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Dienstag, 14. März 2006, 22:14

Würstchen

Na, ich weiß nicht. Mag sein, dass Kuchen mich auch nicht anmacht, aber drei übriggebliebene Nürnberger Bratwürstchen heute in der Küche... Vorallendingen, wenn ich daran denke, wie es früher war. Gesehen war auch schon nebenher verschlungen. Jetzt würde es darauf ankommen, daraus eine vollwertige Mahlzeit mit entsprechenden biologisch wertvollen Zutaten zu machen, die nebenbei auch sättigen. Ich werde mir also für die Zukunft Gedanken machen müssen. Außerdem denke ich aufgrund der Müdigkeit, die mich nach einem arbeitsreichen Tag und Sport abends schneller befällt, als sonst, dass das Ende des strengen Fastens abzusehen ist, um nicht in einen Mangelzustand von Vitalstoffen zu geraten.

LG, Michael
Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr findet mich dort. (apokryph. Evangelium nach Thomas)

Raphael

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22

Mittwoch, 15. März 2006, 14:04

Der dreizehnte Tag

"Dreizehnlinden" (v. Friedrich Wilhelm Weber) kommt mir in den Sinn, am dreizehnten Tag. Klosterherrlichkeit und romantische Literatur. Allmählich kommt die Zeit, da man ganz mit sich allein sein möchte, sollte man das Fasten fortsetzen oder den spirituellen Auswirkungen nachspüren. Im Tagesgetriebe, im beruflichen Alltag stört es zwar nicht, doch all das lenkt ab. Ich kann nichtmals sagen, dass die Sensibilität geschärft ist, nur, dass die Laune im Gegensatz zu den ersten Tagen, wo sie manchmal gereizt sein konnte, gehoben ist. Das Gefühl der Leichtigkeit besteht fort, wenn nicht abends eine vermehrte Ermüdbarkeit hinzu käme.

Raphael

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Donnerstag, 16. März 2006, 23:10

gesundheitliche Erfolge

Fasten und Bewegung können eine erstaunliche gesundheitliche Veränderung einleiten. Ein Bekannter berichtete mir nach zwei Wochen Fasten: Gut sieben Kilo Gewicht verloren, schnarcht nicht mehr, Asthma besser im Griff, Blutdruck normalisiert, Stimmung fröhlicher, sportliche Ausdauer verbessert. Und das seien nur die ersten Anzeichen einer Umstimmung.

LG, Michael
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Raphael

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Donnerstag, 16. März 2006, 23:58

Der vierzehnte Tag

"Vierzehn Nothelfer" erinnern daran, dass die Volksfrömmigkeit sich von unsichtbaren, spirituellen Helfern und Fürbittern Trost und Erlösung aus allerlei Nöten erhoffte. Oft ging es um Todesängste oder Todesgefahren. Bezieht man es wieder auf die gesundheitsfördernde Wirkung des (vernünftigen) Fastens, so kann diese reinigende und entschlackende Umstimmungsbehandlung sicherlich mehr als vierzehn Zivilisationskrankheiten begegnen: Günstig beeinflußt werden können u.a. Mangelüberernährung mit Übergewicht, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Angina pectoris, Herzinfarkt, Schwächung der Bauchspeicheldrüse mit Diabetes, Leberverfettung, Gallenprobleme, Gicht, Darmkrebs, krankhafte Blutfettwerte, Gelenkverschleiß, Rücken- und Wirbelsäulen-beschwerden, Eingeweidebrüche, Schnarchen mit Schlafapnoesyndrom, Depressionen, autoimmunologische Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises ect. Fasten kann Prophylaxe, kann Therapie sein. Wichtig ist bei jedem Kranken eine gewissenhafte Anleitung und Überwachung, bei einem Gesunden ein gesundes Maß.

So gehen jetzt die oft auch angenehmen und bequemen Tage des völligen Nahrungsverzichtes ihrem Ende zu. Etwas Wehmut kommt genauso auf, wie am Beginn des Fastens. Wieder wird sich der Körper auf andere Aufgaben umstellen müssen, so behutsam wie möglich, um keine Störungen zu verursachen. Durch die sich abflachende und zum Schluß stehende Gewichtskurve hätte man den Eindruck haben können, der Körper habe sich allmählich auf die Verwendung von Lichtenergie eingestellt. Wie sonst könnte er bei unverminderter Leistungsfähigkeit ohne Nahrung sein Gewicht halten, ohne Wasser einzulagern? Denn dafür gibt es keinen Anhalt. Und so schnell baut ein Training keine Muskeln auf. Da würde man das Experiment gerne weiter führen. Doch wäre das nicht vernünftig. Es ist dennoch schön, wieder einmal zu bemerken, dass zwei Wochen Verzicht keinerlei Mangel erzeugten, sondern eher einem Abschied von einem "Zuviel" entsprachen. Nun wird es darauf ankommen, mehr Achtsamkeit bis zur nächsten Fastenzeit einkehren zu lassen.

Raphael

Raphael

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25

Freitag, 17. März 2006, 14:33

Fastenbrechen

Der letzte Tag des vierzehntägigen Fastens erbrachte noch einemal einen Gewichtsverlust und eine Zunahme des Wohlbefindens. Es ist auch ein emotionaler Gewinn: Die Zufriedenheit, unter erschwerten (Arbeits-) Bedingungen jeden Tag mit großer Selbstverständlichkeit diesen Verzicht getragen zu haben und sich in seiner Leistungsfähigkeit und Gesundheit nicht gemindert, sondern gestärkt zu erleben. Somit war der Wiederbeginn des Essens und der Abschied von der "Askese" auch ein klein wenig wehmütig. Der Asket in mir, den es bei allem Hang zum Wohlsein eben auch gibt, kann ein neues Betätigungsfeld im Sport finden und dadurch dafür sorgen, dass der Fasteneffekt nicht verpufft. Die meinen extremen Seiten die Waage haltende "Mäßigkeit" wird in den kommenden Monaten auch stark gefordert sein, gilt es doch immer wieder im Alltag ohne das Gefühl eines schmerzlichen Verzichtes zu leben: Weniger ist manchmal mehr. Der Gourmet und Schlemmer wird sich dafür an einem Glas Wein und exotischen Salaten, Obsttellern und Pasta al dente erfreuen dürfen und natürlich auch wieder an Gesellschaft. Ich habe gemerkt, dass ich zumal beim Fastenbrechen Gesellschaft nicht schätze, sondern mit meinen Empfindungen und ersten Mahlzeiten ganz allein sein möchte.

Raphael

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26

Samstag, 18. März 2006, 22:48

Ernährungsumstellung

Die Aufbautage lassen sich insbesondere am Wochenende hervorragend dazu nutzen, in neuen Töpfen für fettarmes Garen vollwertige Rezepte für eine gesündere Ernährung auszuprobieren und schmackhafte Zutaten dafür zu beschaffen.

LG, Michael
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Gabriel

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27

Samstag, 18. März 2006, 23:58

Scheindiskussion

[size=3]Da hier ein Erzengel Selbstgespräche führt, schließe ich den thread![/size]

:nacht

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28

Sonntag, 19. März 2006, 20:36

Wiederbelebung der Verdauungsfunktion während der Aufbautage

Die Aufbautage dienen dazu, die Verdauungs schonend wieder auf ihre Hauptaufgaben vorzubereiten. Die "Verdauungssäfte" benötigen dabei Einiges an Flüssigkeit, die der Körper auch wieder an Gewicht zunimmt.

Michael
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Gabriel

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Sonntag, 19. März 2006, 21:58

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Raphael

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Donnerstag, 30. März 2006, 21:53

Nachfastenzeit

Nach dem Fastenbrechen ging es überwiegend gut weiter. Natürlich muß der Körper sich erstmal vom strengen Fasten auf die feste Nahrungsaufnahme vorbereiten und daran gewöhnen, dass etwas Nahrhaftes von außen in ihn hineingelangt. Die "Verdauungssäfte" benötigen mehr Flüssigkeit, die im Körper eingelagert wird und müssen natürlich mit den entsprechenden Enzymen ausgestattet werden. Es ist schön, wieder mal erfahren zu haben, dass der vierzehntägige Verzicht auf feste Nahrung keinerlei gesundheitliche oder sonstige Beeinträchtigungen hervorgerufen hat, sondern eher Heilsames.

Das Fasten hat insofern noch nicht geendet, als längst nicht alle Lebensmittel in Frage kommen und auch nicht alle Genußmittel. Das Gewicht wird auf möglichst naturbelassene Nahrungsmittel und Vollkornprodukte gelegt. Außerdem benötigt der Körper eine Umstellung von der einseitigen Belastung einer nicht körperlich schwer arbeitenden Lebensweise hin zu mehr Bewegung und Sport in der Freizeit. Mit einem etwas erleichterten, verschlankten Körper macht das mehr Spaß. Nur so läßt sich natürlich der bisherige Erfolg stabilisieren und ausbauen. Und das war ja ein wichtiges Ziel: eine Umstellung herbei zu führen und dafür Entschlußkraft zu sammeln.

Raphael

Gabriel

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Donnerstag, 30. März 2006, 22:11

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Donnerstag, 30. März 2006, 22:27

RE: Glück gehabt

Zitat

Original von Gabriel
[size=3]Im Mai 1981 hatte der Papst gefastet. - Daher konnte er
nach dem Attentat sofort operiert werden und überlebte![/size]


Lieber Gabriel,

wie gut, dass er sozusagen ein wenig ein Extremist in diesen Dingen war, denn die Fastenzeit war natürlich am 13.5.1981 lange vorbei. Es hing vermutlich mit dem Festtag der Marienerscheinung von Fatima zusammen, die vom 13.5. bis zum 13.10.1917 an jedem 13. des jeweiligen Monats in Portugal stattgefunden haben sollen.

Dem Eingreifen der Gottesmutter schrieb Johannes Paul II. dann auch seine Rettung zu, denn wäre die Kugel nicht abgelenkt worden, so die Logik dieses Asketen und Mystikers des Marianismus, hätte ein Berufskiller wie Ali Agca auf diese kurze Distanz nicht verfehlen können. Während diese Papstthese in einer seiner Biografien, ich glaube von Andreas Englisch, erwähnt wurde, würde mich interessieren, woher Du die (medizinische) Fastenhypothese hast. War das in dem Fernsehfilm Sonntag/Montag erwähnt worden?

LG, Michael
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Gabriel

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Donnerstag, 30. März 2006, 22:40

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Mittwoch, 7. März 2007, 23:58

Wie jedes Jahr...

Inzwischen ist aus der Fastenzeit ein jährliches Ritual geworden, sodass ich mich nicht jedesmal extra und mit aller Willensanstrengung entscheide, fasten zu wollen. Wenn der Aschermittwoch da ist, weiß ich, dass ich mich vom Essen verabschiede und zwei Wochen faste bei Tee, Wasser, verdünntem Saft. Geschadet hat mir das bislang nicht. Nun geht mein diesjähriger 14. Fastentag zuende.

Es hat mir noch weniger als früher ausgemacht, so scheint es mir rückblickend zumindest, für andere einzukaufen, Essen zu machen, über Berge von Essen hinweg zu sehen. Ich habe einfach mehr Erfahrung in diesen Dingen. Bislang nicht gelungen ist mir, eine zweite Fastenzeit einzuführen, z.B. im Advent. Und ganz konsequent war ich im vergangenen Jahr auch nicht mit der Mäßigkeit, was Genußmittel betrifft, mit der vollwertigen Ernährung und mit der Zurückhaltung, was die Nahrungsmenge betrifft: Die Waage brachte die Folgen an den Tag. Dank konsequenten Trainings habe ich aber eine andere Muskulatur, als vor einem Jahr.

Nun liegt ab morgen eine anstrengende und interessante Zeit vor mir. Statt des relativ simplen Verzichtes ist nun mit Achtsamkeit das eigene Essen vorzubereiten und einzunehmen und das Maßhalten neu einzuüben. Alles oder nichts war immer leichter für mich. Das Dazwischen ist meine echte Herausforderung. Was mir noch nicht gelungen ist, bis auf ein einziges Mal, ist ein Fasten im Urlaub oder mit Gleichgesinnten und nach dem spärlichen Austausch hier im letzten Jahr habe ich lieber ganz verzichtet...

LG, Michael
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Donnerstag, 5. März 2009, 10:08

Vom sinnvollen Fasten und genussreichen Essen

Mit Erstaunen und etwas Bewunderung habe ich diesen alten Berichte über vierzehntägiges Fasten durchgelesen, nachdem ich meines diesmal schon nach fünftägigem strengen Fasten (vorher ein Obsttag, nachher ein Aufbautag) beendet und mich teilweise körperlich und psychisch nicht so wohl gefühlt habe, wie der vorbildliche Faster vor drei Jahren. Allerdings war ich mit dem Ergebnis der Entschlackung, Auffrischung und Gewichtsreduktion mehr als zufrieden und hoffe, dass ich nunmehr bestimmte Essens- und Lebensstilveränderungen besser in meinen Alltag integrieren kann, als zuvor. Das ist natürlich dann, wenn das Fasten mit im Alltag mit Arbeit und Familie stattfindet, nicht unbedingt leicht, weil man vorher z.B. nur das Essen, nämlich durch simples Nichtessen, verändert hat. Andererseits ist das Fasten in einer Urlaubsoase für mich auch nicht leichter und die Umsetzung in den Alltag oft ebenfalls nicht. Andere machen naturgemäß andere Erfahrungen.

Aus den Erfahrungen auch mit meiner diesjährigen gelegentlichen Gereiztheit als vielleicht emotionalem Hunger heraus würde ich fast glauben, dass es immer noch eine gute bzw. vielleicht in solchen Fällen sogar die bessere Idee ist, sich in irgendeiner Form mit Gleichgesinnten zu verbinden, eine Art spirituellen Rahmen zu finden und sich auszutauschen. Ich habe das bloß noch nie gemacht. Wenn man geplante Zeiten der Stille und des Austausches hat, ist die innere Reinigung und Umstellung des Stoffwechsels - eben auch auf feinstofflich-gedanklicher und gefühlsmäßiger Ebene - vermutlich noch wirksamer und erholsamer und wird so zu einer vertieften Selbsterfahrung im Spiegel der Anderen. Immer wieder aufmunternd ist auf jeden Fall die Erfahrung, was ich mit dem bewusst eingesetzten Willen alles bei mir bewirken kann und dass es diesbezüglich, wenn es mit gutem Gefühl und heilsamer Absicht geschieht, einen Weg in eine gute Disziplin und Mäßigkeit geben kann, der das unglückliche Pendel zwischen den Polen zweier Unmäßigkeiten ein wenig zur Ruhe bringen könnte. Manchmal wird gerade erst in der Mäßigkeit wirklicher Genuß möglich und nicht in der "sinnlosen Völlerei" oder im "totalen Verzicht".

Der Grund, weshalb ich das Fasten zunächst nur für eine Woche durchgeführt habe, ist auch das bevorstehende Zusammentreffen mit einer sehr schönen Ausbildungsgruppe (Körperpsychotherapie) gewesen. Ein Teil des Gemeinschaftserlebens ist da auch das gemeinsame Essen an einem ausgezeichneten Vollwertkostbuffet und ich hatte keine Lust, mich auch davon auszuschließen. Lieber möchte ich meine Nahrung dort mit größerer Bewusstheit wählen und mich darüber freuen, dass andere für mich so köstliches Essen zubereitet haben, ohne dass ich eingekauft und gekocht habe. Obwohl ich gerne einkaufe und koche und auch gerne die Gerichte esse, die meine Partnerin zubereitet, ist es schön, einmal von echten Köchen umsorgt zu werden und nur zu genießen.

Das Fasten zur Umstellung hemmungsloser und unreflektierter Gewohnheiten und aus gesundheitlichen Gründen kann ich sowohl als selbstgewähltes und -verantwortetes wie als kurmäßiges Heilfasten nach entsprechenden Indikationen weiter empfehlen, vorallem auch um das Bewusstsein zu schärfen. Dazu wäre die Einbeziehung von Gefühl, Seele und Geist wünschenswert. Über das Jahr verteilt sind einzelne Fasten- und Entlastungstage, z.B. auch - wer es verträgt - ein Obsttag oder ein Safttag jede Woche, sinnvoll. Eine solche regelmäßige Entschlackung, Entwässerung und Mäßigung ist sicher auf die Dauer heilsamer, als die beiden Extreme, nämlich 51 Wochen im Jahr Völlern und 2 Wochen Fasten. Sehr wichtig ist die regelmäßige Bewegung (Siehe Sich regen bringt Segen) und die Beobachtung der Tatsache, dass unabhängig von der Kostform eine Gewichtsreduktion bei zuviel Körperfett ausschließlich dadurch zu erreichen ist, dass man mehr Kalorien verbraucht, als zuführt.

Es versteht sich von selbst, dass schnell resorbierbare Zucker, zuviel Salz und vorallem zu viele und insbesondere gesättigte und tierische Fettsäuren eine Belastung für den Körper darstellen, ebenso die enorme Menge an industriellen Nahrungszusätzen. Es ist auch bekannt, dass Lebensmittel mit einem zu hohen glykämischen Index, die eine hohe und rasche Insulinausschüttung stimulieren, hinsichtlich des Abnehmens problematisch sind. Die Ausgewogenheit der Zufuhr an Eiweiß, Kohlenhydraten und (ungesättigten) Fetten würde man jedoch nach neueren wissenschaftlichen Forschungsergebnissen weniger als absolute Größe sehen, sondern vorallendingen so, dass bestimmte Untergrenzen z.B. für Eiweiße (wegen des Muskel- und Gehirnaufbaues, außerdem sogenannte essentielle Aminosäuren), Fette (essentielle Fettsäuren, Notwendigkeit von Fetten zur Aufnahme von Vitaminen, Aufbau von Hormonen, Aufbau der Nervenscheiden etc.) und auch komplexe Kohlenhydrate (ausreichende Energiezufuhr in Form von rasch verfügbaren Zuckern über einen längeren Zeitraum) beachtet werden sollten. Dazu kommen natürlich noch die unentbehrlichen Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine.

Bei den Mineralstoffen und Spurenelementen, die zum Teil nicht lange vorrätig sind und für die durch die "industrielle Mangelernährung" bei vielen Menschen bereits trotz kalorischer Überernährung ein Defizit vorliegt, kann es übrigens schon bei fünf Tagen Fasten knapp werden, wenn, was wünschenswert ist, der moderate Ausdauersport und ein angemessenes Krafttraining zum Muskelerhalt weiter betrieben wird. Hier ist unbedingt für Nachschub zu sorgen, denn Muskelschwäche, Zittern, Krämpfe und nervliche Probleme sowie Hautveränderungen können die schon bald auftretende Folgen des Mangels sein, übrigens auch Einflüsse auf die Verdauung und das Immunsystem. Von daher sind vorallem naturbelassene Vollwertlebensmittel für den Speisezettel nach einer Fastenkur zu bevorzugen, ggf. in Form von frischen Säften, am besten mit Wasser verdünnt, denn was die meisten Menschen vergessen: unser Körper dankt die reichliche, häufige Zufuhr gesunden, reinen Wassers ohne Kohlensäure, während auch frisch gepresste Säfte im Übermaß zuviel Fruchtzucker enthalten. Daneben sollte man an kaltgepresste Pflanzenöle mit hohem Gehalt an mehrfach ungesättigte Fettsäuren und z.B. an frische Nüsse denken.

Zitat

Artikel von AFP

Reduzierung der Kalorien laut Studie das Wichtigste bei Diät

Forscher in den USA haben jetzt den idealen Weg gefunden, überflüssige Pfunde zu verlieren. Nach einer im "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studie des Staatlichen Gesundheitsinstitutes (NIH) sind der Verzehr von Lebensmitteln, die gut für das Herz-Kreislauf-System sind und wenige Kalorien enthalten sowie sportliche Betätigung der Schlüssel für eine erfolgreiche Diät. Das Verhältnis von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten sei dagegen unerheblich.[/b]

Bei der Studie wurden vier verschiedene Diäten miteinander verglichen, die jeweils einen der drei Nährstoffe bevorzugen. So steht die Atkins-Diät beispielsweise für einen Verzicht auf Kohlenhydrate, während die Ornish-Diät vegetarische Lebensmittel mit vielen Ballaststoffen empfiehlt. 811 Übergewichtige oder Fettleibige, 38 Prozent von ihnen Männer und 62 Prozent Frauen, im Alter von 30 bis 70 Jahren nahmen an der Studie teil.

Zunächst sechs Monate, dann zwei Jahre nach Versuchsbeginn wurde der Erfolg der Abnehmprogramme untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass alle Teilnehmer ungefähr gleich viel an Gewicht verloren hatten - durchschnittlich 5,9 Kilogramm nach sechs Monaten, etwa vier Kilogramm nach zwei Jahren.

"Die Ergebnisse zeigen, dass es nicht nur einen Weg gibt, Kilos zu verlieren und ein gesundes Gewicht aufrechtzuerhalten", sagt Elizabeth Nabel, Direktorin des Instituts für Herz, Lungen und Blut (NHLBI), das dem NIH unterstellt ist. "Das lässt den Leuten mehr Freiheit bei der Wahl der Diät, was ihnen eine größere Chance gibt, diese durchzuhalten." 66 Prozent der Erwachsenen in den USA sind übergewichtig, 32 Prozent von ihnen fettleibig.

Quelle gmx/AFP vom 27.2.2009


Insgesamt sind die Ergebnisse der oben zitierten Studie nach zwei Jahren eher bescheiden ("...durchschnittlich 5,9 Kilogramm nach sechs Monaten, etwa vier Kilogramm nach zwei Jahren.") und wie in dem Beitrag über das heilsame Potential der Bewegung beschrieben, kommt kein Mensch daran vorbei, seine Muskeln regelmäßig und am besten täglich ausreichend zu bewegen und die Energie, die er sich anfuttert, auch zu verbrauchen.

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Mittwoch, 9. Oktober 2013, 22:42

Der Acai-Beeren-Schwindel verschlankt nur den Geldbeutel

Wer hätte nicht gern ein Mittel in Kapsel- oder Tablettenform zur Hand, das mühe- und risikolos überflüssiges Fett wegschmilzt und Pfunde purzeln lässt? Ich halte das in der Regel für Schwindel und bei chemischen Produkten wäre ich nicht zu Selbstversuchen bereit. Bei der viel gepriesenen "Brasilianischen Wunderbeere Acai", einem Naturstoffextrakt der Beerenfrucht einer Palmenart, Euterpe oleracea, schien mir das Gesundheits-Risiko aber gering. Ich wollte also wissen, ob was an der Werbung und dem Mythos dran ist. Mit dem von Amazon vertriebenem Produkt "Acai Berry 750 Kapseln", der "Geheimtip" aus Brasilien (Packungsaufschriften: "Acai-1000 Kapseln", "Die brasilianische Wunderbeere" - "Brazil Acai"), 750 Kapseln zu 1000mg für 59,95 €, habe ich das vergleichsweise preiswerteste Produkt dieser brasilianischen Acai Beere gekauft. Ganz billig war es also nicht. Ich wollte mal aus eigener Erfahrung wissen, wie und ob das viel gepriesene Schlankheitsmittel der Hollywood-Schickeria wirkt, das inzwischen für teuer Geld unter das normale Konsumenten-Volk geworfen wird, just for fun. Außerdem soll das an Antioxidantien (z. B. Vitamin-C-haltige) reiche Pulver als "Radikalfänger" auch sonst noch irgendwie gesund sein. Freie Radikale stehen im Verdacht, Zellschäden zu verursachen und ein Krebsrisiko zu sein. Also habe ich erst morgens und abends eine Kapsel, dann bei Wirkungslosigkeit die doppelte Dosis eingenommen. Täglich drei bis sechs Kapseln soll der Mensch während der (Haupt-) Mahlzeiten mit reichlich Flüssigkeit zu sich nehmen (ich habe meist 2 Hauptmahlzeiten). Andere Hersteller empfehlen zwei bis vier Kapseln mit 1000 mg täglich. Ansonsten habe ich weder meine Ernährungs- noch Bewegungsart geändert. Auf zusätzliche ebenfalls teure "Darmreinigungs-Pillen" habe ich verzichtet, denn da funktioniert alles allerbestens... Was soll ich sagen: Das Beerenpulver bringt auch nach Wochen bislang kein Gramm Gewichts- und Fettverlust. Vielleicht wäre das der Fall gewesen, wenn man die Empfehlung, die Kapsel mit "reichlich Flüssigkeit" zu den Mahlzeit einzunehmen, als Aufnahme von jeweils einem Liter Wasser vor jeder Mahlzeit interpretiert hätte. Es gibt für mich daher bislang weiterhin nur eine Art, wie der Mensch sein Körpergewicht und speziell überflüssiges Körperfett nachhaltig reduzieren kann, wenn er es denn muss und will: Weniger Energie (Kohlenhydrate) zuführen als zuvor und am besten noch mehr Energie verbrauchen, als vorher, insbesondere durch Bewegung, durch Muskelarbeit. Eine größere Muskelmasse sorgt selbst für einen erhöhten Grundumsatz. Ist doch eigentlich ganz einfach. Alles andere und insbesondere ausgeklügelte Diäten und zusätzliche Mittel verschlanken dauerhaft im Wesentlichen nur eines: den Geldbeutel! Einen körperlichen Schaden als Nebenwirkung habe ich mit den Kapseln aber wohl noch nicht erlitten. Das ist doch heutzutage schon was, wo Vieles nicht nur nichts nützt sondern auch noch schadet und war damit wohl ein gnädiges Sternchen in der "Amazon-Bewertung" wert, denn ohne die Vergabe mindestens eines Sternchens werden diese Rezensionen von Amazon leider nicht angenommen :-( ...

Michael
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