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Mittwoch, 6. August 2014, 18:14

Seuchen sind eine Prüfung - zum Beispiel Ebola

Seuchen prüfen uns, unsere Menschlichkeit und unsere Unmenschlichkeit. Die ethische Dimension einer Seuche ist die einer Waage. Früher dachten die Menschen, dass sie wegen ihrer Schlechtigkeit, ihrer Sünden von Gott durch Seuchen wie die Pest und die Pocken geschlagen und geprüft werden. In Wirklichkeit haben sich die Menschen ihre Seuchen immer selbst gemacht, durch ihre Gier auf der einen Seite und die Armut auf der anderen Seite, die Gier immer erzeugt, genauso wie sie Hass erzeugt. Die Menschen hassten einander, besonders die Armen die Reichen und umgekehrt.

Die Pest entwickelte sich im menschlichen Müllhaufen. Zusammengepfercht im Schmutz und Unrat hausten die ärmeren Bevölkerungsschichten der mittelalterlichen Dörfer und Städte in großen Familien in kleinen Häuschen und engen Gassen zusammen mit den Ratten, die sich von dem Müll ernährten und die den Rattenfloh mitbrachten, der die Pestbakterien übertrug. In der unhygienischen Enge der mittelalterlichen Handels- und Kriegsschiffe überquerten die Pestratten dann auch die Ozeane. Am Ende erwische der "Schwarze Tod" auch die Reichen und Hochgeborenen. Doch nun gibt es diese Seuche in den wohlhabenden Ländern der Erde dank besserer Hygiene und Wohlstand schon lange nicht mehr. Nur in den ärmsten Landstrichen etwa Südasiens, z.B. in Indien, gibt es noch Pestfälle. Aber es gibt Antibiotika, die bei rechtzeitiger Diagnose das Bakterium Yersinia Pestis bekämpfen kann.

Andere Seuchen sind stattdessen modern geworden und, wen wundert es, gerne suchen sie zunächst bevorzugt die Armen heim. In den wärmeren und in den ärmeren Ländern sind die meisten Infektionskrankheiten noch zuhause. Viele Seuchen entstehen durch schlechte hygienische Zustände, das Zusammenpferchen vieler Individuen und durch eine nicht artgerechte Behandlung von Haustieren. Viele Tierseuchen, die dadurch begünstigt werden und zu irrationalem Massengebrauch von Antibiotika führen, können im ungünstigen Fall auch dem Menschen gefährlich werden, ob nun Vogel- oder Schweinegrippe oder z. B. die neueste Panik-Seuche: Ebola! Ebola verursacht wie das ähnliche Marburg-Virus (beides Filoviren) ein hämorrhagisches Fieber. Die Letalität ist zwischen 30 bis 80 % und damit sehr hoch.

Auch Ebola-Viren stammen aus einem Tierreservoir, vermutet werden Flughunde. Diese Tiere leben oft abseits des Menschen, doch Armutsmigration und die Suche nach Ackerland und Fleisch lassen den Menschen, insbesondere Ärmere in immer entlegenere Gebiete eindringen und dort auch Tiere jagen um sie als Leckerbissen zu verzehren oder eben den Proteinvorrat mit "Buschfleisch" (Affen, Antilopen) aufzufüllen, z. B. in Afrika, wo Großgrundbesitzer und Multinationale Konzerne im großen Stil Viehfutter für die Rinder- und Schweineherden der Europäer und Nordamerikaner anbauen, sodass den Kleinbauern immer mehr Land für ihre eigene Ernährung weggenommen wird. In Afrika essen manche Menschen Affen wie z.B. die Gründe Meerkatze. Sie ist offenbar ein Überträger für den Ebola-Erreger. Affen sind Allesfresser und sie ernähren sich auch von den Obstresten, die die Flughunde übrig lassen. Sie kommen aber auch, wenn ihr Lebensraum zu eng wird, auf die Plantagen und Müllhalden der Menschen.

Doch die reichen Weißen sollten sich nicht all zu sehr über die armen Schwarzen und deren angebliche Dummheit aufregen. Die herrenmenschlichen Besserwisser und Gewinner in der weltweiten Nahrungskette halten es natürlich für dumm, solche exotischen Tiere zu essen und sich dann bei gefährlichen Krankheiten vom heimischen Medizinmann kurieren zu lassen und die westliche Medizin, die Helfer in Seuchenanzügen und die Quarantäne abzulehnen, weil die armen Schwarzen fürchten, dass der Weiße und seine Medizin die Einheimischen ausrotten wollen. Vielleicht wollen sie es nicht bewusst, aber natürlich lässt der internationale Handel, der zu Ungunsten der Dritten und Vierten Welt die reichen Länder bevorzugt, die Leute ärmer werden und am Ende verhungern.

Und da ist sie wieder, die Gier. Weil wir massenhaft billigstes Fleisch essen wollen, holen wir uns Soja und andere Energie- und Eiweißlieferanten vom afrikanischen und asiatischen Acker in unsere europäischen und amerikanischen Massentierställe und mästen dort mit hohem Anabolika- und Antibiotikaeinsatz unsere Mastputen, Masthähnchen, Mastschweine und Mastrinder. Und am Ende essen wir auch die Angst der geschundenen Tiere, die Anabolika und die Antibiotika und sterben an Krankenhauskeimen, gegen die kein Antibiotikum mehr hilft, weil die längst gegen alle gängigen Substanzen resistent geworden sind. Und dass wir die immer mehr abkriegen in unseren Krankenhäusern, liegt daran, dass wir uns hier so gerne unsinnige und teure Operationen machen lassen, weil wir es uns leisten können und der medizinisch-industrielle Komplex auch von den vielen Operationen lebt. Das ist dann unsere moderne Seuche hier im Westen. Ist das nicht dumm? Dazu kommen noch Autoimmunerkrankungen und Allergien.

Seuchen prüfen uns, unsere Menschlichkeit. Es gibt Krankenschwestern und Mediziner, auch im reichen Norden und Westen, die wollen den Afrikanern bei der Pflege ihrer Ebola-Kranken helfen, denn auch viele einheimische Ärzte und Krankenschwestern sind gefährdet, haben Angst oder haben sich sogar angesteckt, sind krank geworden und bei einer gut 50%igen Mortalität auch gestorben. Zwei infizierte Amerikaner wollen wieder zur Behandlung zurück in ihr Land. Einer ist schon angekommen, ein Arzt. Es soll ihm besser gehen. Er hat geholfen, einen Jugendlichen zu versorgen, der die Krankheit am Ende überlebte. Er spendete seinem Helfer Blut, in der Hoffnung, Antikörper gegen Ebola wären mit übertragen worden. Der erkrankte Arzt verzichtete auf ein Hyperimmunserum zugunsten eines anderen Patienten. Kleine Heldendaten, Zeugnisse von großer Menschlichkeit, Mitmenschlichkeit. Tatsächlich gibt es erste "experimentelle" Antikörper-Seren.

Wer eine der 5 Ebola-Arten überstanden hat, entwickelt dagegen immunisierende Antikörper, so die Medizin, die vermutet, dass eines der fünf Ebola-Filaviren jeweils das Ebolafieber verursacht. Aber kommerzielle Seren gibt es nicht zu kaufen. Afrika war bislang kein "Markt" dafür und da war es den Pharmamultis zu teuer. Aber die Angst in den reichen Ländern vor einer Einschleppung der Seuche macht es vielleicht lukrativ, Seren herzustellen. Donald Trump würde sich ein Serum kaufen, bestimmt. Er würde die ganze Fabrik kaufen! Er gibt zur Zeit ein ganz besonderes Beispiel ab: Ganz an die Spitze einer beginnenden Angsthysterie in den USA hat sich der Multimilliardär dagegen ausgesprochen, dass Landsleute, die sich als Helfer am Embolafieber angesteckt haben, in die USA gebracht werden, um dort behandelt zu werden. Der achtundsechzigjährige Trump scheint um seinen Lebensrest zu bangen, wenn ihm ein Ebola-Kranker auf seinem Teil des Kontinents zu nahe kommt. Und er startete eine mitleidlose Twitter-Kampagne. Angst scheint sehr amerikanisch zu sein. Über Trumps Beitrag wurde ausführlich berichtet:


Zitat

The Huffington Post


Donald Trump Says Ebola Doctors 'Must Suffer The Consequences'

The Huffington Post | By Ed Mazza

Donald Trump wants Americans infected with ebola to be kept out of their own country.

In a series of tweets posted over the weekend, Trump said doctors who treat ebola patients "are great," but shouldn't be allowed to seek treatment back home if they get sick.

"Treat them, at the highest level, over there," Trump tweeted, adding:

The U.S. cannot allow EBOLA infected people back. People that go to far away places to help out are great-but must suffer the consequences!
3:22 AM - 2 Aug 2014


But The Donald didn't stop there. He said the U.S. must "stop all flights from EBOLA infected countries or the plague will start and spread inside our 'borders.'"

The fact that we are taking the Ebola patients, while others from the area are fleeing to the United States, is absolutely CRAZY-Stupid pols
12:55 AM - 3 Aug 2014


Dr. Kent Brantly, the American doctor stricken with ebola in Africa, returned to the U.S. on Saturday, and is said to be improving as he receives treatment at Atlanta's Emory University Hospital.

His assistant, missionary Nancy Writebol, also contracted the disease while working with patients suffering from ebola. She's expected to be flown to the U.S. later this week.

Both were in Liberia, working for Samaritan's Purse, an evangelical Christian relief organization.

Earlier, the director of the U.S. Centers for Disease Control and Prevention appealed for calm in the wake of fears about Americans sickened by ebola coming to the states.

"I hope that our understandable fear of the unfamiliar does not trump our compassion when ill Americans return to the U.S. for care," said Dr. Tom Frieden, according to The Associated Press.

However, Trump isn't the only one angry over the decision. Frieden also told AP that his office had received phone calls and "nasty emails."


Vielleicht ist es ja auch amerikanisch, war es zumindest und durchsetzt noch das ganze dortige Charity-Missionswesen, den Charity-Gedanken mit dem Vermögen von Leuten zu unterstützen, die es sich wie Trump durch Erbe und auf den Knochen anderer Leute erworben haben. Vielleicht würde es den Afrikanern mehr helfen, wenn weniger weiße Helfer kommen, als das geweißte und gewaschene Geld der Global Player wie Trump und ähnlicher Tycoons zu einem Teil wieder auf den schwarzen Kontinent fließt und hilft, Armut zu bekämpfen, hygienisches Wasser zu gewinnen und auf dem eigenen Kontinent gesunde Nahrung für die dort Lebenden zu produzieren.

Seuchen prüfen uns. Das Urteil kommt nicht von Gott. Wir sprechen es uns selbst, in dem wir so oder so denken, sprechen und handeln. Die Buddhisten und Hindus nennen das Karma. Gott hat uns nicht verflucht. Wir selbst haben die Erde, die uns Nahrung und Wohlstand bringen könnte, mit unserer Gier, unserem Neid, unserem Hass und unserer Unbarmherzigkeit verflucht. Das ist das, was man Sünde nennt. Gut, in diesem Sinne kommen dadurch auch Seuchen. Es scheint, als hätten die Menschen im finsteren Mittelalter und angeblich blind in ihrem Aberglauben etwas geahnt. Wie muss man unsere Zivilisation bezeichnen, die alles weiß, wissenschaftlich fundiert, und dennoch nicht sieht, nicht hört, nicht weiter denkt? Es ist eine Prüfung. Weiter nichts.
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)

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Sonntag, 14. September 2014, 16:48

Gibt es eine Kultur der Hoffnung und Humanität, die die Kultur der Angst überlebt?

Inzwischen nimmt die internationale Welt angesichts von ca. 10.000 möglichen Infizierten (inkl. Dunkelziffervermutungen) die verschiedenen Ebola-Ausbrüche in verschiedenen Ländern Westafrikas relativ ernst. Einige medizinische Mitarbeiter, die im westlichen Auftrag in Afrika tätig waren und sich infizierten, wurden schon ausgeflogen oder auch in Afrika mit experimentellen Seren behandelt. Bei einigen besserte sich der Zustand und es gab schon Entlassungen aus der Quarantäne und der Klinik. Das Virus wird als nicht sehr ansteckend beschrieben, wenn bestimmte hygienische Grundsätze eingehalten werden, was aber oft nicht der Fall zu sein scheint, nicht einmal in medizinischen Einrichtungen, sodass sich viele Patienten und Mitarbeiter dort infizierten. Es bricht nach der Infektion auch oft keine erkennbare Erkrankung aus und die Betroffenen immunisieren sich still und weisen dann Antikörper auf, die davon künden, dass sich das menschliche Immunsystem mit Erregern des Ebola-Fiebers auseinandergesetzt haben. Lediglich bei denen, die erkennbar erkranken, ist die Sterblichkeit mit derzeit im Mittel 51% sehr hoch und damit ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung von Ängsten vor Ebola. Ein guter Gesundheitszustand vor der Erkrankung mit einem unbeeinträchtigten Gesundheitssystem sowie eine gute Versorgung der Erkrankten insbesondere auch mit Energie und Flüssigkeit hilft vermutlich, die Erkrankung besser zu überstehen.

Das möglicherweise in einigen Gegenden endemische Ebola-Virus wird inzwischen wohl nicht nur in verborgenen tierischen Reservoirs zirkulieren und durch den Verzehr von "Buschfleisch" aufgenommen, was wohl immer noch nachweisbar ist. Zumindest bei diesem Ausbruch kam es wohl auch von Anfang an zu einer größeren Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Bei der immer größeren Bevölkerungsverdichtung und Berührung der unterschiedlichen Lebensräume ist davon auszugehen, dass sich auch natürliche Kleinstlebewesen wie Bakterien, einzellige Pilze und andere Einzeller und winzige "genetische Übertragungsprogramme" wie Viren, die den Stoffwechsel lebender Zellen zur Reproduktion benötigen, verbreiten und andere Lebewesen besiedeln, mit denen sie in engeren Kontakt kommen. Am Anfang kann dieser Kontakt von nicht aneinander seit langer Zeit gewöhnten Organismen zu großen Unverträglichkeiten führen. Statt Symbiosen oder weniger belastender Parasitosen können heftige Krankheitserscheinungen zu einigen Katastrophen führen und zwar sowohl für die neuen Wirte, die diese Mikroorganismen nicht kennen und ihr Immunsystem noch nicht darauf einstellen konnten, als auch für die Mikroorganismen, deren Wirte wegsterben und sie mitunter gleich mit. Das biologische Ziel der miteinander durchaus auch in positiver Konkurrenz stehenden Systeme von miteinander in einer Nahrungs- und Funktionskette verknüpften Organismen ist eine Koexistenz, die allen Spezies ein begrenztes, aber kontinuierliches Wachstum und ein Überdauern als Spezies ermöglicht.

Solche funktionierenden Systeme gibt es zuhauf. Manchmal ist über eine jahrhundertelange Koexistenz zwischen Mikroorganismen und Makroorganismen die Pathogenität der Mikroben, d.h. die mögliche krankheitsverursachende Wirkung sehr gering und die notwendige Boosterung, d. h. Förderung des Immunsystems im Wirtsorganismus im Vordergrund. Veränderungen, die plötzlich erfolgen, z.B. durch Veränderung und Durchdringung von Lebensräumen, unkritischem Gebrauch von Medikamenten, Impfungen, Pestiziden, Ernährungsgewohnheiten usw., bringen dann das ganze System in Gefahr, das bisherige Gleichgewicht zu verschieben. Es muss sich wieder neu finden und Mikro- und Makroorganismus haben dafür Strategien: Verbesserung des Immunsystems auf der einen Seite, Verminderung der Pathogenität auf der anderen Seite. Wirtsorganismus und Mikroben verändern dazu auch ihre Genetik. Das können Mikroorganismen schneller, als Makroorganismen, bei denen erst mal nur bestimmte Zellen betroffen sind und die davon auch nicht immer einen Vorteil haben. Lässt man den Systemen Zeit und bleiben genug Mitspieler übrig, gibt es ein neues Gleichgewicht.

Bei der sozialen, kulturellen und medizinischen Bewältigung solcher Krisen mit seuchenartigen Infektionskrankheiten spielen Glaube, Aberglaube, soziale und wirtschaftliche Interessen eine Rolle. Der subjektive Mensch verliert in Bedrohungssituationen, ob er sie sich einbildet oder ob sie tatsächlich vorhanden sind, oft seine rationale Urteilsfähigkeit oder fährt zumindest doppelgleisig rational und emotional. Wenn es darum geht, dass der Mensch sein Leben bedroht sieht, wozu er auch seinen Wohlstand zählt, wird er manipulativ und versucht mit aller Macht einen vermeintlichen Notstand abzuwenden. Ein Schwarz-weiß-Denken und Feindbilder gehören dazu. Auch unsere manchmal verzweifelten Versuche, jede mögliche Form von Erkrankung und natürlich den Tod zu bekämpfen, gehöre dazu. Das Organtransplantationswesen mit all den schrecklichen Begleiterscheinungen bei der Gewinn von Organen aus Toten bzw. Sterbenden oder solchen, die man dazu erst mal umbringen muss, wie z.B. Delinquenten, die man unter obskuren Umständen in der VR China zum Tode verurteilt hat, gehört dazu. Dazu gehören auch bestimmte massive und radikale Impfkampagnen und der Einsatz von bestimmten Giften in den Entwicklungsländern, um die Menschen in den den wohlhabenden Ländern vor der Rückkehr von in unseren Breiten verdrängten Erkrankungen und Schädlingen zu schützen.

Das schafft Misstrauen und Verdächtigungen. Nicht von Ungefähr trauen manche Afrikaner der westlichen Medizin und Hilfe nicht und fühlen sich z.B. in der Ebola-Epidemie von harten Maßnahmen bei der Quarantäne, von Isolierstationen, Seuchenanzügen und medizinischen Eingriffen, die oft ziemlich unhygienisch verlaufen, mindestens so bedroht, wie von Ebola und fliehen vor solchen Maßnahmen. Da es ja nicht nur in Filmen, sondern auch in der kriminellen Realität schon vorgekommen ist, dass Menschen ihrer Organe beraubt oder zu Experimenten missbraucht wurden, trauen manche Afrikaner das den westlich orientierten Medizinern zu. Gleichzeitig gibt es bei ihnen die gleiche irrationale Angst vor Erkrankten, auch wenn sie genesen oder nicht mehrt ansteckend sind, wie in unseren Breiten, wo Menschen mit Hautausschlägen, mit HIV usw. gemieden werden, auch wenn das rational wenig verständlich ist. Hier müssen wir als Menschheit insgesamt noch sehr an unserer Menschlichkeit arbeiten, um einander näher zu kommen. Sogenannte Seuchen sind eine Herausforderung an unsere Humanität, die die guten rationalen und emotionalen Ressourcen, die wir Menschen uns auch in den Jahrhunderten angesammelt haben, auf entscheidende Proben stellt. Sind unsere Kulturen immun gegen eine Zerstörung durch Angst und Bosheit, die nur in uns selbst leben kann und mit der wir uns anstecken können? Gibt es eine Kultur der Hoffnung und Humanität, die die Kultur der Angst überlebt?
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)