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Sonntag, 22. Oktober 2017, 12:48

Die freie Liebe von Bruder Martin

Ein Naturwissenschaftler, Dr. Mat und ein Mystiker, Bruder Martin, unterhalten sich über Gott, die Religion, die Liebe und den freien Willen. Dr. Mat.: "Frühere Naturwissenschaftler lehnten die Gottesidee ab, da die Idee von einem Schöpfergott, der richtet und nach dem Tod für die Menschen einen Himmel und eine Hölle offenhält, der Idee des freien Willens widerspricht. Schließlich stellten die Wissenschaftler fest, dass ein höheres Wesen, das sich jeder Messung oder jedem Beweis entzieht, wissenschaftlich unvorstellbar ist und damit ausgeschlossen." Bruder Martin: "Für mich hat Gott mit der Erfahrung der Liebe zu tun, die ich in der Vereinigung, der Union mystica mit dem Göttlichen erlebe." Dr. Mat.: "Die Liebe ist naturwissenschaftlich gesehen ein biochemischer, hormonell gesteuerter Vorgang in einer biologischen Körpermaschine. Es ist ein biologisches Verlangen wie Hunger und löst entsprechende biologische Reaktionen aus und hängt auch von diesen ab. Diese Stoffwechselvorgänge steuern letztlich unsere Empfindungen und Gefühle, sogar unsere Gedanken. Diese biochemische Determinierung als materieller Vorgang kommt ohne alle geistige Zutat aus. Ein freier Wille ist somit anzuzweifeln, da wir biologischen Gesetzen in unserem Handeln, Fühlen und Denken unterworfen sind." Bruder Martin: "Das klingt nach einem sehr geschlossenen Weltbild und ähnelt damit einer Form von Glauben, welche Ihr als Naturwissenschaftler gerne kritisiert. Dieser Form von Liebe als einem biochemischen Vorgang wohnt tatsächlich wenig Freiheit inne. Es ist das Triebhafte, das Sigmund Freud entdeckt hat und das gleichwohl Teil einer wunderbaren Natur ist, die ich als Schöpfung begreife. Die Liebe, die ich als Mystiker erfahre, hat jedoch mit der biologischen Triebstruktur nichts Erkennbares gemein. Etwas, das so abhängig von etwas ist, gebunden, entstanden und vergänglich, bekommt in der mystischen Erfahrung nicht die Qualität der Liebe, die völlig frei lässt, die nichts zu tun hat und sich nicht einfordern und nicht berechnen lässt. Ohne dieses freie Liebe gibt es keinen freien Willen." "Dr. Mat: "Wie aber kann der Wille unter dem Einfluss einer solchen universalen und scheinbar allmächtigen Liebe frei sein. Ist das nicht nur eine schöne Idee?" "Bruder Martin: " Das erfährt der Mystiker in sich selbst in seiner tiefsten Nacht, in tiefster Gottferne, in der scheinbaren Abwesenheit von Liebe. Er kann sich entscheiden, diesem Schmerz beizuwohnen und mit seiner Angst dabei zu bleiben, den Schmerz anzunehmen oder sich dagegen zu wehren, sich zu verschließen, durch Gedanken und Gefühle, die er dazu tut, um die Angst und den Schmerz zu verringern. Er kann sich entscheiden, dazu nein zu sagen und etwas anderes zu wollen. Oder er kann sich hingeben. Es scheint leichter zu sein, nein zu sagen. Doch ist es meine Erfahrung, dass ich meiner Lebensfähigkeit selbst in der Angst und im Schmerz nie ganz verlustig gehe und es mir somit genauso leicht fällt, ja zu sagen und mich an diese Erfahrung hinzugeben. Der Wille ist hier frei." Dr. Mat: "Aber Ihr Mystiker behauptet durch alle Religionen hindurch, dass es ein unglaublich tiefes Verlangen, eine schier unauslöschliche Sehnsucht nach der Vereinigung mit Gott oder dem Göttlichen in Eurem Herzen gibt. Falls diese Sehnsucht nicht auch Ausfluss irgendeiner Angst ist und der Unfähigkeit, zu akzeptieren, dass es einfach nichts Höheres gibt, als uns selbst als biologische, vernunftbegabte Maschine, wie könnte man behaupten, frei zu sein, wenn diese Sehnsucht den Menschen zu etwas zieht, etwa zu einer Vereinigung? Wie kann dann also die Liebe der Mystiker frei sein?" Bruder Martin: "Da es möglich ist, das Verlangen zu ignorierten oder zu spüren, ihm zu folgen oder es abzulehnen, gibt es Freiheit. Das Verlangen ist eher eine Art Erinnerung an unsere wahre Natur, die mehr ist, als unsere biologische Natur und chemische Vorgänge. Die heiligen Bücher beschreiben das nur ungefähr, weil es sich kaum mit Worten übermitteln lässt. Die Religionen verwenden daher verschiedene und doch recht ähnlich Bilder, die aber nur an die Schwelle der eigentlichen inneren Erkenntnis führen können, die einem Weg gleicht, den nur jeder selbst gehen kann und jeder hat die Freiheit, bis dahin zu gehen und auch über die Brücke dieses Weges oder auch nicht. Nach den Lehren schickt das göttliche Wesen, die Liebe, dem Menschen beständig etwas entgegen und versichert, immer bei ihm und sogar ein Teil von ihm zu sein. In der einen Vorstellung kommt Gott selbst als sein Sohn und als Mensch zu den Menschen. In einer anderen Vorstellung ist er in jedem menschlichen Herzen von Anfang an und immer präsent und lässt diesen göttlichen Funken nie verlöschen. In anderen Bildern wird ausgedrückt, dass der Mensch Gottes Ebenbild ist. Vollzieht der Mensch innerlich die Vereinigung mit Gott und Gott die Vereinigung mit dem Menschen, nennen die Mystiker dies Union mystica. Diese mystische Verschmelzung ist ein Liebesakt. Der Mensch kehrt zu seinem Ursprung zurück, vereinigt sich mit Gott. Der göttliche Teil kehrt heim. Gott nimmt ihn und den menschlichen mit seinen Erfahrungen in sich auf. Sie werden eins. Dieser Liebesakt ist ein Bewusstseinsprozess, dem der Körper nicht im Wege steht, im Gegenteil. Der geschaffene Körper, eine geniale Kokreation des Göttlichen und des individuellen Menschen, ist in seiner Empfindungsfähigkeit in dem Maße Teil des Vereinigung- und Erlösungsprozesses, in dem der Mystiker seinen Körper bewusst wahrnimmt und einbezieht. Er bleibt aller menschlicher Empfindung fähig und gewinnt die göttliche Weite hinzu. Diese Weite verbindet mit allem und jedem, denn sie ist bereits in Gott. In dieser Vereinigung ist Unterscheidbarkeit und Ununterschiedenheit ungetrennt allgegenwärtig. Wenn die Vereinigung erfolgt ist, ist der Mensch im Zustande absoluter Freiheit und hat Teil an der Allmacht, ist Mitschöpfer und Geschöpf zugleich. Er hat alles. Er ist in der Liebe. Er ist darin frei. Ob er diesen Weg gehen will, entscheidet er von Anfang an selbst. Ob er ihn gehen kann, hat Gott schon entschieden. Er ließ Trennung zu und Vielfalt und Rückkehr und Einheit." Dr. Mat: "Wow! Jetzt bliebe aber noch die Frage, ob Gott, der die Liebe und das alles ist, auch nicht lieben kann, wenn er das z.B. will? Ist er so allmächtig?" Bruder Martin: "In seiner Schöpfung als Mensch ist er dazu in der Lage, in der Lage, sich von sich selbst abzutrennen und dem abgetrennten Teil die Wahl zu lassen, die Trennung beizubehalten. Diesem Teil ist jede Grausamkeit gegen sich und andere möglich, dieser Teil kann Gottesferne verspüren und erleiden, Hass gegen Liebe wenden und Angst gegen Verstehen. Und dieser Teil kann jederzeit zu seinem Erbe zurückfinden und sich mit seinem Ursprung vereinigen. Gott hat die Freiheit geschaffen, in dem er sie aus sich heraus gesetzt hat. Er war so frei, er ist so frei." Dr. Mat: "Und wo endet das?" Bruder Martin: "Wo und wann Du willst."
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Sonntag, 12. November 2017, 16:41

Der, der Du bist

Ein Schüler fragte seinen Meister: "Wer soll ich sein oder werden? Es gibt so viele Wege und jeder will anscheinend etwas anderes von mir! Wonach soll ich mich ausrichten, wem folgen?" Der Meister antwortete: "Sei am besten, wer und was Du bist. Der Weg zu diesem Ziel ist der Richtige." Darauf der Schüler: "Und wer bin ich? Kannst Du mir das sagen?" "Wenn ich es Dir sagen könnte", antwortete der Meister, "würde es Dir vermutlich wenig nützen. Finde es selbst heraus! Aber einen Hinweis kann ich Dir geben: wen auch immer Du triffst, so wie dieser musst Du nicht werden. Er ist einer der anderen. Von den anderen gibt es genug. Die wichtigste Frage, die dieser Andere Dir stellen könnte, ist die: Wer bist DU?" "Aber was sagt Dir Deine Erfahrung, die Du an mich weitergeben könntest?", insistierte der Schüler. "Weiß man denn immer, wer und was man ist? Und ändert sich das nicht?" "Ja", antwortete der Meister, "es ist tatsächlich ein Erfahrungsweg. Du erfährst Dich. Und dieser Weg ist wie ein Einweihungsweg. Du musst ihn also selbst gehen. Und indem Du der wirst, der Du bist, veränderst Du Dich, einfach so im Gehen. Vielleicht denkst Du, Du hättest Dich nie oder nur wenig verändert, vielleicht fürchtest Du die Veränderung sogar, wie es Viele tun, aber glaube mir, seit Du auf der Welt bist, hast Du Dich verändert. Und dennoch wird am Ende die einzige Frage sein, die Du zu beantworten hast: Wer bist DU?" "Also, was soll ich nun tun?", fragte der Schüler, der immer noch auf eine große Weisung hoffte. "Lauf los und halte Augen und Ohren auf, spüre den Boden und den Wind. Aber als erstes musst Du losgehen", sagte der Meister. "Gibt es nichts Einfacheres?", wollte der Schüler wissen. "Ja, Bücher Lesen und Vorträge Hören. Nur leider kommst Du damit keinen Schritt weiter. Das kann sogar sehr ermüden. Und daher möchte ich Dir nichts Weiteres sagen, denn ich merke schon, eigentlich möchtest Du Dich ausruhen und fragst daher ständig um Rat", schloss der Meister seine Rede.
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Sonntag, 3. Dezember 2017, 12:51

Der Anfang vom Ende her

Die Mutter beobachtete das Mädchen voller Freude. Doch da beschlich sie eine Sorge, es könnte ihr etwas geschehen oder noch schlimmer, dem Kind. Da fragte sie die alte Frau nach einem weisen Rat. Die aber sagte: "Deine mütterliche Sorge ist so natürlich geworden, wie Sie schon immer unnütz war. Die früheren Anhängerinnen der großen Mutter wussten, dass ihre einzige Aufgabe war, statt sich Sorgen zu machen für sich und ihre Lieben Sorge zu tragen und dem Leben zu vertrauen. Weiter mussten sie nicht denken. Aber wenn Du über das Ende nachdenken möchtest, tue es mit der großen Mutter. Die sagt: Wer den Anfang liebt, muss sich erst mit dem Ende anfreunden, mit dem alles begann und noch immer beginnt!"
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Sonntag, 3. Dezember 2017, 13:30

RE: Der Anfang vom Ende her: HEIDENEI!

Die Mutter beobachtete das Mädchen voller Freude. Doch da beschlich sie eine Sorge, es könnte ihr etwas geschehen oder noch schlimmer, dem Kind. Da fragte sie die alte Frau nach einem weisen Rat. Die aber sagte: "Deine mütterliche Sorge ist so natürlich geworden, wie Sie schon immer unnütz war. Die früheren Anhängerinnen der großen Mutter wussten, dass ihre einzige Aufgabe war, statt sich Sorgen zu machen für sich und ihre Lieben Sorge zu tragen und dem Leben zu vertrauen. Weiter mussten sie nicht denken. Aber wenn Du über das Ende nachdenken möchtest, tue es mit der großen Mutter. Die sagt: Wer den Anfang liebt, muss sich erst mit dem Ende anfreunden, mit dem alles begann und noch immer beginnt!"


"Heidenei", rief eine Mutter, die einen christlichen Kindergarten leitete und dieses Gespräch mitgehört hatte und sie wandte sich an die alte Frau: " 'Große Mutter', sind das nicht antike heidnische und abergläubische Gedanken? Könnte man nicht genauso gut sagen, du sollst in Gott vertrauen oder auf Jesus bauen?" "Könnte man", erwiderte die Angesprochene, "und dabei könnte man sich als Frau daran erinnern, dass Jesus eine Mutter hatte, die Gottesmutter, die den Sohn bis in seinen Tod begleitete und der Sohn sah es als wichtig an, mit seinen letzten Worten, die nicht ihm selbst oder dem Vater galten, seinen engsten Vertrauten Johannes zu bitten, für seine Mutter zu sorgen, so wie diese einst für ihn gesorgt hatte. Und den Aberglauben, dass Gott ein alter Mann mit weißem Bart, eine Art christlicher Oberdruide vom Schlage eines Merlins ist, glauben nur diejenigen, die sich über das göttliche Gebot hinwegsetzen, sich kein Bild von Gott zu machen."
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Samstag, 30. Dezember 2017, 10:33

Arzt-Philosophie

Der Nachfolger wollte von seinem Lehrer, einem alten Arzt, wissen, was ihn an seiner Berufung, Arzt zu werden, gereizt habe. Er erzählte: "Das Studium begann mit Neugier und der Frage, wie es möglich sein könnte, solche Widersprüche zu überwinden. Einerseits musst du ein Pessimist sein, um zu wagen, vom Arztberuf Deine Existenz abhängig zu machen, indem du davon ausgehst, dass immer genügend Kranke nach deinem Dienst verlangen. Zum anderen musst du Optimist sein und das Leben lieben, sonst hältst du das gar nicht aus. Und dann kommt die Praxis nach all dem Studieren. Du hast die Wahl, ein ehrgeiziger Mediziner zu werden, der verbissen forscht und sich als wissenschaftlicher Mediziner an leitender Stelle oder durch Bücher einen Namen macht. Dann hast Du den Tod als Gegner. Oder du wirst ein Arzt, der die Lebenden und das Leben in all seinen Formen liebt, dann hast du das Leben zum Freund, ein Freund, der nicht mir dir alt wird und der an deiner Seite bleibt, wenn du stirbst, weil er dich immer überlebt. Und weil die scheinbar widersprüchlichen Dinge nur die verschiedenen Seiten des einen Lebens sind und du auch selbst nur ein Leben verliehen bekommst, kannst du am Ende kein guter Arzt sein, ohne ein Lebenskünstler zu sein und ein guter Philosoph zu werden. Und somit sind diese beiden uralten Disziplinen die Krone der Wissenschaften und die Zierde des Arztes als Künstler und Weiser, nicht die Medizin oder das Recht. Und auch nicht die Theologie über ein Forschungsfeld, das sich unserem Wissen und unserem Einfluss entzieht, so wie sich Gott uns eben immer wieder entzieht, ist die wichtigste Disziplin. Die Doppelkronen, das sind die projektive Kunst als das Bild des menschlichen Geistes und der menschlichen Emotionen und die Philosophie, das ist die Essenz aus der Kunst des Lebens. Es sind die Künste, richtig zu leben und richtig zu sterben. Das alles beinhaltet der Arztberuf. Und deshalb wurde ich Arzt, nicht Mathematiker, nicht Jurist, nicht Theologe. Aber wenn du die Gabe hast, immer auf deinen inneren Arzt zu hören, kannst du alles werden und jeden Beruf lieben, der dich mit dem Sein verbindet. Musst du dieses Geheimnis erst entdecken, die Kraft des Lebens intuitiv in dir selbst zu spüren, zu hören, zu leben und zu kultivieren, kannst du es ja auch einmal mit einem Medizinstudium und dem Weg des Arztes versuchen, damit sich dein Fühlen und Lauschen besser entwickeln."
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Samstag, 30. Dezember 2017, 10:41

Ruhm

Der Ruhm eines Wegsuchers ist nicht, das Offensichtliche in der Öffentlichkeit zu tun und sich dafür ehren zu lassen, sondern das Subtile im Verborgenen zu finden und hier seinen Dienst zu tun, um im Stillen zu feiern, dass er seinen Weg spurlos voranschreitet und nur der Duft der Blumen am Wegrand von der Harmonie des Vortrefflichen künden. Der Duft oder die Liebe umhüllen alle Blumenwiesen der Welt und ziehen durch die Wälder und über die Berge. Der Ruhm ist wie der Rauch von nassem Holz und altem Laub. Man sieht ihn, aber man kann ihn nicht atmen ohne zu husten und zu ersticken. Die Liebe ist wie ein heißes Feuer ohne sichtbaren Rauch. Man sieht es, auch wenn es sich nicht darum kümmert, denn es ist die Natur des Feuers, Wärme und Licht zu spenden.
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Montag, 1. Januar 2018, 23:53

Altes und Neues

Die Jungen fragten den Alten, um ihm anzulasten, dass er mehr und mehr im Gestern verweile und ihn damit zu verspotten: "Wie hast Du es mit dem ganzen alten Wissen, das Du mit Dir herumschleppst?" Und er antwortete: "Wie immer: Altes, das uns jedoch lehrt, tröstet und versichert, um uns frei zu lassen, ist willkommen und wird immer wieder erneuert." Sie gingen weg und schüttelten den Kopf, denn das Neue hatten sie nicht verstanden.
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