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Montag, 24. März 2008, 22:04

Spirituelles Glück und psychologische Zufriedenheit als Staatsziele in Bhutan

Über wissenschaftliche, psychologische oder spirituell religiöse "Glücksforschung" hat vermutlich der eine oder andere schon gehört oder gelesen, nachdem darüber bereits Beiträge im Internet veröffentlicht wurden, z.b. in "spiritualwiki". Dass aber ein Staat danach forschen sollte, ob seine Bürger glücklich sind, um ihr Glück zu vermehren und die Regierungsarbeit an diesem Ziel zu überprüfen, mag man kaum glauben. Denn heutzutage geht kein König mehr "incognito" unters Volk und schaut diesem "auf's Maul" und selbst viele "demokratische" Politiker scheinen immer wieder alle Bodenhaftung verloren zu haben und hauptsächlich mit der Mehrung ihres eigenen Glückes beschäftigt zu sein. Das kleine, abgeschiedene Himalaya-Königreich Buthan hat mit seiner alten buddhistischen Tradition auch im Zeitalter der Moderne nicht nur seine Langsamkeit bewahrt und erst kürzlich eine absolutistische Monarchie in eine demokratischere, konstitutionelle Monarchie verwandelt, wobei die Bürger gerade der monarchistischen Partei eine Mehrheit verschafften, es hat auch eine staatliche Stelle geschaffen, die nach orientierenden Befragungen von 1.000 Einwohnern erhebbare und messbare Parameter für Lebenszufriedenheit und spirituellem Glück aufgestellt und an diesen die Zufriedenheit des Volkes mit seiner Regierung regelmäßig abfragen will, damit sich die Regierungsziel nach diesen Bedürfnissen ausrichten können. Einige Parameter des Bürgerglücks sollen Wohlbefinden, Gesundheit, Bildung, Staatsführung, der Lebensstandard und ökologische Vielfalt sein. 68 Prozent der Befragten der Vorumfrage bezeichneten sich schon als glücklich. Phuntsho Ratan vom Zentrum für Buthan-Studien, der die Studie leitete, betonte: "Als buddhistischer Staat legen wir besonderen Wert auf spirituelles Wohlsein". Den Bhutani mag man das glauben, sagte doch einst der diesen heilige und besonders vom 14. Dalai Lama geschätzte große buddhistische Lehrer Shantideva, dass das größte Unglück durch das ausschließliche Suchen nach dem nur eigenen Glück in die Welt komme.

Die Idee klingt gut und außergewöhnlich, nur letztlich bleibt abzuwarten, was Regierende, auch demokratisch gewählte, mit diesem Ergebnis machen. Es scheint jedoch schon jetzt so zu sein, dass in diesem relativ armen Land mit seiner empfindlichen Hochgebirgsvegetation ökologische Aspekte des Naturschutzes vor wirtschaftlichen Erwägungen rangieren. Dabei gibt es durchaus gravierende innenpolitische Probleme ethnischer und religiöser Art zwischen bhuddistischen Bhutani (ca. 75%) und hindusitischen (ca. 25%) Einwanderern aus Nepal, die noch einer gerechten Lösung harren. Leider kenne ich den Glücks-Fragekatalog nicht. Es ist aber nach der initialen Befragung relativ wahrscheinlich, dass die Einwohner Bhutans nicht allein am materiellen Fortschritt, also z.B. dem so genannten Bruttosozialprodukt, den Fortschritt und Erfolg ihrer Gesellschaft messen wollen. Die Idee, auch von einem "Bruttonationalglück" zu sprechen und es in den "Bhutan-Entwicklungs-Index" einzubeziehen, bedeutet die Betrachtung einer Qualität statt einer Quantität an Wohlstand. Es wird interessant sein, welche Analogiewege die Bhutaner gehen, um diese besondere spirituelle und psychologische Qualität quantitativ zu messen. Die entsprechenden bei uns bekannten psychologischen Tests sowie Untersuchungen über Lebenszufriedenheit arbeiten mit subjektiven, relativen Skalen. Die bhuddistische Gesellschaft Bhutans ist auf eine im Vergleich zu unserer materialistischen Welt wohltuenden Art und Weise konservativ: Sie möchte natürliche und kulturelle Lebensräume bewahren und letztere nur behutsam weiter entwickeln. Als letztes Land der Erde erlaubte Bhutan sich seit 1999 Fernsehen, in dem aber sicher keine Werbung läuft, sondern Gesundheitsthemen und Geschichten über die eigenen Royals. Im Folgenden habe ich wegen der Kürze einen Beitrag aus gmx zitiert. Sehr lesenswert ist in diesem Zusammenhang ein ausführlicherer Beitrag aus SPIEGEL ONLINE Politik mit dem Titel [URL=http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,543004,00.html]"Im Land des Bruttosozialglücks"[/URL] von gestern.

Zitat

Zitat [URL=http://portal.gmx.net/de/themen/nachrichten/panorama/skurril/5608734,f=linkL2_2.html]AFP-Meldung von gmx[/URL]

[SIZE=3]Königreich Bhutan will das Glück seiner Einwohner messen[/SIZE]

Das abgeschiedene südasiatische Königreich Bhutan will den Grad der Zufriedenheit seiner Einwohner künftig messen lassen. "Wir werden es den 'Bhutan Entwicklungs-Index' oder das 'Bruttonationalglück' (BNG) in Anlehnung an das Bruttosozialprodukt (BSP) nennen", sagte die Chefin von Bhutans Planungskommission, Karma Tshiteem, in der Hauptstadt Thimpu. Der Index sei nicht als Gegenentwurf zu Messungen wirtschaftlichen Wachstums zu verstehen, betonte sie. "Aber Wachstum sollte auch das bezeichnen, was die Menschen wünschen." Als wichtigste Aspekte im Leben der Bhutaner nannte sie Umwelt, Kultur und Tradition.


Laut Tshiteem wurden ausgehend von einer Pilotumfrage unter 1000 Einwohnern einige Parameter des Glücklichseins identifiziert. Danach sind Wohlbefinden, Gesundheit, Bildung, Staatsführung, der Lebensstandard und ökologische Vielfalt besonders wichtig. 68 Prozent der Befragten bezeichneten sich in der Umfrage schon als glücklich. Mit dem Index solle auch überprüft werden, ob Pläne, Politik und Programme der Regierung dem Bruttonationalglück zuträglich seien, sagte Phuntsho Ratan vom Zentrum für Buthan-Studien, der die Studie leitete. "Als buddhistischer Staat legen wir besonderen Wert auf spirituelles Wohlsein", betonte er.

Die Idee der Glücksmessung stammt von Bhutans ehemaligem König Jigme Singye Wangchuck. Dieser wollte das winzige Königreich einerseits in die Moderne führen, andererseits aber die Einzigartigkeit des buddistisch geprägten Landes bewahren. Am Montag wählen die 670.000 Einwohner des kleinen Lands zwischen China und Indien erstmals ihr eigenes Unterhaus. Das Oberhaus wurde erstmals Ende des vergangenen Jahres gewählt. Viele Bürger des Landes stehen der Einführung der konstitutionellen Monarchie jedoch skeptisch gegenüber, sie würden die Staatsgeschäfte lieber ihrem 27 Jahre alten König Jigme Khesar Namgyei Wangchuk überlassen.

© AFP

Quellen: [URL=http://portal.gmx.net/de/themen/nachrichten/panorama/skurril/5608734,f=linkL2_2.html]gmx[/URL] und COMANEWS


Was passiert, wenn eine der materialistischten und brutalsten diktatorischen Militärmächte ein traditionelles buddhistisches Land mit einer sehr fragilen Kultur und Umwelt überfällt und terrorisiert, erleben wir seit über fünfzig Jahren und jetzt gerade wieder massiv in Tibet. Auch Bhutan liegt zwischen den einflusshungrigen Machtblöcken Indien, allerdings eine Demokratie, die dem 14. Dalai Lama nach seiner Flucht aus Tibet Zuflucht gewährte, und der Volksrepublik China, einer ideologisch verhärteten kommunistischen Diktatur mit Zügen eines entfesselten, nach außen imperialistisch aggressiv und nach innen sklavenhalterisch wirkenden Raubkapitalismus. Zwischen dieser zynischen, psychopathischen Gesellschaftsordnung, unter der auch Chinesen leiden, und dem aufstrebenden Indien liegen die spirituellen, pollitisch aber "rückständigen" Enklaven, das alte buddhistische Königreich und jetzt indisch regierte Ladakh mit seiner Hauptstadt Leh, dem mehrheitlich hinduistischen indischen Bundesstaat Sikkim, dem hinduistischen Königreich Nepal und Bhutan. Kompliziert wird die Lage z.B. in Ladakh durch den Kaschmir-Konflikt zwischen Pakistan und Indien. Mögen sie noch lange eine eigene und eigenständige Lebensqualität verwirklichen können, nachdem Tibet fast verloren scheint, obwohl gerade der 14. Dalai Lama ein Garant für eine humanistische, politische Weiterentwicklung bei Beibehaltung eines hohen spirituellen Standards hätte sein können, wenn Rotchina sich schon unter Mao mit ihm arrangiert hätte.

Michael
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Samstag, 1. Januar 2011, 16:17

Vanuatu - Inseln der Glückseligen

Englische Glücksforscher der "New Economics Foundation" haben weitere "Inseln der Glückseligen" ausgemacht, den melanesischen Inselstaat "Vanuatu", früher Neue Hebriden: "Eine Studie der britischen New Economics Foundation (NEF) bewertet das Glück der Einwohner Vanuatus im weltweiten Vergleich am höchsten. Untersucht wurden Zufriedenheit, Lebenserwartung und der Umgang mit der Umwelt."(1) Wer hätte das gedacht bei einem nicht gerade sehr wohlhabenden südpazifischen Inselstaat, der noch nicht lange der Kolonisation entronnen ist und über eine "babylonische" Sprachvielfalt verfügt. Eine Armee schützt dieses Glück auch nicht. Es muss also andere Kriterien sogar für staatlich herbei gesehntes "Glück" geben, als das, was Herr Wulff oder Frau Merkel in Bundesdeutschen Weihnachts- und Neujahrsansprachen beschwören. Nun, auch reif für die Insel im Jahre 2011? Doch auch allen anderen, die sich noch in Gesellschaften befinden, denen Glück, Freude, Friedfertigkeit und ökologisch verträglicher Wohlstand nicht als höchste Ziele gelten, wünsche ich ein freudvolles, fröhliches, friedvolles Jahr 2011!

Michael
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Mittwoch, 16. Februar 2011, 15:53

Das Messen von Glück ist für den empirischen Sozialforscher eine ebenso herausdforderndes schweres Unterfangen. Es gab mal von OECD den Versuch, die variable Lebensstandart messbar zu machen. In Deutschland ist dieser Index nicht sehr beliebt, da wir in punkto Lebensqualität bei der OECD nicht so gut abschneiden. http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpra…hland-91121.php Das hat erst einmal die Gegner derartiger Indizies auf den Plan gerufen, sowas könne man ja garnicht messen. Auf der anderen Seite steht ja jetzt auch das BSP in der Kritik, da es nichts aussagt, was einem Volksvertreter eine Orientierung gibt, ob er seinen Job gut macht oder nicht. Vielleicht sollten können wir da doch noch was von den Forschern im Buthan oder den Bürokraten der OECD lernen.

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Mittwoch, 16. Februar 2011, 23:48

Qualität und Quantität von "Glück"

Zitat

Original von Jultomte
Das Messen von Glück ist für den empirischen Sozialforscher eine ebenso herausdforderndes schweres Unterfangen.


Wer sein Glück erfahren (ermessen) möchte, höre auf, es zu messen. Tatsächlich ist das Messen des Unermesslichen und Unerhörten sehr problematisch. Das fängt schon damit an, dass eine qualitative Aussage zu der Frage, "was ist Glück?" sehr schwer fällt und sehr kontextabhängig und auf dem Hintergrund der Erfahrungen der Befragten sehr subjektiv eingeschätzt wird. Immerhin: Obwohl sowohl die Häufigkeit von Erkrankungen mit der Zunahme der relativen Armut in einer Gesellschaft steigt und die Lebenserwartung der relativ Armen (immer im Vergleich zu den Wohlhabenden) sinkt, scheint Glück nicht in erster Linie eine materielle Basis zu haben. Marshall Rosenberg, der Begründer der "Gewaltfreien Kommunikation", meinte sogar, dass das Leben nicht vorallem das Streben nach Glück sei, sondern dass es nicht mehr und nicht weniger sei, als alles Weinen zu weinen und alles Lachen zu lachen.

Michael
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