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Donnerstag, 5. Dezember 2013, 02:07

Wetterveranstaltung 2013 zum Klimawandel: Sturmflut- und Orkan-Warnung in Norddeutschland, Niederlande und Dänemark

Liebe LeserInnen,

besonders, wenn Ihr an der Nordseeküste in Norddeutschland, Dänemark oder in den Niederlanden wohnt, seid morgen achtsam und vorsichtig. Wie das Unwetter vor einigen Wochen, das als Sturmtief "Christian" am 27. und 28.10.2013 Westeuropa betraf, rollt nun eine neue Orkanfront namens "Xaver" von Skandinavien über die Nordsee u.a. auf Norddeutschland zu und wird ab Donnerstagmittag (5.12.2013) auf die Nordseeküste prallen. Die Stürme sollen sich ebenfalls über Deutschland, Nord- und Westeuropa ausbreiten und länger, bis mindestens Freitag andauern. Die Kinder in unserer Küstenregion haben bereits schulfrei ("sturmfrei"). Beim letzten Mal gab es in unserer Gegend Tote und Verletzte sowie Millionenschäden. Diesmal droht außerdem bedingt durch die Hauptwindrichtung des Sturms in Kombination mit dem Neumond (am 3.12., "Springtide") eine Sturmflut mit gefährlichem Hochwasser besonders in der Nacht zum 6.12.2013 nach Mitternacht in der gesamten Deutschen Bucht, in Elbe und Weser. Wer also kann, sollte zuhause bleiben. Ich habe vorsorglich allen Patienten, die nicht in größter Not sind, abgesagt und ihnen geraten, an einem weniger gefährlichen Tag anzureisen, obwohl ich natürlich zur Arbeit fahre. Ich wünsche allen ein gutes Überstehen des Unwetters und eine Portion Nachdenklichkeit, dass die Heftigkeit der Wetterkapriolen unter anderem auch eine Folge unseres unbedenklichen Umgangs mit unserem Klima sind.

Michael

Zitat


http://www.wetterleitstelle.de/unwetterwarnungen/

Warnlagebericht für Deutschland ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am Mittwoch, 04.12.2013, 04:30 Uhr Vormittags gebietsweise Nebel. In Alpennähe strenger Frost. Streckenweise Glättegefahr. Entwicklung der Wetter- und Warnlage für die nächsten 24 Stunden bis Mittwoch, 04.12.2013, 21:00 Uhr: Über Mitteleuropa hat großräumig Druckfall eingesetzt, der den Rückzug und die gleichzeitige Abschwächung des bisher für uns wetterbestimmenden Hochs signalisiert. Von Nordwesten nähert sich inzwischen ein erster schwacher Tiefausläufer, der bis heute Nacht den Norden und die Mitte überquert. Er leitet eine Umstellung der Wetterlage ein, die am Donnerstag im Norden in eine schwere Sturm- und Orkanlage einmündet. In den Frühstunden hält sich hauptsächlich in der Mitte und im Süden noch Nebel, während er sich im Norden bei zunehmendem Wind rasch auflöst. Mit Annäherung der Kaltfront von Norden kommt in der Nordhälfte leichter Regen auf, im Mittelgebirgsraum kann es geringfügigen Schneefall geben. In der zweiten Tageshälfte ist auch im Süden stellenweise geringfügiger Schneefall möglich. In der Nacht zu Donnerstag fällt im Süden noch etwas Schnee, nach Norden zu lockert die Bewölkung dagegen auf. Im Küstenbereich weht zu dieser Zeit bereits ein starker, in Böen stürmischer Wind. Wichtiger Hinweis: Im Laufe des Donnerstags gelangt der Norden Deutschlands von Nordwesten her in den Einflussbereich eines von Island über Südskandinavien zum Baltikum ziehenden Orkantiefs. Dabei kommt es an der See zu Orkanböen (Bft 12), teils extrem (über 140 km/h) aus West, später Nordwest. Im Binnenland sind orkanartige Böen (Bft 11) möglich. Eine entsprechende Vorwarnung ist aktiv. Warnung vor strengem Frost: In Alpennähe stellenweise strenger Frost.. Warnung vor Nebel: Hauptsächlich im Westen und im Süden gebietsweise dichter Nebel. Warnung vor Glätte: Besonders in der Mitte und im Süden Glättegefahr hautsächlich durch Reif. Warnung vor Windböen: An einigen Küstenabschnitten Windböen Bft 7 aus Südwest. Nächste Aktualisierung: spätestens Mittwoch, 04.12.2013, 05:00 Uhr Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. R. Hering-Zieringer
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Donnerstag, 5. Dezember 2013, 23:15

Bislang kann man's aushalten - hierzulande wenigstens

Der Sturm "Xaver" hat zwar ordentlich die Bäume gefegt und Zweige und Äste abgeworfen, auch Regen und Graupelschauer gebracht, die Flut hoch auflaufen lassen und Halligen überflutet, doch hat er sich bis jetzt am Jadebusen noch vergleichsweise gnädig gezeigt, nicht so jedoch in Irland und in Großbritannien, besonders in Schottland mit hohen Schäden und auch einem tödlich verunglückten LKW-Fahrer sowie einem weiteren Opfer. Auch Skandinavien meldet Schäden, z.B. Dänemark. Mal sehen, wie es morgen wird. Heute Nacht soll nach Mitternacht der höchste Flutstand zu erwarten sein. Den Fußweg konnte man beim Hundespaziergang allerdings teilweise kaum noch erkennen, so viele Blätter, Zweige und Äste lagen darauf. Inzwischen klart der Himmel auf und die Schneewolken ziehen weiter. Liegen bleibt von dem wenigen Weiß, das nur noch ein paar Autos ziert, sowieso nichts.

Durch die alarmierenden Vorhersagen hat sich allerdings eine ziemlich große Angststimmung in der Bevölkerung breit gemacht. Man kann sie regelrecht spüren, wo man Menschen trifft. Die Kaufhäuser waren vor dem Sturm sehr voll. Das vorsorgliche Schließen der Schulen und der teilweise zum Erliegen kommende Verkehr spiegeln diese Ängste. In der Klinik fiel mittags sogar über fast fünf Minuten der Strom aus, wie in einem größeren Stadtgebiet und legte die Computer lahm. Die Notstromaggregate haben allenfalls die lebensnotwendigen Geräte weiter versorgt. Die Patienten reagieren zum Teil sehr irritiert und ein psychotischer Patient war in heller Aufregung - nur von den Fernsehberichten, die er sich 'rein zog - und rief mich mehrmals an. Auch das Team der Station schien Seelenmassage nötig zu haben. Die Pferde in ihren Stallboxen hingegen kauten in Ruhe auf ihrem Heu, auch wenn der Wind an den Toren und Fensterläden rüttelte. Und die Haustiere wirkten in unserer Gegenwart eher ruhig. Das spricht eher dafür, dass der Mensch mit seinen Gedanken beunruhigt ist, weniger das instinktive Tier.

Michael
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Samstag, 7. Dezember 2013, 00:55

Wer zuletzt lacht...

Glück gehabt: Orkan Xaver 2013 - "never forget", we will rebuild...


Schön. Windig

Zwischen Herbststürmen:
ein Sonnenstrahl im Regental
trifft späte Rose.
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Samstag, 7. Dezember 2013, 14:48

Diesmal Glück gehabt. Doch die Gesamtsituation mit extremen Wetterlagen ändert sich durch den Klimawandel

Die Deutsche Nordseeküste hat trotz der vorangegangenen Befürchtungen Glück gehabt, was Sturmschäden betraf. In einzelnen inneren Landesteilen und im Alpenraum bis nach Österreich hinein waren die Begleiterscheinungen eines heftigeren Wintereinbruchs mit heftigen Böen zum Teil weniger harmlos, als bei uns am Meer. Der Sturm an sich verhielt sich hier wie ein etwas heftigerer Herbst- und Wintersturm, wie wir es hier gewöhnt sind. Allerdings war die Sturmflutsituation im Vergleich dazu weniger ungefährlich. Mancherorts fehlten nur noch ein paar Zentimeter bis zu den Höchstständen des verheerenden Hochwassers von 1962. Zwar sind die Deiche seitdem zumeist erhöht und verbessert worden, aber die Ufer vor allem der großen norddeutschen Flüsse Weser und Elbe und an der Ems sind zum Teil seitdem mehr bebaut worden, Ausgleichsflächen sind weniger geworden, höhere Deiche engen den Spielraum der Flüsse ein und die Flussvertiefungen für die großen Schiffe, insbesondere Container-Riesen, erhöhen die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers, gefährden die Ufer und damit die Deiche und lassen die Hochwasserstände in Hamburg und Bremen schneller kritische Höhen erreichen. Das Weserstadion in Bremen wäre mitsamt seiner Umgebung während dieser Sturmflut um Haaresbreite abgesoffen. Die Politiker wissen von der Wissenschaft schon seit langem um die Unwetterproblematik in Gefolge des Klimawandels mit höheren Windgeschwindigkeiten, vermehrtem und längerem Auftreten von Orkanwetterlagen, Anstieg des Meeresspiegels mit höheren, gefährlicheren Sturmfluten. Getan wird viel zu wenig, sowohl bei der Reduzierung der Treibhausgase, insbesondere Kohlendioxyd und Methan, als auch beim Küstenschutz. Eines Tages wird es schief gehen, vielleicht zu einem Zeitpunkt, an dem wir uns an häufigere und heftigere Unwetter zu gewöhnen begonnen haben und keine hysterisch klingenden und Panik fördernden Katastrophenszenarien im voraus prognostiziert werden. Mit der Haltung, es wird schon gut gehen, kann man eine verantwortungsbewusste Vorsorge nicht betreiben.

Michael
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Donnerstag, 4. Dezember 2014, 21:26

Dieses Jahr: bislang "Schmuseherbst"

Deutschland will den Austausch der Treibhausgase drastisch reduzieren - doch nicht wirklich, vermuten Umweltschützer und Klimaforscher, die sich das hektisch zusammengestoppelte Programm zur Glaubwürdigkeitsrettung des Kabinetts Merkel-Gabriel vor dem Klimagipfel genauer angeschaut haben: Soviel heiße Luft, dass man davon zumindest den Bundestag heizen kann. Vor einem Jahr gab es die oben beschriebenen großen Befürchtungen und glücklicherweise am Ende noch relativ glimpflichen Auswirkungen eines heftigen Orkantiefs zu beschreiben. Genau ein Jahr später haben wir einen ungewöhnlich trockenen und warmen Herbstmonat November erlebt und nur einen nennenswerten Herbststurm. Wilde Veranstaltungen hat uns das Wetter in diesem Jahr also erspart. Aber auch ein bedeutsames Regendefizit in einem zu warmen Herbst ist langfristig kein Witz, auch wenn wir uns über Sonne am Nachmittag nach Nebelauflösung und Dezember-Rosen im Garten freuen können. Das Wetter ist eben zunehmend kurios und dies sollte weniger beruhigen, als zu ernsthafter Vorsorge und Anstrengungen zum Klimaschutz motivieren.
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