Sie sind nicht angemeldet.

41

Samstag, 5. November 2005, 08:55

Zitat

Ich habe immer noch den Einwurf von Reinhard (war doch Reinhard?) im Kopf, als er von Depression sprach und kaum jemand an jenen Menschen heran kommen könne. Würde auch in so einem Fall der Sinn der gesprochenen Worte den Menschen erreichen? Ich habe keine Ahnung ob das so ist?


Ich denke, dass es einen fundamentalen Unterschied ausmacht, ob jemand dieses "ich nehme und akzeptiere Dich so wie Du bist ", nur sagt und dabei vielleicht sogar noch glaubt, was er sagt oder ob es wirklich so ist. Nur ein sehr weit gereifter und "heiler" Mensch kann einen "Verrückten" so sein lassen wie er ist und ihn voller Liebe betrachten und wahrnehmen, ohne das Bedürfnis, irgendetwas verändern zu wollen. In der Gegenwart eines solchen Menschen vollziehen sich Heilprozesse, sogar ohne dass auch nur ein Wort gesprochen werden müßte. Solche Menschen sind Menschen ohne Angst und wer einmal in der Gegenwart eines solchen Menschen war, der weiß, was es für ein "Gottesgeschenk" ist, auf so jemanden zu treffen. Ein solcher Mensch spiegelt einem eine solche Liebe, das es schmerzt. Anfangs mag man sich dagegen noch wehren, aber in diesem Spiegelbild schmelzen Schmerz und Abwehr und schließlich kommt das wahre Wesen zum Vorschein.

Also sollte die Fragestellung der "Heilinteressierten" vielleicht nicht nur dahin gehen, was man mit den "Verrückten" machen soll, sondern mindestens gleichwertig daneben sollte idealerweise die Überprüfung des eigenen So-Seins stehen. Und zwar immer und immer wieder. Gerade die Therapeuten sollten sich vor Augen halten, dass auch ihre Patienten sie spiegeln. Kein Patient landet zufällig bei irgendeinem Therapeuten und kein Therapeut kümmert sich zufällig um irgendeinen Patienten.

Viele Grüße

Tania

42

Samstag, 5. November 2005, 13:22

Hi Tanja

Das hast du sehr schön gesagt!

Schnute hat geschrieben:

Zitat

Die Gesellschaft BESTIMMT


Jein, ich empfinde das nur halb so. Oft habe ich auch das Gefühl dass meine Krankheit auch meinen eigenen Bedürfnissen zutiefst im Wege steht. Natürlich sind auch meine Bedürfnissen ein Teil von gesellschaftlichen Bedürfnissen, das lässt sich nicht vollständig trennen.

Liebe Grüsse

Pony