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Montag, 20. April 2009, 22:56

Körperliebe

Liebe Deinen Körper, wie Dich selbst! Dieser Satz würde den Meisten wohl schwer über die Lippen gehen. Eher schon beten insbesondere Christen das verkürzt verstandene und somit eher zu saftlosem Altruismus verballhornte angebliche Jesuswort nach, dass man seinen Nächsten wie sich selbst lieben solle. Der Psychologie ist inzwischen klar, dass der Mitmensch von dieser Art Nächstenliebe nichts hat, wenn sich der altruistische Menschenfreund nicht selbst liebt. Wer sich selbst nicht annimmt, nicht akzeptiert und ein Gefühl des Wohlwollens und der liebevollen Fürsorge für die eigene Existenz nicht aufzubringen vermag, kann auch niemanden Anderen wirklich annehmen und in sein Herz schließen. Denn dieses Herz wäre ein einsamer, verdorrter Ort.

Auf der anderen Seite könnte dieser Satz, "liebe Deinen Körper wie Dich selbst" auf religiöse Menschen, insbesondere Anhänger monotheistischer Religionen, die den Körper als Quelle von Ungemach und Sünde ansehen können, provokativ wirken. Der Körper wird gerne verhüllt, es gibt religiöse Ideen über den bestimmungsgemäßen (eingeschränkten) Gebrauch der Sexualität und Körperäußerungen, Körperflüssigkeiten und Körperöffnungen sind Gegenstand von Furcht und Verlangen, Exzess und Tabu. Dabei liegen die Extreme eng beieinander, wie man aus der Frühzeit des Christentums weiß, in der judenchristliche (Jerusalemer Gemeinde), heidenchristliche Missionsgemeinden vor allem des Paulus und esoterisch-gnostische Strömungen hellenistischer Prägung aus Griechenland, Italien und Ägypten (Alexandrien) im Wettstreit standen.

Waren die Gnostiker von einer sehr radikalen dualistischen Auffassung der Trennung, ja des Widerspruches zwischen der Natur, der Physis, der der Körper angehörte und die minderwertiges Produkt eines später verteufelten Demiurgen war, und der Geisteswelt beseelt, versuchten andere Strömungen den Körper zu reinigen und damit annehmbar zu machen und den ganzen Menschen aus Körper, Seele und Geist der göttlichen Rettung teilhaftig werden zu lassen. Doch während die "Gemäßigten" das körperliche Geschehen durch Vorschriften einzugrenzen und zu entschärfen suchten und die tierische, unschuldige Natur vom sündhaften Menschen zu unterscheiden sich bemühten, schlugen die Gnostiker mit ihren abgespaltenen Körperwirklichkeiten von einem Extrem ins andere, indem sie den Körper entweder asketisch verachteten und vernachlässigten oder aber ihm alle Ausschweifungen erlaubten nach dem Motto: Gib dem Körper, was des Körpers ist, dem Geist Gottes aber, was von diesem Geist ist.

Im östlichen Kulturkreis kannte man auch solche extremen Ansichten von Askese oder dem Gegenteil, suchte aber früh einen mittleren Weg der Versöhnung und zwar einmal unter besonderer Beachtung des Körpers und seiner Empfindungsweisen in einem tantrischen Erleuchtungsweg aus einer eher matriarchalen indischstämmigen drawidischen Tradition heraus oder den mehr geistig-philosophischen buddhistischen Erleuchtungsweg aus einer eher patriarchalen indisch-nepalesischen indogermanischen Tradition heraus. Buddha predigte den "Mittleren Weg", wobei er weder dem Ich noch dem Körper eine positive oder negative Beachtung zollen wollte. Sie sollen bekommen, was sie benötigen, haben aber unwesentliche, dienende Funktion. In der tantrischen Tradition wendet man sich dem Körper und seinen Erlebnisqualitäten bewusst zu und erlebt ihn als einen wunderbaren irdischen Tempel des Göttlichen. Der tantrische Buddhismus tibetischer Prägung bringt beide Traditionen näher zusammen und verwendet dabei auch uralte indische Körperübungen, Yoga genannt, während im chinesischen Kulturkreis z.B. Tai Chi praktiziert wird. Dem Osten ist allerdings ein narzistisches Körpergefühl, wie es eine sehr starke Orientierung auf ein eingebildetes, überhöhtes Ego mit sich bringen kann, eher fremd.

Wer oder was ist aber dieses "Selbst", wenn wir in diesem Kontext von Körperbewusstsein im ganzheitlichen Sinne von der "Selbstliebe" sprechen wollen? Dazu gibt es eine Fülle religiöser, philosophischer und psychologischer Konzepte, also Konstrukte, die letztlich zum Ausdruck bringen, dass dieses „Selbst“ etwas Gewordenes und Veränderliches ist. Dabei sind wir eben nicht bloß Geist, Gedanke, körperloses Gefühl. Wir haben uns diesen Körper geschaffen, bewohnen ihn mehr oder weniger freudig, haben uns sozusagen "inkarniert" und auch dieser Körper ist etwas Gewordenes und Veränderliches. Die meisten unserer Gefühle sind Körpergefühle bzw. beziehen sich auf körperliche Erfahrungen und werden in einer Körpersprache ausgedrückt und zwar sowohl durch Haltung, Gestik und Mimik als auch durch sprachliche Metaphorik: Wir sind mehr oder weniger "verwurzelt", wir "stehen mit beiden Beinen im Leben" oder eben nicht, lassen unser Herz vor Freude jubeln und springen oder in Trauer schwer werden, laden Verantwortung auf unsere Schultern oder werfen eine überflüssige Bürde ab, beißen uns durch oder auch nur fest und schlucken herunter, verdauen unseren Kummer oder haben die Nase voll und alles "kotzt uns an", sodass wir immer nur den Kopf einziehen möchten.

Wir sind also (auch) unser Körper und können uns auf dieses „Körper-Selbst“ beziehen. Weder kann unser Geist lange auf der Erde verweilen, ohne eine körperliche Verankerung zu haben und sei es in Beziehung zu einem "fremden" verkörperten Wesen, noch können wir ohne unseren Körper hier irgendetwas erfahren und fühlen. Feinstoffliche Geistqualitäten und Gedanken sind nicht in der Lage, das Leben materiell und fassbar zu erfahren, zu genießen und manchmal auch zu erleiden, wenn wir dazu übergehen, Schmerz nicht einfach als Schmerz zu empfinden, sondern Gedanken darum zu legen, die uns daran festhalten und lähmen, sodass Leiden als chronifizierter, eingefrorener Schmerz, als tote Trauer und unlebendige stille Wut einen Ort in unserem Körper finden, wo sie energetisch störend zwischen gelagert werden.

Der Satz: "Liebe Deinen Körper, wie Dich selbst", sollte, könnte man bei oberflächlicher Betrachtung meinen, in einer narzistisch-körperorientierten Welt begeisterte Aufnahme finden können! Meist handelt es sich aber eben um ein narzistisches, gedanklich selbstverliebtes Missverständnis, bei dem der Körper eben doch getrennt vom übrigen Selbst als Verlängerung unreifer Ich-Wünsche wahrgenommen und geschmückt oder misshandelt wird, wobei manchmal selbst dort die Grenze zwischen Misshandlung und Verzierung völlig verwischt wird (modernes Piercing, Tatoos, Schönheitschirurgie etc.). Bei dieser Form des "Körperkultes" findet eine Identifikation mit Teilaspekten des Körpers oder der Körperlichkeit statt. Entsprechend einseitig und eingeschränkt ist die Fähigkeit eines solchen Körpers, Erfahrungen zu machen, Empfindungen zu haben und zu fühlen sowie diese Qualitäten auszudrücken. Es geht um die Erfüllung von Wünschen eines an sich begrenzten, aber zur Vormacht strebenden Egos, während emotional wahrnehmbare Körperbedürfnisse letztlich nicht wahrgenommen und unterdrückt werden, was in der Sprache der Psychologie zu einer "Neurotisierung" führt.

Der eitle Mensch, der seinen Körper zu einem Showobjekt herausputzt oder bestimmte Merkmale an ihm ausbildet und züchtet (z.B. ein übertriebenes, nicht mehr funktionelles Muskelkostüm der "Bodybuilder"), ist eben nicht sein Körper, sondern erhofft durch die Veränderung seines Körpers irgendwer zu werden. Weder akzeptiert er seinen Körper, noch fühlt er sich in ihm wohl und geborgen, noch nutzt er seine angeborenen Möglichkeiten in ganzheitlicher und vielfältiger Weise. Allerdings sind wir alle mehr oder weniger durch unseren unbewussten Umgang mit unserem Körper in der Gefahr, diesen zu ignorieren und seine wahren Bedürfnisse aus den Augen zu verlieren und zwar sowohl, wenn wir einen übertriebenen "Körperkult" betreiben, als auch wenn wir eine körperfeindliche Askese fordern und die natürlichen Bedürfnisse unseres Körpers zurück weisen und tabuisieren. Beide Vorgehensweisen sind desintegrativ und führen zu dem Phänomen der Überlagerung und Verdrängung bis hin zur Abspaltung des Körpers oder von Teilen davon mit den dazu gehörigen emotionalen Anteilen, wofür es natürlich vielfältige Gründe gibt.

In der Körperpsychotherapie und Bioenergetik beschäftigt man sich mit seinem Körper als etwas, das man selbst geschaffen und modelliert hat mit all seinen Möglichkeiten aber auch Einschränkungen, mit seinem individuellem körperlichen und seelischen Nutzen, mit all seinen Gefühlen und seinen gespeicherten Erfahrungen. Man nimmt sich dieses Körpers bewusst an, erforscht seine Fähigkeiten und Reaktionsweisen und beginnt, sich wieder mehr und bewusster in seinen Körper einzufühlen, sich seiner Inkarnation bewusst zu werden. "Ich bin mein Körper" bedeutet Akzeptanz des individuellen Einzelwesens und die Fähigkeit, weiterhin bewusst an der Verwirklichung und Verkörperung seines Lebens zu arbeiten und diese Arbeit an seinem Körper und dieses Werk, nämlich den Körper selbst, auch zu genießen. Am Ende steht dann die Aufhebung der künstlichen Trennung in einer ganz natürlichen, physio-psychischen Transzendenzerfahrung: "Ich liebe meinen Körper wie mich selbst".

Michael
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Donnerstag, 30. April 2009, 22:36

Liebe LeserInnen,
ich dachte unter dem Thema "liebe deine Körper wie dich selbst" könnte ich euch mal erzählen, wie es mir in den letzten Wochen mit einem Teil meines Körpers ergangen ist, nämlich mit meinem Zahn 4/5, also dem 5. Zahn im vierten Quadranten. Ich liebe meine Zähen sehr, weil ich mich mit ihnen durchs Leben beiße, sie mir helfen meine Nahrung aufzubereiten zur weiteren Verarbeitung und weil ich sie im Bedarfsfall auch zeigen kann.
Also es trug sich Folgendes zu: am 2. April (nein nicht am 1.) bekam ich in den beiden Zähnen, die über dem 4/5 liegen, zwei Keramikinlays, sehr schön und sehr teuer. Weil ich eine sehr niedrige Schmerztoleranz habe, hatte ich eine entsprechende Vorbehandlung erhalten und konnte mich ganz dem Geräusch der verschiedenen Arbeitsinstrumente des Mannes meines Vertrauens hingeben, ohne gepeinigt zur zucken. Als die neuen Füllungen festsaßen, machte sich der Mann daran, sie einzuschleifen und bat mich immer mal wieder, die Zähne zusammenzubeißen und Rückmeldung zu geben. Schließlich meinte er, ich solle nun erstmal abwarten, bis die Betäubung weg sei und dann würde er, sollte ich immernoch meinen, dass die Füllungen noch zu hoch seinen, die letzten Feinarbeiten machen. Nun, die Betäubung ging weg und dann war ich unsicher, irgendwie dachte ich zwar, es könnte sein, dass der Biß sich nicht richtig anfühlt, dann wieder dachte ich, es ist doch in Ordnung. Aber dann bekam ich nach am 4/5 ganz fiese Zahnschmerzen, zuerst beim Kauen. Das wurde dann langsam schlimmer und ich kam zu der Überzeugung, dass die neuen Füllungen doch zu hoch waren und ihren unteren Genossen gereizt hatten. Tapfer hielt ich durch bis Dienstag nach Ostern in der Hoffnung, der untere Zahn würde sich wieder beruhigen. Das tat er nicht, und deshalb wurde dann am Dienstag nachgeschliffen. Nun dachte ich, würde alles gut. Aber es wurde alles immer schlimmer, inzwischen tat der Zahn und der ganze Kiefer weh, die Schmerzen strahlten auf die umliegenden Zähne aus und wanderten bis in den Oberkiefer.
Das Wochenende 17.4.-19.4. verbrachte ich auf einem Heilseminar bei einem geistigen Heiler, das ich schon Wochen zuvor gebucht hatte und wo ich ein bis zweimal im Jahr hinfahre. Dort wurden durch einige energetische Behandlungseinheiten die Schmerzen zwar weniger, aber am Dienstag waren sie wieder so intensiv, dass ich doch wieder zum Zahnarzt ging. Ihm klagte ich mein Leid und bat um eine Röntgenaufnahme, welche keinen Befund lieferte, allerdings stellte der Arzt fest, dass der Zahn kaum auf eisige Temperatur reagierte. Er vermutete nun, dass etwas mit der Zahnwuzel sein könne, was man auf so einer Aufnahme nicht unbedint sehen könne und es sei vielleicht eine Art dummer "Zufall", dass sich nun gerade dieser Zahn im Anschluss an die vorherige Behandlung gemeldet habe. Er können nun eine entsprechende Behandlung vornehmen. Abgesehen davon, dass dann ja auch wieder ein kostspieliger Ersatz für die bereits dort sitzende Goldfüllung nötig geworden wäre fand ich den Gedanken an einen toten Zahn unerträglich, ließ ich mich nicht beirren und blieb bei meiner Meinung, dass die Wurzel in Ordnung sei und der Schmerz andere Gründe haben müsse.
Wir verabredeten, dass ich es noch eine Weile aushalten würde, zumal am Wochenende bei uns ein Familienfest mit 37 Leuten stattfand und ich sowieso keinen "Nerv" für so eine Behandlung hatte und dann rief ich eine befreundete Heilpraktikerin an. Die hatte am selben Tag Zeit für mich und brauchte eine Stunde um herauszufinden, welche Schwingungen bei der Heilung meines Zahnes behilflich sein würden. Jetzt fühlte ich mich schon besser und noch fester in meiner Überzeugung, dass ich meinen lieben Zahn retten würde und dass er eine Botschaft für mich hatte.
Die Heipraktikerin erläuterte mir dann die Bedeutung der verschiedenen Substanzen, deren Schwingungen sie für mich herausgefunden hatte und die Bedeutung des Zahnes an sich, und ich stellte fest, alle Themen deckten sich komplett mit meiner momentanen Lebenssituation und mit den Themen, die ich auf auf dem Heilseminar "serviert" bekommen hatte.
Nun fühlte ich mich schon fast glücklich und begann mit der Einnahme meiner persönlichen Medizin, die ich 5x nehmen sollte. Der Schmerz wurde erst weniger, flammte dann noch mal auf und verging dann in der selben Weise, wie er sich entwickelt hatte, allerding rückwärts. Zwischendurch, wenn ich doch kleine Zweifel spürte, sagte ich mir immer wieder "nein Herr, ich lasse dich nicht".
Abends vor dem Einschlafen konzentrierte ich mich auf den Zahn, hielt Zwiesprache mit ihm und stellte mir vor, wie er sich zufrieden von seiner schmerzhaften Botschaft verabschieden konnte, da ich sie ja bereitwillig empfangen hatte.
Jetzt ist er weg der Schmerz und übernächste Woche gehe ich zum Zahnarzt, den ich übrigens sehr schätze, und erzähle ihm die wundersame Geschichte über meinen geliebten Zahn!

Herzlich Eure Sabine
Sabine

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3

Freitag, 1. Mai 2009, 13:19

Zahnliebe für Glückszähne

Zitat

Original von Sabine

Jetzt ist er weg der Schmerz und übernächste Woche gehe ich zum Zahnarzt, den ich übrigens sehr schätze, und erzähle ihm die wundersame Geschichte über meinen geliebten Zahn!

Herzlich Eure Sabine


Ich konnte mir früher als Medizinstudent nie vorstellen, was meine zahnmedizinischen Kommilitonen veranlassen könnte, in Mündern herum zu wühlen und Zähne zu reißen... Aber die Zahnheilkunde ist vielfältiger und wichtig und ein schönes, gepflegtes, funktionelles Gebiss hat seine Ästhetik. Und Dank Anästhesie, an deren Entwicklung gerade Zahnärzte Anteil genommen haben, da die Beißerchen immens sensibel sind, ist Zahnheilkunde nicht mehr so schmerzhaft...
:zahn
Aber der Mensch tut mit und ist nicht einfach nur mit seinem Gebiss das Behandlungsobjekt der Zahnheilkunde. So, liebe Sabine, jetzt hast Du also in Zwiesprache mit Deinem geliebten Zahn dessen bzw. Deine Heilungsschwingungen erhöht und willst diesen hier geschriebenen Bericht an Deinen geschätzten Zahnarzt weiterleiten? An der Beschreibung seines verständnisvollen Nickens in einem freundlich lächelnden Gesicht, das ausdrückt: "Alles klar, ich sehe, dass Du es verstanden hast..." bin ich schon gespannt.

Du stehst also zu Deinem steilen Schmerzzahn, hast sogar Einiges auszustehen und auszuhalten gehabt, sodass er jetzt noch ohne Wurzelbehandlung ganz belebt aber auch beruhigt und schmerzfrei geworden ist, weil Du Dich liebevoll seiner angenommen und seiner Botschaft gelauscht, sie Dir zu Herzen genommen, sie beherzigt hast? Du hast brachialen und endgültigen Be-handlungen widerstanden und Durchhaltvermögen bewiesen und schnelle Veränderungswünsche trotz bohrender Beschwerden los gelassen?

Und jetzt strahlt Dein Gebiss wieder schmerzfrei, der Mund ist nicht mehr schmerzverzerrt, das Hirn nicht mehr mit Kopfschmerz gemartert? Du ziehst den Kopf nicht mehr ein, sondern erhebst ihn mutig, beißt Dich durch, wo nötig, zeigst in lebendiger Verbindung mit Deiner aggressiven Lebensenergie durchaus mal die Zähne und lachst der Herausforderung ins Gesicht, statt zerknirrscht klein bei zu geben? Also liebst Du Deinen Körper und auch seine Waffen wie Dich selbst und lässt jedem Teil seinen Platz und seine Aufgabe, hörst ihren Informationen zu und handelst integrativ?
:top
LG, Michael
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Freitag, 1. Mai 2009, 15:53

Liebe Michael,
ich möchte dir auf deine fünf Fragen in aller Ausführlichkeit antworten:
1. Ja
2. Ja
3. Ja
4. Ja
5. Ja

Liebe Grüße
Sabine
Sabine

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Freitag, 1. Mai 2009, 22:11

Zahnpsychosomatik

Zitat

Original von Sabine
...Ich liebe meine Zähen sehr, weil ich mich mit ihnen durchs Leben beiße, sie mir helfen meine Nahrung aufzubereiten zur weiteren Verarbeitung und weil ich sie im Bedarfsfall auch zeigen kann.
... Als die neuen Füllungen festsaßen, machte sich der Mann daran, sie einzuschleifen und bat mich immer mal wieder, die Zähne zusammenzubeißen und Rückmeldung zu geben. Schließlich meinte er, ich solle nun erstmal abwarten, bis die Betäubung weg sei und dann würde er, sollte ich immernoch meinen, dass die Füllungen noch zu hoch seinen, die letzten Feinarbeiten machen. Aber dann bekam ich nach am 4/5 ganz fiese Zahnschmerzen, zuerst beim Kauen. Das wurde dann langsam schlimmer und ich kam zu der Überzeugung, dass die neuen Füllungen doch zu hoch waren und ihren unteren Genossen gereizt hatten. Tapfer hielt ich durch bis Dienstag nach Ostern in der Hoffnung, der untere Zahn würde sich wieder beruhigen. Das tat er nicht, und deshalb wurde dann am Dienstag nachgeschliffen. Nun dachte ich, würde alles gut. Aber es wurde alles immer schlimmer, inzwischen tat der Zahn und der ganze Kiefer weh, die Schmerzen strahlten auf die umliegenden Zähne aus und wanderten bis in den Oberkiefer.


Ja, Sabine, man kann sich mit den Zähnen durch's Leben beißen. Interessanterweise reagierte Dein Zahn mit der Schmerzsymptomatik, nachdem die noch zu hohen Füllungen eine Druckwirkung beim Zusammenbeißen der Zähne auf den Zahn ausübten, der schmerzte. Und schließlich schmerzte der ganze Kiefer. Machte Dich diese Veränderung der Zahnhöhe und der Kiefermechanik mit einer Angewohnheit bekannt, immer wieder zu stark, vielleicht schon chronisch, die Zähne zusammen zu beißen, sodass die Kiefermuskulatur relativ verkrampft ist?

Zitat

Original von Sabine
Die Heipraktikerin erläuterte mir dann die Bedeutung der verschiedenen Substanzen, deren Schwingungen sie für mich herausgefunden hatte und die Bedeutung des Zahnes an sich, und ich stellte fest, alle Themen deckten sich komplett mit meiner momentanen Lebenssituation und mit den Themen, die ich auf auf dem Heilseminar "serviert" bekommen hatte.


Diese Themen möchtest Du aber nicht mitteilen? Mich würde interessieren, wie sie zum Zahnschmerz und zur Beißmechanik passen, um die "Zahnpsychosomatik" zu verstehen.

LG, Michael
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Freitag, 12. Juni 2009, 12:01

Auch der Kopf ist ein Teil des Körpers...

[SIZE=3]Kopfiger geht’s zwar nicht, aber auch der Kopf ist ein Teil des Körpers und sein Diskurs notwendigerweise auch Körpersprache[/SIZE]

Als ich mich vor einiger Zeit auch aufgrund körper(-psycho-)therapeutischer Erfahrungen über die „Körperliebe“ äußerte, mögen einige Leser diese Gedanken vielleicht auch für recht merkwürdige und ungewöhnliche geistige Konstrukte gehalten haben und tatsächlich habe ich nicht nur über den Körper geschrieben, sondern auch über eine soziale, religiöse und psychologisches Sicht auf den Körper:

Zitat

Original von Michael
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Dieses und den weiteren Text meinte ich durchaus in dem Sinne, dass es sich Lohne, sich wieder dem Körper zuzuwenden, sich auf ihn zu beziehen, sich in ihn hineinzuversetzen, einzufühlen, ihn auszudrücken, mit einem Satz: ihn zu lieben und aus ihm heraus zu lieben. Nun machte mich ein befreundeter, sehr kritischer Kollege, dem ich schon das eine oder andere Mal von körperpsychotherapeutischen Ideen erzählt habe, auf ein Zitat in Tom Levolds „systemagazin“ aufmerksam:

Zitat

Aus “systemagazin“ vom 10.6.2009 von Tom Levold

Mittwoch, 10. Juni 2009
ZITAT DES TAGES: ROLAND SCHLEIFFER


"Es muss sich allerdings die Frage stellen, mit welchem Körper die körperorientierte Körperpsychotherapie zu tun hat. Lässt er sich als »Wahrheitsmedium« beobachten ? Wenn er schon der Rede mächtig ist, wieso sollte er denn nicht auch lügen können ? Wer stellt die Wahrheitsfrage, und wer will sie beantworten ? Da Bezugspersonen letztlich unvermeidlich den »wahren Körper« und somit auch das »wahre Selbst« nur verfehlen und dieses daher notwendig nur traumatisieren können, gerät (Körper-)Psychotherapie geradezu zur Psychotraumatherapie. Es verwundert daher auch nicht, dass sich in den Studien zur Körpertherapie immer wieder ein »hoher Ton« oder gar ein »Jargon der Eigentlichkeit« (Adorno) vernehmen lässt, wenn etwa vom »eigentlichen Gespräch«, vom »dialogischen Prinzip« oder vom »Moment der Begegnung« beim »psychosomatischen Dialog« die Rede ist. Überhaupt scheint die so beliebte Metapher der »Körpersprache« doch eine unscharfe Argumentation zu verdecken. Mit Hahn (1988) ist jedenfalls davon auszugehen, dass es niemals der Körper selbst ist, der spricht. Vielmehr wählt immer die Kommunikation bestimmte körperliche Veränderungen aus und misst ihnen Bedeutung und Sinn zu. Bei der »Körpersprache« handelt es sich um ein soziales Bedeutungssystem. Auch wenn und gerade weil der Körper sozial nicht vollständig kontrollierbar ist, wird das sozial nicht Kontrollierbare sozial verbindlich gedeutet. Immer hat man es mit einem beobachteten und somit sinnhaft kontextualisierten Körper zu tun. Dem Körper kommt eine sinntragende Realität nur zu, sofern er bezeichnet wird, und das heißt nur auf der Ebene sozialer oder psychischer Systeme. Insofern ist es eine Illusion, den Körper als ehrlich, authentisch und die Wahrheit verbürgend zu stilisieren, wie überhaupt ein solcher Rekurs auf Ursprünglichkeit, auf Fassbares, Greifbares, Handhabbares, auf etwas, was Sicherheit und Orientierung vermitteln könnte. Die immer wieder holistische und insofern in defragmentarisierender Absicht vorgetragene Argumentation kann nicht überzeugen, impliziert doch jede Beobachtung notwendig den Verzicht auf Ganzheitlichkeit." (In: Der Körper als Adresse – Zur Funktion der Somatisierung. Kontext 39 (2), 2008, 104-126).

Geschrieben von Tom Levold in Zitat des Tages um 00:30 in “systemagazin“


Ich habe noch nie etwas Theortischeres, Geschraubteres und Verschrobeneres gelesen, das auch noch wissenschaftlich ambitioniert und wahrheitsähnlich klingen soll, bin aber sicher in guter Gesellschaft, da ich mich vermutlich auch nicht immer sehr verständlich und lesbar ausdrücke. Ich habe verstanden, dass der akademische Autor eine pointiert kritische Sicht formuliert und auch den einen oder anderen Gedankengang zu seinem Diskursverständnis von "Psychosomatik", das er wohl auch noch für sytemisch hält. Was er aber damit sagen will und wie er seinen Körper sieht und fühlt, ob er ihn gar liebt und lieben lässt, erschließt sich mir nicht ganz, jedenfalls nicht ohne den weiteren Kontext, den zu lesen ich mich aber durch den abstoßenden Stil nicht ermutigt fühle. Aber ich möchte diesen Lesespaß all denen, die sich mit meinen Texten abmühen, gerne zum Genuss empfehlen.

LG, Michael
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