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Mittwoch, 30. Januar 2013, 09:45

AD(H)S - die US-Krankheit: Krieg gegen Kinder?

Die Süddeutsche Zeitung schreibt heute (30.01.2013) in einem großen Artikel von Guido Bohsem, dass "immer mehr "Zappelphilipp"-Diagnosen" gestellt werden. Deutsche Mediziner hätten 2011 bei 620.000 Kindern ein so genanntes ADHS, eine Aufmersamkeitsdefizit-Störung mit Hyperaktivität, diagnostiziert, was einem Anstieg von 42% innerhalb von nur 5 Jahren seit 2006 in Deutschland entspräche. Die Zahlen entstammen einer Studie der größten deutschen Krankenkasse Barmer GEK, die die Diagnoseziffern (ICD 10 F 90.0 und F 90.1) ausgewertet hat. Einer der Studienleiter, Friedrich Schwartz vom ISEG-Institut in Hannover, resümiert: "Wir haben inzwischen ähnlich hohe Zahlen wie in den USA." Damit steht Deutschland an der Weltspitze der ADHS-Fälle. In Schweden werde die "Krankheit" dagegen deutlich weniger diagnostiziert.

Interessant ist auch die Geschlechterverteilung. ADHS ist nach diesen Zahlen ein "Jungsproblem". Wenn man früher von lebhaften Jungs sprach, liegt heute offenbar schnell der ADHS-Verdacht nahe, wenn ein Junge sich viel bewegt, nicht gleich auf seine pädagogisch überforderte Lehrerin hört oder seine Neigung, Unterrichtsinhalten zu folgen, vom Vermögen des Pädagogen abhängig macht, die Sachverhalte spannend, anschaulich und attraktiv darzustellen und vorallem mit den Kindern in Beziehung zu gehen. Weder Eltern, noch Pädagogen lernen offenbar, dass Erziehung Beziehung ist. Die Studie listet auf, dass drei Viertel der ADHS-Fälle männlich sind. Im Alter von 10 Jahren werde die Diagnose am häufigsten gestellt. Jeder achte Junge wurde in diesem Alter als krank diagnostiziert im Vergleich zu 4,4% der Mädchen. Ich finde, wenn große Teile unseres Nachwuchses auf eine so verheerende und inflationäre Weise als krank und unnormal beschrieben werden, ist nicht nur etwas bei unseren Kindern faul, sondern vor allem in ihrer Umgebung und es ist Zeit, ein wenig aufzurütteln und provozierende Fragen zu stellen, bevor wir in unserer Mittelmäßigkeit und Normalität, in unseren Normen verrotten, sodass wir nicht einmal mehr ein paar wilde Jungs und freche Mädels ertragen!

Die amerikanischen Verhältnisse führen nicht nur zu einer steigenden Beliebtheit dieser Diagnose bei Ärzten, Lehrern und Eltern, sondern auch zu einer inflationären Verordnung von Anpassungsdrogen im US-Stil. Die in den USA fast wie Aspirin gegen jede Leistungsblockade, Müdigkeit, Hyperaktivität, Begriffsstutzigkeit und sogar Dissozialität geschluckte bzw. den Kindern und Jugendlichen verschriebene Substanz Methylphenidat (z. B. als Ritalin®) wird seit dem Diagnoseanstieg in Deutschland 35% häufiger verordnet als fünf Jahre davor. Gleichzeitig steigen auch wie in den USA die Verordnungen von Antidepressiva und Neuroleptika an Kinder. ADHS ist nach den Zahlen der Medikamentenverordnung in der angeblich behandlungsbedürftigen Variante außerdem laut der Untersuchung ein Unterschichtsproblem, während Akademikerfamilien die Diagnose und Verordnung viel seltener annehmen. Wir wissen schon lange, dass unser Bildungssystem so genannte einkommensschwache und bildungsferne Familien abkoppelt. Verzweifelt versuchen Viele, die frustrierten Kinder in ihrer rebellischen Phase ruhig zu stellen und irgendwie in dieses intellektuelle Schulsystem einzugliedern, dessen Ziel zu sein scheint, Untertanen heran zu bilden, die selbstständig denken und lernen können sollen, was sowieso ein Zielkonflikt ist.

Ich vermute ganz andere Ursachen für das Ansteigen der ADHS-Diagnosen, als akademisch gebildete Ärzte und Lehrer sowie verunsicherte Eltern annehmen, die ihre Kinder oft weder erziehen können noch hinter ihnen stehen und will das mal ein wenig provokant und aufrüttelnd formulieren. Es ist in aller Regel bei der Diagnosestellung ADHS keine neurologische oder psychiatrische Erkrankung nachweisbar, die durch den Mangel des Gehirn-Botenstoffes (Transmitter) Dopamin verursacht wird, sondern es handelt sich oft um ein erlerntes Verhalten verzweifelter Kinder, die ohne die Anleitung, die Aufmerksamkeit und das liebevolle Wohlwollen in einer sehr leistungsorientierten, komplexen IT-Gesellschaft zurecht kommen müssen, in der immer mehr bewegungsfaule, mental und körperlich eher schwache, ohne natürliche und herzliche Autorität ausgestattete Menschen in den mittleren ("Führungs-") Ebenen den Ton angeben und für Mittelmäßigkeit, Langeweile und irgendeine Ordnung stehen. Den Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom fehlen dann eben nicht Ritalin® und Co. mit der Substanz Methylphenidat, der kleine, langsamer und lange wirksame Bruder des Kokain (die einstige Sklavendroge indianischer Minen- und Landarbeiter), andere Pillen oder psychiatrische Behandlung, sondern vor allem positive Aufmerksamkeit, Bewegungsanreize, interessante Motivation und Herausforderung durch die Erwachsenenwelt, die auch uns Ältere zunehmend nur noch anödet und "stresst".

Eine Gesellschaft, die Sklavendrogen wie Kokain zum Schickeria-Speed veredelt, Kinder massenhaft mit legalen, ärztlich verordneten Drogen mit hohen Nebenwirkungs- und Langzeitrisiken anpasst und ruhig stellt und das "gemeine Volk" ("Prekariat") mit schlechten Lebensmitteln aus Zucker, Fett, billigem Eiweiß, Genfood und Zusatzstoffen sättigt, kann auf die Dauer nur mäßig produktiv sein, auf keinen Fall aber kreativ und fröhlich. Um Rebellion, Leistungsverweigerung auf breiter Front, noch mehr Verbrechen, tödliche Langeweile und schnellen Zusammenbruch durch die immer häufiger diagnostizierten körperlichen und seelischen Erkrankungen vorübergehend abzuwenden, schaffen wir Surrogate für die menschliche Sackgassenbefriedigung mittels legaler Suchtstoffe, wenn die wirklichen Befriedigungsmöglichkeiten in unserer Sozial- und Arbeitswelt immer seltener werden.

Wir konsumieren Alkohol, Fastfood, Nikotin, Koffein und Zucker in "Energy-Drinks", elektronische Freizeitangebote mit PC und Playstation, wo man nur noch den Daumen bewegen muss, ständige Instant-Kommunikation auf annähernd Analphabeten-Niveau mit Smileys über "soziale Netzwerke" wie Facebook und wir haben schon Glück, wenn wir Körperspannung aufbauen und muskuläre Aktivität entfalten, indem wir zu Technomusik zucken oder einen provozierenden Gedanken aufschnappen, wenn wir den eigentlich meist völlig harmlosen, etwas frechen und politisch unkorrekten Deutsch-Rappern zuhören. Dann können wir uns wenigstens aufregen und haben etwas Mentaltraining. Die Alten und Dementen stellen wir ruhig und lassen sie in ihren Betten verfaulen, die Kinder setzen wir - bei Bedarf gedopt - vor den Fernseher und den Computer und wir verrichten mit denselben Medien unsere so genannte Arbeit. Anschließend "shoppen" und konsumieren wir, möglichst unter Nutzung des Internets, statt einzukaufen, zu kochen und uns zu ernähren. Ein Teil versucht die Notbremse zu ziehen und "walkt" ins Fitness-Studio, bis auch das aufgegeben wird.

Und da sollen die immer weniger werdenden Kinder, die wir uns hervor zu bringen trauen und uns noch leisten, ja zumuten können, nicht zappeln? Ausflippen müssten sie, unsere letzten Hoffnungen auf Lebendigkeit und zwar massiv und rund um die Uhr, denn sie bekommen immer weniger von dem, was der Mensch mit seiner eiszeitlichen Seele in seinem steinzeitlichem Körper braucht: echte Herzenswärme, echte Herausforderungen, Bewegung, familiäre und Gruppensolidarität, gute, gesunde Nahrung, Anerkennung und Förderung durch die Älteren. Ist die Zuwendung und das Interesse da, darf auch gefordert werden. Das mögen die meisten jungen Menschen durchaus. Aber was eine zunehmend erschlaffende, chronisch morbide, zur frühen mentalen Vergreisung neigenden Erwachsenengeneration, die selbst nur noch auf kindische Weise Spaß haben will, von der Jüngeren fordert, nämlich Klappe halten und Anpassen, hat die Jugend noch zu keiner Zeit gewonnen und den Alten noch nie gut getan. Hierzulande müssen bereits die Gerichte dem weniger werdenden Nachwuchs in den Kindergärten, die ja natürlicherweise nahe bei den Wohngebieten liegen sollten, erlauben, "Kinderlärm" zu produzieren, nachdem Ältere gegen diese Umweltemissionen geklagt haben.

Es gab einen alten Guerilla-Spruch in Lateinamerika, als junge Leute gegen die verkrusteten Strukturen mächtiger Oligarchien und ihres gewalttätigen Militärapparats ankämpften: "Man nennt den reißenden Fluss gewalttätig, aber nicht das Ufer, das ihn einengt." Muss unsere junge Generation, die sich noch halbwegs bewegen kann und noch nach echten Zielen und wahrer Motivation sowie begeisterten und Respekt vermittelnden Erwachsenen sucht, nicht gegen eine Gesellschaft der körperlichen, geistigen und emotionalen Erstarrung und Erschlaffung aufstehen? Nachdem es niemals nachhaltig gelungen ist, eine wirklich lebenswerte und herausfordernde Freiheit durch organisierte Massenbewegungen zu erreichen, die immer selbst zu Ideologien und Diktaturen erstarrten und in mittelmäßigem Wohlstand auf Kosten anderer dahindämmerten, rebelliert jetzt in vereinzelter Verzweiflung eher jedes noch wache einzelne Gehirn, jedes sehnsüchtige einzelne Herz, jeder unterbeschäftigte einzelne Muskel. Am Ende steht darauf in unserer Gesellschaft die Diagnose einer körperlichen, seelischen oder psychosomatischen Erkrankung! HALT! Das ist Wahnsinn! Ärzte sollten uns zur Gesundheit aufwiegeln und nicht krank schreiben und chronisch krank machende Pillen verschreiben. Diese Gesellschaft, die sich Demokratie schimpft, braucht und verträgt eher mehr Provokation als brave Jungs und sittsame Mädchen. Und sie verträgt Denken, diskursives, aufrüttelndes, skeptisches Denken gegen die Denkschablonen jeder Form von Establishment und gegen die Krankheit der Betonköpfe, der grauen Männer als Verwalter der Zeit im für Erwachsene geschriebenen Kinderroman "Momo".

Das so genannte ADHS, das wir aus den USA als pathologisches Konzept übernommen und mit deren Giften "behandelt" haben, ist auf der Seite des medizinischen und sozialen Establishments nur ein möglicherweise unbewusster und gut versteckter Vorwand, um im übertragenen Sinne Krieg gegen lebhafte Kinder zu führen, die man zu kleinen dissozialen Terroristen mit einer grassierenden Seuche einer Gehirnkrankheit abstempelt. Damit bringen wir diese Unglückseligen schneller dahin, wo viele der älteren Generation sich schon wähnen und ihre Ärzte sie diagnostisch zuordnen: ins "Burnout", die Depression, die Paranoia, das Borderline, die bipolare oder gar schizophrene Psychose oder einfach in eine medikamentös unterhaltene schlaffe Anpasserexistenz. Gerade sind namhafte psychiatrische "Experten" dabei, für ihren neuen "wissenschaftlichen" Diagnoseschlüssel weitere Krankheiten zu erfinden und mit der Herabsenkung von Schwellen und Einbeziehung weiterer Symptome bislang normale und vorübergehende seelische Anpassungsreaktionen wie Trauer zu pathologisieren. Das ist der ganz normale Wahnsinn. Den kann man kaum aushalten, ohne verrückt zu werden. Die Frage ist nur: Wer spinnt hier eigentlich?

Lasst Euch nicht alles gefallen! Denkt selber nach! Bewegt Euch! Beachtet, schätzt, fördert und schützt Eure Kinder! Fordert sie und lasst Euch von ihnen herausfordern! Werdet eine liebevolle Autorität! Verändert diese Gesellschaft, bevor sie aus Euch schlaffe Säcke macht oder Ihr Euch Eurer Bequemlichkeit anpasst! Heute schlagen die Erwachsenen bei uns zwar weniger, aber sie wenden auf andere, viel subtilere Weise Gewalt an, um Anpassung zu erzwingen. Sie diagnostizieren Störungen und verordnen legale Hammer-Drogen (Psychopharmaka) über Jahre hinweg wie in einem russischen oder chinesischen Gulag mit ihrer Herrschaftspsychiatrie. Sie grenzen aus und erklären kindliches Verhalten für verrückt. Sie beschimpfen und verleumden. Sie entziehen ihre Aufmerksamkeit und Liebe, werden böse und ignorant. Dieser Gesellschaft muss man helfen, doch nicht mit neuen und alten Suchtmitteln, Verordnungen, Krankheitsdiagnosen für Individuen und Gruppen, sondern durch Kontakt und Beziehung. Unsere modernen Beziehungsmuster verdienen eine Überprüfung. Es geht darum, sich wieder oder sogar erstmals Lebendigkeit, Authentizität, Mut, echte Freude und Gemeinschaft, auch Rührung und Berührung leisten zu können. Unsere Kinder und unsere Gesellschaft benötigen nicht noch mehr Ruhe in Form von künstlicher Beruhigung, sondern mehr Betroffenheit und Bewegung, wenn wir dabei sind, das Leben selbst zu ersticken.

Michael
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Mittwoch, 10. April 2013, 10:43

Das Letzte: Pharmanovität seit 1. April 2013

Die Meldung kam erst jetzt bei mir an, ist aber offenbar schon zum ersten April veröffentlicht worden. Es gibt eine Novität - wahrscheinlich eine so genannte Scheininnovation auf dem Psychopharmaka-Markt - welche gestressten Oberschülern helfen soll, Motivationsprobleme zu überwinden und entsprechend den Erwartungen ihrer Eltern und Lehrer ihre schulischen Leistungsreserven zu mobilisieren, statt lustlos und mit halber Kraft im Mittelfeld oder gar im unteren Leistungssegment herum zu dümpeln.

Eine neu gegründete Firma namens "Novipharm"® habe sich nach den Presseinformationen zur Aufgabe gemacht, in der Zusammensetzung und Dosierung neu kombinierte Generica-Arzneimittel, bei denen für die Einzelsubstanzen bzw. das ursprüngliche Medikament der Patentschutz abgelaufen ist, für neue und zum Teil leicht ausgeweitete Indikationsbereiche herzustellen, zu bewerben und zu vermarkten.

Dabei machte man sich offenbar folgende Überlegungen zu eigen: Insbesondere das kommende neue, amerikanisch dominierte Klassifikationsschema psychischer Störungen, DSM IV erklärt viele Normvarianten psychischen Erlebens und emotionaler Ausdrucksweisen zu pathologischen Störungen und eröffnet Psychiatern die Möglichkeit, diese "psychischen Erkrankungen" vor allem auch mit Psychopharmaka zu behandeln.

Des Weiteren ist ein immer populärerer Drang in unserer Gesellschaft zu bemerken, nicht nur die eigene Erlebnisfähigkeit neben dem öde gewordenen Arbeits- und Familienalltag mit legalen (PC-Spiele, Freizeitindustrie, alkoholische Mischgetränke, sog. "Alcopops") und illegalen Methoden schon im Kindes- und Jugendalter aufzupeppen, sondern auch Jugendlichkeit, Attraktivität, sexuelle Erlebnisfähigkeit, Fitness und geistige Leistungsfähigkeit mit den Mitteln der Medizin und der Pharmazie.

Neben den diversen Potenzmitteln für den einen Bereich sind legale Erlebnisdrogen wie z.B. die so genannten Nootropika und Stimulanzien sowie einige neuere Antidepressiva frei verkäuflich oder zumeist noch auf ärztlichem Rezept erhältlich, Ziel der Begehrlichkeit einer neuen Generation von Pharmadesignern und anspruchsvollen Wellness-Kunden, die sich von einem Lifestyle-Mediziner beraten lassen.

Ärgerlich für die Lifestylisten, aber nicht wirklich hemmend, ist, dass das länger und nicht so stark pushende (kein echter "Kick"), kokainähnlich wirkende Methylphenidat (Wirksubstanz z.B. in Ritalin® und nachfolgenden Generica) wegen der Suchtgefahr nur mit Betäubungsmittelrezept verschrieben werden kann, nachdem die amphetaminartige Substanz durch Gesunde zum Abnehmen als Appetitzügler und als leistungssteigerndes Aufputschmittel missbraucht wurde.

"Vitamin R" ist aber seit langem in Schüler- und Studentenkreisen bekannt und wird z.B. von Mitschülern, die Ritalin® als so genanntes ADHS-Medikament wegen einer angeblichen Aufmerksamkeitsstörung verschrieben bekommen haben, auf dem Schulhof oder dem Campus "vertickt" und von den Käufern vor Prüfungen und Klausuren eingenommen.

Doch geschieht dies nicht nur aus Eigeninitiative ehrgeiziger Prüflinge. Lehrer fordern Eltern auf, leistungsschwache Schüler medizinisch und jugendpsychiatrisch untersuchen zu lassen. Eltern fordern von Kinderpsychiatern Intelligenzteste und von Kinderärzten ADHS-Medikamente, wie Ritalin® (Methylphenidat) oder Strattera® (Atomoxetin), um die Ausdauer, Leistungsbereitschaft, Aufmerksamkeit und Konzentration zu steigern.

Da es die "legalen Drogen" dafür nur vom Arzt und auf Rezept gibt, werden die Kinder recht früh mit einer entsprechend passenden Diagnose psychiatrisiert und mediziniert und scheinbar sind zunächst alle Beteiligten zufrieden, denn ein bisschen wirkt am Anfang zumindest jede Droge, egal ob illegal oder verordnungsfähig.

Allerdings gibt es viele Fälle, bei denen die Wirkung ausbleibt oder weit hinter den Erwartungen zurückbleibt, auch nach unsinnigen Steigerungen mit schweren Nebenwirkungen. Das liegt am Gewöhnungspotential vieler Drogen und Pharmaka und an der schlicht falschen Diagnose- und Indikationsstellung. Das ficht "moderne" Haus- und Kinderärzte doch teilweise nicht mehr an und sie kombinieren schlicht Methylphenidat mit Atomoxetin.

Was gewissenhaften Ärzten unter den Medizinern ein nicht kalkulierbares Risiko dünkt, wollen die "Novipharm®"-Leute mit ihren eingekauften Lifestyle-Medizinern in der "Novipharm®"-Gruppe zum Vermarktungsprinzip machen. Seit dem ersten April diesen Jahres bieten sie die Arzneimittelspezialität "Gymnasyl® Speed" und "Gymnasyl® longtime" an. Es ist ein Mischpräparat aus Methylphenidat und Atomoxetin. "Speed" hat deutlich mehr Methyphenidat in schnell verfügbarer Form, "Longtime" hat weniger in retardierter Form.

"Novipharm®" will außerdem bei der Zulassungsbehörde erreichen, dass das Präparat mit dem geringeren Methylphenidat-Gehalt in der kleinsten N1-Packung nicht mehr unter die Betäubungsmittelregelung fàllt. Neben einigen kritischen Stimmen der "ewigen Pharmanörgler" soll es schon begeisterte Reaktionen von Elternverbänden und ADHS-Lobbyisten geben. Eine Stellungnahme der Ärzteverbände steht noch aus, zum Teil ist aber zu hören, dass den Medizinern vor allem die Rezeptpflicht wichtig ist, die garantiert, dass nur der Arzt verschreiben darf.

Michael
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Montag, 25. Januar 2016, 08:44

Guanfacin ("Intuniv") als neuer Stoff für umsteigewillige "Ritaliniker". Intuitiver Rat: Vorsicht!

Es gibt seit 2010 im angloamerikanischen Raum einen neuen „Hype“ in der Pharmakotherapie des ADHS und von symptomatischen Impulskontrollstörungen z.B. bei „Autismus“. Es handelt sich um den nebenwirkungsreichen altbekannten Stoff Guanfacin aus der Hypertoniebehandlung, der als Alternative zu Clonidin aus der gleichen Wirkstoffgruppe entwickelt wurde. Als Psychopharmakon gegen Unruhe und Impulsivität bei Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen ist Guanfacin retard jetzt auch europaweit zugelassen und wird seit dem 15.01.2016 in Deutschland als „Intuniv“ vermarktet. Diese „Innovation“ bedarf einer besonders kritischen Beobachtung.

Schon vor der jetzt vorgenommenen Einführung war im Rahmen der europäischen Zulassungsbemühungen der britischen Herstellerfirma Shire auch in den einschlägigen deutschsprachigen "ADHS-Foren" eine Diskussion darüber entbrannt, ob dieser Stoff Guanfacin in seiner retardierten Form bald auch hierzulande wie seit ca. fünf Jahren in den USA und Kanada offiziell seine "segensreiche" Wirkung unter den ADHS-Geplagten entfalten dürfe. Das schien auch viel damit zu tun zu haben, dass die ADHS-Gemeinde der zum Teil als Erwachsene selbst Betroffenen oder der Eltern von vermeintlich Betroffenen letztlich doch vielfach enttäuscht von den erhofften Wirkungen einer Dauermedikation mit "Ritalin" und Co. (Methylphenidat), Amphetaminen oder Atomoxetin ("Strattera"), zum Teil sogar in Kombination, waren.

Für die ADHS-Behandlung sei Guanfacin wegen der Nebenwirkungen des Blutsdrucksenkers „entdeckt“ worden. Der Pharma-Hersteller Shire könnte hoffen, diesem Stoff damit eine ähnliche Karriere zu bescheren, wie diejenigen, die vor über sechzig Jahren bei der Suche nach Allergiemittel auf die Vorläufer heutiger Neuroleptika stießen und wegen der Nebenwirkungen eines so untersuchten Antihistaminikums (Chlorpromazin) eine antipsychotische Wirksamkeit vermuteten und damit im Umkehrschluss glaubten, die Ursache von Psychosen und Schizophrenien entdeckt zu haben, nämlich Störungen auf der Transmitterebene im Gehirn.

Nach veröffentlichten Wissenschaftsinformationen bindet Guanfacin retard sich nach Umwandlung in den aktiven Metaboliten in den roten Blutkörperchen mit einer Halbwertzeit von 18 Stunden selektiv als zentraler Alpha2A-Rezeptor-Agonist an postsynaptischen Alpha2A-Adrenorezeptoren in verschiedenen Bereichen unseres zentralen Nervensystems an und beeinflusst die noradrenerge Neurotransmission. Vereinfacht ausgedrückt simuliert es zentrale neurologische Effekte beim Erlebnis von nicht unerheblichem Stress in unserem Gehirn, in dem das Alpha-Sympathomimetikon die Wirkung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin in zentralen Synapsen nachahmt. Es gibt also jeden Grund zur Skepsis, insbesondere wenn man sich den ebenfalls altbekannten Nebenwirkungen zuwendet.

Die Nebenwirkungsliste liest sich wie eine Sammlung schwerer psychischer und vegetativer Funktionsstörungen: sehr häufig seien Müdigkeit bis Schläfrigkeit, Kopf-, Magen- und Bauchschmerzen, häufig Reizbarkeit, Ruhelosigkeit, Schlaflosigkeit, Albträume, Depressionen, Angst, Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit, Bettnässen, Schwindel, Schwäche, diverse Verdauungsbeschwerden, Appetitsteigerung und Gewichtszunahme, gelegentlich Sinnestäuschungen und Halluzinationen, Krampfanfälle, Beinkrämpfe, Herz-Kreislauf- und Atemprobleme. Es kann zu Ohnmachten und Stürzen kommen (Synkopen). Sollte man solche Risiken eingehen, wenn zudem eine Langzeitstudie bei 49% der Patienten ein Behandlungsversagen vermerkt, bei 50% einen Erfolg?

Meine Haltung ist also die einer fachlichen Skepsis wenn nicht gar Reserviertheit. Dieses scheinbar neue Medikament „Intuniv“ mit dem alten Wirkstoff Guanfacin in Retardform erhöht meines Erachtens die Gefahr, eine weitere nebenwirkungsreiche Substanz als Medikament für den Trend der Medikalisierungen unangepassten kindlichen Verhaltens unter dem Label einer ADHS-Diagnose einzuführen und wegen der schon mäßigen Dauerwirksamkeit der bekannten ADHS-Medikamente Methylphenidat, Amphetamine und Atomoxetin zunehmend auszuprobieren.
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Mittwoch, 27. Januar 2016, 10:19

RE: Das Letzte: Pharmanovität seit 1. April 2013 - was wurde aus GYMNASYL® Speed und GYMNASYL® longtime?

... Was gewissenhaften Ärzten unter den Medizinern ein nicht kalkulierbares Risiko dünkt, wollen die "Novipharm®"-Leute mit ihren eingekauften Lifestyle-Medizinern in der "Novipharm®"-Gruppe zum Vermarktungsprinzip machen. Seit dem ersten April diesen Jahres bieten sie die Arzneimittelspezialität "Gymnasyl® Speed" und "Gymnasyl® longtime" an. Es ist ein Mischpräparat aus Methylphenidat und Atomoxetin. "Speed" hat deutlich mehr Methyphenidat in schnell verfügbarer Form, "Longtime" hat weniger in retardierter Form. ...


Offizielle Anfragen, die Namensrechte für eine entsprechende Arzneizubereitung von mir zu kaufen, gab es bisher genauso wenig, wie es bislang genau diese in dem zitierten Artikel genannte Spezialität gibt. Dennoch ist der ironische Beitrag alles andere als ein Aprilscherz. Die Wirklichkeit sieht genauso düster aus: Methylphenidat wird von Ärzten munter nicht nur mit Atomoxetin kombiniert sondern auch mit anderen Medikamenten, z.B. beruhigenden Neuroleptika. Jetzt kommt Guanfacin Retard dazu.

Die Nachfrage nach einer Wunderdroge ist trotz wissenschaftlicher Aufklärung, die den Irrwitz eines solchen Konzeptes eines Allheilmittels eigentlich entlarven sollte, scheint ungebrochen. Das scheint für alle Bereiche zu gelten, in denen der Mensch glaubt, hemmungslos und ohne Einschränkungen funktionieren zu müssen, ob bei dcer Arbeit, bei der Entspannung, im Freizeitsport, beim Sex .

Menschen, die als Jugendliche oder Erwachsene diesen Trend der pharmakologischen Selbstoptimierung in der Leistungsgesellschaft dann teilweise nicht mehr ohne Weiteres mitgehen wollen oder die sich "zur Entspannung" in der Freizeit eine kräftige Dosis "Spaßgesellschaft" gönnen wollen, greifen privat und in der Disco zu illegalen Partydrogen und versuchen, sich so vom "Ernst des Lebens" wenigstens zeitweise zu verabschieden.

Und so gibt es weiterhin einen boomenden Nachfragebedarf auch bei unseren "Besten" im Westen: Für den akademischen Nachwuchs gibt es daher für die Uni demnächst "Dissertan®" in lente- und forte-Präparation sowie für wissenschaftliche MitarbeiterInnen und Junior-ProfessorInnen "Habilitol®". Wegen der wissenschaftlichen Dopingkontrollen mit chemischer Analyse der Manuskriptblätter und PC-Tasten nach angefertigten Dissertationen und Habilitationen in Laboren von Dissi-Leaks und Habi-Leaks soll es in der niedrig dosierten und schwer nachweisbaren langzeitwirksamen Präparation angewendet werden, die als Injektionslösung alle zwei Wochen intramuskulär in den akademischen Gluteus maximus (großen Gesäßmuskel) appliziert wird.

Zum Spaßhaben wird eine sicherer handhabbare niedrige Dosierung der bekannten "KO-Tropfen" ("Liquid Ecstasy") GHB/Gammahydroxybuttersäure und GBL/Gamma-Butyrolacton unter den Projektnamen "Vali-Bumms" und "Geilan" entwickelt. Die Nachweisbarkeit ist mit der heutigen Analysetechnik meist nur auf wenige Minuten beschränkt. Die therapeutische Breite ist allerdings geringer, als die von Alkohol, der Gefahren im Einzelfall noch höher (Horrortrip, Psychose, Unfälle, Traumata, Missbrauch für kriminelle Zwecke, Todesfälle). Schlaue Mütter raten daher: Lass die Finger davon!

Wer das nicht glaubt, probiert es dennoch hoffentlich nicht selber aus! Doch auch bei legalen, verschreibbaren "Drogen" sollten die Einnehmer vorsichtig sein. Oft scheint es so, als wüssten Drogen-Konsumenten und ihre Zulieferer ("Dealer") mehr über die Wirkungsweise und Nebenwirkungen ihrer Lieblingsstoffe - durch Selbsterfahrung und Erfahrungsaustausch - als der durchschnittliche ärztliche Verordner eigene, selbst erfahrene Kenntnisse über die von ihm verordneten Psychopharmaka besitzt und weitergeben kann. Gleiches gilt für viele Apotheker. Und auch die systematische Abfrage nach Wirkungen und Nebenwirkungen unterbleibt oft. Die Masse der Kunden/Klienten/Patienten scheint es nicht wirklich zu stören, denn die Verordnungszahlen steigen.
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Mittwoch, 27. Januar 2016, 11:41

Ein kleines Dorf am Rande des besetzten Germaniens...

Es ist fast zwei Jahre her, dass der Leiter eines regionalen kinderärztlichen Weiterbildungszirkels die Leitung und therapeutischen Mitarbeiterinnen unserer Klinik im Rahmen eines Fortbildungstreffens niedergelassener Kinderärztinnen und Kinderärzte einlud. Dabei sollte es thematisch um das Diagnostizieren und Verschlüsseln von Diagnosen geben mit Überschneidungen oder auch Unterschieden im somatischen bzw. psychosomatischen und kinderpsychiatrischen Bereich.

Das Verhältnis zwischen dieser bedeutsamen Zuweisergruppe und unserer Einrichtung ist nicht immer spannungsfrei oder auch frei von Missverständnissen und zum Teil verstehen wir die Dinge bewusst ganz anders und machen das auch offen. Und doch gibt es auch einen respektvollen Austausch und bei aller Skepsis einen kritischen Diskurs. Man redet miteinander und nicht nur übereinander.

Am Ende der Fortbildungsveranstaltung las der Leiter des Weiterbildungszirkels einen selbst verfassten Text vor und gab ihn uns zur Erinnerung mit, der doch eine deutliche Anerkennung unserer kritischen Therapeutenhaltung gegenüber Modediagnosen und Mode-Medikamenten enthielt und der auch schon mal in einer saloppen Formulierung aus diesem Praxisumkreis zum Ausdruck kam, der uns analog zur Anti-Atom-Protest-Bewegung eine kollektive psychotherapeutische Haltung mit der Erklärung einer "ADHS-freien Zone" unterstellte:

Zitat

Wir befinden uns im Jahr 2014 nach Christus. Ganz Germanien ist von der Herrschaft des Imperium Categorium et Diagnosticum X (ICD 10) besetzt. Ganz Germanien? Nein! Eine von unbeugsamen Psychotherapeuten bevölkerte Kommune mit dem Namen KJPP-WHV hoch im Norden Germaniens hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten und widersetzt sich hartnäckig den Befehlen, jeden Bewohner einer ICD-10 Kategorie zuzuordnen und zu melden. Besonders betroffen sind Bewohner des Typus ADS. Möglicherweise fürchtet die Kommune KJP, ihr Zaubertrank auf Beziehungsaufbau, persönlicher Anteilnahme und anderen geheimen Zutaten könnte durch in Gewinnerzielungsabsicht in Umlauf gebrachter Plagiate in Tablettenform mit Namen MPH ersetzt werden.

Aber dem Imperium droht Gefahr noch von anderer Seite: Angehörige des gefürchteten Barbarenstammes "Streptococcus pyogenes" sollen jetzt nicht mehr gezielt gesucht und exekutiert werden, sondern nur noch bei größeren Aufständen identifiziert und durch das Söldnerheer Antibioticus eleminiert werden. Als Begründung werden genannt: Häufiges Vorkommen auch in nicht gewaltbereiten Populationen (bis 20%), Schwächung des Söldnerheeres Antibioticus durch den zu häufigen Einsatz und Kollateralschäden in der Population durch Antibioticus.

Noch versuchen die Stammesführer, die häufige Anwendung der ICD durch Aussicht auf mehr Sold bei häufigerer Klassifizierung zu erhöhen. In dieser Situation wollen wir über die Kriterien beraten, nach denen wir eine ICD10-Diagnose stellen.


Was der kinderärztliche Kollege neben der Resistenzentwicklung bei Problemkeimen durch den undifferenzierten und häufigen Einsatz von Antibiotika kritisch anspricht, ist die Tendenz zur zunehmenden Diagnoseverschlüsselung im Gesundheitswesen und die Verknüpfung von Behandlung und Leistungsvergütung mit dem Ziel der Kostenregulierung über ein zunehmendes und ausuferndes Diagnoseverschlüsselungsverfahren nach den somatischen Fächern nun auch für die Psychiatrie und Psychotherapie sowohl im ambulanten als auch flächendeckend demnächst im stationären Bereich. Die Wirkungen und Nebenwirkungen sind kaum absehbar und je nach Standpunkt durchaus besorgniserregend.

Hier haben die Fachverbände insbesondere der Psychiater und Kinder- und Jugendpsychiater auch "gepennt" während die Politik die Vorgaben der Kostenträger analog zu den Erfahrungen in der Körpermedizin (Somatik) eilig umzusetzen bemüht waren, in der Annahme, sie könnten damit wieder ein Reförmchen zur epochalen Gesundheitsreform aufblasen und auf ihre parteipolitischen Fahnen schreiben. Die Krankenkassen und -Versicherungen als Kostenträger witterten schon bald Möglichkeiten zur besseren Kontrolle der Patienten, Ärzte und Kliniken und zu Kostenlenkungseffekten zu ihren Gunsten, die privaten wie öffentlichen Anbieter im Gesundheitswesen hoffen natürlich auf Gewinne aus ihren Dienstleistungen durch die aufgebauten "medizinisch-industriellen Komplexe" eines sowohl zu Effizienz wie Leistungsausbau tendierenden modernen Gesundheitswesens in unseren Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften.

Währenddessen droht der "Faktor Mensch" als Kunde wie als Dienstleister immer mehr zu einer Zahl und damit zu einer Rechengröße zu schrumpfen und dadurch das Denken über Medizin und ärztliches Handeln immer mehr zu verändern. Dabei hat schon der Hippokratische Eid vermutlich als Reaktion auf tatsächliche Missstände oder Missbräuche bestimmte Gefahren angesprochen, nämlich u. a. durch Behandlung Schaden zu verursachen, der Gefahr zum Machtmissbrauch zu erliegen und der Gier durch zu große Gewinnorientierung zu folgen, etwa bei der bezahlten Lehre, Ausbildung und Publikation. Auch die Verschwiegenheit wurde bereits zum hohen Ideal erhoben.
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