alle seine Bindungen, die einen ins Leben warfen wie die zu den Eltern oder einen im Leben fest banden wie die zu den Kindern, bestimmen die resignativen, des Lebens überdrüssigen Gedanken. Warum das noch aufschreiben? Jugendliche machen das vielleicht gelegentlich, in einer Theatralik, die den Appell an den Adressaten mehr verrät als die unumkehrbare Bilanz selbst eingestandenen, selbst definierten Scheiterns, das zu überleben weder ziemt noch frommt. Der Selbstmörder verweigert auch sich selbst den Abschied, den Abschluss. Bestraft er sich manchmal selbst? Ist er nicht mehr besorgt um seinen letzten Ruf, um das, was man über ihn sagen und schreiben wird? Manchmal ist ihm auch das egal.

Suizide oder das Sprechen darüber sind nicht selten – eine von vielen Todesarten

Doch nicht immer kann man das mit aller Entschiedenheit sagen und wissen. Gerade weil die Kirchen ihre selbstgerechte Forderung nach einem demütigen Christenleben in Gotteseifer und Buße nicht mehr unbeschränkt aufrecht erhalten können und ein moralisch gerechtfertigtes Leben der Pflicht, der Fleißes, der Aufopferung nicht als das allein selig machende Ideal für alle aufgeklärten, modernen Menschen gelten kann, ist auch der selbst gewählte Ausgang aus seinem Leben ein nicht nur relativ häufiger, sondern zum Teil durchaus respektabeler, mitunter nachvollziehbarer Schritt geworden, der sich um so mehr verstehen lässt, je mehr über die Beweggründe von Suizid Verübenden bekannt ist. Dennoch werden weder Psychologen und Therapeuten noch spirituell kundige Menschen einen solchen Schritt anraten.

Wenn auch die Bemühungen von Therapeuten und Beratern in Richtung gehen, Selbstmordgefährdeten Auswege aus einer finalen Sinnkrise im Leben zu weisen, so ist doch der Suizid viel zu häufig in unserer Gesellschaft geworden oder zumindest das Sprechen über diese nicht sehr seltene Todesart, als dass man ihn nicht auch wie den Tod an einer Erkrankung oder den Verkehrstod als eine relativ "normale" Todesursache anerkennen könnte. Sind sogar mehr oder weniger erkennbare Anzeichen einer schweren psychischen Belastung vorausgegangen, etwa mit depressiven oder gar psychotischen Symptomen, kann man davon ausgehen, dass Betroffene vorher mehr oder weniger manifest an einer schweren, inzwischen gesellschaftlich anerkannten Erkrankung gelitten haben, einer psychiatrischen zwar, aber eben an einem durchaus mitunter tödlichen Leiden.

Der Vorteil eines offenen Umganges mit dem Phänomen Suizid

Es wäre der Verarbeitung unserer Leiden, nämlich der Leiden als Angehörige, Freunde, Nachbarn, Therapeuten, Zeugen usw. sehr viel angemessener, wenn wir mit dem Faktum eines selbst gewählten Todes viel offener und ehrlicher umgehen könnten und zumindest unsere Bemühungen, Abschied zu nehmen, nicht zugunsten eines Todschweigens und beschämt Vertuschens aufgäben. Wenn wir z.B. auch unseren Kindern erlaubten, Dinge über ihre näheren Verwandten zu wissen, die andere über Presse, Indiskretionen und Gerüchte schon längst wissen oder zu wissen glauben.

Ich rate daher in ähnlichen Fällen bei Familientherapien, wenn das Thema eines Familiengeheimnisses, z.B. Suizid und Suizidversuche naher Angehöriger berührt werden könnte, zu einem offeneren Umgang, solange das Geheimnis noch lähmende psychische Energien bindet, offen vom Herzen her, nicht so sehr vom Intellekt. Das ist manchmal leichter gesagt als getan und oft benötigt die entsprechende Familie die taktvolle Hilfe des Familientherapeuten, um sich an die unbequemen Wahrheiten heran zu trauen.

Aufdeckung zur Unzeit – Geheimnise bergen das Risiko einer erneuten späten Verletzung

Ich habe schon gehört, wie Kindern recht unbarmherzig von anderen als den nahen, vertrauenswürdigen Angehörigen auf dem Schulhof oder beim Spiel Aufklärung von Altersgenossen zuteil wurde, die die Aufklärung dieses Geheimnis begierig nach einer dramatischen Reaktion in das Gesicht der Ahnungslosen schleuderten, die manchmal sogar empört über die angebliche Infamie, die den Ruf des verehrten Toten zu beschädigen drohte, eine Schlägerei anzettelten oder verbal ebenfalls böse austeilten.

Als nächstes gerieten dann die Eltern oder diejenigen Angehörigen in Bedrängnis, die den Schleier der Harmlosigkeit über das aufwühlende Ereignis gebreitet hatten, ohne die eigene emotionale Aufruhr aber unterdrücken zu können, sodass die einen oder anderen Kinder immer schon ein wenig irritiert über die doppelten Botschaften waren. Oftmals ist nur ein Elternteil nicht damit einverstanden gewesen, den Kindern die Wahrheit zuzumuten und der andere wusste nicht, wie er mit dem Konflikt umgehen sollte und gab klein bei. So nahm das unnötige Geheimnis seinen dubiosen Lauf.

Verdrängung aus dem Alltag - die moderne Zeit scheut die Berührung mit dem Thema Tod überhaupt

Seine Vollendung erfährt der verweigerte Abschied, wenn die Trauerreden das wichtige Ereignis des selbst gewählten Todes schamhaft umgehen und für die Kinder, wenn sie auch bei gewöhnlichen Todesfällen erst gar nicht mehr an das Totenbett geführt werden, den Angehörigen nicht mehr sehen können und sollen und selbst von der Beerdigung und der Abschiedsfeier ausgeschlossen bleiben. Sie bekommen zwar die Stimmungsveränderung und die salbungsvollen Wort mit, nehmen aber an den Abschiedszeremonien gar nicht teil. Eltern argumentieren oft damit dass die Kinder gar nicht an der Beerdigung teilnehmen wollen.

Ich glaube, dass die Weigerung der Kinder, sich vom Dahingeschiedenen zu verabschieden und dem Toten das Geleit zu geben, vor allem auf die Unsicherheiten und die diffusen Gefühle der Erwachsenen zurückgeht weil diese sich u. a. davor bewahren wollen, angesichts der Kinder offene, unkontrollierte Gefühle zu zeigen. Sie glauben, dass die Kinder damit genauso überfordert wären, wie sie selbst es in ihrer Panzerung sind. Tatsächlich können Kinder in der Gegenwart offener, gefühlvoller und einfühlsamer und zwangsläufig auch Gefühle zeigender Erwachsener sehr viel besser mit eigener Trauer und auch anderen offen gezeigten Gefühlen umgehen, als in Gegenwart ängstlich verschlossener und doch zum Bersten gespannter Helden der Verdrängung unter den Erwachsenen.

Der vorgebliche Schutz der Kinder durch Verdrängung von Trauer und Schmerz führt zu Gefühlsverarmung

Werden den Kindern aber die Abschiedszeremonien mehr oder weniger leichtfertig vorenthalten, kann die offene Auseinandersetzung mit dem Lebensthema Tod, Endlichkeit, Krankheit und Abschied nicht mehr stattfinden. Das ist auf die Dauer eine ungeheure Gemütsverarmung, ohne dass die Energien der Gefühle, die Schmerz und Trauer in den Untergrund und das Nichtfühlbare verdrängen, damit aufgehoben und unschädlich gemacht würden. Diese inzwischen häufige Entwicklung ist durchaus besorgniserregend. Sie führt dazu, dass Abschiedszeremonien nicht selten im therapeutischen Kontext nachvollzogen werden müssen, damit das Thema Tod in das Leben integriert werden kann und nicht als unerkannte Angst darin herumgeistert.

Während sich unsere Gesellschaft bei der Darstellung von Sexualität auch in den Kindern zugänglichen Werbespots und Mediendarstellungen jede Schamlosigkeit leistet, ohne ihre eigentliche Prüderie jemals überwunden zu haben, wird der Tod prüde verschwiegen und beschämt verdrängt und gleichzeitig eine untergründige, pervers sensationslüsternde Neugier über Katastrophenberichterstattung nach massenhaften oder besonders spektakulären Todesfällen angereizt. Diese unaufgelöste Paradoxie führt zu einem völlig neurotischen, in sich unbewusst verlogenen, teilweise sogar schizophrenen Umgang mit den Themen Tod, Sterben und Suizid. Das einzige Heilmittel ist wirkliche Offenheit.

Tod und Sterben als spirituelles Ereignis und spirituelle Aufgabe – weg vom engen Therapiebegriff

Konnte der Abschied nicht stattfinden oder wurde er auf irgendeine Weise verhindert, kann die daraus resultierende Verwirrung und leidvolle Erfahrung nicht nur psychotherapeutisch behandelt werden. Es gibt auch spirituelle Wege, das Versäumte nachzuholen. Besser ist es jedoch, keine Zeit verstreichen zu lassen und mit dem Abschied zu beginnen, wenn er anliegt. Es gibt allerdings auch traumatische Ereignisse, die aufgrund ihrer energetischen Ladung überwältigend sind und deshalb einen normalen Verabschiedungsvorgang zunächst verhindern. Auch hier kann es sinnvoll, ja notwendig sein, therapeutisch und spirituell zu (be-) handeln.

Der Sterbevorgang ist ein mächtiges, energievolles Ereignis. Das spürt auch derjenige, der einem geordneten, begleiteten, ruhigen Sterben beiwohnt. Ist man hingegen Zeuge eines scheinbar (oder tatsächlich - aber man steckt ja nicht im Sterbenden drin) qualvollen, angstvollen, gar gewaltsamen Todes, können die dabei freiwerdenden Energien den Zeugen aufgrund der eigenen Betroffenheit und Vulnerabilität nachhaltig beeinträchtigen und beeinflussen. Es ist möglich, dass der Betroffene energetische, psychische Teile des Sterbenden aufgenommen hat und diese Fremdenergie ihr ungünstiges Eigenleben führen kann.

Es gibt inzwischen auch moderne Selbsthilfeliteratur, die sich nicht scheut, den spirituellen Aspekt des plötzlichen Todes auch durch Suizid aufzugreifen, etwa das Buch des Sterbeforschers Bernard Jakoby "Keine Seele geht verloren - Hilfe und Hoffnung bei plötzlichen Todesfällen und Suizid", über das wir bereits in diesem Forum berichteten und das ein sogar unter Ärzten, Therapeuten, Seelsorgern und Wissenschaftlern noch weitgehend bestehendes Tabuthema recht mutig aufgreift und dabei teilweise auch Jahrtausende alte spirituelle Kenntnisse aus den Menschheitüberlieferungen, zum Teil spezielle "Totenbücher", (tibetisches etc.) einbezieht.

Besondere und rasche psychotherapeutische Hilfen bei Traumatisierung

In anderen Fällen sind die Umstände des Sterbeprozesses oder auch die Auffindungssituation eines Toten und die an der Leiche eingetretenen Veränderungen, Zerstörungen oder auch Verwesungszustände für den unvorbereiteten oder feinfühligen Menschen, der mit dieser Situation konfrontiert wird, insbesondere wenn es sich bei dem Toten um einen Angehörigen oder befreundeten Menschen gehandelt hat, erschreckend, schockierend und traumatisierend und blockieren dadurch einen normalen Verabschiedungsprozess nachhaltig.

Auch hier kann therapeutischer oder spiritueller Beistand z.B. auch von ausgebildeten Notfallseelsorgern hilfreich sein. Im Gegensatz zu der früher geübten Angewohnheit von Geistlichen, den Gläubigen zu belehren und ihm Anweisungen zu geben, hören Notfalltherapeuten und Seelsorger heute vor allem zu und sind dabei präsent und einfühlsam. Es geht nicht um vordergründige Ratschläge, sondern um die Anwesenheit eines belastbaren, ruhigen, gefühlvollen, geduldigen Menschen, der allenfalls mit aufmunternden Fragen einen stockenden Erzählfluss oder eine unterbrochene Traueräußerung wieder in Gang bringt und nur dann eigenes Wissen einbringt, wenn der Trostsuchende danach verlangt.

Michael
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)