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Mittwoch, 14. Mai 2008, 09:58

Unabhängige Nothilfe für Birma nach Zyklon

Birma, engl. Burma bzw. nach dem Willen der Militärdiktur "Myanmar" genannt, neben Nordkorea eines der Armenhäuser Südostasiens, wurde am 3.5.2008 vor über einer Woche im Bereich der gesamten Küste von einem Wirbelsturm verwüstet, wie inzwischen auch Satelitenaufnahmen belegen: Ganze Landstriche sind nahezu unbewohnbar gweorden. Internationale Organisationen und die UN rechnen mit weit über 100.000 Toten, zu denen in Folge unversorgter Verletzungen, Hunger und Seuchen am Ende vielleicht noch einmal so viele Opfer kommen könnten. Bereits während des Weihnachtstsunami am 26.12.2004 gab es eine hohe Opferzahl, aber das Regime verweigerte Informationen und internationale Hilfe.

Die jetzt erneut notwendige Katastrophenhilfe ist unzureichend, da die Militärdiktatur, die ihre Bevölkerung seit Jahrzehnten im Würgegriff hält und die oppositionelle Wahlsiegerin Aung San Suu Kyi seit den neunziger Jahren mit Haft und Hausarrest bestraft, auch jetzt wieder wie bei vergangenen Naturkatastrophen keinerlei unabhängige Berichte und ausländische Hilfe zuliess. Hilfsgüter waren bislang den Militärs auszuliefern bzw. wurden beschlagnahmt und verlassen Häfen, Flughafen und Zentren nur dann, wenn die Diktatoren das wollen. Es ist zu vermuten, dass nur das eigene Klientel und die Armee zunächst gemästet wird, bevor das Volk eine Schale Reis sieht.

Es gibt aber auch größte logistische Probleme, da die Infrastruktur in den betroffenen Gebieten zerstört wurde. Strassen sind unpassierbar, Eisenbahnlinien unterbrochen, Brücken zerstört, Wasserwege verändert, die Stromversorgung, ohnehin lückenhaft, großräumig ausgefallen, die Wasserversorgung ebenso. Auch fehlt es an Treibstoff und Transportmitteln. Süßwassertümpel, als Trinkwasserteiche angelegt sowie Zisternen sind durch Seewasserüberschwemmungen versalzen und unbrauchbar geworden. Nahrungsmittelvorräte sind aufgebraucht oder verdorben und die geretteten Reste Reis verschimmeln ungeschützt in den ruinierten Speichern durch die Einwirkung des Monsunregens, dem auch über eine Million Obdachlose, die alles verloren haben, schutzlos ausgeliefert sind.

In dieser Misere zeigen einzig und allein die buddhistischen Mönche, die in ihren Klöstern traditionell von Almosen leben, eine organisierte Selbsthilfe und begannen, über ihre Netze und Verbindungen, sich und der ihnen zugehörigen Bevölkerung zu helfen. Obwohl traditionell unpolitisch und friedfertig, sind sie aufgrund ihrer kompromisslosen Ethik ein Rückhalt für Opposition und Demokratiebewegung, da sie Bereicherung auf Kosten des Volkes, aus dem sie stammen und Korruption und Günstlingswirtschaft der Militärmachthaber verabscheuen. Entsprechend nervös versuchen die Potentaten daher auch von jeher, Opposition und Klöster zu überwachen. Die im Lande befindlichen Klöster sind andererseits fast die Einzigen, die selbstlose Hilfe organisieren können und dürfen, weil ausländische Organisationen nicht selbst vor Ort dürfen sondern allenfalls über birmanische Hilfsorganisationen bzw. Mittelsmänner Hilfe in das Land leiten können.

Man könnte meinen, dass die kaltblütige Arroganz der Militärmachthaber, die das Leid des eigenen Volkes nicht rührt, den Funken von der Unzufriedenheit zu offenem Aufruhr und Revolution entzünden wird. Aber das kann noch lange dauern. Sowohl die buddhistische Bevölkerung als auch die Mönche sind eher friedfertig und duldsam und zum jetzigen Zeitpunkt fehlt den Meisten in den Elendsgebieten, die von der Katastrophe besonders schlimm betroffen sind, die Kraft. Man könnte denken, dass die einfachen Menschen nichts mehr zu verlieren haben und doch klammert sich jeder selbstverständlich an sein Leben und ist bemüht, seine Kinder, Eltern, Verwandte, Freunde vor dem Hungertod zu bewahren, statt einen Aufstand anzuzetteln.

Dieses Kalkül scheint auch die zynische Militärjunta zu haben, die eine bizarre Volksbefragung über eine Verfassungsänderung für - angeblich - mehr Demokratie zwischen Trümmern und unbestatteten Leichen, die das Grundwasser verseuchen, mit hohem propagandistischen und logistischen Aufwand durchzieht. Die vergleichsweise wohlgenährten Soldaten mögen, wiewohl auch "Söhne des Volkes", angesichts des Elends um sie herum lieber daran festhalten, in ihren Kasernen von ihrem Regime versorgt zu werden, als sich angesichts der Ungerechtigkeit mit der verarmten Bevölkerung zu verbrüdern und den korrupten Generalen den Rücken zu kehren. Also wird sich eine Zeit lang vermutlich nichts ändern und das wichtigste Ziel undabhängiger internationaler Hilfe wird die Ernährung und Versorgung der Notleidenden sein.

Noch ist die Weltgemeinschaft nicht so weit, eine Öffnung des Regimes, das seine Hauptstadt 2005 von der Millionenstadt Rangun in das besser kontrollierbare Provinznest Pyinmana Naypyidaw verlegte, für die internationale Hilfe zu erzwingen, da die Uno wie immer uneinig ist und die größte Diktatur der Welt, China, trotz der derzeitigen eigenen Erdbebenkatastrophe vor wenigen Tagen mit Bedarf an internationaler Hilfe eifersüchtig darüber wacht, dass keine internationale Organisation der UNO in die so genannten "inneren Angelegenheiten" autoritär regierter Staaten eingreift. Damit ist der internationalen Gemeinschaft derzeit verwehrt, den birmanischen Luftraum zu verletzen und Hilfsgüter ohne Erlaubnis der birmanischen Militärs abzuwerfen oder mit Hilfskonvois einfach einzumarschieren. Allenfalls NGO's könnten sowas versuchen, würden sich aber selbst in Gefahr bringen und hätten die gleichen logistischen Probleme, wie die Helfer im Inland.

In dieser Situation scheinen nur Hilfswege über integre innere Strukturen möglich, auch wenn sie langsamer arbeiten, als eine riesige internationale Logistik. Vielleicht arbeiten sie dann aber dauerhafter und nachhaltiger. Daher hat die internationale Organisation "Avaaz", die sich aus weltweit über das Internet verlinkte Aktivisten für Menschen-, Bürgerechte und Umweltschutz gebildet hat, im Internet zu Spenden für eine Mönchsorganisation in Birma aufgerufen, die die Hilfe vor Ort verteilt und ohne Bürokratie ausgibt. Zumindest müssen wir das hoffen, denn wirksame Kontrollen läßt das birmanische Militär genauso wenig zu, wie die unabhängige Hilfe aus dem Ausland selbst. Allerdings haben die ungebundenen Aktivisten über Pressekontakte und Mittelsmänner bei NGO's Informationsmöglichkeiten und inzwischen erreichen auch heimlich gedrehte Filme aus dem Landesinneren die Weltgemeinschaft - dank Internet und Sateliten.

Ob jemand dieser Hilfsmöglichkeit vertrauen möchte, bleibt natürlich jedem selbst überlassen, aber nach den Skandalen beispielsweise um "Unicef" halte ich es für besser, den betroffenen Menschen und den von ihnen mit Vertrauen bedachten Organisationen das Geld selbst in die Hand zu geben als einer noch so honorigen Edelhilfsorganisation aus dem reichen Westen, die offensichtlich (noch) nicht über die nötige Selbstreinigungskraft verfügt und ohne die Aufklärung der Presse noch heute im Sumpf von Inkompetenz und Bürokratie Geld verschwenden würde... Um sich eine vollständige Unabhängigkeit zu bewahren, akzeptiert "Avaaz" keine Unterstützung von Regierungen und Großunternehmen und strebt auch keine gemeinnützige Vereinsbildung an, sodass Spenden für "Avaaz"-Projekte wie hier die Birma-Hilfe nicht steuerlich geltend gemacht werden können. Dennoch wurden bis heute innerhalb weniger Tage 1,147,661 € ( 1,771,874 $) von Privatpersonen über "Avaaz" gespendet. Im Folgenden zitiere ich aus einer E-Mail, die ich von "Avaaz" erhalten habe:

Zitat

Aus einer E-Mail von "Avaaz"

Liebe Freundinnen und Freunde

Der verhängnisvolle Zyklon in Burma hinterliess über 100,000 Tote und Millionen Obdachlose--Die Versäumnisse der Junta verschlimmern zudem die Krise. Unterstützen Sie das Mönchsnetzwerk, um Hilfe durch Klöster an Bedürftige weiterzuleiten.

Doch was in Burma geschieht, ist nicht nur eine Naturkatastrophe, sondern ein Unglück unter schlechtem Krisenmanagement.

Burmas brutale und korrupte Militärjunta ist offensichtlich nicht in der Lage, ihre Bürger rechtzeitig zu warnen. Sie versäumte es, betroffene Gebiete zu evakuieren und unterdrückte zudem jegliche Kommunikationsfreiheit, so dass die burmesische Bevölkerung nichts vom drohenden Wirbelsturm wusste - Im Gegensatz zum Rest der Welt. Nunmehr verzögert das Regime eine rasche Antwort auf die Krise und behindert internationale Hilfsbemühungen.

Humanitäre Hilfe wird dringend benötigt, doch Burmas Regime könnte diese noch weiter verzögern oder ihrer Bestimmung entziehen und missbrauchen. Die Internationale Organisation Burmesischer Mönche, zusammen mit zahlreichen Anführern der burmesischen Demokratiebewegung, lancierte diese Woche neue Anstrengungen, um durch das umfangreiche Netzwerk der Klöster Notfallhilfe zu leisten. –Dies sind vertrauenswürdige Institutionen, welche im Moment in den verwüsteten Gebieten die einzigen sind, Unterkünfte, Nahrung, sanitäre und medizinische Unterstützung für die Betroffenen bereitstellen. Klicken Sie folgenden Link und helfen Sie der burmesischen Bevölkerung mit einer kleinen Spende. Sehen Sie sich die Videobotschaft eines Mönchsführers an:

https://secure.avaaz.org/de/burma_cyclone/17.php?cl=88589451

Die direkte Unterstützung der Mönche bietet eine gute Möglichkeit um sicherzustellen, dass die Hilfe ohne Umwege zur Bevölkerung gelangt. Regierungen und internationale Hilfsorganisationen werden unter Umständen nicht ins Land gelassen und müssen sich den Vorschriften der Militärjunta beugen. Die Mönche hingegen stehen schon jetzt an vorderster Stelle und unterstützen die Opfer mit Unterkünften und Nahrung seit dem Wüten des Zyklons. Die Internationale Organisation Burmesischer Mönche wird das Geld dank ihres eigenen Netzwerkes direkt an die Klöster verteilen, damit Regierungskontrollen umgangen werden können.

Letztes Jahr standen über 800,000 Mitglieder des Avaaz Netzwerks Seite an Seite mit der burmesischen Bevölkerung, als diese sich gegen die Militärdiktatur erhoben hat. Das Regime hat damals keine Zeit verschwendet und der Armee befohlen, die friedliche Demokratiebewegung brutal niederzuschlagen. Doch wenn Zehntausende infolge einer Naturkatastrophe sterben, verzögert das Regime jegliche Reaktion, und wertvolle Hilfe droht in den Taschen der Generäle zu verschwinden.

Es scheint unwahrscheinlich, dass die Mönche Hilfe von ausländischen Regierungen oder den großen Hilfsorganisationen bekommen werden, auch wenn sie mehr Vertrauen als die eigene Junta bei der der Bevölkerung genießen und jetzt schon eine stärkere Präsenz vor Ort haben. Wenn wir jetzt alle nur einen kleinen Beitrag leisten, können wir hnen helfen, ihre so wichtige Mission der Hilfe in grösster Not zu erfüllen.

Klicken Sie hier, um zu spenden:

https://secure.avaaz.org/de/burma_cyclone/17.php?cl=88589451

Hoffnungsvoll

Ricken, Ben, Graziela, Paul, Iain, Veronique, Pascal, Galit und das ganze Avaaz team

PS: Hier finden Sie einige Links zu weiteren Informationen:

Hier finden Sie informationen über die Arbeit von Avaaz zur Unterstützung der burmesischen Bevölkerung: http://www.avaaz.org/de/burma_report_back/

Hier finden Sie einige Artikel über den Zyklon, die humanitäre Krise und die politische Dimension:

Burma: Mindestens 100.000 Tote befürchtet:ORF.at:
" http://news.orf.at/?href=http%3A%2F%2Fne…r%2F288666.html"

Hilfsorganisation: Millionen Menschen in Birma obdachlos: AFP:
" http://afp.google.com/article/ALeqM5gByj…BMeiNPLPUgw7h1w "

Burma nach dem Zyklon FAZ.net
" http://www.faz.net/s/RubB08CD9E6B0874667…n~Sspezial.html"

Birma: Junta blockiert Hilfe - 100.000 Tote? Zeit Online
" http://www.zeit.de/news/artikel/2008/05/07/2527186.xml"

Die Militärjunta in Burma steht in der Kritik Neue Zürcher Zeitung Online:
http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/akt…t_1.727229.html

Birmas Militär-Junta riskiert den Aufstand, Welt Online:
" http://www.welt.de/vermischtes/article19…n_Aufstand.html"

24 Millionen Menschen im Einzugsgebiet des Wirbelsturms: Neue Zürcher Zeitung Online
"http://www.nzz.ch/nachrichten/international/uno_burma_tsunami_1.727137.html"

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ÜBER AVAAZ

Avaaz.org ist eine unabhängige nicht-profitorientierte Organisation, die internationale Kampagnen organisiert und sicherstellt, dass die Meinungen und Wertvorstellungen der Weltöffentlichkeit globale Entscheidungen mitbestimmen (Avaaz bedeutet "Stimme" in vielen Sprachen). Avaaz akzeptiert kein Geld von Regierungen oder Konzernen und wird von einem internationalen Kampagnenteam geleitet. Avaaz betreibt Büros in New York, Washington DC, London, Paris, Genf und Rio de Janairo.


Inzwischen ist auch die mächtigste Diktatur der Erde, die Volksrepublik China, von einer erneuten [URL=http://portal.gmx.net/de/themen/nachrichten/panorama/naturkatastrophen/5912606-Mehr-als-20-000-Tote-nach-Erdbeben-in-China,articleset=5909172,cc=000000160300059126061zNkKq.html]Erdbebenkatastrophe[/URL] schlimmsten Ausmaßes betroffen worden. Aufgrund der Zehntausenden von Verschütteten und der Unzugänglichkeit vieler Gebiete ist die Opferzahl nicht klar. Es könnten mehr als dreißigtausend, vielleicht sogar fünfzigtausnd sein. Dazu kommen Millionen Obdachlose, hunderttausend Verletzte. Sogar Chinas Premier war in einer ungewohnt offenen staatlichen Berichterstattung bei einem Besuch im Krisengebiet ungewöhnlich berührt und offensichtlich hilflos gefilmt worden und richtete Apelle zu Rettungsanstrengungen an die eigenen Kräfte wie an die internationale Gemeinschaft.

Ich denke, dass man den Chinesen in dieser Situation genauso unbürokratisch und großzügig helfen und hoffen muss, dass internationale Solidarität immer auch ein Zeichen für Öffnung, Demokratie und Gemeinschaft sein kann, die letztlich die Arroganz der Macht nach und nach zerbröckeln lassen wird. Möglicherweise wird sich "avaaz" zu China auch noch etwas einfallen lassen, nachdem man schon zu Tibet tätig wurde. Die neue Sensibilität der chinesischen Führung angesichts der Katastrophe im eigenen Land erspart uns natürlich nicht den weitergehenden Olympiazirkus mit seinem Fackellauftheater und anderen Zynismen. Nachdem die Fackel den tibetisch-nepalesischen "Mount Everest" in einer riesen PR-Aktion entweihte, heißt es von Chinas Offiziellen auch angesichts der Erdbebenopfer trotzig weiterhin: "The show must go on!" - "Die Spiele werden unverändert stattfinden".

Michael
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)