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Sonntag, 28. Dezember 2008, 08:48

Gesundheits-Tourismus

Hallo,

seit Jahren liest man von immer mehr Leuten, dass sie ins Ausland fahren, um sich während ihres Urlaubes zum Beispiel die Zähne machen zu lassen, sich opierieren oder sonstige Therapien in Anspruch nehmen. Da gibt es bestimmt schon richtige Pilgerfahrten. Meiner Meinung nach geht es nur darum Geld zu sparen. Aber ist die Qualität und die Versorgung im Ausland wirkich auch so, wie wir es hier in Deutschland gewohnt sind? Was haltet ihr davon? Habt ihr vielleicht sogar selbst schon Erfahrungen mit Ärzten im Ausland gesammelt?

Liebe Grüße,
Ronja

Beiträge: 3 459

Wohnort: Deutschland

Beruf: "Heilberuf"

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Sonntag, 28. Dezember 2008, 15:20

Vorsicht bei Gesundheits-Tourismus

Zitat

Original von Ronja
Hallo,

seit Jahren liest man von immer mehr Leuten, dass sie ins Ausland fahren, um sich während ihres Urlaubes zum Beispiel die Zähne machen zu lassen, sich opierieren oder sonstige Therapien in Anspruch nehmen. Da gibt es bestimmt schon richtige Pilgerfahrten. Meiner Meinung nach geht es nur darum Geld zu sparen. Aber ist die Qualität und die Versorgung im Ausland wirkich auch so, wie wir es hier in Deutschland gewohnt sind? Was haltet ihr davon? Habt ihr vielleicht sogar selbst schon Erfahrungen mit Ärzten im Ausland gesammelt?

Liebe Grüße,
Ronja


Es ist nicht zu erwarten, dass eine billigere Medizin an sich in Ländern mit anderen hygienischen und medizinischen Maßstäben eine Qualitätvollere ist. Andererseits bieten Behandler in manchen weniger wohlhabenderen "Billiglohnländern" zahlungskräftigen und devisenbringenden Ausländern eine bessere Behandlung an, als den weniger betuchten eigenen Mitbürgern, sodass vergleichsweise reiche Westler und Patienten aus wohlhabenden Industrienationen in den Billiglohnländern Behandlungsressourcen für sich absaugen, die der Bevölkerung in diesen Ländern dann nicht zur Verfügung gestellt wird. Im Gegenzug dafür verbessert sich der relative Wohlstand des medizinischen Personals eines dann ja vermutlich mehr oder weniger korrupten Gesundheitswesens.

Andererseits habe ich auch schon einen Film über die Behandlung von in ihrem Land mehr oder weniger mittellosen oder schlecht versicherten oder austherapierten US-Amerikanern in öffentlichen kubanischen Krankenhäusern gesehen, in denen sie genauso gut wie die einheimische Bevölkerung behandelt wurden. Kuba hatte lange Zeit trotz der marxistischen Diktatur das beste und modernste für die Bevölkerung weitgehend kostenlose Gesundheitssystem Lateinamerikas, allerdings ausgerichtet auf die westliche Schulmedizin. Dies galt lange als der sichtbarste Fortschritt der sozialistischen Errungenschaften der Revolution von Fidel Castro und Che Guevara in Kuba.

In dem Filmbeitrag wurde gezeigt, dass auch eine an sich arme Volkwirtschaft gute und günstige Medizin nach westlichem Muster anbieten und allen zur Verfügung stellen könnte. In gewisser Weise war der Filmbeitrag neben einer gewissen menschlichen Werbung für das kubanische Medizinpersonal, das als äußerst freundlich und kompetent dargestellt und von den amerikanischen Patienten geschildert wurde eine scharfe Kritik am US-Gesundheitswesen. Er illustrierte allerdings etwas, was in den Billiglohnländern tatsächlich noch besser sein könnte, als in unserer "evidenzbasierten Medizin": die menschliche Zuwendung ist nicht nur billiger, sodass sie noch gewährt wird, sie ist den Leuten dort durchaus noch Beruf, Berufung, Auftrag, Freude, offensichtlich zumindest mehr als noch bei uns. Diese menschliche Zuwendung ist durch nichts zu ersetzen und wird leider aus finanziellen Gründen immer mehr rationalisiert und damit rationiert.

Ein besonders trauriges Kapitel der "globalisierten Medizin" ist jedoch der Organhandel und die Medikamentenversuche in Billiglohnländern. Arme Menschen verkaufen eine Niere oder Teile ihrer Leber für zahlungskräftige Ausländer oder auch reiche Inländer. Das Zweitorgan aus China hat vielleicht bald Konjunktur. Die Vermittler, die die Armut ihrer Landsleute im wahrsten Sinne des Wortes ausschlachten, machen neben den Ärzten den Hauptreibach. Die Ausländer reisen an und lassen sich operieren. Sie erhalten wenigstens etwas Nachsorge, je nach Bezahlung, den Rest dann in ihrem Heimatland, die Spender werden bereits nach einem Tag wieder davon gejagd und tragen ein erhebliches Risiko von Invalidität bis Tod. Dieses Schandkapitel wird auch von offiziellen Organen wie dem "Deutschen Ärzteblatt" angeprangert, allerdings auch zu dem Zweck, die hiesige Transplantationsmedizin durch Erhöhung der Spendebereitschaft im Inland zu unterstützen. Es wird darauf hingewiesen, dass der Transplantations-Tourismus ins Ausland auch für die Organempfänger mit höheren Risiken behaftet ist. Auch Internetmedien beteiligen sich daher seit einiger Zeit an einer kritischen Diskussion.

Ich selbst habe mit Behandlungen im Ausland annähernd keine Erfahrung, da ich mich bei Reisen mit meiner Reiseapotheke immer selbst gut ausgestattet habe oder mir die benötigten Dinge schicken ließ. Zum Glück erkrankte ich nie so, dass ich auf die Hilfe eines fremden Arztes angewiesen war. Habe ich schon Mühe, meinen Standeskollegen ganz zu vertrauen, die meine Sprache sprechen, würde mein Zutrauen durch sprachliche Barrieren sicher nicht sehr viel besser werden. Einmal hatte meine Reisebegleitung 1981 in San Marino eine poliklinische Sprechsunde wegen einer heftigen Harnwegsentzündung in Anspruch genommen, als ich die Befürchtung hegte, dass sich wegen der Beschwerden und des Fiebers bereits ein aufsteigende Nierenbeckenentzündung entwickeln könnte. Die Konsultation verlief im normalen Rahmen mit holperiger Verständigung eines in brüchigem Englisch sprechenden jungen Arztes, der ein harngängiges Antibiotikum verschrieb.

Ich würde nach meinem jetzigen Wissen niemals zu einer schulmedizinischen Behandlung gezielt ins Ausland fahren. Für unvermeidbare Fälle habe ich bei Auslandsaufenthalten in Rücksprache mit meiner Krankenversicherungen gegebenenfalls Zusatzversicherungen für ärztliche bzw. Krankenhausbehandlungen im Ausland und für einen raschen Rücktransport. Auch meinen Mitbürgern würde ich keine Auslandsbehandlungen zum Geldsparen empfehlen. Allerdings können allgemeine Kurbehandlungen aus dem Wellnessbereich in renomierten ausländischen Kurbädern bei günstigeren Preisen für den Normalbürger erschwinglicher und durchaus entspannend und wohltuend sein und helfen, diese Oasen zu erhalten, nachdem die hiesigen Zahlungsträger Kuren kaum noch unterstützen. Hier würde ich dann andere Maßstäbe anlegen, als bei eingreifenden medizinischen Behandlungen. Allerdings sollten die Kurärzte ihr Handwerk verstehen, um Risiken auszuschließen, weil manche Kuren bzw. Anwendungsarten sich z.B. nicht für Menschen mit schwacher Konstitution oder Herz- Kreislaufleiden eignen.

LG, Michael
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)

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Mittwoch, 8. Juni 2011, 10:48

Hallo,

Tasäschlich das ist eine wichtige Tendenz : der Sogennante Health Tourismus.

Wir leben in einem freien Land. Derjeniege der im Ausland sich operieren lassen will, kann es machen.

Zudem die Kosten von einigen Operation sind natürlich geringer als die Kosten in Deutshland. Zb. die Ophthalmologie hat sich sehr gut entwicklet in der Turkei wo das Gesundheitministerium daran auch gearbeitet hat. siehe: http://www.healthinturkey.org/en-EN/home-page/1.aspx
Ich finde es nicht schlimm. Nun aber, die Qualität muss gewahrleistet werden.